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10. Februar - 5. März 2008
Gerhard
Bär
Der Form nach | area


1955 in Erlangen geboren
1971 erste Steinarbeiten
1972-1974 Besuch der Fachoberschule für Gestaltung in Nürnberg
Parallel dazu Kurse bei Prof. Gerhard Wendland
von der Kunstakademie Nürnberg
1974-1977 Ausbildung zum Heilpädagogen in Heiligenberg und
Aberdeen/Schottland
mit Schwerpunkt in der künstlerischen Therapie
1978-1981 Ausbildung zum Priester der Christengemeinschaft in Stuttgart
1981-1989 Als Pfarrer in Marburg und Frankfurt/Main tätig.
Fortlaufend Kurse in Specksteinbearbeitung
mit Jugendlichen und Erwachsenen
1989 Umzug ins Allgäu
Freischaffend tätig in Seminaren und als Künstler
1993 erste Arbeiten in Bronze
1994 Mitglied im Berufsverband bildender Künstler Schwaben-Süd
1995 Weiterbildung in der Edelsteinschleifkunst in Idar-Oberstein.
Mitarbeiter in der Rehabilitationseinrichtung Stephanuswerk in Isny
1999 Beginn der Arbeit mit schwer erziehbaren Jugendlichen
2000 erste figürliche sakrale Arbeiten in Bronze
2000-2003 Ausbildung zum Heilpraktiker
Gründung einer Gemeinschaftspraxis mit Ehefrau Isabel Bär
2005-2007 2 Großskulpturen in Holz und Granit
Da sich die Symbiose von Wissenschaft (Medizin), Kunst und Religion in
meinem Kunstverständnis widerspiegelt, ist es vielleicht nicht
uninteressant, dass ich nicht ausschließlich als Künstler tätig bin.
Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen seit 1972
in zahlreichen Städten in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz
und Italien (Biennale in Florenz 2003)
Kunst im öffentlichen Raum
Seminarhotel Jonathan, Prien am Chiemsee
Kindergarten in Durach
Seniorenheim in Durach
in situ













Bilder
in situ ansehen
Weitere Bilder in situ ansehen | Fotos Nikola Dimitrov


Einführungsrede zur Ausstellung
Skulptur stammt aus dem lat. Sculpere und bedeutet
schneiden stechen schnitzen.
Dies beschreibt die Arbeit, die der 1955 in Erlangen geborene und heute
im Allgäu lebende Gerhard Bär am Rohmaterial durchführt. Der
Heilpädagoge, Pfarrer und Heilpraktiker Bär sagt selbst: „Er arbeitet
gern mit den Händen.“
Man schafft durch Wegnahme.
So stellt sich Gerhard Bär jedem Stein mit der Frage „Was willst Du
werden?“ erneut die Aufgabe den Stein so lange zu reduzieren, bis er die
ideale Form gefunden hat.
Immer darauf achtend nicht jenen Punkt, an dem der Stein seine
eigentliche Schwere und Schroffheit in die hier dargestellte
Leichtigkeit und Klärung umwandelt, zu überschreiten.
Ganz zwangsläufig entdeckt man in seinen Skulpturen die Formensprache
eines Brancusi wieder.
Welcher stets auf der Suche nach der reinen Form war. Dem Mitbegründer
Der Modernen in der Skulptur ging es um die richtige
Entmaterialisierung, um die Überführung der Materie in einen
schwerelosen Aggregatzustand.
Dies strebt auch Bär in seinen Arbeiten an. Die Leichtigkeit des Steins
heraus zu arbeiten.
Ebenso wie Brancusi nutz er durch die Glättung der Oberfläche die
Reflexionen des Lichts.
Bär weiß: Meisterlich ist das Einfache, nicht das komplizierte. Thea
Bach wandelte Brancusis ähnliche Aussage ins Allgemeine um welche dann
aussagt:
„Gerade in den einfachen Formen spiegelt sich das Leben, dessen
Vielgesichtigkeit, eine Vielzahl von Fragen und Antworten.“
Immer wieder finden wir auch in Bärs Werk Theorien der Modernen wieder.
Ihm ist die Reduktion und das Wohlgefällige wichtig, weniger das
Aufrührende.
Die Glättung der Oberfläche, die Ausarbeitung der Wölbung der Form und
auch der Maserung des Steins ergeben im Gesamtbild einen Einklang. Einen
Einklang mit der Umwelt und dem Betrachter. Oftmals spricht Bärs
Skulptur den Betrachter an und reizt ihn sogar zu einer Kontaktaufnahme.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein anregendes Zwiegespräch mit den
hier ausgestellten Skulpturen.
Jutta May



Vom Zauber gestalteter Form - Der Weg vom Stein zur
Skulptur
Diese Ausstellung möchte anhand von einigen Exponaten die Entwicklung
vom Rohling zur fertigen, aufgerichteten Skulptur zeigen.
Welche Verwandlungen sind mit dem Naturmaterial Stein möglich, was ist
der Gewinn aus der Bearbeitung durch den Künstler und welche Bedeutung
gewinnt die fertige Skulptur für den Betrachter?
Das sind Fragen, mit denen sich Gerhard Bär seit 35 Jahren
auseinandersetzt und auf die er mit seinen Werken in vielfältiger Weise
eingeht.







Mein Weg zur Kunst | Persönliche Betrachtungen
Wo die Kunst ihren Ursprung hat
Über Kunst lässt sich vorzüglich philosophieren, debattieren und sogar
streiten:
Was ist Kunst?
Wer ist es wert, ein Künstler genannt zur werden?
Was will durch Kunst ausgedrückt werden?
Was verändert sie in der Welt?
Warum betätigten sich schon die in Höhlen lebenden Menschen als Künstler
und malten auf die Felswände Menschen und Tiere?
Offenbar ist es ein Urbedürfnis des Menschen, sich künstlerisch
auszudrücken.
Die persönlichen Anfänge
Was in den Kindheitstagen der Menschheit seinen Anfang genommen hat,
wiederholt sich in der eigenen Kindheit eines jeden Menschen.
Meine ersten Anfänge künstlerischen Ausdrucks liegen schon in der
Schulzeit.
Weil meine Eltern meine künstlerische Ader früh erkannten, durfte ich ab
der 6. Klasse die Rudolf-Steiner-Schule in Nürnberg besuchen.
Sie war dafür bekannt, dass dort viel Wert auf die künstlerischen Fächer
gelegt wurde, nicht um aus allen Kindern Künstler zu machen, sondern
weil die Kunst als Menschenbildende, erzieherische Kraft ein
wesentlicher Teil der Waldorfpädagogik ist.
Über den Kunstunterricht hinaus zeichnete ich auch in anderen
Schulstunden viel auf Schmierblättern, um mich besser konzentrieren zu
können.
Dabei beobachtete ich, welche Linien, Kurven und Strichformationen mich
ansprachen und welche nicht.
Ich bemerkte, dass durch eine bestimmte Anordnung der Striche auf dem
Papier eine Dynamik entstand, an der sich das Auge erfreuen konnte und
dass es davon Abweichungen gab, die nicht so gut aussahen.
Wie ein Rennfahrer die Ideallinie auf der Piste sucht, so interessierte
mich die ideale Linie auf dem Blatt und wie man es schaffen konnte, dass
die Striche auch einen räumlichen Eindruck hervorriefen.
Dabei ging es mir nicht um eine gegenständliche Darstellung von etwas,
sondern um den Reiz der abstrakten Formationen.
Das galt auch für plastische Versuche.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die erste aus Ton geformte Plastik in
der 10. Klasse, bei der ich es schaffte, der Oberfläche eine Spannung zu
verleihen, was mir im 9. Schuljahr noch nicht gelungen war.
Der erste geschliffene Stein
Meinen ersten Speckstein hatte ich im Kunstunterricht der 11. Klasse in
der Hand.
Wir sollten aus dem schwarz-weiß gemaserten Rohling einen
Handschmeichler formen.
Der frei gebrochene Brocken passte gut in meinen Handteller und war mit
der Raspel leicht zu schleifen.
Damals nahm ich noch auf jede kleine Erhebung des Steines Rücksicht und
wagte kaum, ihn zu verändern.
Mit der Zeit wurde ich mutiger und gab den entstehenden Kanten mehr
Eindeutigkeit.
Ausgangspunkt blieb aber immer die schon vorhandene, natürlich
gebrochene Form des Rohlings.
Ich hatte nie das Bedürfnis, den Steinen eine von mir vorgestellte Form
aufzuzwingen und sie nur als Rohstofflieferant zu betrachten.
Sie selbst waren für mich immer der Ausgangspunkt meines plastischen
Gestaltens.
Das pädagogische Prinzip der Bearbeitung
Der Reiz dieses künstlerischen Arbeitens liegt gerade darin, das
Unvollkommene anzunehmen, es dann zu verbessern, bis es vollkommen
bejaht werden kann.
Während der Arbeit schwingt immer die Frage mit: „Was willst du werden?“
Es ist wie in der Erziehung der Kinder: Sie bringen etwas mit ins Leben,
was sich im Laufe der Jugend ausgestalten möchte.
Sie sollen nicht das werden, was wir wollen, sondern was sie sich selbst
vorgenommen haben.
Insofern ist mein Umgang mit den Steinen auch ein pädagogischer.
Ich nehme den Stein in seinem Sein ganz ernst und helfe ihm, sich von
seiner schönsten Seite zu zeigen.
Durch das Schleifen und die anschließende Politur entfaltet er auch
seine Farbigkeit, die ohne diesen Prozess nicht so sichtbar geworden
wäre.
Verletzung oder Verbesserung der Natur?
Manchen Menschen tut es innerlich weh, wenn sie sehen, wie ein Stück
Natur „unters Messer kommt“ und bearbeitet wird.
Der Stein verliert notgedrungen zunächst etwas von seiner Natürlichkeit,
weil etwas weggenommen wird und die raue Oberfläche Kratzer bekommt.
Es ist ein Abbauprozess, der als schmerzhaft empfunden werden kann.
Man kann diese Phase der Arbeit mit dem Haare kämmen vergleichen.
Haare werden ja nicht so gekämmt, dass man sich dabei die Haare
ausreißt, sondern man versucht Ordnung in das Durcheinander der Haare
mit Hilfe des Kammes zu bringen.
Ähnlich wie mit einem Kamm kann man auch mit der Raspel umgehen.
Die Arbeit damit sollte den Zustand des Steines verbessern.
Das gelingt am besten, wenn man mit jedem Raspelstrich darauf achtet,
dass nicht nur etwas weggenommen wird, sondern auch etwas hinzukommt.
Das Geheimnis der gewölbten Fläche
Was da hinzukommt, ist die nach innen oder nach außen gewölbte Fläche.
Sie fasst die vielen kleinen Erhebungen und Vertiefungen des Steines zu
einer Bewegung, einer Linie, Kontur oder Kante zusammen.
Es ist wie eine Verjüngungskur der alten, runzeligen Oberfläche des
Steins.
Er bekommt eine neue „Haut“, die den Eindruck vermittelt, dass darunter
junges, straffes Gewebe oder kräftige Muskeln sitzen.
Es kann auch eine feingliedrige Gestalt sichtbar werden.
Entscheidend für die lebendige Wirkung des Steines ist die glatte,
bewusst gespannte Oberfläche des Steines.
Sie sollten wir von Anfang an im Auge behalten und immer deutlicher
herausarbeiten.
Die Gefahren bei der Suche nach der Form
Bilden wir mit der Raspel keine „Haut“ auf der Oberfläche des Steines,
werden wir mehr und mehr Material verlieren.
Der Stein schrumpft vor unseren Augen dahin, weil wir ihn fortwährend
verletzen, statt ihn aufzubauen.
Wir nehmen mehr und mehr weg und es kommt nichts Neues hinzu.
In meinen Speckstein-Kursen muss ich manchmal jemandem den Stein
rechtzeitig aus der Hand nehmen, damit er nicht ganz zu Staub zermahlen
wird auf der verzweifelten Suche nach der richtigen Form.
Wir sollten nur das wegnehmen, was für eine harmonische Erscheinungsform
des Steines unbedingt nötig ist.
Meisterlich ist das Einfache, nicht das Komplizierte
Darin liegt ein entscheidendes Moment der Kunst, mit möglichst wenig
Aufwand möglichst viel zu erreichen.
Es ist wie bei einem guten Komiker, der mit ganz sparsamem Minenspiel
sein Publikum erfreut.
Nicht die Fülle der Erhebungen und Vertiefungen machen den Reiz der Form
aus, sondern die bewusst geführte, harmonisch eingebundene große Geste,
die eine eindeutige Sprache spricht.
Formensprache soll verständlich sein, der Formwille spürbar werden.
Einfach sein ist nicht so einfach
Nicht jede eindeutige Form ist gleich reizvoll.
Der so genannte „Bierbauch“ eines Mannes wird kaum als attraktiv
empfunden, ein strammer Po oder Busen schon.
Warum ist das so?
Und wie viel Volumen braucht es da, um ansprechend zu wirken?
Ab welchem Umfang wird es wieder unappetitlich?
Da liegen die Geschmacksgrenzen oft weit auseinander, aber es gibt schon
einen Bereich, der generell als sehr einladend empfunden wird und bei
Übertreibungen des Schönheitschirurgen wird es von vielen Menschen als
zu viel des Guten erlebt.
Welche Rolle spielt die Liebe?
Obwohl ich bei den Steinen gar keine Figuren mache, sagen doch viele
Menschen, dass meine Skulpturen etwas Erotisches an sich haben.
Viele Menschen fragen auch gleich, ob sie den Stein streicheln dürfen.
Das tun wir ja nur bei etwas, was uns anzieht, was uns sympathisch ist,
was wir lieben.
Die liebevolle Hingabe an den Stein begleitet den ganzen
Bearbeitungsprozess und wird am Ende vom Betrachter wieder gespürt.
Von Anfang an hat der Stein seine Streicheleinheiten bekommen.
Nach dem ersten liebevollen Betrachten wird nur das von ihm weggenommen,
was den harmonischen Gesamteindruck stört.
Übrig bleibt das, was uns gefällt, was die Skulptur schön, gestrafft,
aber in sich beweglich wirkend erscheinen lässt.
Das große Vorbild Natur
Dann haben wir erreicht, was schon für Goethe das Ziel der Ästhetik war.
Die Kunst soll steigern und vervollkommnen, was in der Natur schon
wunderbar veranlagt ist.
Das ist ein großes Ideal für den Künstler, die Ansätze der Natur noch zu
steigern.
Moderne Künstler treten nicht gerne in die Fußstapfen der Natur, um
nicht an ihr gemessen zu werden.
Die Naturwissenschaftler und Designer haben den Vorbildcharakter der
Natur aber längst entdeckt.
Sie bewundern die Fliege, die kopfüber an der Decke entlang läuft oder
den Frosch, der glatte, nasse Pflanzen erklimmen kann.
Sie analysieren den Faden der Spinne und versuchen, ihn nachzuahmen.
Architekten bauen Hochhäuser nach dem Prinzip des Schachtelhalmes und
Autodesigner nehmen sich Fische als Vorbild für ihre aerodynamischen
Modelle.
Die Berufung des Menschen
“Ihr werdet größere Werke tun als ich“ prophezeit Christus im
Johannesevangelium.
Ist das möglich, wo doch Kindheitslegenden Jesu erzählen, dass er aus
Ton einen kleinen Vogel geformt hat, den Klumpen anhauchte, in die Luft
warf und fliegen ließ?
Wer von uns kann das?
Schiller sagte einmal:
„Suchst du das Höchste, das Größte,
die Pflanze kann es dich lehren,
was sie willenlos ist,
sei du es wollend, das ist`s.“
Da unterscheiden wir uns tatsächlich von der Natur, dass wir einen
freien Willen haben, mit dem wir gestaltend auf der Erde eingreifen
können.
Ich sage bewusst „gestaltend“ und nicht „verbrauchend“, „schädigend“,
oder gar „zerstörend“.
Der „gute“ Wille
Der freie Wille hat Möglichkeiten in viele Richtungen.
Wir nähern uns der Schicksalsfrage der Menschheit:
Machen wir uns die Erde untertan bis zu ihrem Untergang?
Sind wir immer nur „Verbraucher“, bis nichts mehr übrig ist vom Reichtum
der Bodenschätze, von der Artenvielfalt, vom ökologischen Gleichgewicht?
Oder geht es auch anders?
Die „qualitative“ Steigerung
Haben wir die Kunst jetzt verlassen oder eine ihrer wesentlichen
Aufgaben gefunden?
Ist sie uns Lehrmeister, wie wir mit den Schätzen der Erde umzugehen
haben, damit sie sich vermehren, verbessern, steigern, fruchtbarer
werden?
Für die ersten Ackerbauern war es klar, dass sie aus Gräsern Körner
tragende Getreidearten züchten wollten,
Der Landwirt weiß noch heute, dass er den Boden pflegen und düngen muss,
um den Ertrag zu steigern.
In der Kunst geht es natürlich nicht um Steigerung der Ertragsmenge,
sondern um eine qualitative Verbesserung der gegebenen, natürlichen
Verhältnisse.
Ziergärten zeigen, wie sich sinnvoll und schön angelegte Pflanzen zu
einem Gesamtkunstwerk zusammenstellen lassen.
Sollte das mit einem Stein nicht auch möglich sein?
Wir haben schon davon gesprochen, dass durch das Schleifen oft erst die
wunderschöne Farbe eines Steines an die Oberfläche kommt.
Der gestaltete Stein
Was bewirken wir sonst noch durch eine dem Stein entsprechende
Formgebung?
Der Stein wirkt bearbeitet nicht mehr so schwer wie vorher.
Im Gegenteil, wenn er auf einer schmalen Standfläche aufgestellt wird,
ist er leicht wie eine Pflanze, die aus dem Erdreich ragt.
Er ist der Schwere scheinbar enthoben und tanzt über die Erde.
Wir meinen, er bewegt sich, obwohl er doch genauso ruhig dasteht wie vor
dem Schleifen.
Aber die Linienführung der gewölbten Oberfläche vermittelt diese
scheinbare Beweglichkeit.
Unser Auge gleitet diese Linien entlang, bewegt sich von einer Fläche
zur anderen.
Eigentlich sind wir es, die durch den geformten Stein in Bewegung
geraten.
Er bewegt uns und wir glauben, er bewegt sich.
Sein Gleichgewicht wird unser Gleichgewicht, seine Leichtigkeit wird
unsere Leichtigkeit,
seine Harmonie wird unsere Harmonie, seine Eindeutigkeit wird unsere
Eindeutigkeit.
So hat ein stimmig gestalteter Stein eine geradezu therapeutische
Wirkung auf den Betrachter, der sich auf ihn einlässt.
Er ist eine unerschöpfliche Kraftquelle, ein unerschütterliches Vorbild,
die Verkörperung der besten Tugenden, die ihm der Künstler
eingeschrieben hat.
Wir alle kennen die wunderschöne Büste der Nofretete. Generationen von
Menschen haben sich an ihr erbaut und nur zu gerne würden die Ägypter
sie wieder in ihre Heimat holen.
Die Verantwortung des Künstlers
Gut gestaltete Skulpturen haben eine ähnliche Ausstrahlung und
bereichern unsere Kultur über lange Zeiträume.
Umgekehrt strahlen natürlich auch missratene Objekte auf den Betrachter
aus und erregen unter Umständen sehr heftig sein Gemüt.
Oft will die moderne Kunst gerade das erreichen.
Mein Anliegen ist das nicht.
Ich möchte die Menschen durch meine Skulpturen aufmuntern, stärken,
verlebendigen und zum Staunen anregen.
Sie sollen erleben, wie schön die Welt sein kann und wie wertvoll der
steinige Boden ist, auf dem wir stehen.
Ich fühle mich für die Wirkung meiner Skulpturen verantwortlich und
möchte, dass sich der Betrachter auch noch nach Jahren daran erfreut und
aufrichtet.
Der stille, bescheidene, aber nachhaltig wirkende Auftritt ist mir mehr
wert als schrilles, provokantes Getöse, das heute erschreckt und morgen
verblasst.
Aus Erfahrung weiß ich, dass meine Skulpturen sehr viel Sympathie
erwecken und deshalb gerne angefasst werden. Was man liebt, möchte man
streicheln.
Das ist ausdrücklich erlaubt und sogar erwünscht, um die Formen noch
besser zu „begreifen“.
Die Hände erfassen mehr als tausend Worte, deshalb endet hier auch meine
persönliche Betrachtung zur Ästhetik meiner Skulpturen.
Gerhard Bär




Abbildungen
Skulpturen Gerhard Bär ansehen
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Skulpturen Gerhard Bär ansehen



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Aquarelle Gerhard Bär ansehen
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Skulpturen im Raum Gerhard Bär ansehen

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Opening Reception am 9.2.2008









































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der Opening Reception am 9.2.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov
Weitere
Bilder von der Opening Reception am 9.2.2008 ansehen | Fotos Nikola
Dimitrov
Weitere
Bilder von der Opening Reception am 9.2.2008 ansehen | Fotos Nikola
Dimitrov
Weitere Bilder
von der Opening Reception am 9.2.2008 ansehen
Bilder der
Webcam von der Opening Reception am 9.2.2008 ansehen
Aufbau am 6., 7. und 8.2.2008












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Weitere Bilder
vom Aufbau am 8.2.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov
Bilder vom
Aufbauabendessen am 8.2.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov
Weitere Bilder
vom Aufbauabendessen am 8.2.2008 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov
Bilder
der Webcam vom Aufbau am 7.2.2008 ansehen
Bilder der
Webcam vom Aufbau am 8.2.2008 ansehen
Information für die Medien
Gerhard Bär – "Der Form nach"
10. Februar bis 5. März 2008, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker
Was ist Kunst – und wer ist es wert, ein Künstler genannt zur werden?
Was will durch Kunst ausgedrückt werden – und was verändert sie in der
Welt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen - und mit dem Schöpferischen
als Menschen bildendes Element – beschäftigt sich Gerhard Bär sowohl als
Bildhauer wie auch als Heilpädagoge und Priester. Insofern offenbart
sich in den nun in der galerie m beck gezeigten Skulpturen des 1955 in
Erlangen geborenen, heute im Allgäu lebenden Künstlers dessen Arbeit
zugleich als ungewöhnliche Symbiose aus produktiver Kraft, heilender
Wissenschaft und Religion.
Ausgangspunkt seines Schaffens sind dabei von ihm ausgewählte Steine,
die er entlang seines "pädagogischen Prinzips der Bearbeitung" in
abstrakte Formationen überträgt: "Der Reiz dieses künstlerischen
Arbeitens", so Bär, "liegt gerade darin, das Unvollkommene anzunehmen,
es dann zu verbessern, bis es vollkommen bejaht werden kann". Während
des Entstehungsprozesses schwingt dabei nach eigenen Worten immer die
Frage mit: "Was willst du werden?".
Insofern ist auch sein von der Natur inspirierter Umgang mit diversen
Werkmaterialien – bei aller Intuition – stets ein methodischer: "Ich
nehme den Stein in seinem Sein ganz ernst und helfe ihm, sich von seiner
schönsten Seite zu zeigen". Meisterlich indes, weiß Bär, "ist das
Einfache, nicht das Komplizierte". Demnach liegt nach seiner Auffassung
ein entscheidendes Moment der Kunst darin, "mit möglichst wenig Aufwand
möglichst viel zu erreichen: Nicht die Fülle der Erhebungen und
Vertiefungen macht den Reiz der Form aus, sondern die bewusst geführte,
harmonisch eingebundene große Geste, die eine eindeutige Sprache
spricht".
Die Erfahrung wiederum hat Gerhard Bär gelehrt, dass ein stimmig
gestalteter Stein eine geradezu therapeutische Wirkung entfalten und
eine unerschöpfliche Kraftquelle sein kann - "ein", wie er sagt,
"unerschütterliches Vorbild, die Verkörperung der besten Tugenden, die
ihm der Künstler eingeschrieben hat". Vor diesem Hintergrund ist es
verständlich, wenn er sich wünscht, dass seine Arbeiten angefasst und
aus der Berührung heraus ihr Wesen entdeckt, sie somit im wahrsten Sinne
des Wortes begriffen werden sollen. "Die Hände", lautet das Credo dieses
international tätigen Künstlers, "erfassen mehr als tausend Worte".
Die Ausstellung "Gerhard Bär | Der Form nach" ist vom 10. Februar bis
einschließlich 5. März 2008 in der galerie m beck, Historischer
Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, jeweils mittwochs
bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr
sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung zu sehen. Der Eintritt ist
frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52
sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de.
Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung
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