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10. September 2002 - 10. Januar 2003
MARKUS LÜPERTZ | ELLEN FUHR
Der psychologische Blick auf den Menschen unserer Gesellschaft ist die verbindende Klammer zwischen den übermalten Grafiken des 1941 in Liberec geborenen Künstlers Markus Lüpertz und den Zeichnungen der 1958 geborenen Berliner Künstlerin Ellen Fuhr.
Gezeigt werden Lüpertz-Arbeiten aus der berühmten "Clituno"-Serie, im Zusammenhang mit der in Augsburg als Skandal behandelten "Aphrodite"-Skulptur entstandene Grafiken sowie Zeichnungen zum "Harlekin" und der "Harlekin" selbst als kleine Bronze.
Einen Schwerpunkt bildet sein Zyklus "Männer ohne Frauen". Zu diesen gehört ja auch der in Deutschland sehr bekannte "Fußballspieler".
Ellen Fuhr, der die Halle im Erdgeschoss gehört, ist in der Region keine Unbekannte mehr, nachdem die Deutsche Bank Luxemburg etliche Arbeiten aus den "Nachtstücken" für ihre Sammlung angekauft hat. Die hier ausgestellten Arbeiten stammen aus den in den letzten Jahren entwickelten Zyklen "Pole und Pendel" und "Expeditionen".
Während "Pole und Pendel" sozusagen naturwissenschaftliche Anordnungen gleichen, angereichert durch das Element des narrativen, mystischen, so thematisieren die "Expeditionen" Menschen in Gruppen oder in urbanen Situationen.
"Der Bildraum wird zum Austragungsort", so Jürgen Ecker über die Arbeiten Ellen Fuhrs.
Markus
Lüpertz
Malerei

1941 geb in Liberec (Böhmen)
1948 Familie flüchtet nach Westen, Lüpertz wächst in Rheydt (Rheinland) auf
1956 - 1961 Studium Werkkunstschule Krefeld bei Laurens Goosens
1961 freischaffender Künstler
1962 Übersiedelung nach Berlin
1966 Veröffentlichung Manifest „Die Anmut des 20. Jahrhunderts wurd durch die von mir erfundene Dithyrambe sichtbar gemacht“
1970 Villa Romana Preis
1971 Preis des deutschen Kritikerverbandes
1976 Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
1977 Rücktritt von der Teilnahme an der documenta 6 in Kassel
1982 documenta 7 in Kassel
1986 Professur an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf (heute Rektor der Akademie)
1990 Lovis Corinth Preis der Künstlergilde Esslingen
Lebt und arbeitet in Berlin und Düsseldorf
Vielfältige Museums- und Galerieausstellungen auf der ganzen Welt
Arbeiten in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen

Ellen
Fuhr
Malerei auf Papier

1958 geb in Berlin
1977 Abitur, Ausbildung zur Biologielaborantin
1978 – 1983 Studium Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Gerhard Kettner
1983 – 1987 Geburt der Töchter
1986 – 1989 Meisterschülerin bei Gerhard Kettner
1990 – 1992 Zusammenarbeit mit der Fotografin Tina Bara und der Bildhauerin Liz Mields-Kratchowil in der Künstlergruppe „Bogen 3“
1994 erste Reise nach New York
1991 – 1998 Berlin-Projekte und Ausstellungen mit der Fotografin Elke Nord
1995 Illustration zu dem Fachbuch „Euromarkt – Finanzdrehscheibe der Welt“ von Ekkehard Storck, Deutsche Bank Luxemburg
1995 erste Studienreise nach Marokko
1997 verstärkte Arbeit an Stadtbildern, dazu Reisen nach u.a. Barcelona, Kiew, New York
1998 Beginn der Arbeit mit der Gruppe „Vierter Hauptsatz“
2000 Spitzbergenreise
lebt und arbeitet in Berlin
Ausstellungen u.a. Berman Museum of Art Philadelphia, Gabriele-Münter-Preis Bonn, Kunstverein Salzgitter, Deutsche Bank Luxemburg, Glasmuseum Immenhausen, Landesvertretung Sachsen beim Bund Bonn
Arbeiten in öffentlichen Sammlungen u.a. Staatliche Museen zu Berlin, Berlinische Galerie, Deutsche Bank Luxemburg, Landesvertretung Sachsen, Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus, Galerie Junge Kunst Frankfurt (Oder), Winckelmann-Museum Stendal, Grafiksammlung Bundesministerien

Natürlich ist mein Blick nicht frei von
Romantik. Meine Stadtbilder sind romantisch in dem Sinne, als sie, zwar
von den realen Orten und Anlässen ausgehend, Projektionen sind, gedachte
Räume, in die ich meine Erlebnisse und Gedanken verlagere, in denen ich
sie aufzeichne wie in einem Tagebuch. Auch all das, was sich schwer in
Worten ausdrücken lässt, ohne in die unscharfen Regionen zu rücken, in
denen metaphysisch missdeutet wird.
Ellen Fuhr | Quelle: Aus dem Katalog
Kunstverein Salzgitter, 1999

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