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11. November - 5. Dezember 2007

 

 Karin Angerer 

Totem | Objektbilder und Objekte

 

 

 

Geboren am 14.2.1969 in Salzburg.
Seit meiner Volksschulzeit malte ich mit dem Wunsch irgendwann einmal meine Bilder bei einer Ausstellung zu präsentieren. Nach 4 Jahren im wirtschaftskundlichen Bundesrealgymnasium wechselte ich ins Bundes-Oberstufenrealgymnasium mit Schwerpunkt Sport. Dem Sport zuliebe gab es keinen Zeichenunterricht. Doch aufgeben wollte ich das Malen nie. Nach meiner Matura hatte ich ein eindrucksvolles Gespräch mit dem Künstler Peppo Prem. Er hat sich meine Arbeiten angesehen und mir geraten eine Ausbildung in die Richtung Grafik zu machen.
Ich meldete mich zur Aufnahmeprüfung Fachlehrgang für Werbegrafik in Innsbruck an und fühlte mich dort gut aufgehoben. Bei Prof. Herzner erlernte ich die Grafik nach der alten Schule. Das heißt: Ich hatte damals noch keinen Computer und mußte somit alles per Hand zeichnen. Egal ob Schriften, Logos, Plakate, Prospekte, Illustrationen oder Kinodias, ich habe alles gezeichnet. Ich erhielt eine Ausbildung in Zeichnen und Malen in der Natur und vor dem Objekt, naturalistische und stilistische Sachdarstellungen, anatomisches Zeichnen, perspektivisches Zeichnen, Schriftzeichnen, druckreifes Werkzeichnen und Fotomontagen. Weiters lernte ich Druck- und Reprotechniken, Litho- und Typographien. In den theoretischen Unterrichtsfächern wurde mir Kunstgeschichte, Farbenlehre, Werbelehre und Werberecht näher gebracht. Nach einem ganzen Tag auf der Fachhochschule ging ich nach Hause und malte weiter - voll neuer Ideen war mein Kopf. Im privaten Bereich habe ich dann auch so manches Bild verkauft.
Nach meinem Diplom-Abschluss in Innsbruck kehrte ich nach Salzburg zurück und begann bei der Werbeagentur GGK zu arbeiten. Später wurde mir eine Stelle als Werbeleiterin angeboten und ich blieb vier Jahre im Arbeitsstress hängen. In dieser Zeit malte ich kein einziges Bild - das war mir zu wenig.
Ich bestand die Aufnahmeprüfung an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz und besuchte dort die Meisterklasse für visuelle Mediengestaltung mit der fixen Idee Regisseurin zu werden. Doch bis auf ein paar Filme (vor allem Trick- und Animationsfilme) blieb ich doch der Grafik treu. An der Universität konnte ich neben den Hauptfächern in visueller Mediengestaltung, Videoschnitt und elektronische Medien mein Wissen im Bereich Fotografie (s/w und 4c), Siebdruck, Farbenlehre, Schriftgestaltung und Kunstgeschichte vertiefen. Bei Prof. Eric v. Ess konnte ich mein gebrauchsgrafisches Zeichnen und Malen weiterentwickeln.
Noch während meines Studiums gründete ich mit meinem Ehemann 1993 eine Werbeagentur (ART. Workshop) in Salzburg und vorbei war es mit dem schönen Studentenleben. Gehetzt von einer Vorlesung in Linz zum nächsten Kundentermin in Salzburg blieb nicht viel Zeit für meine Leidenschaft zu malen.
Meine Begeisterung zum Reitsport sollte meine weitere Zukunft völlig verändern. Am 6. März 1999 wurde ich jäh aus meinem Stress herausgerissen. Bei einem Ausritt kam ich mit meinem Pferd zu Sturz, mußte mit dem Hubschrauber geborgen werden und verbrachte die nächsten Tage auf der Intensivstation mit anschließend wochenlangem Krankenhausaufenthalt. Die Diagnose war niederschmetternd: Schädel-Hirn-Trauma III mit linksseitiger Lähmung. Nach weiteren monatelangen Tagesklink-Aufenthalten wollte ich unbedingt wieder mit dem Malen beginnen. Die ersten Bilder malte ich als Linkshänderin mit der rechten Hand. Doch viel Übung und 2 Jahre Physiotherapie brachten mir schließlich den ersehnten Erfolg. Ich konnte wieder malen! Außerdem konnte ich wieder gehen, sprechen und schreiben. Ich war zurück im Leben. In einigen meiner Bilder habe ich all diese Ereignisse verarbeiten können.
Mit einer völlig neuen Lebenseinstellung wechselten auch die Lebensziele: Nach Möglichkeit nur noch das tun, was glücklich macht. Wie zum Beispiel neben dem Malen das Arbeiten mit Holz. Wenn ich einmal anfange ein Stück Holz zu bearbeiten vergesse ich Raum und Zeit. Nach dem Polieren wird jedes Stück noch ausgiebig gestreichelt bevor es zur Skulptur oder zum Objektbild verarbeitet wird. Bei den Bildern läuft es ähnlich: Erst wenn in meinen Augen keine Veränderung mehr nötig ist, wird das Bild signiert. Das kann ein wochenlanger Prozess sein.
Ohne die Unterstützung und Bestätigung meines Ehemannes Walter wäre dieser Weg für mich nach dem schweren Unfall nicht möglich gewesen. Danke!
Von vielen Freunden und Künstlerkollegen bestärkt ging ich im Oktober 2003 erstmals mit meinen Arbeiten im Rahmen der Kunstmesse Salzburg an die Öffentlichkeit .
Erfolg und Anerkennung waren so groß dass ich beschlossen habe künstlerisch auf diesem Weg zu bleiben und mich in allen kreativen Bereichen weiterzuentwickeln.
Nach meinem Motto: Das Leben ist zu kurz um es mit Dingen, die für mich unwichtig sind zu verschwenden.
Der Schritt zum eigenen Atelier war dann nicht mehr groß, aber sehr wichtig für meine künstlerische Entfaltung.
Bei einem Steinbildhauer-Workshop mit dem international bekannten Bildhauer Tapfuma Gutsa aus Simbabwe habe ich die Quelle meiner inneren Zufriedenheit gefunden.
Arbeiten mit Stein heißt für mich grenzenlos verschmelzen und formen ohne Einschränkungen bis zum vollkommenen Glück. Ein Zustand wie in Trance läßt mich beim Steinbildhauern alles um mich herum vergessen.
Im Stein verliere ich mich und finde mich neu wieder.
Mein Studium an der Kunstuniversität in Linz konnte ich im Jänner 2006 nach 7 Jahren Pause abschließen. Das Thema meiner Diplomarbeit war: Manipulation in der Werbung - Ein Führer durch die Werbung - Werbemethoden vor und hinter den Kulissen. Eine interaktive CD.

 

in situ

         

         

    

 

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Einführungsrede

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie herzlich zur Eröffnung unserer diesjährigen November-Ausstellungen.
Bestritten werden sie von Christine Pohl, Sybille Krauer-Büttiker, Karin Angerer, Dorothée Pirrung und Dieter Trost.

Die sich in den Kunstwerken abbildende Wahrnehmung der Welt durch eine Künstlerin oder durch einen Künstler in Bezug auf ihre Motive und die Bedeutung des Materiellen beim Enstehen ihrer Werke, das ist das die Ausstellungen für uns verbindende Thema.

Die hier ausgestellten Arbeiten von Dieter Trost, Dorothée Pirrung, Sybille Krauer, Christine Pohl und Karin Angerer sollen dabei neben einem betont vielfältigen Begriff des "Materiellen" (das ist Farbe, Holz, Metalle, aber auch der Bildschirm bzw das Instrumentarium zur Erzeugung von Computergrafiken zB bei Dieter Trost)
zugleich auch höchst unterschiedliche Interpretationen "der Welt" erschliessen.

"Weit weg" – und dem inneren Prinzip des sich Herannäherns an die landschaftliche Welt dann doch nah – geben sich die die im foyer ausgestellten Tableaus der Schweizer Malerin Sybille Krauer-Büttiker.
"Mich zieht es persönlich immer wieder in die Ferne. Sobald ich weit weg von zu Hause bin, zieht es mich wieder dorthin zurück – eben da ich weit weg von zu Hause bin.", bekennt die 1950 in Süd-Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe, geborene Künstlerin, und fügt hinzu: "In meinen Bildern erscheint oft der Horizont, so hat der Betrachter das Gefühl von Distanz – in die Weite getragen zu werden. Es zieht ihn hinein in diese Landschaften, bis er ganz ‚hinten‘ – eben weit weg, irgendwo ist." "Irgendwo", "in ferner Nähe", "fremd im scheinbar Vertrauten" nähert sich der Betrachter demzufolge ihren Bildern, die Sybille Krauer-Büttikers Gedankenwelten in Form weiter Flächen und sehr bestimmt akzentuierter Linierung vermitteln. Dass ihre Gemälde "nach hinten" hin – zum Hintergrund - alles kleiner erscheinen lassen, ist dabei bewusst gesetztes Gestaltungslement ihrer "kaleidoskopischen Augen-Blicke".

Dieter Trost beschreibt den sein Œuvre prägenden Werkprozess und das dahinter stehende Konzept folgendermaßen:
"Bei meinem gestalterischen Arbeiten versuche ich als Zentrum die Zeichnung, das Skripturale im Blick zu behalten … Die meist abgegrenzten Elemente komponiere, baue ich als Bild zusammen. Die Farbe dient der formalen Gestaltung ebenso wie die übrigen Bildelemente."
Aus gutem Grund präsentiert der renommierte, 1934 in Sankt Ingbert geborene Künstler seine hier in der bel etage gezeigten Bilder unter dem Titel "In Kreisen". Dabei soll der Ausstellungstitel darauf verweisen, wie sich sein Arbeiten um das von ihm beschriebene Zentrum bewegt:
"Dieses Umkreisen ist zum einen zu verstehen als Wechsel von Blickpunkten auf die Thematik einer aktuellen Arbeitsphase, zum andern ist damit aber auch gemeint, dass ich bestrebt bin, im Laufe der Jahre ein ständiges Umkreisen als Gefahr von Wiederholungen zu vermeiden, indem ich von Erfahrungen belehrt mein Arbeiten beeinflussen lasse. Im Bild gesprochen ist dies eher ein Umkreisen in spiraligen Windungen."
Der Grad der Abbildhaftigkeit seiner Arbeiten – Dieter Trost spricht nicht ohne Grund vom "Bild als Metapher des Lebens" – ist gegenüber der Komposition nach eigenem Bekunden zweitrangig. "Je nach Motiv, ob ich von visuellen Erfahrungen oder von bildimmanten Gesichtspunkten bestimmt bin, ist eine Spanne von unterschiedlichster Gegenstandsnähe in den Arbeiten zu erfahren."
Gleichzeitig aber steht der Ausstellungsdtitel für den retrospektiven Ansatz, den diese Ausstellung eben auch bietet. Arbeiten zwischen 1990 und 2007 finden sich in verschiedenen Gruppierungen hier wieder, und verweisen doch alle auf Trosts Sehweisen und ganz deutlich natürlich auch auf die sehr bewußt und sensibel entwickelte künstlerische Handschrift.

Abstrakt und dabei dennoch sehr naturorientiert indes manifestieren sich die in der balcony unter dem Leitthema "Hinwendung" arrangierten Bilder der 1942 geborenen Christine Pohl.
„Hinwendung“ einmal als Schritt Richtung „Weit weg“, um an die aus der Generationszugehörigkeit resultierende formale Verwandschaft der beiden Künstlerinnen zu erinnern. Tatsächlich war die Hinwendung zu gedachten landschaftlichen Bildräumen – als Idylle und als Spiegelebene durch den Gestus – im Pinsel- oder im Zeichenstrich – noch zusätzlich dynamisiert und belebt, ein ganz wichtiger Zweig des bildnerischen Feminismus.
In Acryl oder Öl auf Pappe und Leinwand übertragen, erinnern Christine Pohls Bilder an in Farben und Licht getauchte Seelenlandschaften. Dass Christine Pohl die Malerei auf reinem Leinen bevorzugt und hierbei das Gewebe seiner natürlichen Tönung wegen stellenweise offen lässt, unterstreicht einerseits den besondern Reiz ihrer Arbeiten – und verleiht ihnen andererseits eine überaus sublime, auf Reflexion und Transparenz angelegte Tiefgründigkeit. Inspiration für ihre Bilder erhält sie unverkennbar aus und in der Landschaft:
"Ich bin", wie Pohl unterstreicht, "oft mit Skizzenblock in Botanischen Gärten unterwegs. In den Erscheinungsformen der Natur entdecke ich faszinierende Strukturen, die ich - nicht ohne gewisse Zufallssensibilität - in meine Werke einfließen lasse. Form und Farbe in ihrem Nuancenreichtum nutzend, möchte ich dem Betrachter Raum für eigene Phantasien eröffnen und Wege von äußeren zu inneren Landschaften weisen."

Erfüllung und gleichermaßen Medium, um aufzurütteln und zu bewegen, aber auch um sich dabei zu verlieren und wieder neu zu finden – als das bedeutet Kunst für Karin Angerer.
Konsequenterweise verdichtet sich diese konzeptionelle Annäherung auch in jenen ungewöhnlichen Objektbildern und Objekten, die unter dem Titel "Totem" oben in der lounge zu sehen sind. In ihnen gelingt es der 1969 in Salzburg geborenen Malerin und Grafikerin, ganz unterschiedliche Materialien und Sujets zu – auf den ersten Blick – archaisch anmutenden Werken zu verbinden. Zwischen Erhabenheit und in sich ruhender Bewegung entfaltet sich die Wirkung von Karin Angerers singulären Konstrukten gerade aus dem Mit- und Nebeneinander von Farbe, Form und Trägermaterial. "Wenn ich einmal anfange ein Stück Holz zu bearbeiten", so die Künstlerin, "vergesse ich Raum und Zeit. Nach dem Polieren wird jedes Stück noch ausgiebig gestreichelt, bevor es zur Skulptur oder zum Objektbild verarbeitet wird". Bei den Bildern läuft dieser Prozess nach eigenen Worten ähnlich ab, wobei Angerer der Kolorierung nicht nur in stilistischer Hinsicht große Bedeutung einräumt: "Je nach meinem aktuellen Lebensmoment", räumt die österreichische Künstlerin ein, "brauche ich Farbe um aufzubrechen".
 

Bevor Sie jetzt beginnen aufzubrechen, ende ich hier, und gebe das Wort an Verena Paul, die zu uns über die Arbeiten von Dorothée Pirrung sprechen wird, die, wie Sie sicherlich festgestellt haben, bisher in meiner Aufzählung fehlte.
Ich möchte darauf hinweisen, dass im Dezember wir – nach den Objekten – das Malerei von Dorothée Pirrung zeigen werden. Unter dem Titel Annäherung II.

Mathias Beck

 

„Herausragende Maler, Grafiker, Fotografen und Bildhauer sind und bleiben herausragende Maler, Grafiker, Fotografen und Bildhauer; leidenschaftliche Kunstsammler, Kunsthändler und Kunstförderer orientieren sich nicht an zweifelhaften Geschmackskategorien, sondern folgen ihrer Leidenschaft – ganz gleich, aus welcher Perspektive sie sich ihre Position erarbeitet haben. Kunst ist und bleibt die schönste Form der Kapitalanlage für die Seele, den Geist und den Besitz.“

KUNST ÖFFNET DIE AUGEN, dass ist eine Aufgabe der Kunst. Meine Aufgabe als Galeristin ist es für Sie in den Ateliers zu schnuppern, eine qualitativ hochwertige Auswahl zu treffen, damit sich der Kunde im grenzenlosen Kunstwald zurechtfinden kann. Wir als Galeristen sortieren und wählen für unsere Kunden marktinteressante Künstler aus.

Karin Angerer, geb.1969, lebt und arbeitet in Salzburg.
„Je nach meinem aktuellen Lebensmoment…brauche ich Farbe um aufzubrechen“ – sagt die Künstlerin Karin Angerer. Sie ist Malerin und Grafikerin von Beruf und will aufrütteln und erfreuen. Sie hat Ihren Kopf und ist auf ihrem ganz eigenen künstlerischen Weg – dies ist ihr ein wichtiges Anliegen, um authentisch zu bleiben. Karin Angerer arbeitet mit Acrylfarben und unterstreicht somit die Reinheit der Farbe, die sich darin anbietet. (Bspl. Schilfbilder)

Ich gehe auf folgendes Werke ein: „Schilf“ eine sehr gelungenes Experiment wie kalte Farbe, einmal ultramarinblau und einmal königsblau durch die Verwendung eines warmen Ockers – eine beruhigende Stimmung erhält. Ich spüre eine Ruhe, Sonne und liege im Schilf. Der Betrachter wird augenblicklich in den Moment hineingezogen. Acrylfarbe in seiner ganzen Reinheit. Wellen lassen im Werk ein Flimmern zu…… Ein gelungenes Werk!

Die Frau am Kreuz? Sind es die Brüste, die Schönheit oder die neu aufkommende Unterdrückung der Frau durch Religionen. Vieles kann der Betrachter sich aus diesem spannungsgeladenen Bild herausholen - er kann es aber auch umgedreht aufhängen…..

Backside: Fr. Angerer spielt keck mit unserem Auge bis wir als Betrachter dahinter kommen was es eigentlich darstellt. Hier passiert in unserem Kopf was sehr Interessantes! Wir lassen uns durch die intensive Farbgebung so stark ablenken, einem leuchtenden grün unterstrichen in gelb, sowie das Spiel mit den Lichtperspektiven, so weit, dass wir das eigentliche Werk in seiner Formgebung erstmal lange nicht erkennen sollen.

Die Künstlerin Karin Angerer experimentiert gerne und zeigt ein ausgesprochenes Können im Umgang mit Farbgebung und weiß geschickt mit dem Auge des Betrachters zu spielen. Eine direkte Kommunikation aus dem Werk kommend mit dem Betrachter entstehend.

Skulpturen: Karin Angerer arbeitet u.a. intensiv mit dem Spring Stone aus Zimbabwe und hat von Shona-Art Bildhauern das Handwerk gelernt. Eine harte Arbeit in der sie voll und ganz in der entstehenden Skulptur aufgeht, was sie erst Recht nicht davon abhält im Stein, ihren speziellen Ausdruck zu finden.

Angelika Landherr

 

 

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Opening Reception am 10.11.2007

         

         

              

         

         

         

         

         

         

         

         

              

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

              

              

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

 

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Aufbau am 9.11.2007

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

 

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Information für die Medien

"Attitüden des Materiellen"

Eine Parallelausstellung mit Werken von Dieter Trost, Dorothée Pirrung, Sybille Krauer, Christine Pohl und Karin Angerer

11. November bis 5. Dezember 2007, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker

Die Wahrnehmung der Künstler in Bezug auf ihre Motive und die Bedeutung des Materiellen beim Enstehen ihrer Werke, das sind die zentralen Themen der aktuellen Parallelausstellung in der galerie m beck. Ausgewählte Arbeiten von Dieter Trost, Dorothée Pirrung, Sybille Krauer, Christine Pohl und Karin Angerer erschließen dabei neben einem betont vielfältigen Begriff des "Materiellen" zugleich höchst unterschiedliche Interpretationen "der Welt".

"Bei meinem gestalterischen Arbeiten versuche ich als Zentrum die Zeichnung, das Skripturale im Blick zu behalten … Die meist abgegrenzten Elemente komponiere, baue ich als Bild zusammen. Die Farbe dient der formalen Gestaltung ebenso wie die übrigen Bildelemente." So beschreibt Dieter Trost – Mitglied des Neunkircher Künstlerkreises und von 1963 bis 1997 Lehrer für Bildende Kunst und Philosophie am Gymnasium am Krebsberg – den sein Œuvre prägenden Werkprozess und das dahinter stehende Konzept. Aus gutem Grund präsentiert der renommierte, 1934 in Sankt Ingbert geborene Künstler seine nun in der galerie m beck gezeigten Bilder unter dem Titel "In Kreisen". Dabei soll der Ausstellungstitel – ebenso wie die Werkschau selbst – zeigen, wie sich sein Arbeiten um das von ihm beschriebene Zentrum bewegt: "Dieses Umkreisen ist zum einen zu verstehen als Wechsel von Blickpunkten auf die Thematik einer aktuellen Arbeitsphase, zum andern ist damit aber auch gemeint, dass ich bestrebt bin, im Laufe der Jahre ein ständiges Umkreisen als Gefahr von Wiederholungen zu vermeiden, indem ich von Erfahrungen belehrt mein Arbeiten beeinflussen lasse. Im Bild gesprochen ist dies eher ein Umkreisen in spiraligen Windungen." Der Grad der Abbildhaftigkeit seiner Arbeiten – Dieter Trost spricht nicht ohne Grund vom "Bild als Metapher des Lebens" – ist gegenüber der Komposition nach eigenem Bekunden zweitrangig. "Je nach Motiv, ob ich von visuellen Erfahrungen oder von bildimmanten Gesichtspunkten bestimmt bin, ist eine Spanne von unterschiedlichster Gegenstandsnähe in den Arbeiten zu erfahren."
Als Form gewordene Gestik hingegen empfindet Dorothée Pirrung ihre unter dem Titel "Annäherung I" vorgestellten Plastiken und Objekte. "Warum sind meine Objekte so, wie sie sind? Was bewegt mich, ein Objekt so zu gestalten, wie ich es tue? Und wo ist der Unterschied zwischen ‚Ding‘ oder ‚Mensch‘?" sind hierbei grundlegende Fragen, die sich die 1962 in Frankenholz geborene Künstlerin stellt – um auf subtile Art und Weise die Antworten darauf in ihren an "Objets trouvés" und "pars-pro-toto"-Installationen angelehnten Kunstwerke zu liefern. Das wiederum ist kein Zufall, denn, wie Dorothée Pirrung erklärt, "augenscheinlich entstehen meine Objekte vielfach aus Fundstücken und Dingen, ‚die die Welt nicht braucht‘ und ‚Dingen, die das Leben bereits gezeichnet hat‘!". Eben diese Dinge transformiert die Künstlerin in einen neuen Mittelpunkt – und lässt sie damit zu strahlenden Sinnbildern des Werdens und Vergehens, des Kommens und Gehens werden. "Ich füge mich ein", wie Pirrung sagt, "in den Strom des bereits Vorhandenen und stelle ihm eigene Ideen, Gedanken und Materialien hinzu, kombiniere neu, entfremde, rücke die Dinge aus ihrem gewohnten Zusammenhang, so dass etwas Neues, Andersartiges entsteht … Und manchmal spreche ich mit ihnen und stehe in direktem Dialog."

"Weit weg" – und dem inneren Prinzip des sich Annäherns an die Welt doch so nah – geben sich daneben die zeitgleich im Entrée-Bereich der galerie m beck ausgestellten Tableaus der Schweizer Malerin Sybille Krauer-Büttiker. "Mich zieht es persönlich immer wieder in die Ferne. Sobald ich weit weg von zu Hause bin, zieht es mich wieder dorthin zurück – eben da ich weit weg von zu Hause bin.", bekennt die 1950 in Süd-Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe, geborene Künstlerin, und fügt hinzu: "In meinen Bildern erscheint oft der Horizont, so hat der Betrachter das Gefühl von Distanz – in die Weite getragen zu werden. Es zieht ihn hinein in diese Landschaften, bis er ganz ‚hinten‘ – eben weit weg, irgendwo ist." "Irgendwo", "in ferner Nähe", "fremd im scheinbar Vertrauten" nähert sich der Betrachter demzufolge ihren markanten Bildern, die Sybille Krauer-Büttikers Gedankenwelten in Form weiter Flächen und formaler Zitate vermitteln. Dass ihre Gemälde "nach hinten" hin alles kleiner erscheinen lassen, ist dabei bewusst gesetztes Gestaltungslement ihrer "kaleidoskopischen Augen-Blicke".

Abstrakt und dennoch naturorientiert indes manifestieren sich die pastös geschnittenen, unter dem Leitthema "Hinwendung" arrangierten Bilder der 1942 in Oedt/Grefrath geborenen, heute im Rheinland lebenden Christine Pohl. In Acryl oder Öl auf Pappe und Leinwand übertragen, erinnern sie an in Farben und Licht getauchte Seelenlandschaften. Dass Christine Pohl die Malerei auf reinem Leinen bevorzugt und hierbei das Gewebe seiner natürlichen Tönung wegen stellenweise offen lässt, unterstreicht einerseits den besondern Reiz ihrer Arbeiten – und verleiht ihnen andererseits eine überaus sublime, auf Reflexion und Transparenz angelegte Tiefgründigkeit. Inspiration für ihre Bilder erhält sie unverkennbar aus und in der Landschaft: "Ich bin", wie Pohl unterstreicht, "oft mit Skizzenblock in Botanischen Gärten unterwegs. In den Erscheinungsformen der Natur entdecke ich faszinierende Strukturen, die ich - nicht ohne gewisse Zufallssensibilität - in meine Werke einfließen lasse. Form und Farbe in ihrem Nuancenreichtum nutzend, möchte ich dem Betrachter Raum für eigene Phantasien eröffnen und Wege von äußeren zu inneren Landschaften weisen."

Erfüllung und gleichermaßen Medium, um aufzurütteln und zu bewegen, aber auch um sich dabei zu verlieren und wieder neu zu finden – als das bedeutet Kunst für Karin Angerer. Konsequenterweise verdichtet sich diese konzeptionelle Annäherung auch in jenen ungewöhnlichen Objektbildern und Objekten, die jetzt unter dem Titel "Totem" erstmals in Deutschland zu sehen sind. In ihnen gelingt es der 1969 in Salzburg geborenen Malerin und Grafikerin, ganz unterschiedliche Materialien und Sujets zu – auf den ersten Blick – archaisch anmutenden Werken zu verbinden. Zwischen Erhabenheit und in sich ruhender Bewegung entfaltet sich die Wirkung von Karin Angerers singulären Konstrukten gerade aus dem Mit- und Nebeneinander von Farbe, Form und Grundmaterial. "Wenn ich einmal anfange ein Stück Holz zu bearbeiten", so die Künstlerin, "vergesse ich Raum und Zeit. Nach dem Polieren wird jedes Stück noch ausgiebig gestreichelt, bevor es zur Skulptur oder zum Objektbild verarbeitet wird". Bei den Bildern läuft dieser Prozess nach eigenen Worten ähnlich ab, wobei Angerer der Kolorierung nicht nur in stilistischer Hinsicht große Bedeutung einräumt: "Je nach meinem aktuellen Lebensmoment", räumt die österreichische Künstlerin ein, "brauche ich Farbe um aufzubrechen".

Die Ausstellungssequenzen "Dieter Trost | In Kreisen", "Dorothée Pirrung | Annäherung I", "Sybille Krauer | Weit weg", "Christine Pohl | Hinwendung" und "Karin Angerer | Totem" sind vom 11. November bis einschließlich 5. Dezember 2007 in der galerie m beck, Historischer Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, jeweils mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung zu sehen. Geschlossen bleibt die Ausstellung am 21. November. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de.

 

 

 

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Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung