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22. Januar - 26. Februar 2009
Rainer
Magold
Impromptu | bel etage | lounge



Portraits Rainer
Magold ansehen
In Karlsruhe geboren, ist Rainer Magold in einer Welt
der modernen Malerei aufgewachsen. Sein Vater (Maler der Akademie der
Bildenden Künste/München und Gründer der Südpfälzischen Kunstgilde) gab
ihm vieles weiter, insbesondere das Talent, Emotionen, Lyrik und
Meditation expressiv und abstrakt zu malen. Er ermöglichte es ihm vielen
Künstlern in Deutschland und Frankreich zu begegnen. Schon früh
begeisterte Magold sich auf Ausstellungen in Strassburg und Paris für
Turner, Picasso, Jean Arp. Dem folgten mit 17 Jahren Studienreisen nach
München, Venedig und Rom. Einer ersten eigenen Ausstellung in London
(1970) folgten Studienaufenthalte oder Ausstellungen in Italien,
Marokko/Algerien/Tunesien, Sao Paulo/ Brasilien, Dänemark/Schweden,
Frankreich/Holland/Belgien, China, Hongkong, Jugoslawien, Israel,
Schweiz, Barcelona/Madrid, Österreich, Sri Lanka; zuletzt 2009 in
Mannheim und Berlin.
Prof. Joseph Beuys bestärkte Rainer Magold in der„Freien internationalen
Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung e. V“
konsequent seinen eigenen unabhängigen Weg zu gehen. Er hat mit vielen
international bekannten Designern und Künstlern gearbeitet; 2009 z. B.
mit Elvira Bach, Thomas Hornemann, Fritz Dickgiesser und Markus Lüpertz.
Sein Atelier war im Anwesen Barthélemy, seit über 200 Jahren eine
Kraftquelle vieler internationaler Künstler. Dieser Tradition ist der
Maler Rainer Magold verbunden. Schon früh entwickelte seine eigenen
Methoden und Techniken. Er ist heterogen in seinen vielseitigen
Techniken aber immer homogen und konsequent in der mystischen Thematik.
Nach 50 Jahren Erfahrung als Maler verbindet Rainer Magold den
klassischen Deutschen Expressionismus mit abstraktem Expressionismus in
seiner einzigartigen Handschrift, die in emotionalen Portraits und
abstrakten Landschaften deutlich wird.
Seine Bilder hängen bei Kunstsammlern in der ganzen Welt, z. B. in
Frankreich, Hongkong/China, Italien, London/Großbritannien, Wien,
Salzburg/Ostereich, Sao Paulo/Brasilien, Lausanne/Schweiz, New York/USA.
Heute lebt und arbeitet er in der Südpfalz an der französischen Grenze.
in situ





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Abstraktion

Einführungsrede Nevomber 2009
Rainer Magold - in Karlsruhe geboren und seit nahezu
50 Jahren sozusagen am Malen, er bestritt seine erste Ausstellung 1970 –
ist auf den ersten Blick einerseits eigentlich ein typisches
Malerschwein in der Tradition des sogenannten Abstrakten
Expressionismus, ist andererseits eigentlich ganz unmittelbar vom
Deutschen Expressionismus in der Ausprägung der Neuen Wilden der 80er
Jahre beeinflusst.
Sprechen wir deshalb über andererseits, auch wenn wir damit die
Chronologie umkehren, sprechen wir über die Frauenbilder Rainer Magolds.
Als sehr europäische Reaktion auf die gesellschaftskritischen und
politisch rezipierten Strömungen des Realismus (der sich in den 70er
Jahren bis zum Hyperrealismus steigerte) fanden sich Ende der 70er Jahre
einmal an der Ruhr und zum anderen in Berlin Künstler zusammen, die
diese intellektualisierte, mittlerweile eher manieristische und blutleer
und müde gewordene Malerei der Realismusströmungen durch neue zeitgemäße
Ansätze konterkarieren wollten.
So wie sich zu dieser Zeit in der deutschen Popmusik die „Neue Deutsche
Welle“ herausbildete, die ihrerseits zurückgriff auf die Cabaret- und
Gassenhauer-Struktur von Liedern, so griffen diese Maler auf den
Deutschen Expressionismus zurück und machten daraus die Malereibewegung
„Die Neuen Wilden“. „Die Neuen Wilden“ ist ein Recours auf den
Schmähbegriff „Les Fauves“ (eben die Wilden).
Das zweite deutsche Zentrum dieser Bewegung gründete sich zur selben
Zeit an der Ruhr, dort nannte man sich „Mülheimer Freiheit“.
Es ging den neuen Wilden darum, Farbe und Bild als sinnlich erfahrbar
darzustellen, nicht bloß mit den Mitteln des Intellekts, und es ging
darum, in Bildern einen Ausdruck für die Dinge zu finden, die sonst in
der Wirklichkeit nicht sichtbar sind. Dies geschah – ganz nach dem
Vorläufer – zB durch Farbgebung nicht nach der Natur, zB durch die
anatomisch nicht korrekte Darstellung von Körpern, zB das berühmte
Längen von Extremitäten usw usw, um Wut, Verzweiflung, Freude, Ekstase
bildnerisch darstellend einfließen zu lassen.
Wichtige Vertreter waren und sind ua Elvira Bach und Markus Lüpertz, zu
denen Rainer Magold heute engeren Kontakt pflegt.
Die Frauen Magolds sind oft ekstatisch dargestellt, in sexueller Ekstase
begriffen. Natürlich ist eine Situation im Rahmen der Sitzung von
Aktmodell und Maler nicht denkbar, bei der das Modell einen Orgasmus
erfährt, während der Maler das innerhalb der paar Sekunden, die der
Orgasmus nun einmal dauert, genau nach der Natur einzufangen vermochte.
Tatsächlich sitzen und posieren die Modelle recht brav – und vor allem
still, ruhend, konzentriert, damit der Maler Rainer Magold selbst
konzentriert die Anatomie erfassen, die Farbtemperatur bestimmen, die
Flächenorgansiation durchführen kann, damit das Bild gelingt. Woher also
kommt der Gesichtsausdruck?
Rainer Magold lädt seine Frauenportraits emotional und psychisch auf,
indem er sie darstellt. Es ist tatsächlich eine Person (das Modell, eine
Frau) gesehen durch ein Temperament. Und bildnerisch dargestellt, wird
aus dem Motiv eine Angelegenheit vor allem der Psyche, der sinnlichen
Erfahrung, der Empathie und der Temperatur (hier als Grad der seelischen
Gestimmtheit).
Und deshalb sprechen wir über das einführende „Einerseits“, nämlich über
Rainer Magold als Nachfolger und Vertreter des Abstrakten
Expressionismus.
Allen Ausprägungen des abstrakten Expressionismus war gemeinsam, dass
das Gefühl, die Emotion und die Spontaneität wichtiger waren als
Perfektion, Vernunft und Reglementierung. Die Darstellungsweise war
abstrakt, teilweise auch abstrakt-figurativ. Die Maltechniken wurden
variiert und der Farbauftrag auf den Malgrund wurde mit Pinseln,
Behältern und Eimern vollzogen, und in der Hauptsache ohne gleichzeitige
intellektuelle Reflektierung dessen, was im Malen geschieht.
Abstrakter Expressionismus ist also zuerst ein Mal ein Konzept, Kunst in
spontaner Weise und ohne die Beschränkung durch herkömmliche Formen
auszuführen.
Entwickelt hat sich in den späten 40er Jahren dieser konzeptionelle
Ansatz einer neuen Malerei aus der surrealistischen Haltung zur freien
Schaffung, wie sie im automatischen Schreiben und Zeichnen verwirklicht
wurde.
Eigentlich müsste der Abstrakte Expressionismus auch gegenstandsloser
Expressionismus heißen.
Picasso war ein großer Abstrakter, weil er sich stets an der
vorgefundenen Wirklichkeit orientierte. Das, was er malte, hatte er auch
gesehen. Und abstrakt kommt von abstrahieren, das heißt dem Wortsinn
nach: Von der Wirklichkeit wegnehmen, meint: Das, was zur Erfassung
einer Szene oder einer Sache wenige Wichtige bleibt bestehen, das
Weniger Wichtige wird weggelassen, abgezogen.
Bei der Gegenstandslosen Malerei geht es nur um Fläche und Farbe, man
sagt auch um die Organisation von Farbe in der Fläche, wobei das im
Grunde für alle Malerei gilt.
Wenn Magold so malt, so bemüht er sich im Malprozess um den Ausdruck von
seelischen Gegebenheiten, die nicht in Worte, sondern in Form gefasst
werden.
Alles Erfahrene, Erlebte, Erdachte, Erträumte fließt ein, und zwar ohne
Reflexion des Bewusstseins. Er sagte gestern selbst, dass er den
Malprozess danach eigentlich nur anhand der geöffneten Farbeimer und
Tuben und nur äußerlich nachvollziehen könne.
Man könnte sagen, dass Rainer Magold das Bewusstsein beiseite lässt,
dafür denkt seine Hand.
Aber genau das passiert auch bei den Frauenbildern, nachdem der
Malprozess sozusagen in Gang gekommen ist.
Ekstase ist das einzige positive Wort, das wir kennen, für den Umstand,
das Bewusstsein zugunsten einer anderen, besseren Anwesenheitsebene
ausgeschaltet zu haben.
Gegenworte wären zB Ohnmacht. Aber ohnmächtig lässt sich kein Bild
malen.
Ich finde aus diesem Grund beide Aspekte seines Schaffens gehören auf
jeden Fall zusammen, weil sie nur zwei unterschiedliche Ausprägungen des
künstlerischen Temperaments sind. Einmal mehr sich selbst zugewandt in
der Gegenstandslosigkeit, einmal mehr der Welt zugewandt in den
Frauenbildern.
Mathias Beck | November 2009



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Abbildungen
Rainer Magold Abstraktion ansehen
Frauen







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Rainer Magold Frauen ansehen
22.1.2010 |
galerie m beck | Nachtgalerie



























22.1.2010 |
galerie m beck | Nachtgalerie
21.1.2010 | galerie m beck | Ausstellungsaufbau





21.1.2010 |
galerie m beck | Ausstellungsaufbau
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