Galerie Monika Beck
Mathias Beck. Kulturmanagement GmbH
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Juli - Oktober 2000

 

 Tomoji Ogawa und Takashi Suzuki 

Zwei japanische Bildhauer als Artists in Residence in Homburg/Saar

 

Wo ist der Schnittpunkt zweier Welten?
Takashi Suzuki und Tomoji Ogawa - zwei japanische Künstler als "Artists in Residence" im Saarpfalz-Kreis zu Gast

Was wissen wir von Japan? Die einzigen Berührungspunkte sind für die meisten von uns die Industrieprodukte des fernöstlichen Landes, denen man dank überdurchschnittlicher Arbeitsmoral ihrer Erbauer einen hohen Qualitätsstandard nachsagt. Den Menschen begegnen wir höchstens in den Touristenhochburgen, wo sie, meist in großen Gruppen auftretend, unzählige Fotos von "good old germany" schießen. Japan als Land der Kunst hingegen bleibt normalerweise weitgehend im Verborgenen. Dabei ist gerade diese Begegnung überaus reizvoll und interessant, wie ein Besuch bei Takashi Suzuki und Tomoji Ogawa zeigt, die für fast drei Monate im Saarpfalz-Kreis leben und arbeiten.
Dieses Projekt zu verwirklichen war selbst in einer Zeit, in der Internet und andere Medien die Illusion des "weltweiten Dorfes" vermitteln, nicht ganz einfach, wie der Homburger Galerist Mathias Beck zu berichten weiß, der die Betreuung der japanischen Künstler federführend übernommen hat. Nur durch die unbürokratische Hilfe von Behörden, stellvertretend für alle sei hier Frau Pfeiffer, die Wirtschaftsförderin der Stadt Homburg genannt, waren die komplizierten Einreise- und Aufenthaltsformalitäten zu bewerkstelligen. Und dass die Künstler hier nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten können, ist der großzügigen Unterstützung von Wirtschaftsunternehmen zu verdanken. So kann Takashi Suzuki seine schweren Metallobjekte in der St.Ingberter Gesenkschmiede Lück fertigen, während Tomoji Ogawa den neugewidmeten Kunstpavillon im Saarpfalz-Park, dem Gewerbe- und Dienstleistungszentrum auf dem ehemaligen Bexbacher Kasernengelände, beziehen konnte. Eigentümer dieses ursprünglich als Test- und Übungsgebäude für Kampfgaseinsätze der Bundeswehr gedachten Gebäudes ist die Firma Konstruktiv Metall- und Ladenbau, deren Inhaber Michael Shilad für das ungewöhnliche Kunstprojekt begeistert werden konnte.
Takashi Suzuki, 1957 in Tokio geboren, arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit Eisen, das durch Feuer und Schmiedehämmer in neue Formen gezwungen wird. Bisher hat er in seinem St.Ingberter Gesenkschmieden-Atelier nur relativ kleine Arbeiten erstellen können, denn für die größeren benötigt er ungleich leistungsstärkere Metallpressen, wie sie die Firma Lück zur Verfügung stellen kann. "Depth of Memory" - Tiefe der Erinnerung nennt er sein Projekt, dessen Zielsetzung ebenso komplex wie philosophisch angelegt ist: "Es ist etwas Eigentümliches, das den tatsächlichen Effekt einer Arbeit mit dem Wert der Erinnerungen verbindet. Es veranlasst mich dazu, jeden Tag eine Arbeit zu fertigen, immer auf der Suche nach den kleinen Erinnerungen des täglichen Lebens, um den geistigen Punkt für mich selbst zu finden. Es dient auch dazu, einen organischen Effekt der Distanz zu suchen und sich gleichzeitig einem Zentrum zu nähern, immer voller Ehrfurcht vor dem Spirituellen."
Tomoji Ogawa, 1966 in Wakayama geboren, verwendet wesentlich leichtere Werkstoffe. Er erstellt Objekte aus Holz, Stoff und Farbe. Doch was auf den ersten Blick wie ein heiteres Spiel aus Licht und bunten Schatten aussieht, erweist sich bei näherer Betrachtung als Transskription von Emotion und Beobachtung. "Holland zum Beispiel ist in meinen Augen ein viel leichteres Land als Deutschland. Das spiegelt sich auch in meinen Arbeiten wieder" erläuterte der Künstler beim Atelierbesuch.

Stefan Folz | Die Rheinpfalz

 

>> Becknetz     |     Zeitungsnotiz Saarbrücker Zeitung | Dr Sabine Graf | 23.8.2000 | 1. Abschnitt | 2. Abschnitt

>> Becknetz     |     Zeitungsnotiz | Rheinpfalz | Stefan Folz | August 2000

>> Becknetz     |     Zeitungsnotiz | Wochenspiegel | August 2000

>> Becknetz     |     Saarpfalzpark Info | August 2000

>> Becknetz     |     Zeitungsnotiz | Saarbrücker Zeitung | 17.8.2000

>> Becknetz     |     Zeitungsnotiz | Saarbrücker Zeitung | 29.8.2000 | 1. Abschnitt | 2. Abschnitt

>> Becknetz     |     Ausstellungskritik | Die Rheinpfalz | Stefan Folz | August 2000