galerie m beck
comebeck ltd .ca | Deutsche Niederlassung
Schwedenhof | Am Roemermuseum | 66424 Homburg/Saar | Germany
galmb@comebeck.com

 

 
 

9. Dezember 2007 - 9. Januar 2008

 

 Rob den Boer 

Lines | Auf Papier | Im Raum

 

 

 

Foto Martin Spronk

 

Ausbildung:
Hochschule für Bildende Kunste in Utrecht, Abteilung Bildhauerei (1992-1997)

Mitgliedschaften:
Maatschappij Arti & Amicitiae (Kunstkreis), Amsterdam, Niederlanden (seit 2006)
Gewerkschaft Bildender Künstler (BBK), Amsterdam, Niederlanden (seit 1998)
Redaktionsmitglied BBK-Kunstzeitung (2002-2007)
Königliche Vereinigung von Bildender Künstler in Belgiën (KVBKB), (seit 2006)

Preise
Nominiert für die Boellaardpreis, Genootschap Kunstliefde Künstlerkreis, Utrecht, Niederlanden, 2004

 

in situ

         

         

 

Bilder in situ ansehen

Weitere Bilder in situ ansehen | Fotos Nikola Dimitrov

 

Exhibitions

Galerie Monika Beck, Homburg-Saar, Deutschland, 2007
Hafenkanzlei, Dortmund, Deutschland, 2007
Galerie Kunstkerk, Amsterdam, Niederlanden, Gruppen, 2007
Galerie Scala, Culemborg, Niederlanden, Gruppen, 2006
Rathaus in Damme (zür Brugge), organisiert von der Königliche Vereinigung von Bildender Künstler in Belgiën (KVBKB), 2006

Klagenfurter Herbstmesse, Österreich, 2006
Museumsprojekt Hörder Burg, Dortmund, Deutschland, 2006
Orangerie, Amstelpark, Amsterdam, Niederlanden, Gruppen, 2006
Galerie Noord, Groningen, Niederlanden, Gruppen, 2005
Galerie eigenArt, München, Deutschland, 2005
Maximale Resolutie, CBK-Gelderland, Arnhem, Niederlanden, Gruppen, 2004
Synergy Gallery, Brighton, Vereinigtes Königreich, Einzel, 2004
Genootschap Kunstliefde Künstlerkreis, Utrecht, Niederlanden, Gruppen, 2004
Salzburger Messe, Österreich, 2003
Outspoken Art/Arte Claro, St. Thomas Universität, Fredericton, Kanada, Gruppen, 2003
Kapel Museum Elisabeth Weeshuis, Culemborg, Niederlanden, Gruppen, 2003
Galerie Kleur, Dordrecht, Niederlanden, Einzel, 2002
Artiade, Kunstbörse, Alkmaar, Niederlanden, 2001
Museum Elisabeth Weeshuis, Culemborg, Niederlanden, Gruppen, 2000

 

             

         

 

Einführungsrede

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Begrüßen möchte ich auch zwei ganz wichtige Frauen des heutigen Abends, einmal Dorothée Pirrung, die wir im vergangenen Monat mit ihren plastischen Arbeiten gezeigt haben, und von der Sie nun auch Malerei sehen, und Verena Paul, die schon zur Plastik gesprochen hat, und nun auch in die Ausstellung von Dorothée Piirrung einführen wird.

Vier Männer bleiben übrig, die ich Ihnen kurz vorstellen möchte.
Rob den Boer, der jüngste in der Runde, 1968 geboren und Holländer und, wie Sie sehen, die Behauptung untermauernd, dass die Holländer heute wenn nicht die größten, dann doch die längsten Menschen auf der Welt sind. Überragend.
Jinmo Kang, Koreanischer Bildhauer, 1956 geboren, und Meisterschüler des saarländischen Bildhauers Leo Kornbrust an der Akademie in München, von dem wir schon einmal 1996 Arbeiten hier präsentiert haben.

Zwei Ausstellungen von fünf haben wir dann eingerichtet zum Siebzigsten.
Einmal für Balamon, geboren in Merseburg, und hier in der Galerie zum ersten Mal mit einer Ausstellung, zum anderen für Walter Henn, geboren in Frankfurt, und hier in einer Einzelausstellung zum sechsten Mal seit 1984 präsentiert.

"Mit sich'rem Auge" nimmt sich Walter Henn einem Sehnsuchtsbild des Abendlands an: der Idylle. Bezeichneten die alten Griechen mit dem Wort eidyllion ursprünglich ein kleines, eigenständiges Gedicht oder Bildchen, verwandelten Dichter wie Theokrit, Vergil und Catull, vor allem aber die Ideale der Romantik diese Kunstgattung in den Inbegriff eines harmonisch verklärten Landlebens. Mit der Auflösung des Bildlichen in eine Landschaft, wie er sie sieht, beschreitet Henn den umgekehrten Weg: So verwandelt der bevorzugt in Zyklen arbeitende Maler oberflächlich erschlossene Naturbilder in Seelenwelten und spielt auf der Suche nach den Ursprüngen des eidyllion mit Wahrnehmungsmustern und Wunschträumen. "Die plötzliche Erscheinung eines Vorstellbaren, jedoch nie Wirklichkeit Werdenden – die nur im Bild wie selbstverständlich wirkende Darstellung des Unmöglichen" führt dazu, dass Henns gemalte Momentaufnahmen eher Moritaten als Idealkopien klassischer Landschaften gleichen. Diesen Aspekt unterstreicht auch die räumliche Anordnung seiner auf Papier gefertigten und anschließend auf Leinwand aufgezogenen Arbeiten: Je nachdem nämlich, welche Sequenz der Betrachter herausgreift, ergeben sich immer neue "Idyllen".

Aber auch das, was zu Balamons Ansätzen und künstlerischen Auffassungen angemerkt werden kann, könnte gleich für Walter Henn gelten.

Balamon beschreibt nämlich durchaus hintergründig den Werkprozess, der seinen Arbeiten auf Leinwand und Papier vorausgeht. "Ich beginne wieder ein neues Bild zu malen. Ich weiß von Anfang an, ich male wieder das ‚gleiche Bild‘. Ob ich gleich die Formen und Farben ändere, den Pinselstrich variiere und alles hinter mir lasse und alles neu entdecke: Ich male immer das ‚gleiche Bild‘, immer die gleiche Ordnung". Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das Erklären dieser Ordnung einer Interpretation seiner Arbeiten gleichkommt. Konzeptionelle Grundlage seiner aus Flächen und Farben konstruierten Werke sind die Prinzipien der konkreten Malerei, wobei nach Balamons Ansicht "nichts wahr ist außer der Farbe". Diese wiederum begreift er als "konstante Energie", als "die Grundsubstanz der Malerei, die nicht anderes als sich selbst bedeutet."

Indem Balamon um die Wirksamkeit der malerischen und visuellen Ordnung weiß, transformiert – und durchbricht – er diese auf einer anderen, geistigen Ebene, wenn er in seinen aktuellen Werken gezielt gesetzte Versatzstücke aus Mathematik, Philosophie und einer im Alltag verhafteten Kunstgeschichte zu vielschichtigen Collagen verdichtet. "Die Menschen", weiß Balamon, "suchen allenthalben nach dem Sinn: Sei es der Sinn des Lebens, der Sinn der Träume, der Sinn der behördlicher Vorschriften.

Nur in der Malerei", stellt er verwundert fest, "ist die Sinnfrage nicht erlaubt. Das erklärt das Geheimnis um die Malerei, das Unverständnis gegenüber der reinen Malerei und die Sucht nach dem wunderbaren Bild".

Rob den Boer bekennt: "Ich bin sehr an Figuren interessiert, die ich in der Realität immer wieder in diverser Gestalt wahrnehme, und die darum in bestimmtem Maße zeitlos sind", und erwähnt in diesem Zusammenhang Kreis, Quadrat und Parabel.

"Mein Werk atmet jedoch den Ursprung der Bedeutung dieser Figuren, weil sie unlöslich mit dem verbunden sind, was sie repräsentieren. Die Inspiration zur Gestaltung eines abstrakten Werkes kann dabei nach seinen Worten aus allem entstehen: "Meist gehe ich von dem aus, womit ich mich im Moment der Gestaltung als Person beschäftige. Die Figuren, die dabei in mir wachgerufen werden, dienen als Ausgangspunkt. Einmal an der Arbeit, ergibt sich die nächste Linie aus der vorherigen".
Seine Grafik rekurriert ihrem Wesen nach Skulptur bzw den Raum. In ihnen offenbaren sich nicht nur die Faszination und die unendliche Formenvielfalt der Linie, sondern auch Rob den Boers Fähigkeit, sie in spontan erscheinende, tatsächlich jedoch verblüffend differenzierte Mikrokosmen zu übertragen.
Bemerkenswert ist inosfern die Entwicklung seiner ganz eigenen Handschrift in den vergangenen Jahren in der absoluten Betonung der Linie. Bei allen Grafiken und Zeichnungen ist der Aspekt hervoruzuheben, dass den Boer weglassen kann, dass seine Arbeiten stets ein wohl temperiertes Verhältnis zwischen Lineatur und Ausparung aufweisen, dass jedweder geschaffene Zwischenraum in den Linien gleichsam atmet.

Bei Jinmo Kang hingegen richtet sich der Wunsch nach Ausdruck und Bannen mittlerweile auf Holz und auf Objekte des Alltags, die er in der bildhauerischen Bearbeitung transformiert. Dadurch werden diese alltäglichen Gegenstände sozusagen zu mythischen, weihevollen Mahnmalen der Wirklichkeit: diesseitige Transzendenz.
Gleichzeitig Skulptur und Plastik entsteht seine Kunst aus persönlichen Erfahrungen, der Faszination von Materialien und der jeweiligen intuitiven Inspiration heraus. Welche Geheimnisse sind bereits angelegt? Was will sich in dem Werk ausdrücken?

Welche Geschichten liegen noch im Verborgenen und wollen an die Oberfläche? sind dabei Fragen, denen Jinmo Kang beim "Werden lassen" folgt: Hierbei sind das bewusste jeder Arbeit vorangestellte gedankliche Experimentieren und Improvisieren, die Integration von "Früherem" – Kang hebt diese zeitbezogene Definition verschiedener Epochen in seiner Kunst auf ungewöhnliche Weise auf –, das Spontane, Erhabene einerseits Voraussetzung, andererseits aber auch Ergebnis seines schöpferischen Gestaltens.

Mathias Beck

 

         

              

         

 

Ein ständiger Strom an Zeichnungen, meist Holzkohlezeichnungen, stellt die Basis für Graphik und Skulptur dar. Neben dieser Funktion als Ideenreservoir stellen diese Zeichnungen auch eigenständige Arbeite dar.

Der Künstler ist auf der Suche nach Momenten und Verbindungen, welche die kontinuierliche Wellenbewegung wiederspiegeln, die in der Natur sowie im Leben des Menschen stets zurückkeren: dies sind Momente der ZEITLOSIGKEIT.
Intuitiv werden Linien und Formen festgelegt, die in Serien von Zeichnungen einen bestimmten Zusammenhang aufweisen. Das Reagieren auf sich ergebende Bildelemente, das Verlagern von Verankerungspunkten und die Verwunderung spielen dabei eine grosse Rolle. Von den so entstandenen Arbeiten geht eine natürliche Präsenz aus, die aus dem Bild selbst entsteht.

Die vom Künstler verwendeten Materialien sind beinahe immer natürlicher Art: Holz, Papier, Metall, Holzkohle. Häufig stellt das Holz die Grundlage oder den Rahmen dar, woraus sich die Skulptur entwickelt.

Allen Zeichnungen, Radierungen und Skulpturen ist die Faszination fur die LINIE, das Weglassen, die Verhältnisse und die Verbindungen eigen, so dass die Fläche atmet und ein Natürliches Gleichgewicht zwischen dem künstlerischen Prozess und der Materialbehandlung entstehen kann.

 

              

              

         

         

         

         

 

EINFÜHRUNG IN MEIN WERK
Ich bin sehr an Figuren interessiert, die ich in der Realität immer wieder in diverser Gestalt wahrnehme, und die darum in bestimmtem Maße zeitlos sind. Ich nenne den Kreis, das Quadrat, die Parabel, usw. Mein Werk atmet jedoch den Ursprung der Bedeutung dieser Figuren, weil sie unlöslich mit dem verbunden sind, was sie repräsentieren.

Die Inspiration zur Gestaltung eines abstrakten Werkes kann bei mir aus allem entstehen. Meist gehe ich von dem aus, womit ich mich im Moment der Gestaltung als Person beschäftige. Die Figuren, die dabei in mir wachgerufen werden, dienen als Ausgangspunkt. Einmal an der Arbeit, ergibt sich die nächste Linie aus der vorherigen. Die Figur (meiner Inspirationsquelle), mit der ich begonnen habe, schwebt während des Gestaltungsprozesses irgendwo im Unbewussten. Indem ich mich von diesem Bild möglichst löse, versuche ich die Betonung auf die Gestaltung einer möglichst starken Figur zu legen (als Figur an sich). Mein Hintergrund als Bildhauer spielt dabei eine große Rolle. Erst hinterher, wenn ich zu der Schlussfolgerung komme, dass das Werk die endgültige Form erreicht hat, kann ich selbst mehr sagen über die Bedeutung der letztendlichen Figur in Beziehung zu der Figur der Inspirationsquelle. Indem ich Abstand zur Quelle bewahre, kreiere ich für mich selbst eine maximale Möglichkeit, neue Formen zuzulassen. Die Figur, die am Ende herauskommt, zeigt mich als Gestalter neuer Gesichtspunkte bezüglich der Quelle, die mich zu einem neuen Werk inspirieren. Ich arbeite darum häufig in Serien.

Im Allgemeinen mag ich schnelle Medien, mit denen ich mich auf die Vertiefung meiner Thematik konzentrieren kann. Das Zeichnen ist für mich dann ein Medium wie kein anderes. Mein Künstlertum ist stark auf die Darstellung meiner Ideen ausgerichtet. Diese Ideen sind ebenfalls abstrakt und gehen als autonome bildende Elemente in Form, Linie und Raum über. Die Kernfrage ist, wie diese sich miteinander verhalten. Das Material ist ein Mittel, um diese Umsetzung zu bewerkstelligen.

Rob den Boer | November 2006

 

         

         

         

 

                   

 

Das Linien Bewegung betonen, findet sich auch in den Arbeiten von Rob den Boer. Seine Werke definieren sich über die Linie und Wellenbewegungen. Doch spielt sich alles auf der Leinwand ab. Keine Linie, die ihre Bewegung über den Bildrand hinaus fortsetzt sondern, fast auf die Bildmitte konzentriert, kreisen sie umeinander und ineinander. Keine Ecken und klar definierten Linien sind es, sondern freie aber doch bewußt gesetzte Linien.

Carmen Beckenbach

 

              

                   

         

         

                   

         

         

         

 

Abbildungen Rob den Boer Radierungen ansehen

Abbildungen Rob den Boer Kohlezeichnungen ansehen

Abbildungen Rob den Boer Lithografien ansehen

Abbildungen Rob den Boer Pastell ansehen

 

>> Intranet     | content\cd\artprof12-4-1.pdf

 

>> Intranet     | content\cd\artprof12-4-2.pdf

 

Opening Reception am 8.12.2007

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

 

Bilder der Opening Reception am 8.12.2007 ansehen

Bilder der Opening Reception am 8.12.2007 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov

Bilder der Opening Reception am 8.12.2007 ansehen | Fotos Hans Peter Mürz

Webcambilder der Opening Reception am 8.12.2007 ansehen

 

Aufbau am 7.12.2007

         

         

         

         

         

         

         

 

Bilder vom Aufbau am 7.12.2007 ansehen

Weitere Bilder vom Aufbau am 7.12.2007 ansehen

Bilder vom Ausstellungsaufbauabendessen am 7.12.2007 ansehen | Fotos Nikola Dimitrov

Bilder der Webcam vom Aufbau am 7.12.2007

 

Information für die Medien
"Kunst in Zusammenhängen des Geistigen und die Idylle als Problemzustand"
Eine Parallelausstellung mit Werken von Balamon, Jinmo Kang, Dorothée Pirrung, Rob den Boer und Walter Henn
9. Dezember 2007 – 9. Januar 2008, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker

Kunst in Zusammenhängen des Geistigen und die Idylle als Problemzustand, das sind die zentralen Themen der aktuellen Parallelausstellung in der galerie m beck. Dabei erschließen ausgewählte Arbeiten von Balamon, Jinmo Kang, Dorothée Pirrung, Rob den Boer und Walter Henn auf ganz unterschiedliche Weise die Faszination des Immateriellen hinter – und in - der Form.

"Ich beginne wieder ein neues Bild zu malen. Ich weiß von Anfang an, ich male wieder das ‚gleiche Bild‘. Ob ich gleich die Formen und Farben ändere, den Pinselstrich variiere und alles hinter mir lasse und alles neu entdecke: Ich male immer das ‚gleiche Bild‘, immer die gleiche Ordnung". So beschreibt der 1937 in Merseburg (Sachsen-Anhalt) geborene Künstler Balamon durchaus hintergründig den Werkprozess, der seinen nun unter dem Titel "gleichwohlgleich zum Siebzigsten" im Saarland gezeigten Arbeiten auf Leinwand und Papier vorausgeht. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das Erklären dieser Ordnung einer Interpretation seiner Arbeiten gleichkommt. Konzeptionelle Grundlage seiner aus Flächen und Farben konstruierten Werke sind die Prinzipien der konkreten Malerei, wobei nach Balamons Ansicht "nichts wahr ist außer der Farbe". Diese wiederum begreift er als "konstante Energie", als "die Grundsubstanz der Malerei, die nicht anderes als sich selbst bedeutet." Indem Balamon um die Wirksamkeit der malerischen und visuellen Ordnung weiß, transformiert – und durchbricht – er diese auf einer anderen, geistigen Ebene, wenn er in seinen aktuellen Werken gezielt gesetzte Versatzstücke aus Mathematik, Philosophie und einer im Alltag verhafteten Kunstgeschichte zu vielschichtigen Collagen verdichtet. "Die Menschen", weiß Balamon, "suchen allenthalben nach dem Sinn: Sei es der Sinn des Lebens, der Sinn der Träume, der Sinn der behördlicher Vorschriften. Nur in der Malerei", stellt er verwundert fest, "ist die Sinnfrage nicht erlaubt. Das erklärt das Geheimnis um die Malerei, das Unverständnis gegenüber der reinen Malerei und die Sucht nach dem wunderbaren Bild".

Bei Jinmo Kang hingegen richtet sich der Wunsch nach Ausdruck und Bannen auf Objekte des Alltags, die er in der bildhauerischen Bearbeitung transformiert. Dadurch werden diese alltäglichen Objekte zu mythischen, weihevollen Mahnmalen der Wirklichkeit: diesseitige Transzendenz.

Dabei entstehen seine von weit Momentaufnahmen ähnelnden, unter dem Titel "corpori" in der galerie m beck gezeigten Objekte aus persönlichen Erfahrungen, der Faszination von Materialien und der jeweiligen intuitiven Inspiration heraus. Welche Geheimnisse sind bereits angelegt? Was will sich in dem Werk ausdrücken? Welche Geschichten liegen noch im Verborgenen und wollen an die Oberfläche? sind dabei Fragen, denen Jinmo Kang beim "Werden lassen" seines aus sich sprechenden Œuvres folgt: Hierbei sind das bewusste Experimentieren und Improvisieren, die Integration von "Früherem" – Kang hebt diese zeitbezogene Definition verschiedener Epochen in seiner Kunst auf ungewöhnliche Weise auf –, das Spontane, Erhabene einerseits Voraussetzung, andererseits aber auch Ergebnis seines schöpferischen Gestaltens.

Kang studierte 1977 bis 1984 am Hongik Fine Art College (BFA) in Seoul und schloss sein Studium 1987 an der Hongik Fine Art Graduate School (MFA) ab. Im selben Jahr begann Kang ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Professor Leo Kornbrust, das er 1993 mit Diplom abschloss. Er lebt heute als freischaffender Künstler in der Eifel.

Als Form gewordene Gestik hingegen empfindet Dorothée Pirrung ihre unter dem Titel "Annäherung II – Flüchtigkeit und Präzision" zusammengefassten Gemälde. "Künstlerisches Arbeiten ist immer Annäherung", lautet das Credo der 1962 in Frankenholz geborenen Künstlerin: "Annäherung an den Tag, an die Form, an die Materialien, an die Farbe, Annäherung an den Dialog zwischen dem Künstler und seinem werdenden Werk. In der Auseinandersetzung dazwischen liegt für mich der eigentliche künstlerische Werdeprozess". Ob hierbei Holz auf Eisen trifft, Ton auf Stahl oder Eisen auf Eisen: Die Materialien, ist sich Pirrung sicher, offenbaren ihre individuell eigenen Gesten und treffen eigene Aussagen. Die Fragen, die es hierbei zu stellen gilt, sind jedoch: "Nehme ich sie wahr? Möchte ich dem Betrachter die Augen öffnen? Für das Alltägliche, das Banale, das Einfache und das Benutzte?". Als Antwort darauf lässt die Künstlerin Bildwelten entstehen, die leise und vertieft sein können, ins Innere gekehrt und ausgelassen expressiv. "Allein über … subjektive Betrachtung", so Dorothée Pirrung, "entstehen neue Sichtweisen. Wird die Kunst zu Kunst!"

"Ich bin sehr an Figuren interessiert, die ich in der Realität immer wieder in diverser Gestalt wahrnehme, und die darum in bestimmtem Maße zeitlos sind", bekennt der niederländische Grafiker und Bildhauer Rob den Boer und erwähnt in diesem Zusammenhang Kreis, Quadrat und Parabel. "Mein Werk atmet jedoch den Ursprung der Bedeutung dieser Figuren, weil sie unlöslich mit dem verbunden sind, was sie repräsentieren. Die Inspiration zur Gestaltung eines abstrakten Werkes kann dabei nach seinen Worten aus allem entstehen: "Meist gehe ich von dem aus, womit ich mich im Moment der Gestaltung als Person beschäftige. Die Figuren, die dabei in mir wachgerufen werden, dienen als Ausgangspunkt. Einmal an der Arbeit, ergibt sich die nächste Linie aus der vorherigen". Einen Eindruck von Rob den Boers figurativ inspirierter Bildsprache eröffnen die in der galerie m beck unter dem Titel "Lines" präsentierten Zeichnungen, die ihrem Wesen nach zu Papier gebrachten Skulpturen gleichen. In ihnen offenbaren sich nicht nur die Faszination und die unendliche Formenvielfalt der Linie, sondern auch Rob den Boers Meisterschaft, sie in spontan erscheinende, tatsächlich jedoch verblüffend differenzierte Mikrokosmen zu übertragen.

"Mit sich'rem Auge" nimmt sich parallel dazu Walter Henn einem Sehnsuchtsbild des Abendlands an: der Idylle. Bezeichneten die alten Griechen mit dem Wort eidyllion ursprünglich ein kleines, eigenständiges Gedicht oder Bildchen, verwandelten Dichter wie Theokrit, Vergil und Catull, vor allem aber die Ideale der Romantik diese Kunstgattung in den Inbegriff eines harmonisch verklärten Landlebens. Mit der Auflösung des Bildlichen in eine Landschaft, wie er sie sieht, beschreitet der 1937 in Frankfurt/Main geborene Henn – er wirkt neben seiner künstlerischen Tätigkeit als Dozent an der Frankfurter Akademie für Kommunikation und Design sowie an der Europäischen Kunstakademie Trier – den umgekehrten Weg: So verwandelt der bevorzugt in Zyklen arbeitende Maler oberflächlich erschlossene Naturbilder in Seelenwelten und spielt auf der Suche nach den Ursprüngen des eidyllion mit Wahrnehmungsmustern und Wunschträumen. "Die plötzliche Erscheinung eines Vorstellbaren, jedoch nie Wirklichkeit Werdenden – die nur im Bild wie selbstverständlich wirkende Darstellung des Unmöglichen" führt dazu, dass Henns gemalte Momentaufnahmen eher Moritaten als Idealkopien klassischer Landschaften gleichen. Diesen Aspekt unterstreicht auch die räumliche Anordnung seiner 48 mit Acryl auf Papier gefertigten und anschließend auf Leinwand aufgezogenen Arbeiten: Je nachdem nämlich, welche Sequenz der Betrachter herausgreift, ergeben sich immer neue "Idyllen". 

Die Ausstellungssequenzen "Balamon | gleichwohlgleich zum Siebzigsten", "Jinmo Kang | corpori", "Dorothée Pirrung | Annäherung II", "Rob den Boer | Lines" und "Walter Henn | Mit sich'rem Auge – Eine Idylle" sind vom 9. Dezember 2007 bis einschließlich 9. Januar 2008 in der galerie m beck, Historischer Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, jeweils mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung zu sehen. Geschlossen bleibt die Ausstellung zwischen dem 24. Dezember 2007 und 2. Januar. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de.

 

Kunstportal Rheinland-Pfalz

 

Portal Kunstgeschichte | Verena Paul

 

Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung