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10. Februar - 5. März 2008

 

 Jürgen R Edlinger 

Verortung des Lichts | bel etage

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Herrn Siegfried Hoffmann, St Wendel.

 

 

 

geb 1952 in Saarbrücken
1971 - 1978 Medizinstudium /Homburg Saar
seit 1987 als niedergelassener Internist tätig
seit 1990 regelmäßige Reisen in die Ardèche

 

in situ

         

         

         

         

         

         

    

 

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Einführungsrede zur Ausstellung

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie herzlich zur Eröffnung unserer Februar-Ausstellungen.
Begrüßen und vorstellen möchte ich Ihnen die Künstlerin und die Künstler:

Die in Hamburg geborene und auf Sylt lebende Malerin Ute Thiess, die in der balcony mit ihrer Ausstellung „Figur im Zentrum“ zu sehen ist, welche formal zwar von der Figur als vom Menschen handelt, aber eigentlich auf die Sichtbarmachung von Werden und Wachsen und Gesunden abzielt.

Gerhard Bär, 1955 in Erlangen geboren, der ähnlich auf Aspekte des Staunens und Begreifens bei Ihnen abzielt, und der sich durchaus auch der heilenden Kraft von Kunst sehr bewusst ist, der selbst sagt, dass sich in seinem Werk die Symbiose von Wissenschaft (Medizin), Kunst und Religion widerspiegelt.

Peter Felix Denzler aus der Schweiz, geb 1947, dessen aus Sand bestehenden Bilder zwar alle nur denkbaren Geschichten erzählen wollen, dessen künstlerische Arbeit aber ganz genauso von Interesse ist, wenn man Fragestellungen nachgeht, inwieweit naturwissenschaftliche Aspekte in einem Kunstschaffen zu entdecken und zu bewerten sind.

Jürgen R Edlinger, geboren 1952 in Saarbrücken, der als Arzt praktiziert, also einen Kreis von heilenden Berufen hier schließt, und der uns in seinen Nachtgedanken spitz und manchmal düster begegnet, weil es ironisch zugespitzte Konnotationen sind zu dem, was man gesellschaftliche Realität nennt. Jemand, der dann so genau denkt, kann diese Gedanken nicht erbrechen, und wenn ihm danach sei - er arrangiert, zeichnet, collagiert. Dieser aber geht in seiner Malerei ganz anderen Dingen nach, immer geht es bei diesem Malen um das Licht. - Wann ist es anzutreffen, wo und wie begegnet es uns? Jürgen Edlinger greift sozusagen in diese Landschaft und ordnet sie (scheinbar), denn tatsächlich geht es einzig und allein um die Verortung des Lichts. Nur was Gestalt erlangt, kann an einem Ort sein - und hier erscheint es, das Licht, als Farbe.

Begrüßen möchte ich, weil er jetzt zur Hauptperson wird, auch Herrn Siegfried Hoffmann, der sich als Schirmherr für Jürgen R Edlinger zur Verfügung gestellt hat. Er ist seit 1975 selbständig als Heilpraktiker und hat sich dort mittlerweile im psychotherapeutischen Bereich auf das Thema „Geltung und Geld“ spezialisiert.
Herr Hoffmann wird nun zu uns über das sprechen, was beide Ausstellungen Edlingers verbindet: „Über das Glück“.

S Hoffmann…

Sie alle wissen, dass wir stets um ein bisschen mehr Seriosität in den Einführungsreden bemüht sind, und deshalb Spezialisten, „Eksberdde“ in Sachen Kunstgeschichte sprechen lassen. Heute ist es Jutta May, die Ihnen jetzt Gerhard Bär und seine Skulpturen näherbringen wird.

Jutta May…

Ich habe vorhin ein bisschen auf die heilenden Aspekte hingewiesen, die aller Kunst auch innewohnt und innewohnen sollte, und auf die Korrelation zwischen künstlerischen Tätigkeiten und bürgerlichen Berufen, die hier subsumiert sind.
Das liegt daran, dass uns bei der Zusammenstellung dieser fünf Ausstellungen die Fragestellung beschäftigte, inwieweit Kunst als Erkenntnismaschine funktionieren könnte, und ich finde, dass jede dieser Ausstellungen bemerkenswerte Ansätze und Einsichten zu dieser Frage bereithalten.

Ute Thiess

"Malerei bedeutet für mich, sich auf die Suche nach verborgenen Seelenbildern zu begeben und mit jedem gemalten Bild bewege ich mich dabei näher zu mir selbst." So Ute Thiess ihren schöpferischen Impetus - und offenbart damit zugleich das Konzept ihrer metaphysisch inspirierten Arbeiten. Dabei verdichten sich in diesen Gemälden Farbharmonie, figurative Form und Landschaftsvision zu Spannungsfeldern zwischen Skizze oder Strich und gestalteter belebter und beseelter Fläche. Diese nämlich haben, so Ute Thiess, "sowohl mit dem Sichtbaren als auch mit dem Verborgenen zu tun". So ergibt sich der besondere Reiz durch das konsequente Ineinander-Aufeinander-Gegeneinander-in-Bezug-Setzen – und dadurch natürlich auch parallele Hinterfragen – individueller Realität und davon unterschiedener Du-Position.
Malen hier also als Aufbruch und Reise für die Künstlerin und als Ankommen, Heimkommen für uns, den Betrachter.

Peter Felix Denzler

Für den früheren Galvanotechniker Peter Felix Denzler war es ein konsequenter Schritt, sich seiner Leidenschaft – der "Sandmalerei" – zuzuwenden. Dabei hat er im Laufe der Jahre seine ureigene Stilrichtung entwickelt. Als Ausgangsstoff dient ihm Sand aus allen Teilen der Welt: vom Aletschgletscher und – "ziegelrot und fein" – aus der Sahara, "dunkelrot und schwer" aus Namibia, "ockergelb und puderig" aus der Provence oder "weiß und schimmernd" aus Florida. Aus diesem vielschichtigen Grundmaterial, gemischt mit grobkörnigen Farbpigmenten, Metallpulver und -spänen oder Halbedelsteinen formt Denzler schließlich seine zwischen Konkret-Formalem und Abstrahiert-Narrativen angesiedelten Bildwelten
"Das Malen beginnt für mich mit dem Träumen und Meditieren. Es ist ein Abbilden meiner Vorstellungen", charakterisiert Peter-Felix Denzler selbst sein Schaffen - und erfasst damit intuitiv, was Pablo Picasso 1923 so ausdrückte: "Ein Bild ist nicht von vornherein fertig ausgedacht und festgelegt. Während man daran arbeitet, verändert es sich im gleichen Masse wie die Gedanken. Und wenn es fertig ist, verändert es sich immer weiter, entsprechend der jeweiligen Gemütsauffassung desjenigen, der es gerade betrachtet. Ein Bild lebt sein eigenes Leben wie ein lebendiges Geschöpf, und es unterliegt den gleichen Veränderungen, denen wir im alltäglichen Leben unterworfen sind." Aufgestrichen auf Papier oder Leinwand, vermischen sich demnach auch in Denzlers Arbeiten gleichsam Erde und Träume, Formales und Fantastisches zu Sinnbildern einer vom Menschen begriffenen Schöpfung.
Tatsächlich blitzte gestern nach dem Aufbau beim Rundgang durch die fertigen Ausstellungen auf, wie stark beeinflusst Denzlers Arbeitsweise sich zeigt durch naturwissenschaftliche chemische Prozesse. Ich empfehle Ihnen deshalb nachdrücklich, das Gespräch mit ihm zu suchen zB über die sandtechnischen Problematiken und gefundenen Lösungen. Es könnte sich daraus ein philosophisches Gespräch ergeben, das sie ebenso reich heim begleitet, wie es Peter Felix Denzler erfreut.

Jürgen Edlinger

"Nachtgedanken" sind dabei jene Arbeiten auf Papier überschrieben, in denen sich die stilistische Raffinesse und hohe handwerkliche Fähigkeit Edlingers als Zeichner und Grafiker am unmittelbarsten erschließt.
Dabei entpuppen sich bei näherem Hinsehen seine Arbeiten auf Papier als durchaus kritische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Wirklichkeiten. Der besondere Reiz dieser Arbeiten wiederum ergibt sich daraus, dass der Künstler in ihnen konsequent unterschiedlichste Techniken, Vorlagen und Kulturkreise - samt den sie kennzeichnenden Statussymbolen - zu Abbildern der in marktschreierisch offen dargelegten und unsere Gesellschaft durchziehenden Moden und Narrheiten tatsächlich verborgenen Wünsche aufzeigen. Der kollektive Taumel.

Den "Nachtgedanken" gegenübergestellt sind Edlingers Gemälde hier oben, in denen er vor dem Leitmotiv "Verortung des Lichts" Prinzipien der klassischen Landschafts- und Pleinairmalerei in Projektionsflächen persönlicher Sehnsüchte transformiert. Während die Künstler der "Schule von Barbizon" im 19. Jahrhundert bestrebt waren, eine konkret erlebte Natur und deren Licht realistisch und möglichst objektiv wiederzugeben, greift Edlinger die unmittelbare Begegnung mit Landschaften auf, um damit verbundene Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen. Damit wendet er sich einerseits dem 18. Jahrhundert zu, in dem die Menschen "die Natur" zum Abbild der eigenen Seelenlage erklärten, lässt in seinen in der französischen Ardèche entstandenen Werken aber andererseits einen unvermutet nüchternen Ansatz aufscheinen, der die von ihm thematisierte "Verortung des Lichts" und deren unwirklich anmutendes Farbspiel als naturwissenschaftlich begründbare Phänomene ausweist. So stellen Jürgen Edlingers Gemälde letztendlich weniger Hommagen an überhöht empfundene Landschaften dar, sondern vielmehr Sinnbilder für Wünsche, Hoffnungen und Gedanken, in denen sich auf überaus subtile Weise Künstler und Betrachter begegnen.
Der ganze letzte Absatz ist im Übrigen zitiert nach Klaus, der ja mein Schweinedeutsch in Pressedeutsch umsetzt, also unsere Pressetexte verfasst, und hier ganz alleine Edlingers Malerei nachgegangen ist, mit durchaus treffenden und wichtigen einordnenden Aspekten.
Tatsächlich sehe ich in Edlingers Malerei aber noch etwas anderes, das auf der Auffassung der Malerei des 18. und 19. Jhrdts fußt, nämlich der naturwissenschaftliche Blick auf und in die Landschaft, der als Malerei anderes Wissen schaffen möchte.
Wir haben den Titel „Verortung des Lichts“ deshalb gewählt, weil er zwar auf das Spiel zwischen Tag und Nachtgedanken abzielt, vor allem aber, weil nur der wissenschaftliche Ansatz auf Phänomene des Lichts in der Malerei ganz eigene und auch neue Erkenntnisse erbringt.

Gerade bei diesen fünf Ausstellungen habe ich wieder einmal in meiner ganzen Betriebsblindheit als Galerist mit Aha bemerkt, dass so ein Ausstellungsprozess viel früher statt und sein Ziel findet, und nicht erst heute, und daß deshalb das, was wir hier jetzt tun, im eigentlichen Sinne nicht als Ausstellungs-Eröffnung bezeichnet werden kann. Es könnte – wenn wir es denn alle zuließen – statt einer Eröffnung dann eine Ausstellungs-Erschließung sein.

Mathias Beck

 

Verortung des Lichts

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

        

         

         

        

         

         

         

         

         

         

         

         

                   

         

         

 

Abbildungen Verortung des Lichts ansehen

 

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Opening Reception am 9.2.2008

         

         

              

         

         

         

         

         

         

                   

         

         

              

              

         

                   

         

              

              

         

         

         

              

         

              

              

              

              

              

         

         

              

              

              

              

         

         

         

         

         

         

 

Bilder von der Opening Reception am 9.2.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov

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Aufbau am 6., 7. und 8.2.2008

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

 

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Bilder der Webcam vom Aufbau am 7.2.2008 ansehen

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Atelierbesuch am 27.8.2007

         

         

         

         

         

 

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Information für die Medien

Jürgen Edlinger – "Nachtgedanken" | "Verortung des Lichts"
10. Februar bis 5. März 2008, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker

Ein Künstler, zwei Räume - zwei Werkblöcke: Entlang dieses Konzepts präsentiert die galerie m beck in einer Parallelausstellung Landschaftsinterpretationen von Jürgen Edlinger. Während im Foyer des historischen "Schwedenhofes" ausgewählte Arbeiten auf Papier des 1952 in Saarbrücken geborenen, heute in Bechhofen (Pfalz) lebenden Künstlers zu sehen sind, verdichten sich in der Bel Etage der Galerie rund 30 großformatige Gemälde zu situativen Seelenskizzen.

"Nachtgedanken" sind dabei jene Arbeiten auf Papier überschrieben, in denen sich die stilistische Raffinesse Edlingers als Zeichner und Grafiker am unmittelbarsten erschließt. Vordergründig im Stil der Impressionisten gehalten, entpuppen sich diese Landschaftscollagen indes bei näherem Hinsehen als durchaus kritische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Wirklichkeiten. Der besondere Reiz dieser Arbeiten wiederum ergibt sich daraus, dass der Künstler in ihnen konsequent unterschiedlichste Techniken, Vorlagen und Kulturkreise - samt den sie kennzeichnenden Statussymbolen - zu Abbildern verborgener Wunschwelten vermischt.

Den "Nachtgedanken" gegenübergestellt sind in Schwarzenacker Jürgen Edlingers Gemälde, in denen er vor dem Leitmotiv "Verortung des Lichts" Prinzipien der klassischen Landschafts- und Pleinairmalerei in Projektionsflächen persönlicher Sehnsüchte transformiert. Während die Künstler der "Schule von Barbizon" im 19. Jahrhundert bestrebt waren, eine konkret erlebte Natur und deren Licht realistisch und möglichst objektiv wiederzugeben, greift Edlinger die unmittelbare Begegnung mit Landschaften auf, um damit verbundene Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen. Damit wendet er sich einerseits dem 18. Jahrhundert zu, in dem die Menschen "die Natur" zum Abbild der eigenen Seelenlage erklärten, lässt in seinen in der französischen Ardèche entstandenen Werken aber andererseits einen unvermutet nüchternen Ansatz aufscheinen, der die von ihm thematisierte "Verortung des Lichts" und deren unwirklich anmutendes Farbspiel als naturwissenschaftlich begründbare Phänomene ausweist. So stellen Jürgen Edlingers Gemälde - ebenso wie seine "Nachtgedanken" - letztendlich weniger Hommagen an überhöht empfundene Landschaften dar, sondern vielmehr Sinnbilder für Wünsche, Hoffnungen und Gedanken, in denen sich auf überaus subtile Weise Künstler und Betrachter begegnen.

Die unter der Schirmherrschaft von Siegfried Hoffmann (Sankt Wendel) stehende Parallelausstellung "Jürgen Edlinger: "Nachtgedanken" | "Verortung des Lichts" ist vom 10. Februar bis einschließlich 5. März 2008 in der galerie m beck, Historischer Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, jeweils mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung zu sehen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de.

 

Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung