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14. Oktober - 7. November 2007

 

 Christian Cordes 

Ausstellung über mich

 

 

 

* 1967 in Bremen. Ausbildung zum Technischen Zeichner.
1989-94 Studium an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken bei
Jochen Gerz, Andreas Brandolini, Ulrike Rosenbach.
Christian H. Cordes lebt und arbeitet in Berlin.

Ausstellungen Projekte
2006/07 «on/off»
Casino Luxemburg-Forum d´art contemporain
Galerie Neef, Skulpturengarten Sürth, Köln-Sürth
2005 «NICHTS», Ausstellung, Palais am Festungsgraben, Berlin
Saarländische Künstlerbund, Stadtgalerie Saarbrücken
2004 «Berliner Landpartie», Ausstellung, Rotenburg ob der Tauber
2003 «m.u.g.*shop», Positionierungsladen für Künstler und Designer, Garage-Festival, Stralsund
2002 «DU ABER BLEIBST» Dreiteilige Installation auf dem Engelbecken, Berlin
2001 «under the bridges, along the river»
Casino Luxemburg-Forum d´art contemporain
«Roller Version 2.0», Ausstellung,
Haus des Lehrers, Berlin-Alexanderplatz
Garage-Festival, Stralsund
2000 1. Preis im Realisierungswettbewerb
«KZ-Gedenkstätte Neue Bremm», Saarbrücken
1999 Galerie Monika Beck, Ausstellung, Homburg/Saar
1998 «ESREICHT 100» Installation
zum hundertjährigen Jubiläum der Johanneskirche, Saarbrücken
«Eimer im Dambachschen Garten», Ausstellung,
Kunstverein Bad Dürkheim
1997 «Bandnudeln und Telekomunikation» Performance, Duende, Rotterdam, Niederlande
«?Bakunin – Ein Denkmal!», Ausstellung, NGBK, Berlin
1995 «Bel Étage», Ausstellung, Saarbrücken
1994 «Gegacker», Performance, Khyber-Cafe, Halifax, Kanada
1990-93 «2167 Steine – Mahnmal gegen Rassismus Saarbrücken»
Ein Projekt von Jochen Gerz und Studenten

 

in situ

         

         

         

         

              

    

 

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Nichts

         

 

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Ne Ausstellung über mich nicht wahr?
Was mache ich als Künstler. Wofür ist es gut und was bewirkt es sind glaube ich die Fragen.
Sonst noch aus dem Katalog on/off:

Das Nichts ist ein abstraktes Konzept, und wird beispielsweise in metaphysischen Überlegungen angesprochen.
Es tritt das Nichts natürlich in Fragen nach dem Ursprung des Universums auf: "Kann das Universum aus Nichts entstehen?"
Als numerischer Wert wird die Null als nichts im Sinne einer Menge oder Anzahl verwendet. In dieser Bedeutung findet sich der Begriff auch im Computer, wo er die Abwesenheit eines Datenwertes darstellt.
Parmenides von Elea war ein Philosoph des antiken Griechenland, der zu den Vorsokratikern gehörte.
"Es gibt nur ein wahres Sein, aber kein Nicht sein"; und "Denken und Sein ist dasselbe", daher ist "nicht existierendes nicht denkbar", es kann also kein "Nichts" geben.
Das Konzept des Nichts verleitet allerdings auch zu Sprachspielen,Das Beispiel des Wittgenstein-Schülers Peter Heath, der den Eintrag "Nothing" in der Macmillan Encyclopedia of Philosophy besorgte, "Niemand weiss etwas über das Nichts, aber der natürlich eine ganze Menge"

Meine Forschung zum "nichts" ist ein Experiment mit ungewissem Ausgang, also ein Experiment, welches keine These belegen soll sondern eine Untersuchung mit wechselnden Vorraussetzungen.
Je nach Aufbau, im Atelier oder in einer Ausstellung verändert sich die Ausage. Einmal zeigt es mir woran ich arbeite oder wie die Konsequenzen dieses Tuns sind. Ein anderes Mal kommentiert es andere künstlerische Positionen und hinterfragt diese. Manchmal lässt es Betrachter innehalten und sich Gedanken über das eigene Dasein machen.
Das Problem wird mir mehr und mehr im Laufe der Versuchsreihen bewußt.

Christian Cordes

 

Einführungsrede

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie recht herzlich zur Eröffnung unserer Oktober-Ausstellungen und natürlich zur daran anschließenden Fete zum 40. Firmenjubiläum von Galerie und Edition.

Bei der Ausstellungsplanung wussten wir ja, dass dann auch zu feten sein wird. Wir waren also in Feierlaune und heiter gestimmt. Diese heitere – manchmal verspielte, manchmal hintergründige Stimmung begegnet Ihnen auch in den hier vierfach ausgestellten Arbeiten, auch wenn jemand, der dämlicher ist als ich, jetzt einzuwerfen versucht sein könnte, das stimme gar nicht für die Steine Dieter Kränzleins, die doch voll kontemplativ und echt selbstversunken seien – und oben an der Wand ja sogar sakral und fast streng weihevoll auf den unterwürfigen Betrachter warteten.
Dazu, dass das irrig zu kurz gegriffen ist, später mehr.

Vorstellen möchte ich Ihnen also die Hauptpersonen heute, die Künstlerin und die drei Künstler, die uns persönlich, meiner Frau und mir, eine wirklich schöne Folge von Ausstellungen geschenkt haben.

Maria Best
*1964 Koblenz
hat Architektur, Bildhauerei, Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften in Berlin studiert, wo sie heute als freischaffende Künstlerin tätig ist.

Kiddy Citny
* 1957 in Stuttgart geboren, ist in Bremen aufgewachsen, 1977 nach Westberlin gezogen, hat in Amsterdam und London (1979), in Zürich (1980), Bern (1989/90), Los Angeles (1993/94) gelebt und bis 2000 auch ein Atelier in München genutzt. Er ist Musiker und als bildender Künstler Autodidakt, das Statement dieses Wahl-Berliners lautet: „Mein Schwerpunkt liegt immer da, wo ich gerade bin."
Das haben wir beide gemeinsam, auch wenn man es Kiddy nicht ansieht.

Christian Cordes
* 1967 in Bremen. Ausbildung zum Technischen Zeichner. – Also noch Vierziger in diesem Jahr
1989-94 Studium an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken bei
Jochen Gerz, Andreas Brandolini, Ulrike Rosenbach.
Christian H. Cordes lebt und arbeitet in Berlin, wenn er nicht gerade unterwegs ist, um an bedeutenden Projekt-Ausstellungen teilzunehmen, bei denen er mit Vorliebe gefährliche Installationen aufbaut, die Wasser, Strom und ähnliches im Einsatz haben, oder Arbeiten weit sichtbar an Hauswände plaziert, die dann nach einer Woche abgebaut werden müssen, weil sich Politiker mit Bundesgeltung auf den Schlips getreten wähnen.

Dieter Kränzlein
* 1962 geboren in Stuttgart
1982 - 1985 Ausbildung zum Steinbildhauer
1985 - 1989 Schüler von Franz Dàkay
seit 1989 freischaffend im typisch Schwäbischen – ich glaube, der Ort heisst, Biestigkeit-Bissingen, da wo in der Nähe eine große Niederlassung des amerikanischen Computerkonzerns Häberle und Packard liegt, ohne dass er sich seine landsmänisch untypische Großzügigkeit und Freundlichkeit abgewöhnen wollte, was wahrscheinlich an seiner netten Frau liegt.

Vorstellen möchte ich Ihnen aber noch einen weiteren jungen Mann, Marc Bonner, der im Rahmen unserer Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte an der Universität des Saarlandes gleich zu Ihnen sprechen wird, und zwar über Kiddy Citny und seine Arbeiten.
Ich kenne den Text schon, und bin der Meinung, wir sollten ihm einen Vorschuss in Applaus geben. Er ist nämlich ein bißchen aufgeregt.

...

Maria Best

"Als wüsste ich wie man leben muss", lautet der Titel von Maria Bests Ausstellung. In ihm greift sie ein Zitat aus Anton Tschechows 1901 entstandenem Meisterwerk "Drei Schwestern" auf, um es - zumindest scheinbar - aus dem ursprünglichen literarischen Kontext zu lösen und mit Hilfe ihrer Malerei und Fotoübermalungen in die unmittelbare Gegenwart weiterzuführen. Während sich in Tschechows Theaterstück die drei Schwestern Irina, Mascha und Olga, die der Beruf des Vaters in die Provinz verschlagen hat, zurück in das von ihnen idealisierte Moskau sehnen - die einzige Stadt, die ihre Lebenswünsche vermeintlich zu erfüllen vermag - geht Maria Best der Frage nach, was "Sehnsucht" heute bedeutet. Dabei kommt sie vielleicht zu dem Schluss, dass die Glückssuche anhält, da Sehnsucht einfach einen großen Teil des Lebens ausmacht.
"Möglichkeiten gibt es viele und die Wahl fällt oft schwer, so schließt doch jede Wahl eine andere - vielleicht genauso reizvolle - aus."
Auch Maria Bests Arbeit als Künstlerin entspringt einer solchen Sehnsucht - einer, wie sie selbst sagt, "Sehnsucht, Dinge zu erzeugen, die es noch nicht gibt, gespeist von der Faszination durch die Werke anderer - und die Welt. Und gelegentlich gibt es Momente, in denen ich zu wissen glaube, wie ich leben und arbeiten muss, zumindest solange, bis die Sicherheit des einen Gedankens von der Noch-Unsicherheit des nächsten abgelöst wird."
Dieser Komplex, Sicherheit-Unsicherheit, Wägbares-Unwägbares, und die Zeit dazwischen, ist es eigentlich, die in jedem Bild aufgeworfen, angesprochen, manchmal aufgelöst wird.
Aus den 13 hier gezeigten „ideas about my chair“ zum Beispiel, wäre ich gerne der Stuhl mit dem Karton, man weiß nie, was noch zum Vorschein kommt. Ich befürchte aber, ich bin eher der Stuhl mit dem kleinen knallrosa Schwein – gleich weg aus dem Bild, oder der Stuhl mit der Wolke – ein bißchen verräuchert.

Christian Cordes

"Was mache ich als Künstler? Wofür ist es gut und was bewirkt es?" sind die Fragen, die sich Christian Cordes stellt.
Antworten, Hinweise, Ausblicke auf diese Elementarbetrachtungen gibt er uns nun entlang seiner "Ausstellung über mich".
In ihr interpretiert er dieses "Ich" abseits gewohnter Begrifflichkeiten als zur Kunst erhobene Mischung aus Material und Transzendenz, personifizierter "Leitkultur" und einem in ständigem Wandel begriffenen "Über-Menschen".
Zugleich verdichtet (das ist ein Wortspiel) Christian in diesen Werken seine Sicht des Universums als Prozess, der aus Metaphysik mit einer Portion Schlitzohrigkeit gewürzt ist.
"Je nach Aufbau, im Atelier oder in einer Ausstellung verändert sich die Ausage", beschreibt er selbst die Wirkungskraft seiner Arbeiten und erklärt deren inneres Prinzip wie folgt: "Einmal zeigt es mir, woran ich arbeite oder wie die Konsequenzen dieses Tuns sind. Ein anderes Mal kommentiert es andere künstlerische Positionen und hinterfragt diese". Und manchmal, so Christian Cordes, "lässt es Betrachter innehalten und sich Gedanken über das eigene Dasein machen".
Da das Dasein eines Menschen aber zum größten Teil aus dem So-Sein besteht, bezieht Christian folgerichtig und durchaus konsequent stets Sprache in seine Arbeiten mit ein: und zwar in Form von negierenden Imperativen, feststellenden Fragen, zielirreführenden Antworten und derleichen.
Seit ich Christian Cordes und seine Arbeiten begleite, das sind jetzt 12 Jahre, bin ich jedes Mal zuerst verdutzt, wie wirklich glanzvoll er aus bloßen Sprechblasen in meinem Kopf Sinn machen kann.
Das liegt meines Erachtens ganz sicher auch daran, dass alles was er fertigt und arbeitet, zuerst bildhauerisch gedaht ist: Wie aus Stein gebrochen oder aus Stahl geschnitten.
Er ist alt genug geworden und lange genug erfolgreich im Geschäft, so kann ich das sagen: Ein großer Bildhauer, der in kleiner Form irrwitzige Monumentalität erzeugt.

Dieter Kränzlein

Das Kunst-Werk als Schlusspunkt eines mentalen Prozesses wiederum prägt das Oeuvre des Steinbildhauers Dieter Kränzlein.
In ihm lässt er hinter dem Formalen weitere Bildebenen spürbar werden, die das Kantige seiner zu Stein gewordenen Visionen einerseits nicht verleugnen, um andererseits nach Vollendung über die äußere Form hinaus zu streben. Muschelkalk als Werkstoff und Ausdrucksmittel, als Kontrapart und Seelenspiegel.
Man darf nicht vergessen, Bildhauer arbeiten am Stein langsam. Da ist ganz natürlich der Weg das Ziel, weil man einfach so viel Lebenszeit darauf verbringt.

Wir hatten gestern beim Ausstellungsaufbau Probleme, weil Dieter seine Steine nicht gleich im Kontext mit Kiddys Malerei finden wollte. Ich habe dann scherzhaft gesagt, er solle froh sein, dass ich ihn nicht mit Christian in einen Raum gepackt habe.

Der Hintersinn dabei ist, dass ich sicher bin, dass das auch funktionieren würde, und zwar deshalb, weil Dieter und Christian in ganz ähnlicher Weise monumental denken.
Nur das Christian das nicht lassen kann, mit Mitteln der Mäeutik (Hebammenkunst, die von Sokrates angewandte Technik, sein Gesprächsgegenüber durch Fragen zur Selbsterkenntnis zu bringen, anstatt ihn zu belehren.
Da gleichen die Steine Dieter Kränzleins tatsächlich eher einem Gebet.

Und so laden seine Skulpturen folglich stets auch zu einer Spurensuche entlang der Linierung, und natürlich auch zur Selbstversunkenheit und Meditatiion ein.
Ganz unabhängig von allen Deutungs- und Erklärungs- oder bloß Möglichkeiten, Gedanken zu denken, die man hierbei verfolgen kann, um sich seiner Bildhauerei zu nähern.
Gewiss ist, dass es in der europäischen Kunst keine Bildhauerei gibt, die der seinen gleicht.


Ich würde mir wünschen, dass Sie – soweit das bei dem Gedränge, das wir alle veranstalten, möglich ist, die Ausstellungsräume noch einmal abgehen, und dabei sicherlich feststellen, dass alle hier ausgestellten Arbeiten zusammengehen könnten, und zwar weil alle in einer ähnlichen Geisteshaltung entstanden sind: Sich nicht verwahrend und vor der Welt verweigernd, sondern zutiefst affirmativ, jedes ein wunderschönen Ja zur Welt, zu uns.
Dafür Euch noch einmal Danke! - Und Ihnen Dank für Ihre Geduld!

Mathias Beck

 

Selbstportrait

              

 

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Elektrisch Licht - elektrisch Gas - elektrisch Wasser

    

    

 

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Mach Denk

         

    

 

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Projektionsfläche für NICHTS

              

         

    

 

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Schau weg Schau her

         

    

 

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Opening Reception und Fete am 13.10.2007

         

              

              

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

              

         

         

         

         

                   

    

 

         

         

         

         

         

         

         

         

              

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

    

 

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos HP Mürz

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos M Schmieger

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos G Ralle

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 01

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 02

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 03

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 04

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 05

Bilder der Webcam von Opening Reception und Fete am 13.10.2007

 

Aufbau und Aufbauabendessen am 11. u 12.10.2007

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

    

 

Bilder vom Aufbau am 11. u 12.10.2007

Bilder vom Aufbau am 12.10.2007 | Fotos Nikola Dimitrov

Bilder vom Aufbauabendessen am 12.10.2007 | Fotos Nikola Dimitrov

Bilder der Webcam vom Aufbau am 11. u 12.10.2007

 

"Die Vielfalt des Unprogrammatischen"

Eine Parallelausstellung mit Werken von Kiddy Citny, Christian H. Cordes, Maria Best und Dieter Kränzlein
14. Oktober bis 7. November 2007, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker

Im Oktober 1967 – vor 40 Jahren – wurden Galerie und Edition Monika Beck in Zweibrücken gegründet. Auch wenn sich der Name der Galerie auf ein Initial-M verkürzt hat, war dieses Jubiläum Anlass für die sozusagen miteinander verheirateten galerie m beck und die edition s beck (Susanna als Fortführung auch der notwendigen weiblichen Handschrift) ein Programm aufzulegen, das zu unterschiedlichsten Begegnungen mit aktuellen künstlerischen Positionen einlädt, ohne sich dabei allzu sehr in den Vorlieben der Betreiber zu verlieren, sondern übergeordnete Themen zu verfolgen. Den Schwerpunkt des Jubiläumsmonats bildet eine Quart mit Arbeiten von Kiddy Citny, Christian H. Cordes, Maria Best und Dieter Kränzlein.

"Mein Schwerpunkt liegt immer da, wo ich gerade bin.", so lautet das Credo von Kiddy Citny. 1957 in Stuttgart geboren, wurde der Maler, der unter anderem in Holland und Großbritannien, der Schweiz und den USA gelebt hat, vor allem mit seinen Bildern auf der Berliner Mauer weltberühmt: So steht beispielsweise ein Fragment des zuvor zwei Welten trennenden, durch Citny zum Kunstwerk transformierten Betonwalls vor dem UNO-Gebäude in New York. Unter dem Titel "L’heure bleue" – zu deutsch: "Die blaue Stunde" – stellt der vielseitige Künstler in Schwarzenacker ausgewählte Arbeiten vor, in denen er mit Hilfe seiner "emotionale Piktogramme" komplexe Themen in bildliche Metaphern zwischen Tag und Nacht, Träumen und Wachen, Werden und Vergehen überträgt.

"Was mache ich als Künstler? Wofür ist es gut und was bewirkt es?" sind hingegen die Fragen, die sich der 1967 in Bremen geborene Christian Cordes stellt. Die Antworten auf diese Elementarbetrachtungen gibt er nun entlang seiner in der galerie m beck gezeigten "Ausstellung über mich". In ihr interpretiert er dieses "Ich" abseits gewohnter Begrifflichkeiten als zur Kunst erhobene Mischung aus Materiellem und Transzendenz, personifizierter "Leitkultur" und einem in ständigem Wandel begriffenen "Über-Menschen". Zugleich verdichtet der heute in Berlin lebende Cordes, der an der Hochschule der Bildenden Künste Saar bei Jochen Gerz, Andreas Brandolini und Ulrike Rosenbach studierte, in diesen Werken seine Sicht des Universums als metaphysischen Prozess. "Je nach Aufbau, im Atelier oder in einer Ausstellung verändert sich die Ausage", beschreibt er selbst die Wirkungskraft seiner Arbeiten und erklärt deren inneres Prinzip wie folgt: "Einmal zeigt es mir, woran ich arbeite oder wie die Konsequenzen dieses Tuns sind. Ein anderes Mal kommentiert es andere künstlerische Positionen und hinterfragt diese". Und manchmal, so Christian Cordes, "lässt es Betrachter innehalten und sich Gedanken über das eigene Dasein machen".

"Als wüsste ich wie man leben muss", lautet dagegen der Titel von Maria Bests Ausstellungssequenz. In ihr greift sie ein Zitat aus Anton Tschechows 1901 entstandenem Meisterwerk "Drei Schwestern" auf, um es - zumindest scheinbar - aus dem ursprünglichen literarischen Kontext zu lösen und mit Hilfe ihrer Malerei und Fotoübermalungen in die unmittelbare Gegenwart weiterzuführen. Während sich in Tschechows Theaterstück die drei Schwestern Irina, Mascha und Olga, die der Beruf des Vaters in die Provinz verschlagen hat, zurück in das von ihnen idealisierte Moskau sehnen - die einzige Stadt, die ihre Lebenswünsche vermeintlich zu erfüllen vermag - geht Maria Best der Frage nach, was "Sehnsucht" heute bedeutet. Dabei kommt die 1964 in Koblenz geborene Künstlerin zu dem Schluss, dass die Glückssuche anhält, da Sehnsucht ihrer Ansicht nach einen großen Teil des Lebens ausmacht. "Möglichkeiten gibt es viele und die Wahl fällt oft schwer, ischließt doch jede Wahl eine andere - vielleicht genauso reizvolle - aus." Auch Maria Bests Arbeit als Künstlerin entspringt einer solchen Sehnsucht - einer, wie sie selbst sagt, "Sehnsucht, Dinge zu erzeugen, die es noch nicht gibt, gespeist von der Faszination durch die Werke anderer - und die Welt. Und gelegentlich gibt es Momente, in denen ich zu wissen glaube, wie ich leben und arbeiten muss, zumindest solange, bis die Sicherheit des einen Gedankens von der Noch-Unsicherheit des nächsten abgelöst wird."

Das Kunst-Werk als - vorläufigen - Schlusspunkt eines mentalen Prozesses wiederum prägt das Oeuvre des Steinbildhauers Dieter Kränzlein. In ihm lässt er hinter dem Formalen weitere Bildebenen spürbar werden, die das Kantige seiner zu Stein gewordenen Visionen einerseits nicht verleugnen, um andererseits nach Vollendung über die äußere Form hinaus zu streben. Muschelkalk als Werkstoff und Ausdrucksmittel, als Kontrapart und Seelenspiegel: Bei Kränzlein ist der Weg das Ziel, laden seine Skulpturen folglich stets auch zu einer Spurensuche entlang der dahinter stehenden Geisteswelten ein. Ganz unabhängig von allen Deutungs- und Erklärungsmöglichkeiten, die man hierbei verfolgen kann, um sich der Bildhauerei des 1962 in Stuttgart geborenen Schülers von Franz Dàkay zu nähern: Gewiss ist, dass es in der europäischen Kunst keine Bildhauerei gibt, die der seinen gleicht.

Die Ausstellungssequenzen "Kiddy Citny | L’heure bleue", "Christian H. Cordes | Ausstellung über mich", "Maria Best | Als wüsste ich wie man leben muss" und "Dieter Kränzlein | Die Unzugehörigkeit des Kunstwerks" sind vom 14. Oktober bis einschließlich 7. November 2007 in der galerie m beck, Historischer Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, jeweils mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung zu sehen. Geschlossen bleibt die Ausstellung am 1. November. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de.

 

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Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung