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11. November - 5. Dezember 2007
Karin
Angerer
Totem | Objektbilder und Objekte


Geboren am 14.2.1969 in Salzburg.
Seit meiner Volksschulzeit malte ich mit dem Wunsch irgendwann einmal
meine Bilder bei einer Ausstellung zu präsentieren. Nach 4 Jahren im
wirtschaftskundlichen Bundesrealgymnasium wechselte ich ins
Bundes-Oberstufenrealgymnasium mit Schwerpunkt Sport. Dem Sport zuliebe
gab es keinen Zeichenunterricht. Doch aufgeben wollte ich das Malen nie.
Nach meiner Matura hatte ich ein eindrucksvolles Gespräch mit dem
Künstler Peppo Prem. Er hat sich meine Arbeiten angesehen und mir
geraten eine Ausbildung in die Richtung Grafik zu machen.
Ich meldete mich zur Aufnahmeprüfung Fachlehrgang für Werbegrafik in
Innsbruck an und fühlte mich dort gut aufgehoben. Bei Prof. Herzner
erlernte ich die Grafik nach der alten Schule. Das heißt: Ich hatte
damals noch keinen Computer und mußte somit alles per Hand zeichnen.
Egal ob Schriften, Logos, Plakate, Prospekte, Illustrationen oder
Kinodias, ich habe alles gezeichnet. Ich erhielt eine Ausbildung in
Zeichnen und Malen in der Natur und vor dem Objekt, naturalistische und
stilistische Sachdarstellungen, anatomisches Zeichnen, perspektivisches
Zeichnen, Schriftzeichnen, druckreifes Werkzeichnen und Fotomontagen.
Weiters lernte ich Druck- und Reprotechniken, Litho- und Typographien.
In den theoretischen Unterrichtsfächern wurde mir Kunstgeschichte,
Farbenlehre, Werbelehre und Werberecht näher gebracht. Nach einem ganzen
Tag auf der Fachhochschule ging ich nach Hause und malte weiter - voll
neuer Ideen war mein Kopf. Im privaten Bereich habe ich dann auch so
manches Bild verkauft.
Nach meinem Diplom-Abschluss in Innsbruck kehrte ich nach Salzburg
zurück und begann bei der Werbeagentur GGK zu arbeiten. Später wurde mir
eine Stelle als Werbeleiterin angeboten und ich blieb vier Jahre im
Arbeitsstress hängen. In dieser Zeit malte ich kein einziges Bild - das
war mir zu wenig.
Ich bestand die Aufnahmeprüfung an der Universität für künstlerische und
industrielle Gestaltung in Linz und besuchte dort die Meisterklasse für
visuelle Mediengestaltung mit der fixen Idee Regisseurin zu werden. Doch
bis auf ein paar Filme (vor allem Trick- und Animationsfilme) blieb ich
doch der Grafik treu. An der Universität konnte ich neben den
Hauptfächern in visueller Mediengestaltung, Videoschnitt und
elektronische Medien mein Wissen im Bereich Fotografie (s/w und 4c),
Siebdruck, Farbenlehre, Schriftgestaltung und Kunstgeschichte vertiefen.
Bei Prof. Eric v. Ess konnte ich mein gebrauchsgrafisches Zeichnen und
Malen weiterentwickeln.
Noch während meines Studiums gründete ich mit meinem Ehemann 1993 eine
Werbeagentur (ART. Workshop) in Salzburg und vorbei war es mit dem
schönen Studentenleben. Gehetzt von einer Vorlesung in Linz zum nächsten
Kundentermin in Salzburg blieb nicht viel Zeit für meine Leidenschaft zu
malen.
Meine Begeisterung zum Reitsport sollte meine weitere Zukunft völlig
verändern. Am 6. März 1999 wurde ich jäh aus meinem Stress
herausgerissen. Bei einem Ausritt kam ich mit meinem Pferd zu Sturz,
mußte mit dem Hubschrauber geborgen werden und verbrachte die nächsten
Tage auf der Intensivstation mit anschließend wochenlangem
Krankenhausaufenthalt. Die Diagnose war niederschmetternd:
Schädel-Hirn-Trauma III mit linksseitiger Lähmung. Nach weiteren
monatelangen Tagesklink-Aufenthalten wollte ich unbedingt wieder mit dem
Malen beginnen. Die ersten Bilder malte ich als Linkshänderin mit der
rechten Hand. Doch viel Übung und 2 Jahre Physiotherapie brachten mir
schließlich den ersehnten Erfolg. Ich konnte wieder malen! Außerdem
konnte ich wieder gehen, sprechen und schreiben. Ich war zurück im
Leben. In einigen meiner Bilder habe ich all diese Ereignisse
verarbeiten können.
Mit einer völlig neuen Lebenseinstellung wechselten auch die
Lebensziele: Nach Möglichkeit nur noch das tun, was glücklich macht. Wie
zum Beispiel neben dem Malen das Arbeiten mit Holz. Wenn ich einmal
anfange ein Stück Holz zu bearbeiten vergesse ich Raum und Zeit. Nach
dem Polieren wird jedes Stück noch ausgiebig gestreichelt bevor es zur
Skulptur oder zum Objektbild verarbeitet wird. Bei den Bildern läuft es
ähnlich: Erst wenn in meinen Augen keine Veränderung mehr nötig ist,
wird das Bild signiert. Das kann ein wochenlanger Prozess sein.
Ohne die Unterstützung und Bestätigung meines Ehemannes Walter wäre
dieser Weg für mich nach dem schweren Unfall nicht möglich gewesen.
Danke!
Von vielen Freunden und Künstlerkollegen bestärkt ging ich im Oktober
2003 erstmals mit meinen Arbeiten im Rahmen der Kunstmesse Salzburg an
die Öffentlichkeit .
Erfolg und Anerkennung waren so groß dass ich beschlossen habe
künstlerisch auf diesem Weg zu bleiben und mich in allen kreativen
Bereichen weiterzuentwickeln.
Nach meinem Motto: Das Leben ist zu kurz um es mit Dingen, die für mich
unwichtig sind zu verschwenden.
Der Schritt zum eigenen Atelier war dann nicht mehr groß, aber sehr
wichtig für meine künstlerische Entfaltung.
Bei einem Steinbildhauer-Workshop mit dem international bekannten
Bildhauer Tapfuma Gutsa aus Simbabwe habe ich die Quelle meiner inneren
Zufriedenheit gefunden.
Arbeiten mit Stein heißt für mich grenzenlos verschmelzen und formen
ohne Einschränkungen bis zum vollkommenen Glück. Ein Zustand wie in
Trance läßt mich beim Steinbildhauern alles um mich herum vergessen.
Im Stein verliere ich mich und finde mich neu wieder.
Mein Studium an der Kunstuniversität in Linz konnte ich im Jänner 2006
nach 7 Jahren Pause abschließen. Das Thema meiner Diplomarbeit war:
Manipulation in der Werbung - Ein Führer durch die Werbung -
Werbemethoden vor und hinter den Kulissen. Eine interaktive CD.
in situ




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Einführungsrede
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich begrüße Sie herzlich zur Eröffnung unserer diesjährigen
November-Ausstellungen.
Bestritten werden sie von Christine Pohl, Sybille Krauer-Büttiker, Karin
Angerer, Dorothée Pirrung und Dieter Trost.
Die sich in den Kunstwerken abbildende Wahrnehmung der Welt durch eine
Künstlerin oder durch einen Künstler in Bezug auf ihre Motive und die
Bedeutung des Materiellen beim Enstehen ihrer Werke, das ist das die
Ausstellungen für uns verbindende Thema.
Die hier ausgestellten Arbeiten von Dieter Trost, Dorothée Pirrung,
Sybille Krauer, Christine Pohl und Karin Angerer sollen dabei neben
einem betont vielfältigen Begriff des "Materiellen" (das ist Farbe,
Holz, Metalle, aber auch der Bildschirm bzw das Instrumentarium zur
Erzeugung von Computergrafiken zB bei Dieter Trost)
zugleich auch höchst unterschiedliche Interpretationen "der Welt"
erschliessen.
"Weit weg" – und dem inneren Prinzip des sich Herannäherns an die
landschaftliche Welt dann doch nah – geben sich die die im foyer
ausgestellten Tableaus der Schweizer Malerin Sybille Krauer-Büttiker.
"Mich zieht es persönlich immer wieder in die Ferne. Sobald ich weit weg
von zu Hause bin, zieht es mich wieder dorthin zurück – eben da ich weit
weg von zu Hause bin.", bekennt die 1950 in Süd-Rhodesien, dem heutigen
Zimbabwe, geborene Künstlerin, und fügt hinzu: "In meinen Bildern
erscheint oft der Horizont, so hat der Betrachter das Gefühl von Distanz
– in die Weite getragen zu werden. Es zieht ihn hinein in diese
Landschaften, bis er ganz ‚hinten‘ – eben weit weg, irgendwo ist."
"Irgendwo", "in ferner Nähe", "fremd im scheinbar Vertrauten" nähert
sich der Betrachter demzufolge ihren Bildern, die Sybille
Krauer-Büttikers Gedankenwelten in Form weiter Flächen und sehr bestimmt
akzentuierter Linierung vermitteln. Dass ihre Gemälde "nach hinten" hin
– zum Hintergrund - alles kleiner erscheinen lassen, ist dabei bewusst
gesetztes Gestaltungslement ihrer "kaleidoskopischen Augen-Blicke".
Dieter Trost beschreibt den sein Œuvre prägenden Werkprozess und das
dahinter stehende Konzept folgendermaßen:
"Bei meinem gestalterischen Arbeiten versuche ich als Zentrum die
Zeichnung, das Skripturale im Blick zu behalten … Die meist abgegrenzten
Elemente komponiere, baue ich als Bild zusammen. Die Farbe dient der
formalen Gestaltung ebenso wie die übrigen Bildelemente."
Aus gutem Grund präsentiert der renommierte, 1934 in Sankt Ingbert
geborene Künstler seine hier in der bel etage gezeigten Bilder unter dem
Titel "In Kreisen". Dabei soll der Ausstellungstitel darauf verweisen,
wie sich sein Arbeiten um das von ihm beschriebene Zentrum bewegt:
"Dieses Umkreisen ist zum einen zu verstehen als Wechsel von
Blickpunkten auf die Thematik einer aktuellen Arbeitsphase, zum andern
ist damit aber auch gemeint, dass ich bestrebt bin, im Laufe der Jahre
ein ständiges Umkreisen als Gefahr von Wiederholungen zu vermeiden,
indem ich von Erfahrungen belehrt mein Arbeiten beeinflussen lasse. Im
Bild gesprochen ist dies eher ein Umkreisen in spiraligen Windungen."
Der Grad der Abbildhaftigkeit seiner Arbeiten – Dieter Trost spricht
nicht ohne Grund vom "Bild als Metapher des Lebens" – ist gegenüber der
Komposition nach eigenem Bekunden zweitrangig. "Je nach Motiv, ob ich
von visuellen Erfahrungen oder von bildimmanten Gesichtspunkten bestimmt
bin, ist eine Spanne von unterschiedlichster Gegenstandsnähe in den
Arbeiten zu erfahren."
Gleichzeitig aber steht der Ausstellungsdtitel für den retrospektiven
Ansatz, den diese Ausstellung eben auch bietet. Arbeiten zwischen 1990
und 2007 finden sich in verschiedenen Gruppierungen hier wieder, und
verweisen doch alle auf Trosts Sehweisen und ganz deutlich natürlich
auch auf die sehr bewußt und sensibel entwickelte künstlerische
Handschrift.
Abstrakt und dabei dennoch sehr naturorientiert indes manifestieren sich
die in der balcony unter dem Leitthema "Hinwendung" arrangierten Bilder
der 1942 geborenen Christine Pohl.
„Hinwendung“ einmal als Schritt Richtung „Weit weg“, um an die aus der
Generationszugehörigkeit resultierende formale Verwandschaft der beiden
Künstlerinnen zu erinnern. Tatsächlich war die Hinwendung zu gedachten
landschaftlichen Bildräumen – als Idylle und als Spiegelebene durch den
Gestus – im Pinsel- oder im Zeichenstrich – noch zusätzlich dynamisiert
und belebt, ein ganz wichtiger Zweig des bildnerischen Feminismus.
In Acryl oder Öl auf Pappe und Leinwand übertragen, erinnern Christine
Pohls Bilder an in Farben und Licht getauchte Seelenlandschaften. Dass
Christine Pohl die Malerei auf reinem Leinen bevorzugt und hierbei das
Gewebe seiner natürlichen Tönung wegen stellenweise offen lässt,
unterstreicht einerseits den besondern Reiz ihrer Arbeiten – und
verleiht ihnen andererseits eine überaus sublime, auf Reflexion und
Transparenz angelegte Tiefgründigkeit. Inspiration für ihre Bilder
erhält sie unverkennbar aus und in der Landschaft:
"Ich bin", wie Pohl unterstreicht, "oft mit Skizzenblock in Botanischen
Gärten unterwegs. In den Erscheinungsformen der Natur entdecke ich
faszinierende Strukturen, die ich - nicht ohne gewisse
Zufallssensibilität - in meine Werke einfließen lasse. Form und Farbe in
ihrem Nuancenreichtum nutzend, möchte ich dem Betrachter Raum für eigene
Phantasien eröffnen und Wege von äußeren zu inneren Landschaften
weisen."
Erfüllung und gleichermaßen Medium, um aufzurütteln und
zu bewegen, aber auch um sich dabei zu verlieren und wieder neu zu
finden – als das bedeutet Kunst für Karin Angerer.
Konsequenterweise verdichtet sich diese konzeptionelle Annäherung auch
in jenen ungewöhnlichen Objektbildern und Objekten, die unter dem Titel
"Totem" oben in der lounge zu sehen sind. In ihnen gelingt es der 1969
in Salzburg geborenen Malerin und Grafikerin, ganz unterschiedliche
Materialien und Sujets zu – auf den ersten Blick – archaisch anmutenden
Werken zu verbinden. Zwischen Erhabenheit und in sich ruhender Bewegung
entfaltet sich die Wirkung von Karin Angerers singulären Konstrukten
gerade aus dem Mit- und Nebeneinander von Farbe, Form und
Trägermaterial. "Wenn ich einmal anfange ein Stück Holz zu bearbeiten",
so die Künstlerin, "vergesse ich Raum und Zeit. Nach dem Polieren wird
jedes Stück noch ausgiebig gestreichelt, bevor es zur Skulptur oder zum
Objektbild verarbeitet wird". Bei den Bildern läuft dieser Prozess nach
eigenen Worten ähnlich ab, wobei Angerer der Kolorierung nicht nur in
stilistischer Hinsicht große Bedeutung einräumt: "Je nach meinem
aktuellen Lebensmoment", räumt die österreichische Künstlerin ein,
"brauche ich Farbe um aufzubrechen".
Bevor Sie jetzt beginnen aufzubrechen, ende ich hier, und
gebe das Wort an Verena Paul, die zu uns über die Arbeiten von Dorothée
Pirrung sprechen wird, die, wie Sie sicherlich festgestellt haben,
bisher in meiner Aufzählung fehlte.
Ich möchte darauf hinweisen, dass im Dezember wir – nach den Objekten –
das Malerei von Dorothée Pirrung zeigen werden. Unter dem Titel
Annäherung II.
Mathias Beck
„Herausragende Maler, Grafiker, Fotografen und
Bildhauer sind und bleiben herausragende Maler, Grafiker, Fotografen und
Bildhauer; leidenschaftliche Kunstsammler, Kunsthändler und
Kunstförderer orientieren sich nicht an zweifelhaften
Geschmackskategorien, sondern folgen ihrer Leidenschaft – ganz gleich,
aus welcher Perspektive sie sich ihre Position erarbeitet haben. Kunst
ist und bleibt die schönste Form der Kapitalanlage für die Seele, den
Geist und den Besitz.“
KUNST ÖFFNET DIE AUGEN, dass ist eine Aufgabe der Kunst. Meine Aufgabe
als Galeristin ist es für Sie in den Ateliers zu schnuppern, eine
qualitativ hochwertige Auswahl zu treffen, damit sich der Kunde im
grenzenlosen Kunstwald zurechtfinden kann. Wir als Galeristen sortieren
und wählen für unsere Kunden marktinteressante Künstler aus.
Karin Angerer, geb.1969, lebt und arbeitet in Salzburg.
„Je nach meinem aktuellen Lebensmoment…brauche ich Farbe um
aufzubrechen“ – sagt die Künstlerin Karin Angerer. Sie ist Malerin und
Grafikerin von Beruf und will aufrütteln und erfreuen. Sie hat Ihren
Kopf und ist auf ihrem ganz eigenen künstlerischen Weg – dies ist ihr
ein wichtiges Anliegen, um authentisch zu bleiben. Karin Angerer
arbeitet mit Acrylfarben und unterstreicht somit die Reinheit der Farbe,
die sich darin anbietet. (Bspl. Schilfbilder)
Ich gehe auf folgendes Werke ein: „Schilf“ eine sehr gelungenes
Experiment wie kalte Farbe, einmal ultramarinblau und einmal königsblau
durch die Verwendung eines warmen Ockers – eine beruhigende Stimmung
erhält. Ich spüre eine Ruhe, Sonne und liege im Schilf. Der Betrachter
wird augenblicklich in den Moment hineingezogen. Acrylfarbe in seiner
ganzen Reinheit. Wellen lassen im Werk ein Flimmern zu…… Ein gelungenes
Werk!
Die Frau am Kreuz? Sind es die Brüste, die Schönheit oder die neu
aufkommende Unterdrückung der Frau durch Religionen. Vieles kann der
Betrachter sich aus diesem spannungsgeladenen Bild herausholen - er kann
es aber auch umgedreht aufhängen…..
Backside: Fr. Angerer spielt keck mit unserem Auge bis wir als
Betrachter dahinter kommen was es eigentlich darstellt. Hier passiert in
unserem Kopf was sehr Interessantes! Wir lassen uns durch die intensive
Farbgebung so stark ablenken, einem leuchtenden grün unterstrichen in
gelb, sowie das Spiel mit den Lichtperspektiven, so weit, dass wir das
eigentliche Werk in seiner Formgebung erstmal lange nicht erkennen
sollen.
Die Künstlerin Karin Angerer experimentiert gerne und zeigt ein
ausgesprochenes Können im Umgang mit Farbgebung und weiß geschickt mit
dem Auge des Betrachters zu spielen. Eine direkte Kommunikation aus dem
Werk kommend mit dem Betrachter entstehend.
Skulpturen: Karin Angerer arbeitet u.a. intensiv mit dem Spring Stone
aus Zimbabwe und hat von Shona-Art Bildhauern das Handwerk gelernt. Eine
harte Arbeit in der sie voll und ganz in der entstehenden Skulptur
aufgeht, was sie erst Recht nicht davon abhält im Stein, ihren
speziellen Ausdruck zu finden.
Angelika Landherr
Abbildungen Karin
Angerer ansehen

Opening Reception am 10.11.2007



































Bilder der
Opening Reception am 10.11.2007 ansehen | Bilder N Dimitrov
Weitere Bilder
der Opening Reception am 10.11.2007 ansehen
Bilder nach
der Opening Reception am 10.11.2007 ansehen | Bilder N Dimitrov
Bilder der
Webcam von der Opening Reception ansehen
Aufbau am 9.11.2007











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Bilder der
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Information für die Medien
"Attitüden des Materiellen"
Eine Parallelausstellung mit Werken von Dieter Trost, Dorothée Pirrung,
Sybille Krauer, Christine Pohl und Karin Angerer
11. November bis 5. Dezember 2007, galerie m beck,
Homburg-Schwarzenacker
Die Wahrnehmung der Künstler in Bezug auf ihre Motive und die
Bedeutung des Materiellen beim Enstehen ihrer Werke, das sind die
zentralen Themen der aktuellen Parallelausstellung in der galerie m
beck. Ausgewählte Arbeiten von Dieter Trost, Dorothée Pirrung, Sybille
Krauer, Christine Pohl und Karin Angerer erschließen dabei neben einem
betont vielfältigen Begriff des "Materiellen" zugleich höchst
unterschiedliche Interpretationen "der Welt".
"Bei meinem gestalterischen Arbeiten versuche ich als Zentrum die
Zeichnung, das Skripturale im Blick zu behalten … Die meist abgegrenzten
Elemente komponiere, baue ich als Bild zusammen. Die Farbe dient der
formalen Gestaltung ebenso wie die übrigen Bildelemente." So beschreibt
Dieter Trost – Mitglied des Neunkircher Künstlerkreises und von 1963 bis
1997 Lehrer für Bildende Kunst und Philosophie am Gymnasium am Krebsberg
– den sein Œuvre prägenden Werkprozess und das dahinter stehende
Konzept. Aus gutem Grund präsentiert der renommierte, 1934 in Sankt
Ingbert geborene Künstler seine nun in der galerie m beck gezeigten
Bilder unter dem Titel "In Kreisen". Dabei soll der Ausstellungstitel –
ebenso wie die Werkschau selbst – zeigen, wie sich sein Arbeiten um das
von ihm beschriebene Zentrum bewegt: "Dieses Umkreisen ist zum einen zu
verstehen als Wechsel von Blickpunkten auf die Thematik einer aktuellen
Arbeitsphase, zum andern ist damit aber auch gemeint, dass ich bestrebt
bin, im Laufe der Jahre ein ständiges Umkreisen als Gefahr von
Wiederholungen zu vermeiden, indem ich von Erfahrungen belehrt mein
Arbeiten beeinflussen lasse. Im Bild gesprochen ist dies eher ein
Umkreisen in spiraligen Windungen." Der Grad der Abbildhaftigkeit seiner
Arbeiten – Dieter Trost spricht nicht ohne Grund vom "Bild als Metapher
des Lebens" – ist gegenüber der Komposition nach eigenem Bekunden
zweitrangig. "Je nach Motiv, ob ich von visuellen Erfahrungen oder von
bildimmanten Gesichtspunkten bestimmt bin, ist eine Spanne von
unterschiedlichster Gegenstandsnähe in den Arbeiten zu erfahren."
Als Form gewordene Gestik hingegen empfindet Dorothée Pirrung ihre unter
dem Titel "Annäherung I" vorgestellten Plastiken und Objekte. "Warum
sind meine Objekte so, wie sie sind? Was bewegt mich, ein Objekt so zu
gestalten, wie ich es tue? Und wo ist der Unterschied zwischen ‚Ding‘
oder ‚Mensch‘?" sind hierbei grundlegende Fragen, die sich die 1962 in
Frankenholz geborene Künstlerin stellt – um auf subtile Art und Weise
die Antworten darauf in ihren an "Objets trouvés" und "pars-pro-toto"-Installationen
angelehnten Kunstwerke zu liefern. Das wiederum ist kein Zufall, denn,
wie Dorothée Pirrung erklärt, "augenscheinlich entstehen meine Objekte
vielfach aus Fundstücken und Dingen, ‚die die Welt nicht braucht‘ und
‚Dingen, die das Leben bereits gezeichnet hat‘!". Eben diese Dinge
transformiert die Künstlerin in einen neuen Mittelpunkt – und lässt sie
damit zu strahlenden Sinnbildern des Werdens und Vergehens, des Kommens
und Gehens werden. "Ich füge mich ein", wie Pirrung sagt, "in den Strom
des bereits Vorhandenen und stelle ihm eigene Ideen, Gedanken und
Materialien hinzu, kombiniere neu, entfremde, rücke die Dinge aus ihrem
gewohnten Zusammenhang, so dass etwas Neues, Andersartiges entsteht …
Und manchmal spreche ich mit ihnen und stehe in direktem Dialog."
"Weit weg" – und dem inneren Prinzip des sich Annäherns an die Welt doch
so nah – geben sich daneben die zeitgleich im Entrée-Bereich der galerie
m beck ausgestellten Tableaus der Schweizer Malerin Sybille
Krauer-Büttiker. "Mich zieht es persönlich immer wieder in die Ferne.
Sobald ich weit weg von zu Hause bin, zieht es mich wieder dorthin
zurück – eben da ich weit weg von zu Hause bin.", bekennt die 1950 in
Süd-Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe, geborene Künstlerin, und fügt
hinzu: "In meinen Bildern erscheint oft der Horizont, so hat der
Betrachter das Gefühl von Distanz – in die Weite getragen zu werden. Es
zieht ihn hinein in diese Landschaften, bis er ganz ‚hinten‘ – eben weit
weg, irgendwo ist." "Irgendwo", "in ferner Nähe", "fremd im scheinbar
Vertrauten" nähert sich der Betrachter demzufolge ihren markanten
Bildern, die Sybille Krauer-Büttikers Gedankenwelten in Form weiter
Flächen und formaler Zitate vermitteln. Dass ihre Gemälde "nach hinten"
hin alles kleiner erscheinen lassen, ist dabei bewusst gesetztes
Gestaltungslement ihrer "kaleidoskopischen Augen-Blicke".
Abstrakt und dennoch naturorientiert indes manifestieren sich die pastös
geschnittenen, unter dem Leitthema "Hinwendung" arrangierten Bilder der
1942 in Oedt/Grefrath geborenen, heute im Rheinland lebenden Christine
Pohl. In Acryl oder Öl auf Pappe und Leinwand übertragen, erinnern sie
an in Farben und Licht getauchte Seelenlandschaften. Dass Christine Pohl
die Malerei auf reinem Leinen bevorzugt und hierbei das Gewebe seiner
natürlichen Tönung wegen stellenweise offen lässt, unterstreicht
einerseits den besondern Reiz ihrer Arbeiten – und verleiht ihnen
andererseits eine überaus sublime, auf Reflexion und Transparenz
angelegte Tiefgründigkeit. Inspiration für ihre Bilder erhält sie
unverkennbar aus und in der Landschaft: "Ich bin", wie Pohl
unterstreicht, "oft mit Skizzenblock in Botanischen Gärten unterwegs. In
den Erscheinungsformen der Natur entdecke ich faszinierende Strukturen,
die ich - nicht ohne gewisse Zufallssensibilität - in meine Werke
einfließen lasse. Form und Farbe in ihrem Nuancenreichtum nutzend,
möchte ich dem Betrachter Raum für eigene Phantasien eröffnen und Wege
von äußeren zu inneren Landschaften weisen."
Erfüllung und gleichermaßen Medium, um aufzurütteln und zu bewegen, aber
auch um sich dabei zu verlieren und wieder neu zu finden – als das
bedeutet Kunst für Karin Angerer. Konsequenterweise verdichtet sich
diese konzeptionelle Annäherung auch in jenen ungewöhnlichen
Objektbildern und Objekten, die jetzt unter dem Titel "Totem" erstmals
in Deutschland zu sehen sind. In ihnen gelingt es der 1969 in Salzburg
geborenen Malerin und Grafikerin, ganz unterschiedliche Materialien und
Sujets zu – auf den ersten Blick – archaisch anmutenden Werken zu
verbinden. Zwischen Erhabenheit und in sich ruhender Bewegung entfaltet
sich die Wirkung von Karin Angerers singulären Konstrukten gerade aus
dem Mit- und Nebeneinander von Farbe, Form und Grundmaterial. "Wenn ich
einmal anfange ein Stück Holz zu bearbeiten", so die Künstlerin,
"vergesse ich Raum und Zeit. Nach dem Polieren wird jedes Stück noch
ausgiebig gestreichelt, bevor es zur Skulptur oder zum Objektbild
verarbeitet wird". Bei den Bildern läuft dieser Prozess nach eigenen
Worten ähnlich ab, wobei Angerer der Kolorierung nicht nur in
stilistischer Hinsicht große Bedeutung einräumt: "Je nach meinem
aktuellen Lebensmoment", räumt die österreichische Künstlerin ein,
"brauche ich Farbe um aufzubrechen".
Die Ausstellungssequenzen "Dieter Trost | In Kreisen", "Dorothée Pirrung
| Annäherung I", "Sybille Krauer | Weit weg", "Christine Pohl |
Hinwendung" und "Karin Angerer | Totem" sind vom 11. November bis
einschließlich 5. Dezember 2007 in der galerie m beck, Historischer
Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, jeweils mittwochs
bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr
sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung zu sehen. Geschlossen
bleibt die Ausstellung am 21. November. Der Eintritt ist frei. Weitere
Informationen gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet
unter
www.galerie-monika-beck.de.


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Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung
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