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9. März - 9. April 2008

 

 Together! 

Tomislav Buntak (Croatia) | Henri Dimo (Albania) | Darko Malenica (Serbia)

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Frau Doris Pack, MdEP

 

 

in situ

         

         

              

         

         

    

 

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Einführungsrede zur Ausstellung

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie recht herzlich zur Eröffnung unserer März-Ausstellungen.

Ganz herzlich begrüßen möchte ich gleich vorab Frau Doris, die sich als Abgeordnete im Europa-Parlament nicht nur unglaublich verdient gemacht hat um die Staaten Ex-Jugoslawiens und des Balkans, sondern die auch die drei Künstler, die wir unter dem Titel „Together! Paving the way to the European Union“ ausstellen, zusammengeführt hat, und die so freundlich ist, als Schirmherrin dieser Wanderausstellung zur Verfügung zu stehen.

Im vergangenen Monat ist „Together!“ auf Initiative von Frau Doris Pack hin mit großem Erfolg im Europa-Parlament in Brüssel gezeigt worden.
Liebe Doris, dafür noch einmal auch von uns, Susanna und mir, aber sicher auch von den drei Künstlern herzlichen Dank!
Ich denke, Du willst sicherlich selbst etwas über das Zustandekommen dieses Trios und über die für Dich dabei wichtigen Beweggründe sagen.

… Doris Pack …

Ich möchte Ihnen kurz die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler in der Reihenfolge vorstellen, in der Sie, meine Damen ihre Arbeiten beim Durchwandern der Ausstellungen angetroffen haben. Sollten Sie noch nicht gewandert sein, behalten Sie es für sich! Nehmen Sie sich dann vor, nach dem offiziellen Teil tapfer durchzugehen, ja? Ich gebe Ihnen dazu die Aufbauzeiten an die Hand, die diese Athletinnen und Athleten erzielt haben.

Unser Klaus, unser Pressedeutschschreiber und Verfasser unserer Pressemitteilungen , von dem ich Ihnen hier schon öfter erzählt habe, hat mich wieder vorwurfsvoll angeschrieben, warum da jetzt kein Geburtsdatum in meinen Vorgaben für seinen Text steht? Das wüsste ich doch, dass er das braucht. Für den Human touch.
„Da kann man sich doch gar kein Bild von dem Menschen machen, wenn man nur den Arbeiten begegnet! Da weiß man doch gar nicht, ob das nur halbstarkes Rumkraftgemeiere ist einer 16jährigen, oder ob das ein Mensch mit Lebenserfahrung ist, der weiß, was er tut! - Hmmh, eitel, eitel! Lieber Mathias, wenn das so weiter geht, setze ich die regelmäßig auf das Nulldatum im PC: Geburtsjahr 1900!“

Claudia Bäcker-Kirmse, deren bemalte Betonplastik für diese Ausstellung unsere Eingangstür bewacht, lebt in Lüdenscheid und ist 1900 geboren. Ich habe sie nicht nach dem Geburtsjahr gefragt, weil ich vermutete, dass das in Lüdenscheid alle so tun. Dafür baut sie aber flott auf, und wenn ich etwas anderes vorschlage, schleppt sie mit der Hilfe von Ilka, der lieben Freundin von Chris Urbansky, Betonplastiken und Sockel selbst durch die Galerie, während wir Männer bloß glotzen und wichtig aussehen. Gemessene 60 Minuten.
Hallo Ilka, Gruß an Dich, eine echte Bank!

Lissy Theissen, deren starkfarbige, offensive Malerei wir im foyer zeigen, ist in Bonn geboren. Und meine Vermutung, dass das nur die Lüdenscheider tun, Daten nicht anzuführen, die unser Klaus unbedingt braucht, ist geplatzt, weil sie auch 1900 geboren ist.
Was aber nicht stimmt, denn unser Klaus wird selbst grimmig investigativ, wenn man ihn reizt, und er hat beim Nachspüren Lissy Theissens die Information gefunden, dass Sie 1950 geboren ist, für eine Künstlerin, die so kraftvoll und dennoch kalkuliert mit der Farbe umgeht, das perfekte Alter. Dafür baut sie spät auf, aber dafür auch rasend schnell, und ganz alleine mit Ihrem ebenso netten und Lebenslust versprühenden Mann. Geschätzte 45 Minuten.
Herr Dr Theissen, ebenfalls noch einmal herzlich begrüßt.

Tomislav Buntak, geboren 1971 in Zagreb in Kroatien hat bisher im Westen ein paar Beteiligungen an Gruppenausstellungen – und zwar in Wien – aufzuweisen. In Kroatien ist er ein bekannter Künstler, der bisher auch Leiter einer öffentlichen städtischen Galerie und eines Kulturzentrums ist, demnächst aber an die Akademie wechseln wird, nachdem ihm gerade der erste Lehrvertrag angeboten worden ist. Er wurde – ein hoch offizieller Vorgang - vom kroatischen Kultusministerium zur Teilnahme an dieser Ausstellungsreihe „Together!“ ausgewählt.
Er braucht am längsten zum Aufbauen. Vier Bilder in einem halben Tag.

Über den Studenten Henri Dimo aus Albanien werden Sie zB im Internet noch wenig finden, ein paar Einträge im Zusammenhang mit dieser Ausstellung, ein paar Listen über Preise und Prüfungen, die er in seinem laufenden Studium äußerst erfolgreich absolviert hat. Er ist siebzehn Jahre alt, geboren 1990 – und damit eigentlich zu jung für eine Ausstellung in einer Galerie, aber auf der anderen Seite ist er jetzt schon ein viel zu guter Maler, um ihn in der Kinderecke abzustellen. Deshalb auch ist er für diese Ausstellungsreihe einstimmig von allen Kunstprofessoren der Akademie in Tirana bestimmt worden.
Da er noch minderjährig ist, begleitet ihn sein liebenswürdiger Vater Kristo. Er hat nicht aufgebaut, weil die beiden heute erst in Frankfurt gelandet und dann gleich hierhergekommen sind. Echte Null Minuten.
Ciao, Kristo, siami fedeli di aver voi due qui in casa!

Darko Malenica, geboren 1968 in Novi Sad in Serbien war eigentlich der Mittelpunkt dieser Ausstellungsidee, und damit sozusagen gesetzt. Zumal im Moment eine serbische offizielle Unterstützung der Ausstellungsreihe „Together!“ und eines daran beteiligten serbischen Künstlers arg unwahrscheinlich wäre. Darko erzählte, dass er die Teilnahme an der Ausstellungsreihe und vor allem die Ausstellung im Europa-Parlament daheim lieber verschweigt, und zwar auch aus Furcht vor massiven Nachteilen.
Für einige von Ihnen aber ist er nach seinen Ausstellungen hier vor zwei Jahren und der Ausstellung in Luxemburg im vergangenen Jahr ja auch kein Unbekannter mehr.
Dieses Mal hat er seine liebe Frau Marija mitgebracht, von der ich das Geburtsjahr nicht verrate, weil ich das in drei Jahren tun werde, wenn sie selbst hier ausstellen wird, und die ich auch begrüße. Zumal sie ihrem Mann beim Hängen seiner und Henris Bilder äußerst tatkräftig aus dem roten Sessel da zugesehen hat. Ihre Arbeitszeit zwei Stunden.
Marija, you know, you are always very wellcome here together with Darko! – especially now that you exactly know, what it is about the German word “Memme”, when we are describing each other.

Das Geburtsjahr diskret zu unterschlagen, hätte so eine Sache sein können, wie irgendwann nur noch den 29. Geburtstag zu feiern, also eine des Alters und des Alterns. Aber das war es hier dann sicherlich auch nicht, sonst hätte Erich Schmitt ja angegeben, er sei seit längerem 29 Jahre alt, denn er ist mit bald 74 Jahren wohl der Älteste, geboren 1934 in Kaiserslautern, wenn auch in kleiner Runde ein erdiger, aber lustiger Kindskopf, da wird mir Frau Schmitt sicher recht geben, gell?
Dafür baut er aber auch flott auf, wenn ihm Frau Schmitt zur Hand geht. Eineinhalb Stunden in der balcony.
Hallo, Frau Schmitt, wir grüßen Sie!

Chris Urbansky ist ein Weihnachtskind. Das ist ihm wichtig, denn er schreibt nicht bloß das Geburtsjahr 1960 in seine Biographie, sondern auch Monat und Tag, und zwar in Hagen. Was bemerkenswert sein könnte, wenn das etwas mit Lüdenscheid zu tun hätte. Wie der Weihnachtsmann, so scheint auch er zu arbeiten, weil ich nicht mitbekommen habe, wie schnell er war. Er brauchte in der lounge länger als Lissy Theissen, aber weniger als Tomislav.
Dass er darüber hinaus äußerst hilfsbereit ist, habe ich vorhin angemerkt. Dann hilft er nämlich großzügig aus und lässt seine Ilka schleppen.

Wie meistens spricht auch eine Expertin über eine Ausstellung, heute ist es wieder Verena Paul, die ich auch und stets gerne begrüße, und der ich nun gezwungenermaßen und gemäß Absprache das Podium überlasse, damit sie Ihnen und uns etwas über Erich Schmitt und seine Kaleidografien erzählt.

… Verena Paul …

Claudia Bäcker-Kirmse
Im Schaffen von Claudia spielt der Dialog mit der Umwelt und der Kontakt zur unmittelbaren Umgebung in jedweder Form eine zentrale Rolle. "Dialog" heißt daher auch der Titel unserer Ausstellung, die eine kleine Auswahl ihrer Betonarbeiten präsentiert. Von Hand aus Beton modelliert, unter Hinzufügen anderen Materials gefertigt, sollen diese stets auch Charakterspiegelbilder der mit ihnen in Dialog tretenden Betrachter sein. Gleichzeitig sind die Arbeiten Begleiter und Abbilder jenes, wie sie selbst sagt, "kleinen Augenblicks, der den Betrachter zurück führt auf ein Werk, das ihn in irgendeiner Art und Weise anspricht, um es noch näher zu betrachten - oder in seiner Vorstellung irgendwo hinführt". Insofern nehmen ihre Plastiken die Funktion von Wegweisern ein, die über ihren formalen Mittelpunkt hinaus eine offene, auf individuelle Intuition beruhende Richtungsänderung einräumen. "Jeder hat", wie Claudia Bäcker-Kirmse es darlegt, "seine eigene Melodie oder ‚Gedanken‘ – Gedanken kreiseln, bewegen sich in unseren Köpfen, aber einer überwiegt immer, es ist der Gedanke , der uns vordergründig erscheint, … der uns nicht loslässt - bis zur Er-Lösung …". Dieses betonen des formalen Mittelpunktes und die Möglichkeit zu Zierrat und Richtungsänderung sei am Beispiel der kleinen Melody-Arbeit hier vorne an der Couch illustriert.

Lissy Theissen
Ihre Leidenschaft gehört dem kolorierten Licht, ihre künstlerisches Augenmerk dabei dem Transformieren "von Geträumtem, Gespürtem, Gefragtem in Farben und Formen, die immer als Metapher zu sehen sind". Vor diesem Hintergrund begreift sie ihr experimentell beeinflusstes Werk als Mittel, um Eindrücken und Gedanken - sprich: dem Inneren - Gestalt - sprich: ein Äußeres – zu verleihen. "Bei diesem spirituellen Akt", beschreibt Lissy Theissen selbst den damit verbundenen Werkprozess, "hat die Ratio zu schweigen, unser logisch-konvergentes Denken, und muss dem bildhaften, symbolträchtigen archaischen Wissen, das wir alle in uns tragen, weichen." Ihre kraftvollen Arbeiten bezeichnet sie demnach folgerichtig als "Erlebnislandschaften", in denen sich aus einem universellen Kontext heraus erfasste Motive und deren ans Meditative grenzende Übertragung zu "Konjugationen der Sehnsucht" verdichten. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Titeln ihrer Arbeiten zu, die dem Betrachter gleichsam als Schlüssel zu ihrer Malerei dienen: zu einer Malerei, in denen stets auch die Frage gestellt wird, inwieweit Kunst die Gesellschaft prägt – und wie sie den einzelnen Menschen verändern kann.

Chris Urbansky
In seinem Werk bilden "der Raum" und "das Ich" zentrale Pole. Dabei entsteht die Formung einer Persönlichkeit aus der Begrenztheit von Erfahrungen und erlebten Verwirrungen. Wie dauerhaft aber ist dieses "Ich" - und wie dauerhaft soll, darf, kann es überhaupt sein? Diesen Fragen sollen Sie nachher in der Ausstellung "ichvomich" selbst nachgehen. Chris eröffnet dabei hinter Pigmentoberflächen und formalen Ebenen eine zweite, aus der unmittelbaren Wahrnehmung heraus entstehende Wirklichkeit. Auf diese Weise begegnen sich im Farbraum seiner handwerklich bestechend gemalten Arbeiten das "Ich" - oder besser gesagt: "die Ichs" - des Künstlers und Ihre Ichs, die von Betrachtern, erweitern sich Chris Urbanskys Bilder somit zu temporär bezogenen Seelenspiegeln.

„Together! Paving the way to the European Union“, wobei wir im Titel für die Ausstellung hier den politischen Impetus weggelassen haben. Und reicht es privat.

Seit jeher nimmt der Balkan eine Sonderstellung zwischen Ost und West, Nord und Süd ein. Unter diesem Titel "TOGETHER" – auf deutsch: "Zusammen" – begegnen Ihnen nun mit dem Serben Darko Malenica, dem Albaner Henri Dimo und dem Kroaten Tomislav Buntak bei uns drei Maler, die ihre Herkunft eint und zugleich trennt.
Wenige Wochen nachdem diese außergewöhnliche Gemeinschaftsausstellung im Brüsseler Europa-Parlament erstmals gezeigt wurde, eröffnen sich uns hier ungewöhnliche Begegnungen mit unterschiedlichen Positionen der zeitgenössischen, von Aufbruch und Umbruch geprägten Kunst Südosteuropas.

Das Bemerkenswerte daran ist, dass alle drei Maler – ungeachtet ihrer Herkunft – nicht nur eine persönliche Geschichte haben, die sie in ihren Bildern thematisieren, sondern auch Träger, Formulierer und Bewahrer des kollektiven Gedächtnisses ihrer Völker sind. Insofern offenbart sich hinter jedem ihrer Bilder auch eine politisch-historische Aussage – ein Kunst gewordenes Manifest.
So wirken die großformatigen Bilder von Tomislav Buntak wie idyllische Sittengemälde der Renaissance, auf denen Menschen – in einer seltsamen Friedfertigkeit befangen – gleichsam im Raum aufgestellt erscheinen. Nähert man sich jedoch diesen Bildern, bemerkt man, dass jene Menschen von Toten umringt sind, von Gefolterten und Massakrierten. Seine Titelgebung, das Beschwören von Heiligen und Glaubensdingen, soll eigentlich den Anklang an die Renaissance verstärken, während es gleichzeitig in die Irre führen könnte. Tomislav ist ein intellektueller Maler. So einer darf das.

Hell und Dunkel, Licht und Schattenwelt prägen auch die Arbeiten Henri Dimos. Henri malt Geschichten von Monstern, die die Welt zerstören, aber auch Bilder, die von der Leichtigkeit des Malens handeln.
Viel lässt sich über seine Arbeit noch nicht sagen, vieles noch geprägt vom Ausprobieren von Positionen, Themen, Stellungnahme dazu. Ganz altersgemäß. Was sich aber sagen lässt, ist, das Henri Dimo ein ganz großer werden kann.

Darko Malenica kennen Sie, wie gesagt schon, und er ist – bezogen auf sein Alter und auf Serbien – schon ein Großer. Seine metaphysisch bestimmten Traumwelten behandeln die "serbische Dramatik" in Form prägnanter, in altmeisterlicher Lasurtechnik gefertigter Gemälde. Bewusst an die großen Utopien der Moderne erinnernd, erzählen Malenicas Bilder einerseits von wundersam anmutenden Reisen durch die menschliche Seele - um andererseits als "philosophische Momentaufnahmen" konkrete Fragen nach dem Wesenszustand Europas zu stellen.

Vereint und doch nicht eins, von einem Leitgedanken inspiriert und doch höchst individuell, drückt sich in den Bildwelten Darko Malenicas, Henri Dimos und Tomislav Buntaks somit das innere Wesen des Balkans aus.

Ich darf mich einmal selbst zitieren, weil ich mich in unserer Pressemitteilung von unserem Klaus zitiert finde, allerdings war mein Originalsatz ganz und gar gedämpft und pessimistisch gestimmt. Ich finde aber die Auffassung von unserem Klaus viel besser als meine frühere, und zitiere aus unserer Pressemitteilung zur Ausstellung „Together!“ ein Zitat, das keines ist.

"Allen drei Künstlern gleich", so Ausstellungskurator Mathias Beck, "ist ihr Drang nach Veränderung nicht zuletzt der politisch-historischen Situation. Und dabei müssen wir sie unterstützen".

Diese fünf Ausstellungen inhaltlich zusammenhaltend taugt, denke ich, das von uns vorgestellte Metathema:
Strategien der Bewältigung von Kraft und / oder von Ohnmacht | zB Sehen als Macht, ähnlich der Heisenberg'schen Unschärferelation.
Ich möchte Ihnen jetzt Gelegenheit geben, auch diesen jetzt nur angezeigten Aspekt im Begehen der Ausstellungsräume und Betrachten der Kunstwerke in Augenschein zu nehmen.

Den ewig 29jährigen empfehle ich dazu dringend Stärkung, zB mit einem Glas Wein, gell, Frau Schmitt!

Mathias Beck

 

Tomislav Buntak

 

 

1971 geboren in Zagreb
1997 Abschluss der Akademie für visuelle Gestaltung

Ausstellungen:
1993 – 2001 diverse Ausstellungen in Zagreb
2002 Club Gallery Rijeka
2004 Central-Ausstellung New Art from New Europe
2005 Siemens_artlab, Wien

 

Ganz tief taucht Tomislav Buntak mit seinen Bildern in die Vergangenheit ein. Biblische Geschichten und griechische Sagen tauchen vor dem Betrachter auf. Der junge kroatische Künstler ist ein Forscher, der sich intensiv, beinahe zwanghaft mit den Menschen und deren Wunsch nach einer Vereinigung mit Gott auseinandersetzt. Seine Arbeiten erzählen facettenreiche Geschichten. Im Mittelpunkt steht immer der Mensch auf der Suche nach dem Paradies.
Tomislav Buntak möchte zum Nachdenken anregen, berühren und auch erfreuen. Was ihn auszeichnet ist sein Talent, die Realität hinter der Scheinwelt zu entdecken.

 

         

         

         

 

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Tomislav Buntak is a painter of luscious colourism and exceptionally ample production. His golden-silver utopia "The Final Victory of the Celestial Army" has begun as a series of small compositions sketched in a notebook in 1998, and subsequently grew into a monumental ambient scene as was seen at the 16th International Drawings Exhibition where he has drawn over all the walls of one of the showrooms. At first, critics were somewhat reserved towards his escapist vision of utopian society of naked golden-skin humans, inhabiting a silver desert of a fairy world. For a long time, everybody's first impression was that such a seemingly infantile theme and morphology which happen to be so untypical for the epoch deserve no serious consideration. Finally, wholeness of Buntak's compositions, his full-blooded drawing technique and intriguing subtexts of his character's (a)sexuality have achieved a consensus so rare for an audience, regardless the age or aesthetic standpoint. Actually, it was his drawing series done with golden and silver felt pen upon canvas, with its fluorescent colour variations, that won him appreciation even from the sceptics.

 

         

         

 

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Henri Dimo

 

                     

                   

                   

                   

                   

                   

              

 

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Darko Malenica

 

 

Born on October 13th, 1968 in Novi Sad, Serbia.
Graduated painting at Art Academy in Novi Sad in 1995, in class guided by professors Milan Blanusa and Vladimir Tomic.

Prizes and Awards
2005 Sabac – 12th Annual Drawing Show – Prize for best drawing

 

         

 

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Personal exhibitions:
1991 Novi Sad – Gallery “Eos” – paintings
1994 Novi Sad – Likovni salon tribine mladih – paintings
1995 Novi Sad – Gallery “Rupa” – drawings
1996 Novi Sad – Gallery “Machiatto” – paintings
1999 Novi Sad – Gallery “Zlatni grad” – drawings
1999 Novi Sad – Yucco Bank Gallery – drawings
1999 Novi Sad – Gallery “Pecat” – drawings
2000 Belgrade – Gallery “Haos” – drawings
2003 Novi Sad – Mali likovni salon -- paintings and drawings
2004 Indjija – Cultural center Indjija -- paintings and drawings
2004 Becej - City Gallery - paintings and drawings
2005 Novi Sad - Gallery “Bel Art” - paintings and drawings
2006 Homburg, Germany - Galerie M Beck - paintings and drawings
2006 Bexbach, Germany - Halle 21 – paintings
2007 Luxembourg, Luxembourg – GSLP S.a.r.L - paintings

 

         

 

Group exhibitions:
1986 Sarajevo – Hotel “Igman”
1987 Belgrade – Belgrade Fair
1987 Belgrade – Gallery of JNA, Topcider
1988 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1989 Novi Sad – Gallery “Zuta Kuca”
1990 Novi Sad – Art Academy
1991 Novi Sad – Art Academy
1991 Kikinda – Young Artists Exhibition, National Museum
1992 Novi Sad – Art Academy
1992 Novi Sad – S.P.C. “Vojvodina”
1992 Kikinda – Young Artists Exhibition, National Museum
1993 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1993 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1994 Vrsac – 1st Biannual Young Artists Exhibition, National Museum
1994 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1995 Becej – Gallery “Krug”
1995 Sremski Karlovci – 1st Annual Young Artists Exhibition, National Museum
1996 Sremski Karlovci – 2nd Annual Young Artists Exhibition, National Museum
1996 Novi Sad – Gallery “Pecat”
1997 Novi Sad – Gallery “Pecat”
1998 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1998 Novi Sad – Gallery “Pecat”
2000 Novi Sad – Gallery “ULUV”
2000 Bologna, Italy – Gnaccarini Galleria D'Arte
2000 Novi Sad – Gallery “Vojvodina”
2000 Novi Sad – Gallery “Vojvodina”
2001 Omaha, NE, USA – Period Gallery
2003 Novi Sad – Gallery “ULUV”
2003 Novi Sad – Gallery “MLS” -- miniature works
2003 Novi Sad – Gallery “Tableau” – miniature works
2004 Sabac – Cultural Center Gallery
2004 Novi Sad – Vojvodina Museum
2004 Rotterdam, Holland – Art fair
2004 Budva – Modern Gallery
2005 Sr. Mitrovica – Gallery “Lazar Vozarevic”
2005 Novi Sad – Art fair
2005 Belgrade – Art pavilion “Cvijeta Zuzuric”
2005 Sabac – Cultural Center Gallery
2005 Becej – City gallery
2005 Amsterdam, Holland – Oosterkerk
2006 Novi Sad – City gallery

Set design projects:
1990 Theatre of Changes – A. Arto “Revelation”
1991 Theatre of Changes – A. Arto “Adventure”
1993 Serbian National Theatre – J. Jeane “Maids”
1994 Serbian National Theatre – A. Dorfman “Death and the Maiden”
1996 Youth Theatre – H. Pinter “Lover”
1997 Youth Theatre – J. Pilmayer “Desmond”

Member of Association of Visual Artists of Vojvodina (ULUV) since 1995

 

         

 

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Einführung in die Ausstellung GSLP Oktober 2007

Darko Malenica | Das moralische Universum
Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Darko Malenica ist am 13. Oktober 1968 in Novi Sad geboren. Er lebt dort mit seiner Frau Marija, die ebenfalls Malerin ist, und seinen beiden Söhnen Boris, 2005 geboren, und Philipp, der in diesem April zur Welt kam.

1989 begann er an der Akademie von Novi Sad bei den Professoren Milan Blanusa und Vladimir Tomic, der durch Lehraufträge an den Akademien in Braunschweig und im Städel in Frankfurt auch in Deutschland bekannt ist, Malerei und Zeichnung zu studieren. Er schloß das Studium 1995 mit Auszeichnung ab.

Darko Malenica hat zu Anfang seiner professionellen Laufbahn nach seinem Studium in den ersten beiden Jahren bis 1997 konkret-konstruktiv gemalt und ist damit als junger Künstler recht bekannt geworden.

Er hat uns erzählt, wie seine älteren Studienkollegen, die nach Ende ihres Studiums noch vor Beendigung der Kämpfe zwischen Serbischen und Nato-Truppen eingezogen wurden, nach ihrer Rückkehr aus dem Kampfzonen geistig ausgelaugt und innerlich zerstört waren und bis heute geblieben sind.
Nach seinerm Engagement in der studentischen Oppositionsbewegung war dieser Schock über die Persönlichkeitsveränderung seiner Freunde für ihn der Anlass, seine Malweise dann 1997 radikal zu ändern.

Darko Malenica verließ die gegenstandslose Malerei und begann zu zeichnen, nur schwarz und weiß mit Graphitstiften, und zwar so, wie der Kleine Prinz von Saint-Exupery die Welt sah bzw denen, denen er begegnete vor Augen führte: surrealistisch, um die Wirklichkeit schärfer sehen zu lassen, und kindlich, um die notwendige Erkenntnis über den Menschen und die Welt, die er schafft, weicher, annehmbar zu machen.

Rasch hat er sich große Aufmerksamkeit erarbeitet, einmal wegen seines ambitioniert gesellschaftlichen Engagements als Künstler, der seinen Landsleuten Spiegel vorhält - und Utopien vorzeichnet, zum anderen wegen seines außergewöhnlichen hohen künstlerischen Potentials.
2005 gewann er bei der 12. Auflage des Sabac, des Wettbewerbes um die beste Handzeichnung Serbiens, den ersten Preis, zumal er bis dahin dann auch erste Museumsausstellungen bestritten hat.

Wegen der Exaktheit ist der Aufwand beim Zeichnen sehr groß und erfordert hohe Konzentration. Eine kleine Zeichnung, wie diese, die ich hier mitgebracht habe, entsteht in ein bis zwei Tagen. Das weiß ich, weil ich bei der Entstehung dieser Zeichnung im vergangenen Jahr dabei war.

Mittlerweile zählt Darko zu den Top Fünf der jungen Kunst Serbiens.

Am Beginn des Jahres 2003, also 6 Jahre, nachdem er die Malerei verlassen hatte, malte er wieder das erste Bild. Nun mit derselben Thematik, die er sich in seinen Zeichnungen vorbereitet und erarbeitet hat, allerdings wegen des Sujets ganz anders, als er früher gemalt hatte.

Darko Malenica malt ab da in altmeisterlicher Technik. Das bedeutet, dass er in Öl Farbschicht um Farbschicht aufträgt, aus denen sich dann das Bild aufbaut. Dadurch entsteht in seinen Bildern dieser unglaublich tiefe räumliche Eindruck.
Diese Arbeitsweise ist langwierig, weil ja jede Schicht erst trocknen muss, bevor die nächste aufgetragen werden kann. Ein Bild braucht Wochen, manchmal Monate um fertig zu werden. Zwar arbeitet er stets an mehreren Leinwänden, aber er kann ja seine Kraft nicht auf unbegrenzt viele Bilder gleichzeitig richten.

Der hohe zeitliche Aufwand dieser Öl-Lasur-Layer-Technik wird sehr deutlich, wenn man bedenkt, dass von 2003 bis heute – also in vier Jahren - insgesamt nur 38 Gemälde in den Formaten 30 x 40 bis 100 x 150 cm entstanden sind, also bereinigt um Phasen, in denen eine Arbeit ganz und gar unmöglich war, nicht mehr als 15 Bilder in einem Jahr.
In dieser Ausstellung hier zeigen wir Ihnen also exakt die Hälfte dessen, was Darko an malerischem Werk bislang geschaffen hat, und auch alles, was überhaupt verfügbar und erwerbbar ist.

Anhand zweier Bilder, die er im vergangenen Jahr begonnen hatte, als er sechs Wochen als Artist in Residence bei uns war, möchte ich erklären, was im Malprozess in den Denkpausen geschieht, die in der Zeit eingeschaltet sein müssen, weil die Öllasur trocknen muss.

So behandelt zB eines der beiden Bilder sein damaliges Heimweh nach seiner Frau seinem Sohn:
Ein Affenweibchen und sein Junges sitzen auf einem Planeten, während das Affenmännchen auf einem anderen Planeten Ihnen geschäftig den Rücken zuwendet. Der Planet ist von Eiskristallen umringt. Darko fror im vergangenen Jahr hier in Deutschland.
Es ist, glaube ich, von den Bildern, die damals im Entstehen waren, das am einfachsten erklärbare, auch wenn er den Affen allein in den damaligen 6 Wochen schon zweimal gemalt hatte. Das erste Mal hat der Affe hinüber geblickt zu Frau und Kind, aber das war Darko zu narrativ.

Das macht er im Übrigen auch oft, dass er Tiere und Motive im Arbeitsprozess noch einmal abändert. Aus den Stachelschweinen, die damals bei der zweiten Leinwand im Entwurf zu sehen waren, wurden Vögel, weil die Stachelschweine den Lichtstrahl, der da herab fällt, nicht so gut „beschützen“ können, wie er sagte. Außer er würde die Planeten größer malen. Dann gefiele ihm aber die Komposition nicht mehr. Also fliegen heute auf dem fast fertigen Bild die Vögel auch um die Planeten.
Die beiden Bilder sind noch nicht ganz, nun aber fast fertig, und das sage ich ohne Ironie.

Stellen Sie sich einfach eine Automanufaktur vor, in der ein Wagen in Handarbeit entsteht. Das dauert auch ewig lange. Aber dafür ist das fertige Fahrzeug dann auch wirklich einzigartig unter wenigen Schwesterfahrzeugen, denen man weltweit begegnen kann.

Was ist, meine sehr verehrten Damen und Herren, das Besondere und Anrührende im Werk Darko Malenicas?

Darko Malenica packt Grundfragen und Grundprobleme des Menschseins in Bilder von Mäusen und Katzen und anderen Tieren, die auf Planeten leben, dadurch anscheinend in Sicherheit, aber immer seltsam isoliert.

„Das moralische Universum“ als Ausstellungstitel spielt also nicht allein auf die Planeten-Situationen in den Bildern an, sondern soll auch auf den anrührenden und eigentlich schönsten Satz der Literatur des 20. Jahrhunderts hinweisen. Saint-Exupery lässt ihn den Kleinen Prinzen sagen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

Und damit Sie jetzt noch etwas mehr sehen können, wünsche ich Ihnen bloß, dass Sie genauso wie ich vor vier Jahren zauberhaft berührt werden von der Gewissenhaftigkeit, der Empathie und jungen Weisheit, die dieser Mann in seiner Kunst entstehen lassen kann.

Mathias Beck

 

Malerei 2003 - 2007

         

         

         

              

         

         

         

              

         

         

         

         

 

Abbildungen Malerei 2003 - 2007 ansehen

 

aus Einführungsrede im April 2006

Darko Malenica ist seit DO hier in Deutschland als unser Gast und als Gast meines Freundes Michael Shilad, dem Inhaber der Fa Konstruktiv Metallbau. Konstruktiv hat ihren Sitz im Saarpfalzpark Bexbach, der ehemaligen Kaserne, und stellt seit sechs Jahren die sog Halle 21 für Künstler als Gastatelier zur Verfügung.
Darko wird ab dem morgigen Montag bis Ende Mai in der Halle 21 arbeiten.

Frau Doris Pack hat sich freundlicherweise bereit erklärt, für diesen Aufenthalt Darko Malenicas als artist in residence die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Darko hat am Do beim Abendessen erzählt, was in Serbien passiert und was geschehen ist, und bezeichnete Serbien als „total anderes Universum“, als „Schwarzes Loch“, das nicht zu vergleichen ist mit den Ländern in Mitteleuropa.
Ich möchte deshalb Frau Doris Pack bitten, ein paar Worte über ihre Erfahrungen und ihre Sicht auf die Ereignisse und Länder Ex-Jugoslawiens zu uns zu sprechen.

Darko Malenica | Das Gewissen der Bilder

Darko Malenica hat zu Anfangs nach seinem Studium konkret-konstruktiv gemalt und ist damit als junger Künstler recht bekannt geworden.

Er hat uns erzählt, wie seine älteren Studienkollegen, die nach Ende ihres Studiums noch eingezogen wurden, nach ihrer Rückkehr aus dem Kampfzonen geistig ausgelaugt und innerlich zerstört waren und bis heute geblieben sind.
Auch dies war für ihn ein Grund, seine Malweise radikal zu ändern.

Darko Malenica malte und zeichnete ab da so, wie der Kleine Prinz von Saint-Exupery die Welt sah – bzw nicht sah, sondern denen, denen er begegnete vor Augen führte: surrealistisch, um die Wirklichkeit schärfer sehen zu lassen, und kindlich, um die notwendige Erkenntnis über den Menschen weicher, annehmbar zu machen.

Er packt Grundfragen und Grundprobleme des grundsätzlichen Menschseins in Bilder von Mäusen und Katzen und anderen Tieren.

Seitdem hat er sich einen Platz unter den Top Fünf der jungen Zeichner und Maler Serbiens erarbeitet und in Serbien diverse Museumsausstellungen bestritten.

„Das Gewissen der Bilder“ als Ausstellungstitel soll auch auf den anrührenden und eigentlich schönsten Satz der Literatur des 20. Jahrhunderts hinweisen. Saint-Exupery lässt ihn den kleinen Prinzen sagen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

Ich wünsche uns zusammen eine schöne Zeit an diesem wunderschönen Frühlingstag.
Ich wünsche Ihnen aber vor allem, dass Sie genauso zauberhaft berührt werden von der Gewissenhaftigkeit, der Empathie und Weisheit, die dieser junge Mann in seiner Kunst entstehen lassen kann.

Mathias Beck

 

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Zeichnungen 2003 - 2007

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

      

    

    

    

    

 

Abbildungen Zeichnungen 2003 - 2007 ansehen

 

Opening Reception am 8.3.2008

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

    

 

Bilder der Opening Reception am 8.3.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov

Weitere Bilder der Opening Reception am 8.3.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov

Weitere Bilder der Opening Reception am 8.3.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov

Weitere Bilder der Opening Reception am 8.3.2008 ansehen

Bilder der Webcam von der Opening Reception am 8.3.2008 ansehen

 

Ausstellungsaufbau am 8.3.2008

         

 

Bilder vom Ausstellungsaufbau am 8.3.2008 ansehen

Bilder der Webcam vom Ausstellungsaufbau am 6., 7., 8.3.2008 ansehen

 

Ausstellungsaufbauabendessen am 7.3.2008

         

         

 

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Ausstellungsaufbau am 7.3.2008

         

         

         

         

         

         

         

         

 

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Information für die Medien

"TOGETHER" – Ausgewählte Arbeiten von Darko Malenica, Tomislav Buntak und Henri Dimo
9. März bis 9. April 2008, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker
Together! Paving the Way to the European Union

Seit jeher nimmt der Balkan eine Sonderstellung zwischen Ost und West, Nord und Süd ein. Unter dem Titel "TOGETHER" – auf deutsch: "Zusammen" – begegnen sich nun mit dem Serben Darko Malenica, dem Albaner Henri Dimo und dem Kroaten Tomislav Buntak in Homburg-Schwarzenacker drei Maler, die ihre Herkunft eint und zugleich trennt. Wenige Wochen nachdem diese außergewöhnliche Gemeinschaftsausstellung im Brüsseler Europa-Parlament erstmals gezeigt wurde, eröffnet sie nun in der galerie m beck ungewöhnliche Begegnungen mit unterschiedlichen Positionen der zeitgenössischen, von Aufbruch und Umbruch geprägten Kunst Südosteuropas.

Das Bemerkenswerte daran ist, dass alle drei Maler – ungeachtet ihrer Herkunft – nicht nur eine persönliche Geschichte haben, die sie in ihren Bildern thematisieren, sondern auch Träger, Formulierer und Bewahrer des kollektiven Gedächtnisses ihrer Völker sind. Insofern offenbart sich hinter jedem ihrer Bilder auch eine politisch-historische Aussage – ein Kunst gewordenes Manifest. So wirken die großformatigen Bilder des vom kroatischen Kultusministeriums für "TOGETHER" vorgeschlagenen Tomislav Buntak wie idyllische Sittengemälde der Renaissance, auf denen Menschen – in einer seltsamen Friedfertigkeit befangen – gleichsam im Raum aufgestellt erscheinen. Nähert man sich jedoch diesen Bildern, bemerkt man, dass jene Menschen von Toten umringt sind, von Gefolterten und Massakrierten. Hell und Dunkel, Licht und Schattenwelt prägen auch die Arbeiten Henri Dimos. Obwohl erst 17 Jahre alt, wurde er von einem Gremium der Kunstprofessoren der Akademie der Bildenden Künste in Tirana einstimmig als Teilnehmer für diese Ausstellung nominiert. Dimo malt Geschichten von Monstern, die die Welt zerstören, aber auch Bilder, die von der Leichtigkeit des Malens handeln. Kein Unbekannter in der Region ist hingegen der 1968 in Novi Sad geborene Darko Malenica, dessen metaphysische Traumwelten bereits 2006 im Saarland und 2007 in Luxemburg die "serbische Dramatik" in Form prägnanter, in altmeisterlicher Lasurtechnik gefertigter Gemälde thematisierten. Bewusst an die großen Utopien der Moderne erinnernd, erzählen Malenicas Bilder einerseits von wundersam anmutenden Reisen durch die menschliche Seele - um andererseits als "philosophische Momentaufnahmen" konkrete Fragen nach dem Wesenszustand Europas zu stellen.

Vereint und doch nicht eins, von einem Leitgedanken inspiriert und doch höchst individuell, drückt sich in den Bildwelten Darko Malenicas, Henri Dimos und Tomislav Buntaks somit das innere Wesen des Balkans aus. "Allen drei Künstlern gleich", so Ausstellungskurator Mathias Beck, "ist ihr Drang nach Veränderung nicht zuletzt der politisch-historischen Situation. Und dabei müssen wir sie unterstützen".

Die Ausstellung "TOGETHER" mit ausgewählten Arbeiten von Tomislav Buntak, Henri Dimo und Darko Malenica ist vom 9. März bis 9. April 2008 in der galerie m beck, Historischer Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, jeweils mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung zu sehen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Doris Pack, Mitglied des Europäischen Parlaments.

 

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Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung