Von:
ger@comebeck.com
Gesendet: Sonntag, 6. August 2006 15:35
An:
'Polcher@aol.com'
Cc: Kira Hanusch
(kira.hanusch@freenet.de)
Betreff: RE: Absage
Sehr geehrte Frau
Klos,
wenn wir das nicht vereinbart haben, dass ein Bild
bleibt, dann ist das auch nicht so.
Von dem Artikel habe ich
gestern durch Kira Hanusch Kenntnis erhalten, die ich deshalb CC setze. Ich weiß
noch nicht, was ich tun werde.
Tatsächlich haben wir vor
2 Jahren schon einmal mit Atelier zu tun gehabt. Ich habe damals einen Brief an
die Redaktion mit der Bitte um Veröffentlichung nachstehenden Links (als
Stellungnahme) geschrieben. Diesen "Leserbrief" hat Atelier ignoriert; insofern
blieben uns alle Möglichkeiten der Reaktion durch die Redaktion verwehrt. Nicht
untypisch für Atelier.
Nachstehend ein Absatz aus meiner ersten Mail an Sie
vom 27.4., an die auch die Konditionen (von denen Atelier spricht) angefügt
waren:
"Angefügt habe ich Ihnen unsere
Konditionen für Erstausstellungen zur Prüfung. Diese sollten dann im Gespräch
durchaus verhandelt und abgesprochen werden, sind also nicht in Stein gemeißelt,
bilden aber durchaus die Grundlage unserer
Verhandlungen.
Ich würde mich über Rückantwort, ob Sie
grundsätzliches Interesse an einer Ausstellung und Zusammenarbeit haben freuen.
Da Polch nicht gar so weit von hier weg ist, ist es vielleicht möglich, einen
Termin zu vereinbaren, um sich zu "in die Augen zu sehen" und das von uns
vorgeschlagene Ausstellungsprojekt und Ihre und unsere Vorstellungen
durchzusprechen. Auch sollten Sie die Ausstellungsräume gesehen haben."
Erste Frage: Wie
verstehen Sie den Ausdruck
"Erstausstellungen"?
Zweite Frage: Die Ihnen übermittelten
Ausstellungskonditionen, von denen ja Atelier als Vertrag spricht. Haben Sie die
als Vertrag empfunden, oder haben wir nicht zusammen in der Galerie einen
mündlichen - und genauso bindenden - Vertrag geschlossen, in dem zB festgelegt
worden ist, dass wir nach der Ausstellung Kommissionen in der Galerie behalten
werden, um sie zu verkaufen. Das wird in den Konditionen gar nicht behandelt.
Dass wir Arbeiten von Ihnen auch über den Ausstellungszeitraum hinaus behalten
und verkaufen wollen - bezeugt das, dass wir nicht in der Lage sind, zu
verkaufen, oder dass wir gar kein Interesse haben, zu verkaufen?
Angefügt die zusammenfassende Übersicht
über unsere Kosten des Galeriebetriebes (als Einzelhandel, der ortsgebunden
ist, und der tatsächlich nur ein Bereich unseres Unternehmens ist), die wir für
die Ausstellungsplanung und -kalkulation zugrunde legen. Insofern sind diese
Kosten auf der Grundlage der diesjährigen Kosten für das nächste Jahr
gerechnet.
Das ist insofern relevant, als uns dieses
Jahr die Einladungskartendruck noch knapp 100 € je Ausstellung kostet, im
nächsten Jahr aber nur noch mit 80 € angesetzt ist = 320 € pro
Ausstellungsmonat, weil wir andere Möglichkeiten für den Druck gesucht u
gefunden haben.
Dafür werden wir ab nächstem Jahr wieder
eine "Ausstellungsversicherung" abschließen, weil wir dieses Geld frei haben und
die Diskussion darum leid sind.
Erläuterungen:
"Tilgung..." sind die Kosten f d
Galerieräume selbst.
"Bestandsversicherung" bedeutet, dass die
Ihrer Arbeiten, die nach der Ausstellung als Kommissionen hier verbleiben,
versichert sind. Diese Versicherung besteht unverändert seit ich sie mit
Übernahme der Fa 1996 abgeschlossen habe.
"Abendessen 2 pro m" heißt, dass wir
regelmäßig Leute zum Essen einladen (max 12 Personen), von denen wir aus
vergangen Käufen hoffen, sie könnten sich auch für Arbeiten einer bestimmten
Ausstellung interessieren. Heute abend haben wir allerdings 20 Leute hier zur
"Finissage" der Ausstellung Gulden/Schütz und grillen, nachdem wir es geschafft
haben, die Terasse und den Bereich vor der Galerie nach zwei Jahren fertig
angelegt zu haben. Die knapp 10.000 €, die der Gärtner in 2 Jahren gekostet hat,
sind oben in "Tilgung" anteilig drin, ist klar.
"Bew Eröffnung...": Wir gehen nach
Eröffnungen nicht mehr mit geladenen Gästen ins Restaurant. Das ist zu teuer
geworden. Wir kochen selbst, was nach einer Eröffnung anstrengend ist. Und
trotzdem noch Geld kostet.
"Sonderhonorare" sind Honorare, die wir für
Auftritte zB eines Zauberers bei der Eröffnung am 1.4.2006 oder für Musiker wie
zB am 7.1.2006 oder am 19.4.2005 zahlen. Sie können das nachprüfen, indem Sie
sich die Dokumentationsseiten der jeweiligen Ausstellungen ansehen. Wir
bewerben diese "Events" nicht vorher, sondern halten sie als Überraschungen vor.
Oder wir laden ganz gezielt einen kleinen Kreis ein zB für eine
Dichterlesung Sabine Graf mit Musik am 28.10.2005 zur Ausstellung Dimitrov, der
auch Pianist ist und für diesen Abend honoriert wurde, obwohl es Werbung f seine
Ausstellung war. Am kommenden 18.8. haben wir zur Ausstellung von Katharina
Pieper zum 18 Leute zum "Sommernachtstraum" eingeladen. Da wird es wieder eine
Lesung geben, und zwar eines ganz brandneuen, noch nicht veröffentlichten Textes
von Sabine Graf zu Thema. Diesen Text haben wir in Auftrag gegeben und müssen
ihn natürlich honorieren: 200 € Lesung, 500 € Text.
Warum tun wir das bloß? Weil wir die Galerie
"vermieten"?
"Aufwand Aufbau ...": Eine Einführungsrede
lasse ich mir mit 250 € honorieren wie zB am kommenden 7.9. beim SWR in Trier.
Das ist ein üblicher Satz am unteren Ende. Ab diesem August honorieren wir
zusätzlich Kunsthistoriker zu Einführungsreden, weil wir der Meinung sind, dass
es spannender ist, wenn verschiedene Leute zu den verschiedenen Ausstellungen
sprechen. Am 12.8. wird neben mir Eva Müller MA sprechen. Honorar 250
€.
Und tatsächlich: Wir übernehmen manchmal
auch Transporte. So zB Hin- u Rücktransport Ismail Coban in 2005, Rücktransport
Verena Vernunft in 2006, ein Transportweg Georg Zimmermann in 2007.
Das wird ja alles abgesprochen und einzeln verhandelt.
Die Zahl 25 unter "Ausst / a" sagt, dass wir
nächstes Jahr 25 Ausstellungen mit Kostenbeteiligung kalkulieren, weil der
Rest feste Partnerschaften sind, wo keine Beteiligung gerechnet ist, dafür
aber fifty-fifty geteilt wird bei Verkauf.
Ziehen Sie die Kosten f d Gebäude ab. Dann
bleiben immernoch knapp 43.000 € nur für das Ausstellungsgeschehen. Dass wir das
selbst aus anderen Unternehmensbereichen querfinanzieren müssen, ist sonnenklar.
So viel gibt der Einzelhandel heute gar nicht mehr her.
Das Ziel ist
jährlich, ein Viertel der 40.000 € durch Kostenbeteiligungen zu erreichen, also
- wie dieses Jahr - knapp 10.000 €.
So, und dann betrachten Sie doch einmal die
Rechnung, die Atelier bei 35% Anteil bei Verkauf aufmacht. Genau das ist doch
auch so. Nur dass Atelier daraus eine böse Sache oder eine der Unfähigkeit
macht. Von der anderen Seite betrachtet, stimmt der Satz genauso, bezeugt
aber, dass wir fair auch für Sie als Künstlerin rechnen möchten bei der
Kostenbeteiligung für Verzicht auf 15% bei Verkauf.
Als zweites Attachment unsere interne
Ausstellungsplanung für 2006, aus der alle offiziellen Termine zum
Ausstellungsprogramm hervorgehen und die Gelder, die jeweils am Abend bar
vorzuhalten waren oder sind. Weil Musiker zB immer bar bezahlt werden, wenn auch
gegen Rechnung.
Sie verstehen schon, dass mich eine
solche Sache trifft.
Insofern wird die Sache
wohl zuerst mit dem Anwalt besprochen werden
müssen.
Dass Atelier
überhaupt gar nicht recherchiert hat, ergibt sich aus der fälschlichen Nennung
der Person Monika Beck als Galeristin durch den ganzen Text hindurch. Die hat
nämlich seit 1990 nichts mehr mit der Galeriearbeit zu tun, ds immerhin 16
Jahre. Atelier ist so unbedarft und faul, um auch nur mal auf die Homepage zu
schauen. Das trifft sich mit dem Vorgang vor zwei Jahren und ist eigentlich
typisch für Atelier.
Umgekehrt stelle ich mir
aber nach der Erfahrung mit Atelier vor zwei Jahren, was eigentlich unsere
Künstler machen wollen angesichts eines solchen Vorwurfes. Wenn er stimmt, sind
wir unseriös. Dann muss man das zukünftige Zusammenarbeiten
lassen.
Wenn der Vorwurf nicht
stimmt, ist es fahrlässig Ihrerseits, darauf zu vertrauen, dass ich eine
Handhabe haben könnte dagegen. Dann müssen Sie sich fragen, wie seriös Atelier
ist. Und wenn Atelier nicht seriös, dann hat die Redaktion ein Recht darauf, das
von Ihren Abonnenten und Lesern zu hören, statt nur von uns. Denn unsere
Stellungnahme veröffentlichen die ja nicht, unterschlagen sie also gegenüber
ihren
Lesern.
A propos: Ihre
Adressen für die Einladungen zur Eröffnung sollten Anfang Oktober bei uns
eintreffen, da sie ja von Hand in eine spezielle Datenbank eingepflegt werden
müssen. Siehe Aufwand Aushilfe (8 €/h) unter "Mailing
Porto..."
Mit freundlichen
Grüßen | kindest regards
Mathias Beck
managing director |
Geschaeftsfuehrer
Mobil | Cell +49 172 9733950
eMail mathiasbeck@comebeck.com
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Sehr geehrter Herr Beck,
leider muß ich für kommenden Sonntag die Teilnahme an der Vernissage
absagen, da ich kurzfristig ins Allgäu fahren muß. Ich wünsche Ihnen und den
Künstlern viel Erfolg!
Ich möchte noch einen anderen Punkt ansprechen, den ich eigentlich
persönlich mit Ihnen besprechen wollte. Ich habe kürzlich einen Artikel in einer
Zeitschrift über die Galerie Monika Beck gelesen, in der die
Galerie als "schwarzes Schaf" unter der Rubrik "Grauzone" aufgeführt wird.
Unter anderem wurde dort erwähnt, dass man, so man bei Ihnen ausstellt, eine
Arbeit nach Abschluß der Ausstellung der Galerie überlassen muß. Ich habe in den
Vertragsunterlagen nichts dergleichen gefunden, und bitte Sie, mir zu
bestätigen, das DIES nicht der Fall ist. Ziehen Sie in Erwägung, gegen diesen
Artikel vorzugehen? Es kann ja nur im Sinne der bei Ihnen ausstellenden
Künstler/Innen sein, wenn der Name der Galerie nicht gerade in einer "Grauzone"
erwähnt wird. Der erwähnte Artikel wurde in der Zeitschrift "Atelier" No. 146
04/06 abgedruckt.
Ich würde mich freuen, bald von Ihnen zu hören.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Klos