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SYNERGIE | Kunst und Wirtschaft |
Haus der Unternehmensverbände |
Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände | Harthweg 15 | 66117 Saarbrücken
Juli - September 2003
Karlheinz
Laval
Serigrafien

Im Haus der Saarländischen Unternehmensverbände sind ab
26. Juni 2003 bis 26. September 2003 Werke des saarländischen Künstlers Karlheinz Laval zu sehen. Die Ausstellung ist Dienstag bis Donnerstag 14.00 – 16.30 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet; der Eintritt ist frei (Ausstellungsort: Haus der Saarländischen Arbeitgeberverbände, Harthweg 15, 66119 Saarbrücken).
Als freischaffender Künstler hat Karlheinz Laval während der letzten neun Jahre ein eigenes Verfahren der Bilderarbeitung im Siebdruck (Serigrafie) entwickelt, das es ermöglicht, „jeden beliebigen Gegenstand in das Phantastische zu transponieren“. Laval nennt dieses Verfahren „Aura-Technik“.
Karlheinz Laval hat seine künstlerischen Prinzipien einmal mit der Folge "Erwartung", "Erfahrung" und "Erleuchtung" beschrieben. Erwartung des Publikums an den Künstler, Erfahrung im Umgang mit dem Motiv oder dem Erfahren des Motivs, Erleuchtung, wenn das Motiv als Serigrafie quasi seine Seele offen legt, sich neue Sichtweisen ergeben
Kontakt: Susanne Sturm, VSU, Tel.: 0681-9 54 34-29, Fax: 9 54 34-74; E-Mail:
Sturm@mesaar.de
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VSU Aktuell Seite
Karlheinz Laval | Serigrafien | Einführung in die Ausstellung
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Siebdruck, der auch international als Serigrafie = das Fortschreiben bezeichnet wird, ist eines der vielen Beispiele dafür, dass in der Bildenden Kunst bahnbrechende industrielle Entdeckungen vorbereitet oder begründet werden. Er ist – entgegen seiner Nutzung heutzutage (– den Siebdruck finden Sie als Werbedruck überall) – eine ureigene künstlerische Erfindung und zwar ursprünglich als Plakatdruck, wo er den Holzschnitt ablöste.
In den 60er Jahren erlebte der Siebdruck – vor allem in der Op-Art zB eines Victor Vasarely – oder in der Pop Art zB eines Roy Lichtenstein oder Tom Wesselmann – seinen bisherigen Höhepunkt.
Das Besondere am der Erscheinung des fertigen Siebdruckes ist, dass die Farbe, die über ein Sieb auf das Papier gerakelt, also nicht eigentlich gedruckt wird, sich dadurch auch nicht mit dem Papier verbindet, sondern auf dem Papier stehen bleibt.
Dadurch wirken Serigrafien so samten.
Darüber hinaus gibt es im Siebdruck keine Farbvermischungen. Eine gedruckte Farbe kann nur scharf abgegrenzt neben oder über einer anderen Farbe stehen.
Karlheinz Laval hat in Saarbrücken die Werkkunstschule besucht und bei Oskar Holweck und Robert Sessler Grafik-Design studiert. Daraus resultiert, dass er im Laufe seines Lebens immer eher Auftrags- denn sogenannter Freier Künstler gewesen ist.
Er hat in den letzten 25 Jahren nacheinander 2 Techniken des Siebdruckes entwickelt, einmal die „Transparente Lichttechnik“ und danach die „Auratechnik“.
Die Transparente Lichttechnik besteht einmal in dem künstlerischen Kunstgriff, ein Motiv in Hell- und Dunkel bzw auch in seine Farben aufzulösen und die Farbflächen dann in der Bearbeitung sozusagen willkürlich zu verschieben.
Er bezieht sich dabei ausdrücklich selbst auf Künstler wie Andy Warhol, die dasselbe gedankliche Prinzip in der späten Malerei der Pop Art entwickelten.
Angemerkt sei, dass Pop Art ausdrücklich das Ziel verfolgte, bekannte Gegenstände des Alltages zu verfremden, um uns auf ästhetische und intellektuelle Kategorien dieser Gegenstände sozusagen hinzuweisen. Die Pop Art war die sozialkritische künstlerische Begleitung der 60er Jahre.
Das besondere an diesen Arbeiten ist darüber hinaus, dass Laval hier mit lasierenden, transparenten Farben arbeitet. Dies gehört im Siebdruck, im Handwerk mithin zum schwierigsten.
Die neuere Auratechnik dagegen ist ohne wirkliche Vorbilder entstanden. Zwar erscheint sie dem Kunstkenner als ob sie sich auf den Pointillismus des späten Impressionismus bezöge, weil es so sehr punktelt in diesen Serigrafien, tatsächlich aber ist es so, dass Laval hier nicht nur Felder verschiebt, sondern das Motiv auch in den verschiedenen Druckzuständen zeichnerisch – also von Hand – erkundet.
Getreu seinem künstlerischen Prinzip von Erwartung Erfahrung Erleuchtung spürt Laval dem Wesen des Motivs nach, ergründet, wie er selbst sagt, die vorgestellte Aura des abgebildeten Gegenstandes.
Tatsächlich ist der Ansatz eigentlich eher malerisch. Dass es Serigrafien sind, werte ich als zusätzlichen Reiz, weil hier das besondere der Farbe in dieser Technik, ihr samtiger Anblick, die scharf gezogene Grenze zwischen den Farben, ganz vorzüglich zum ästhetisch hohen Reiz der Bilder beitragen.
Eine Anmerkung zum Schluss:
Die meisten Entwürfe, Zustände, Serigrafien sind tatsächlich Unikate, in Handarbeit entstanden, und keines gleicht wirklich dem anderen.
Das ist nicht nur das, was den Siebdruck auch in der gewerbsmäßigen Anwendung so flexibel handhabbar macht, sondern hier gerade die Möglichkeit, malerisch zu arbeiten.
Und auf Lavals Serigrafien trifft zu, was Max Ernst von der Kunst verlangt hat: Nicht nach der Natur zu arbeiten, sondern mit der Natur und wie die Natur.
Mathias Beck
Eröffnung der Ausstellung












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