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9. März - 9. April 2008
Together!
Tomislav Buntak (Croatia) | Henri Dimo
(Albania) | Darko
Malenica (Serbia)
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von
Frau Doris Pack, MdEP

in situ






Bilder in
situ ansehen
Einführungsrede zur Ausstellung
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich begrüße Sie recht herzlich zur Eröffnung unserer März-Ausstellungen.
Ganz herzlich begrüßen möchte ich gleich vorab Frau Doris, die sich als
Abgeordnete im Europa-Parlament nicht nur unglaublich verdient gemacht
hat um die Staaten Ex-Jugoslawiens und des Balkans, sondern die auch die
drei Künstler, die wir unter dem Titel „Together! Paving the way to the
European Union“ ausstellen, zusammengeführt hat, und die so freundlich
ist, als Schirmherrin dieser Wanderausstellung zur Verfügung zu stehen.
Im vergangenen Monat ist „Together!“ auf Initiative von Frau Doris Pack
hin mit großem Erfolg im Europa-Parlament in Brüssel gezeigt worden.
Liebe Doris, dafür noch einmal auch von uns, Susanna und mir, aber
sicher auch von den drei Künstlern herzlichen Dank!
Ich denke, Du willst sicherlich selbst etwas über das Zustandekommen
dieses Trios und über die für Dich dabei wichtigen Beweggründe sagen.
… Doris Pack …
Ich möchte Ihnen kurz die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler in
der Reihenfolge vorstellen, in der Sie, meine Damen ihre Arbeiten beim
Durchwandern der Ausstellungen angetroffen haben. Sollten Sie noch nicht
gewandert sein, behalten Sie es für sich! Nehmen Sie sich dann vor, nach
dem offiziellen Teil tapfer durchzugehen, ja? Ich gebe Ihnen dazu die
Aufbauzeiten an die Hand, die diese Athletinnen und Athleten erzielt
haben.
Unser Klaus, unser Pressedeutschschreiber und Verfasser unserer
Pressemitteilungen , von dem ich Ihnen hier schon öfter erzählt habe,
hat mich wieder vorwurfsvoll angeschrieben, warum da jetzt kein
Geburtsdatum in meinen Vorgaben für seinen Text steht? Das wüsste ich
doch, dass er das braucht. Für den Human touch.
„Da kann man sich doch gar kein Bild von dem Menschen machen, wenn man
nur den Arbeiten begegnet! Da weiß man doch gar nicht, ob das nur
halbstarkes Rumkraftgemeiere ist einer 16jährigen, oder ob das ein
Mensch mit Lebenserfahrung ist, der weiß, was er tut! - Hmmh, eitel,
eitel! Lieber Mathias, wenn das so weiter geht, setze ich die regelmäßig
auf das Nulldatum im PC: Geburtsjahr 1900!“
Claudia Bäcker-Kirmse, deren bemalte Betonplastik für diese Ausstellung
unsere Eingangstür bewacht, lebt in Lüdenscheid und ist 1900 geboren.
Ich habe sie nicht nach dem Geburtsjahr gefragt, weil ich vermutete,
dass das in Lüdenscheid alle so tun. Dafür baut sie aber flott auf, und
wenn ich etwas anderes vorschlage, schleppt sie mit der Hilfe von Ilka,
der lieben Freundin von Chris Urbansky, Betonplastiken und Sockel selbst
durch die Galerie, während wir Männer bloß glotzen und wichtig aussehen.
Gemessene 60 Minuten.
Hallo Ilka, Gruß an Dich, eine echte Bank!
Lissy Theissen, deren starkfarbige, offensive Malerei wir im foyer
zeigen, ist in Bonn geboren. Und meine Vermutung, dass das nur die
Lüdenscheider tun, Daten nicht anzuführen, die unser Klaus unbedingt
braucht, ist geplatzt, weil sie auch 1900 geboren ist.
Was aber nicht stimmt, denn unser Klaus wird selbst grimmig investigativ,
wenn man ihn reizt, und er hat beim Nachspüren Lissy Theissens die
Information gefunden, dass Sie 1950 geboren ist, für eine Künstlerin,
die so kraftvoll und dennoch kalkuliert mit der Farbe umgeht, das
perfekte Alter. Dafür baut sie spät auf, aber dafür auch rasend schnell,
und ganz alleine mit Ihrem ebenso netten und Lebenslust versprühenden
Mann. Geschätzte 45 Minuten.
Herr Dr Theissen, ebenfalls noch einmal herzlich begrüßt.
Tomislav Buntak, geboren 1971 in Zagreb in Kroatien hat bisher im Westen
ein paar Beteiligungen an Gruppenausstellungen – und zwar in Wien –
aufzuweisen. In Kroatien ist er ein bekannter Künstler, der bisher auch
Leiter einer öffentlichen städtischen Galerie und eines Kulturzentrums
ist, demnächst aber an die Akademie wechseln wird, nachdem ihm gerade
der erste Lehrvertrag angeboten worden ist. Er wurde – ein hoch
offizieller Vorgang - vom kroatischen Kultusministerium zur Teilnahme an
dieser Ausstellungsreihe „Together!“ ausgewählt.
Er braucht am längsten zum Aufbauen. Vier Bilder in einem halben Tag.
Über den Studenten Henri Dimo aus Albanien werden Sie zB im Internet
noch wenig finden, ein paar Einträge im Zusammenhang mit dieser
Ausstellung, ein paar Listen über Preise und Prüfungen, die er in seinem
laufenden Studium äußerst erfolgreich absolviert hat. Er ist siebzehn
Jahre alt, geboren 1990 – und damit eigentlich zu jung für eine
Ausstellung in einer Galerie, aber auf der anderen Seite ist er jetzt
schon ein viel zu guter Maler, um ihn in der Kinderecke abzustellen.
Deshalb auch ist er für diese Ausstellungsreihe einstimmig von allen
Kunstprofessoren der Akademie in Tirana bestimmt worden.
Da er noch minderjährig ist, begleitet ihn sein liebenswürdiger Vater
Kristo. Er hat nicht aufgebaut, weil die beiden heute erst in Frankfurt
gelandet und dann gleich hierhergekommen sind. Echte Null Minuten.
Ciao, Kristo, siami fedeli di aver voi due qui in casa!
Darko Malenica, geboren 1968 in Novi Sad in Serbien war eigentlich der
Mittelpunkt dieser Ausstellungsidee, und damit sozusagen gesetzt. Zumal
im Moment eine serbische offizielle Unterstützung der Ausstellungsreihe
„Together!“ und eines daran beteiligten serbischen Künstlers arg
unwahrscheinlich wäre. Darko erzählte, dass er die Teilnahme an der
Ausstellungsreihe und vor allem die Ausstellung im Europa-Parlament
daheim lieber verschweigt, und zwar auch aus Furcht vor massiven
Nachteilen.
Für einige von Ihnen aber ist er nach seinen Ausstellungen hier vor zwei
Jahren und der Ausstellung in Luxemburg im vergangenen Jahr ja auch kein
Unbekannter mehr.
Dieses Mal hat er seine liebe Frau Marija mitgebracht, von der ich das
Geburtsjahr nicht verrate, weil ich das in drei Jahren tun werde, wenn
sie selbst hier ausstellen wird, und die ich auch begrüße. Zumal sie
ihrem Mann beim Hängen seiner und Henris Bilder äußerst tatkräftig aus
dem roten Sessel da zugesehen hat. Ihre Arbeitszeit zwei Stunden.
Marija, you know, you are always very wellcome here together with Darko!
– especially now that you exactly know, what it is about the German word
“Memme”, when we are describing each other.
Das Geburtsjahr diskret zu unterschlagen, hätte so eine Sache sein
können, wie irgendwann nur noch den 29. Geburtstag zu feiern, also eine
des Alters und des Alterns. Aber das war es hier dann sicherlich auch
nicht, sonst hätte Erich Schmitt ja angegeben, er sei seit längerem 29
Jahre alt, denn er ist mit bald 74 Jahren wohl der Älteste, geboren 1934
in Kaiserslautern, wenn auch in kleiner Runde ein erdiger, aber lustiger
Kindskopf, da wird mir Frau Schmitt sicher recht geben, gell?
Dafür baut er aber auch flott auf, wenn ihm Frau Schmitt zur Hand geht.
Eineinhalb Stunden in der balcony.
Hallo, Frau Schmitt, wir grüßen Sie!
Chris Urbansky ist ein Weihnachtskind. Das ist ihm wichtig, denn er
schreibt nicht bloß das Geburtsjahr 1960 in seine Biographie, sondern
auch Monat und Tag, und zwar in Hagen. Was bemerkenswert sein könnte,
wenn das etwas mit Lüdenscheid zu tun hätte. Wie der Weihnachtsmann, so
scheint auch er zu arbeiten, weil ich nicht mitbekommen habe, wie
schnell er war. Er brauchte in der lounge länger als Lissy Theissen,
aber weniger als Tomislav.
Dass er darüber hinaus äußerst hilfsbereit ist, habe ich vorhin
angemerkt. Dann hilft er nämlich großzügig aus und lässt seine Ilka
schleppen.
Wie meistens spricht auch eine Expertin über eine Ausstellung, heute ist
es wieder Verena Paul, die ich auch und stets gerne begrüße, und der ich
nun gezwungenermaßen und gemäß Absprache das Podium überlasse, damit sie
Ihnen und uns etwas über Erich Schmitt und seine Kaleidografien erzählt.
… Verena Paul …
Claudia Bäcker-Kirmse
Im Schaffen von Claudia spielt der Dialog mit der Umwelt und der Kontakt
zur unmittelbaren Umgebung in jedweder Form eine zentrale Rolle.
"Dialog" heißt daher auch der Titel unserer Ausstellung, die eine kleine
Auswahl ihrer Betonarbeiten präsentiert. Von Hand aus Beton modelliert,
unter Hinzufügen anderen Materials gefertigt, sollen diese stets auch
Charakterspiegelbilder der mit ihnen in Dialog tretenden Betrachter
sein. Gleichzeitig sind die Arbeiten Begleiter und Abbilder jenes, wie
sie selbst sagt, "kleinen Augenblicks, der den Betrachter zurück führt
auf ein Werk, das ihn in irgendeiner Art und Weise anspricht, um es noch
näher zu betrachten - oder in seiner Vorstellung irgendwo hinführt".
Insofern nehmen ihre Plastiken die Funktion von Wegweisern ein, die über
ihren formalen Mittelpunkt hinaus eine offene, auf individuelle
Intuition beruhende Richtungsänderung einräumen. "Jeder hat", wie
Claudia Bäcker-Kirmse es darlegt, "seine eigene Melodie oder ‚Gedanken‘
– Gedanken kreiseln, bewegen sich in unseren Köpfen, aber einer
überwiegt immer, es ist der Gedanke , der uns vordergründig erscheint, …
der uns nicht loslässt - bis zur Er-Lösung …". Dieses betonen des
formalen Mittelpunktes und die Möglichkeit zu Zierrat und
Richtungsänderung sei am Beispiel der kleinen Melody-Arbeit hier vorne
an der Couch illustriert.
Lissy Theissen
Ihre Leidenschaft gehört dem kolorierten Licht, ihre künstlerisches
Augenmerk dabei dem Transformieren "von Geträumtem, Gespürtem, Gefragtem
in Farben und Formen, die immer als Metapher zu sehen sind". Vor diesem
Hintergrund begreift sie ihr experimentell beeinflusstes Werk als
Mittel, um Eindrücken und Gedanken - sprich: dem Inneren - Gestalt -
sprich: ein Äußeres – zu verleihen. "Bei diesem spirituellen Akt",
beschreibt Lissy Theissen selbst den damit verbundenen Werkprozess, "hat
die Ratio zu schweigen, unser logisch-konvergentes Denken, und muss dem
bildhaften, symbolträchtigen archaischen Wissen, das wir alle in uns
tragen, weichen." Ihre kraftvollen Arbeiten bezeichnet sie demnach
folgerichtig als "Erlebnislandschaften", in denen sich aus einem
universellen Kontext heraus erfasste Motive und deren ans Meditative
grenzende Übertragung zu "Konjugationen der Sehnsucht" verdichten. Eine
besondere Bedeutung kommt dabei den Titeln ihrer Arbeiten zu, die dem
Betrachter gleichsam als Schlüssel zu ihrer Malerei dienen: zu einer
Malerei, in denen stets auch die Frage gestellt wird, inwieweit Kunst
die Gesellschaft prägt – und wie sie den einzelnen Menschen verändern
kann.
Chris Urbansky
In seinem Werk bilden "der Raum" und "das Ich" zentrale Pole. Dabei
entsteht die Formung einer Persönlichkeit aus der Begrenztheit von
Erfahrungen und erlebten Verwirrungen. Wie dauerhaft aber ist dieses
"Ich" - und wie dauerhaft soll, darf, kann es überhaupt sein? Diesen
Fragen sollen Sie nachher in der Ausstellung "ichvomich" selbst
nachgehen. Chris eröffnet dabei hinter Pigmentoberflächen und formalen
Ebenen eine zweite, aus der unmittelbaren Wahrnehmung heraus entstehende
Wirklichkeit. Auf diese Weise begegnen sich im Farbraum seiner
handwerklich bestechend gemalten Arbeiten das "Ich" - oder besser
gesagt: "die Ichs" - des Künstlers und Ihre Ichs, die von Betrachtern,
erweitern sich Chris Urbanskys Bilder somit zu temporär bezogenen
Seelenspiegeln.
„Together! Paving the way to the European Union“, wobei wir im Titel für
die Ausstellung hier den politischen Impetus weggelassen haben. Und
reicht es privat.
Seit jeher nimmt der Balkan eine Sonderstellung zwischen Ost und West,
Nord und Süd ein. Unter diesem Titel "TOGETHER" – auf deutsch:
"Zusammen" – begegnen Ihnen nun mit dem Serben Darko Malenica, dem
Albaner Henri Dimo und dem Kroaten Tomislav Buntak bei uns drei Maler,
die ihre Herkunft eint und zugleich trennt.
Wenige Wochen nachdem diese außergewöhnliche Gemeinschaftsausstellung im
Brüsseler Europa-Parlament erstmals gezeigt wurde, eröffnen sich uns
hier ungewöhnliche Begegnungen mit unterschiedlichen Positionen der
zeitgenössischen, von Aufbruch und Umbruch geprägten Kunst
Südosteuropas.
Das Bemerkenswerte daran ist, dass alle drei Maler – ungeachtet ihrer
Herkunft – nicht nur eine persönliche Geschichte haben, die sie in ihren
Bildern thematisieren, sondern auch Träger, Formulierer und Bewahrer des
kollektiven Gedächtnisses ihrer Völker sind. Insofern offenbart sich
hinter jedem ihrer Bilder auch eine politisch-historische Aussage – ein
Kunst gewordenes Manifest.
So wirken die großformatigen Bilder von Tomislav Buntak wie idyllische
Sittengemälde der Renaissance, auf denen Menschen – in einer seltsamen
Friedfertigkeit befangen – gleichsam im Raum aufgestellt erscheinen.
Nähert man sich jedoch diesen Bildern, bemerkt man, dass jene Menschen
von Toten umringt sind, von Gefolterten und Massakrierten. Seine
Titelgebung, das Beschwören von Heiligen und Glaubensdingen, soll
eigentlich den Anklang an die Renaissance verstärken, während es
gleichzeitig in die Irre führen könnte. Tomislav ist ein intellektueller
Maler. So einer darf das.
Hell und Dunkel, Licht und Schattenwelt prägen auch die Arbeiten Henri
Dimos. Henri malt Geschichten von Monstern, die die Welt zerstören, aber
auch Bilder, die von der Leichtigkeit des Malens handeln.
Viel lässt sich über seine Arbeit noch nicht sagen, vieles noch geprägt
vom Ausprobieren von Positionen, Themen, Stellungnahme dazu. Ganz
altersgemäß. Was sich aber sagen lässt, ist, das Henri Dimo ein ganz
großer werden kann.
Darko Malenica kennen Sie, wie gesagt schon, und er ist – bezogen auf
sein Alter und auf Serbien – schon ein Großer. Seine metaphysisch
bestimmten Traumwelten behandeln die "serbische Dramatik" in Form
prägnanter, in altmeisterlicher Lasurtechnik gefertigter Gemälde.
Bewusst an die großen Utopien der Moderne erinnernd, erzählen Malenicas
Bilder einerseits von wundersam anmutenden Reisen durch die menschliche
Seele - um andererseits als "philosophische Momentaufnahmen" konkrete
Fragen nach dem Wesenszustand Europas zu stellen.
Vereint und doch nicht eins, von einem Leitgedanken inspiriert und doch
höchst individuell, drückt sich in den Bildwelten Darko Malenicas, Henri
Dimos und Tomislav Buntaks somit das innere Wesen des Balkans aus.
Ich darf mich einmal selbst zitieren, weil ich mich in unserer
Pressemitteilung von unserem Klaus zitiert finde, allerdings war mein
Originalsatz ganz und gar gedämpft und pessimistisch gestimmt. Ich finde
aber die Auffassung von unserem Klaus viel besser als meine frühere, und
zitiere aus unserer Pressemitteilung zur Ausstellung „Together!“ ein
Zitat, das keines ist.
"Allen drei Künstlern gleich", so Ausstellungskurator Mathias Beck, "ist
ihr Drang nach Veränderung nicht zuletzt der politisch-historischen
Situation. Und dabei müssen wir sie unterstützen".
Diese fünf Ausstellungen inhaltlich zusammenhaltend taugt, denke ich,
das von uns vorgestellte Metathema:
Strategien der Bewältigung von Kraft und / oder von Ohnmacht | zB Sehen
als Macht, ähnlich der Heisenberg'schen Unschärferelation.
Ich möchte Ihnen jetzt Gelegenheit geben, auch diesen jetzt nur
angezeigten Aspekt im Begehen der Ausstellungsräume und Betrachten der
Kunstwerke in Augenschein zu nehmen.
Den ewig 29jährigen empfehle ich dazu dringend Stärkung, zB mit einem
Glas Wein, gell, Frau Schmitt!
Mathias Beck
Tomislav Buntak

1971 geboren in Zagreb
1997 Abschluss der Akademie für visuelle Gestaltung
Ausstellungen:
1993 – 2001 diverse Ausstellungen in Zagreb
2002 Club Gallery Rijeka
2004 Central-Ausstellung New Art from New Europe
2005 Siemens_artlab, Wien
Ganz tief taucht Tomislav Buntak mit seinen Bildern in
die Vergangenheit ein. Biblische Geschichten und griechische Sagen
tauchen vor dem Betrachter auf. Der junge kroatische Künstler ist ein
Forscher, der sich intensiv, beinahe zwanghaft mit den Menschen und
deren Wunsch nach einer Vereinigung mit Gott auseinandersetzt. Seine
Arbeiten erzählen facettenreiche Geschichten. Im Mittelpunkt steht immer
der Mensch auf der Suche nach dem Paradies.
Tomislav Buntak möchte zum Nachdenken anregen, berühren und auch
erfreuen. Was ihn auszeichnet ist sein Talent, die Realität hinter der
Scheinwelt zu entdecken.



Abbildungen Tomislav Buntak ansehen
Tomislav Buntak is a painter of luscious colourism and
exceptionally ample production. His golden-silver utopia "The Final
Victory of the Celestial Army" has begun as a series of small
compositions sketched in a notebook in 1998, and subsequently grew into
a monumental ambient scene as was seen at the 16th International
Drawings Exhibition where he has drawn over all the walls of one of the
showrooms. At first, critics were somewhat reserved towards his escapist
vision of utopian society of naked golden-skin humans, inhabiting a
silver desert of a fairy world. For a long time, everybody's first
impression was that such a seemingly infantile theme and morphology
which happen to be so untypical for the epoch deserve no serious
consideration. Finally, wholeness of Buntak's compositions, his
full-blooded drawing technique and intriguing subtexts of his
character's (a)sexuality have achieved a consensus so rare for an
audience, regardless the age or aesthetic standpoint. Actually, it was
his drawing series done with golden and silver felt pen upon canvas,
with its fluorescent colour variations, that won him appreciation even
from the sceptics.


Weitere Abbildungen Tomislav Buntak ansehen
Henri Dimo






Abbildungen Henri Dimo ansehen

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content\dimo-henri-single\Save0034.pdf

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Darko Malenica

Born on October 13th, 1968 in Novi Sad, Serbia.
Graduated painting at Art Academy in Novi Sad in 1995, in class guided
by professors Milan Blanusa and Vladimir Tomic.
Prizes and Awards
2005 Sabac – 12th Annual Drawing Show – Prize for best drawing

Abbildungen Darko Malenica ansehen
Personal exhibitions:
1991 Novi Sad – Gallery “Eos” – paintings
1994 Novi Sad – Likovni salon tribine mladih – paintings
1995 Novi Sad – Gallery “Rupa” – drawings
1996 Novi Sad – Gallery “Machiatto” – paintings
1999 Novi Sad – Gallery “Zlatni grad” – drawings
1999 Novi Sad – Yucco Bank Gallery – drawings
1999 Novi Sad – Gallery “Pecat” – drawings
2000 Belgrade – Gallery “Haos” – drawings
2003 Novi Sad – Mali likovni salon -- paintings and drawings
2004 Indjija – Cultural center Indjija -- paintings and drawings
2004 Becej - City Gallery - paintings and drawings
2005 Novi Sad - Gallery “Bel Art” - paintings and drawings
2006 Homburg, Germany - Galerie M Beck - paintings and drawings
2006 Bexbach, Germany - Halle 21 – paintings
2007 Luxembourg, Luxembourg – GSLP S.a.r.L - paintings

Group exhibitions:
1986 Sarajevo – Hotel “Igman”
1987 Belgrade – Belgrade Fair
1987 Belgrade – Gallery of JNA, Topcider
1988 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1989 Novi Sad – Gallery “Zuta Kuca”
1990 Novi Sad – Art Academy
1991 Novi Sad – Art Academy
1991 Kikinda – Young Artists Exhibition, National Museum
1992 Novi Sad – Art Academy
1992 Novi Sad – S.P.C. “Vojvodina”
1992 Kikinda – Young Artists Exhibition, National Museum
1993 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1993 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1994 Vrsac – 1st Biannual Young Artists Exhibition, National Museum
1994 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1995 Becej – Gallery “Krug”
1995 Sremski Karlovci – 1st Annual Young Artists Exhibition, National
Museum
1996 Sremski Karlovci – 2nd Annual Young Artists Exhibition, National
Museum
1996 Novi Sad – Gallery “Pecat”
1997 Novi Sad – Gallery “Pecat”
1998 Novi Sad – Novi Sad Cultural Center Big Gallery
1998 Novi Sad – Gallery “Pecat”
2000 Novi Sad – Gallery “ULUV”
2000 Bologna, Italy – Gnaccarini Galleria D'Arte
2000 Novi Sad – Gallery “Vojvodina”
2000 Novi Sad – Gallery “Vojvodina”
2001 Omaha, NE, USA – Period Gallery
2003 Novi Sad – Gallery “ULUV”
2003 Novi Sad – Gallery “MLS” -- miniature works
2003 Novi Sad – Gallery “Tableau” – miniature works
2004 Sabac – Cultural Center Gallery
2004 Novi Sad – Vojvodina Museum
2004 Rotterdam, Holland – Art fair
2004 Budva – Modern Gallery
2005 Sr. Mitrovica – Gallery “Lazar Vozarevic”
2005 Novi Sad – Art fair
2005 Belgrade – Art pavilion “Cvijeta Zuzuric”
2005 Sabac – Cultural Center Gallery
2005 Becej – City gallery
2005 Amsterdam, Holland – Oosterkerk
2006 Novi Sad – City gallery
Set design projects:
1990 Theatre of Changes – A. Arto “Revelation”
1991 Theatre of Changes – A. Arto “Adventure”
1993 Serbian National Theatre – J. Jeane “Maids”
1994 Serbian National Theatre – A. Dorfman “Death and the Maiden”
1996 Youth Theatre – H. Pinter “Lover”
1997 Youth Theatre – J. Pilmayer “Desmond”
Member of Association of Visual Artists of Vojvodina (ULUV) since 1995

Abbildungen Malerei ansehen
Einführung in die Ausstellung GSLP Oktober 2007
Darko Malenica | Das moralische Universum
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Darko Malenica ist am 13. Oktober 1968 in Novi Sad geboren. Er lebt dort
mit seiner Frau Marija, die ebenfalls Malerin ist, und seinen beiden
Söhnen Boris, 2005 geboren, und Philipp, der in diesem April zur Welt
kam.
1989 begann er an der Akademie von Novi Sad bei den Professoren Milan
Blanusa und Vladimir Tomic, der durch Lehraufträge an den Akademien in
Braunschweig und im Städel in Frankfurt auch in Deutschland bekannt ist,
Malerei und Zeichnung zu studieren. Er schloß das Studium 1995 mit
Auszeichnung ab.
Darko Malenica hat zu Anfang seiner professionellen Laufbahn nach seinem
Studium in den ersten beiden Jahren bis 1997 konkret-konstruktiv gemalt
und ist damit als junger Künstler recht bekannt geworden.
Er hat uns erzählt, wie seine älteren Studienkollegen, die nach Ende
ihres Studiums noch vor Beendigung der Kämpfe zwischen Serbischen und
Nato-Truppen eingezogen wurden, nach ihrer Rückkehr aus dem Kampfzonen
geistig ausgelaugt und innerlich zerstört waren und bis heute geblieben
sind.
Nach seinerm Engagement in der studentischen Oppositionsbewegung war
dieser Schock über die Persönlichkeitsveränderung seiner Freunde für ihn
der Anlass, seine Malweise dann 1997 radikal zu ändern.
Darko Malenica verließ die gegenstandslose Malerei und begann zu
zeichnen, nur schwarz und weiß mit Graphitstiften, und zwar so, wie der
Kleine Prinz von Saint-Exupery die Welt sah bzw denen, denen er
begegnete vor Augen führte: surrealistisch, um die Wirklichkeit schärfer
sehen zu lassen, und kindlich, um die notwendige Erkenntnis über den
Menschen und die Welt, die er schafft, weicher, annehmbar zu machen.
Rasch hat er sich große Aufmerksamkeit erarbeitet, einmal wegen seines
ambitioniert gesellschaftlichen Engagements als Künstler, der seinen
Landsleuten Spiegel vorhält - und Utopien vorzeichnet, zum anderen wegen
seines außergewöhnlichen hohen künstlerischen Potentials.
2005 gewann er bei der 12. Auflage des Sabac, des Wettbewerbes um die
beste Handzeichnung Serbiens, den ersten Preis, zumal er bis dahin dann
auch erste Museumsausstellungen bestritten hat.
Wegen der Exaktheit ist der Aufwand beim Zeichnen sehr groß und
erfordert hohe Konzentration. Eine kleine Zeichnung, wie diese, die ich
hier mitgebracht habe, entsteht in ein bis zwei Tagen. Das weiß ich,
weil ich bei der Entstehung dieser Zeichnung im vergangenen Jahr dabei
war.
Mittlerweile zählt Darko zu den Top Fünf der jungen Kunst Serbiens.
Am Beginn des Jahres 2003, also 6 Jahre, nachdem er die Malerei
verlassen hatte, malte er wieder das erste Bild. Nun mit derselben
Thematik, die er sich in seinen Zeichnungen vorbereitet und erarbeitet
hat, allerdings wegen des Sujets ganz anders, als er früher gemalt
hatte.
Darko Malenica malt ab da in altmeisterlicher Technik. Das bedeutet,
dass er in Öl Farbschicht um Farbschicht aufträgt, aus denen sich dann
das Bild aufbaut. Dadurch entsteht in seinen Bildern dieser unglaublich
tiefe räumliche Eindruck.
Diese Arbeitsweise ist langwierig, weil ja jede Schicht erst trocknen
muss, bevor die nächste aufgetragen werden kann. Ein Bild braucht
Wochen, manchmal Monate um fertig zu werden. Zwar arbeitet er stets an
mehreren Leinwänden, aber er kann ja seine Kraft nicht auf unbegrenzt
viele Bilder gleichzeitig richten.
Der hohe zeitliche Aufwand dieser Öl-Lasur-Layer-Technik wird sehr
deutlich, wenn man bedenkt, dass von 2003 bis heute – also in vier
Jahren - insgesamt nur 38 Gemälde in den Formaten 30 x 40 bis 100 x 150
cm entstanden sind, also bereinigt um Phasen, in denen eine Arbeit ganz
und gar unmöglich war, nicht mehr als 15 Bilder in einem Jahr.
In dieser Ausstellung hier zeigen wir Ihnen also exakt die Hälfte
dessen, was Darko an malerischem Werk bislang geschaffen hat, und auch
alles, was überhaupt verfügbar und erwerbbar ist.
Anhand zweier Bilder, die er im vergangenen Jahr begonnen hatte, als er
sechs Wochen als Artist in Residence bei uns war, möchte ich erklären,
was im Malprozess in den Denkpausen geschieht, die in der Zeit
eingeschaltet sein müssen, weil die Öllasur trocknen muss.
So behandelt zB eines der beiden Bilder sein damaliges Heimweh nach
seiner Frau seinem Sohn:
Ein Affenweibchen und sein Junges sitzen auf einem Planeten, während das
Affenmännchen auf einem anderen Planeten Ihnen geschäftig den Rücken
zuwendet. Der Planet ist von Eiskristallen umringt. Darko fror im
vergangenen Jahr hier in Deutschland.
Es ist, glaube ich, von den Bildern, die damals im Entstehen waren, das
am einfachsten erklärbare, auch wenn er den Affen allein in den
damaligen 6 Wochen schon zweimal gemalt hatte. Das erste Mal hat der
Affe hinüber geblickt zu Frau und Kind, aber das war Darko zu narrativ.
Das macht er im Übrigen auch oft, dass er Tiere und Motive im
Arbeitsprozess noch einmal abändert. Aus den Stachelschweinen, die
damals bei der zweiten Leinwand im Entwurf zu sehen waren, wurden Vögel,
weil die Stachelschweine den Lichtstrahl, der da herab fällt, nicht so
gut „beschützen“ können, wie er sagte. Außer er würde die Planeten
größer malen. Dann gefiele ihm aber die Komposition nicht mehr. Also
fliegen heute auf dem fast fertigen Bild die Vögel auch um die Planeten.
Die beiden Bilder sind noch nicht ganz, nun aber fast fertig, und das
sage ich ohne Ironie.
Stellen Sie sich einfach eine Automanufaktur vor, in der ein Wagen in
Handarbeit entsteht. Das dauert auch ewig lange. Aber dafür ist das
fertige Fahrzeug dann auch wirklich einzigartig unter wenigen
Schwesterfahrzeugen, denen man weltweit begegnen kann.
Was ist, meine sehr verehrten Damen und Herren, das Besondere und
Anrührende im Werk Darko Malenicas?
Darko Malenica packt Grundfragen und Grundprobleme des Menschseins in
Bilder von Mäusen und Katzen und anderen Tieren, die auf Planeten leben,
dadurch anscheinend in Sicherheit, aber immer seltsam isoliert.
„Das moralische Universum“ als Ausstellungstitel spielt also nicht
allein auf die Planeten-Situationen in den Bildern an, sondern soll auch
auf den anrührenden und eigentlich schönsten Satz der Literatur des 20.
Jahrhunderts hinweisen. Saint-Exupery lässt ihn den Kleinen Prinzen
sagen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“
Und damit Sie jetzt noch etwas mehr sehen können, wünsche ich Ihnen
bloß, dass Sie genauso wie ich vor vier Jahren zauberhaft berührt werden
von der Gewissenhaftigkeit, der Empathie und jungen Weisheit, die dieser
Mann in seiner Kunst entstehen lassen kann.
Mathias Beck
Malerei 2003 - 2007












Abbildungen
Malerei 2003 - 2007 ansehen
aus Einführungsrede im April 2006
Darko Malenica ist seit DO hier in Deutschland als unser Gast und als
Gast meines Freundes Michael Shilad, dem Inhaber der Fa Konstruktiv
Metallbau. Konstruktiv hat ihren Sitz im Saarpfalzpark Bexbach, der
ehemaligen Kaserne, und stellt seit sechs Jahren die sog Halle 21 für
Künstler als Gastatelier zur Verfügung.
Darko wird ab dem morgigen Montag bis Ende Mai in der Halle 21 arbeiten.
Frau Doris Pack hat sich freundlicherweise bereit erklärt, für diesen
Aufenthalt Darko Malenicas als artist in residence die Schirmherrschaft
zu übernehmen.
Darko hat am Do beim Abendessen erzählt, was in Serbien passiert und was
geschehen ist, und bezeichnete Serbien als „total anderes Universum“,
als „Schwarzes Loch“, das nicht zu vergleichen ist mit den Ländern in
Mitteleuropa.
Ich möchte deshalb Frau Doris Pack bitten, ein paar Worte über ihre
Erfahrungen und ihre Sicht auf die Ereignisse und Länder Ex-Jugoslawiens
zu uns zu sprechen.
Darko Malenica | Das Gewissen der Bilder
Darko Malenica hat zu Anfangs nach seinem Studium konkret-konstruktiv
gemalt und ist damit als junger Künstler recht bekannt geworden.
Er hat uns erzählt, wie seine älteren Studienkollegen, die nach Ende
ihres Studiums noch eingezogen wurden, nach ihrer Rückkehr aus dem
Kampfzonen geistig ausgelaugt und innerlich zerstört waren und bis heute
geblieben sind.
Auch dies war für ihn ein Grund, seine Malweise radikal zu ändern.
Darko Malenica malte und zeichnete ab da so, wie der Kleine Prinz von
Saint-Exupery die Welt sah – bzw nicht sah, sondern denen, denen er
begegnete vor Augen führte: surrealistisch, um die Wirklichkeit schärfer
sehen zu lassen, und kindlich, um die notwendige Erkenntnis über den
Menschen weicher, annehmbar zu machen.
Er packt Grundfragen und Grundprobleme des grundsätzlichen Menschseins
in Bilder von Mäusen und Katzen und anderen Tieren.
Seitdem hat er sich einen Platz unter den Top Fünf der jungen Zeichner
und Maler Serbiens erarbeitet und in Serbien diverse
Museumsausstellungen bestritten.
„Das Gewissen der Bilder“ als Ausstellungstitel soll auch auf den
anrührenden und eigentlich schönsten Satz der Literatur des 20.
Jahrhunderts hinweisen. Saint-Exupery lässt ihn den kleinen Prinzen
sagen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“
Ich wünsche uns zusammen eine schöne Zeit an diesem wunderschönen
Frühlingstag.
Ich wünsche Ihnen aber vor allem, dass Sie genauso zauberhaft berührt
werden von der Gewissenhaftigkeit, der Empathie und Weisheit, die dieser
junge Mann in seiner Kunst entstehen lassen kann.
Mathias Beck
Abbildungen Neue Arbeiten ansehen
Zeichnungen 2003 - 2007
























Abbildungen Zeichnungen 2003 - 2007 ansehen
Opening Reception am 8.3.2008













Bilder der
Opening Reception am 8.3.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov
Weitere
Bilder der Opening Reception am 8.3.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov
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Ausstellungsaufbauabendessen am 7.3.2008


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Ausstellungsaufbau am 7.3.2008









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Information für die Medien
"TOGETHER" – Ausgewählte Arbeiten von Darko Malenica, Tomislav Buntak
und Henri Dimo
9. März bis 9. April 2008, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker
Together! Paving the Way to the European Union
Seit jeher nimmt der Balkan eine Sonderstellung
zwischen Ost und West, Nord und Süd ein. Unter dem Titel "TOGETHER" –
auf deutsch: "Zusammen" – begegnen sich nun mit dem Serben Darko
Malenica, dem Albaner Henri Dimo und dem Kroaten Tomislav Buntak in
Homburg-Schwarzenacker drei Maler, die ihre Herkunft eint und zugleich
trennt. Wenige Wochen nachdem diese außergewöhnliche
Gemeinschaftsausstellung im Brüsseler Europa-Parlament erstmals gezeigt
wurde, eröffnet sie nun in der galerie m beck ungewöhnliche Begegnungen
mit unterschiedlichen Positionen der zeitgenössischen, von Aufbruch und
Umbruch geprägten Kunst Südosteuropas.
Das Bemerkenswerte daran ist, dass alle drei Maler – ungeachtet ihrer
Herkunft – nicht nur eine persönliche Geschichte haben, die sie in ihren
Bildern thematisieren, sondern auch Träger, Formulierer und Bewahrer des
kollektiven Gedächtnisses ihrer Völker sind. Insofern offenbart sich
hinter jedem ihrer Bilder auch eine politisch-historische Aussage – ein
Kunst gewordenes Manifest. So wirken die großformatigen Bilder des vom
kroatischen Kultusministeriums für "TOGETHER" vorgeschlagenen Tomislav
Buntak wie idyllische Sittengemälde der Renaissance, auf denen Menschen
– in einer seltsamen Friedfertigkeit befangen – gleichsam im Raum
aufgestellt erscheinen. Nähert man sich jedoch diesen Bildern, bemerkt
man, dass jene Menschen von Toten umringt sind, von Gefolterten und
Massakrierten. Hell und Dunkel, Licht und Schattenwelt prägen auch die
Arbeiten Henri Dimos. Obwohl erst 17 Jahre alt, wurde er von einem
Gremium der Kunstprofessoren der Akademie der Bildenden Künste in Tirana
einstimmig als Teilnehmer für diese Ausstellung nominiert. Dimo malt
Geschichten von Monstern, die die Welt zerstören, aber auch Bilder, die
von der Leichtigkeit des Malens handeln. Kein Unbekannter in der Region
ist hingegen der 1968 in Novi Sad geborene Darko Malenica, dessen
metaphysische Traumwelten bereits 2006 im Saarland und 2007 in Luxemburg
die "serbische Dramatik" in Form prägnanter, in altmeisterlicher
Lasurtechnik gefertigter Gemälde thematisierten. Bewusst an die großen
Utopien der Moderne erinnernd, erzählen Malenicas Bilder einerseits von
wundersam anmutenden Reisen durch die menschliche Seele - um
andererseits als "philosophische Momentaufnahmen" konkrete Fragen nach
dem Wesenszustand Europas zu stellen.
Vereint und doch nicht eins, von einem Leitgedanken inspiriert und doch
höchst individuell, drückt sich in den Bildwelten Darko Malenicas, Henri
Dimos und Tomislav Buntaks somit das innere Wesen des Balkans aus.
"Allen drei Künstlern gleich", so Ausstellungskurator Mathias Beck, "ist
ihr Drang nach Veränderung nicht zuletzt der politisch-historischen
Situation. Und dabei müssen wir sie unterstützen".
Die Ausstellung "TOGETHER" mit ausgewählten Arbeiten von Tomislav
Buntak, Henri Dimo und Darko Malenica ist vom 9. März bis 9. April 2008
in der galerie m beck, Historischer Schwedenhof (am Römermuseum),
Homburg-Schwarzenacker, jeweils mittwochs bis freitags von 16 bis 20
Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach
vorheriger Vereinbarung zu sehen. Der Eintritt ist frei. Weitere
Informationen gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet
unter www.galerie-monika-beck.de. Die Ausstellung steht unter der
Schirmherrschaft von Doris Pack, Mitglied des Europäischen Parlaments.

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Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung
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