galerie m beck
comebeck ltd .ca | Deutsche Niederlassung
Schwedenhof | Am Roemermuseum | 66424 Homburg/Saar | Germany
galmb@comebeck.com

 

 
 

14. Oktober - 7. November 2007

 

 Kiddy Citny 

L'heure bleue

 

 

    

 

Musiker und bildender Künstler Autodidakt, wurde 1957 in Stuttgart geboren, ist in Bremen aufgewachsen, 1977 nach Westberlin gezogen, hat in Amsterdam und London (1979), in Zürich (1980), Bern (1989/90), Los Angeles (1993/94) gelebt und bis 2000 auch ein Atelier in München genutzt. Standpunkt des Wahl-Berliners: „Mein Schwerpunkt liegt immer da, wo ich gerade bin."

 

in situ

              

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

    

 

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Einführungsrede

L'heure bleue, die Stunde der Morgen- und Abenddämmerung.
Caspar David Friedrich oder auch Phillipp Otto Runge formten aus der blauen Stunde einen sakrosankten Moment.
Die damaligen Künstler verbalisierten in ihren Werken eine außeralltägliche Wirklichkeit und erhoben sich somit über die Schar der Kunstliebhaber.
Romantische Genieästhetik lies keine Kommunikation zwischen Künstlern und Rezipienten zu.
Die entrückte Kreativität der Künstler war vom Solipsismus verfärbt. Einer Theorie, die zur Annahme hat, nur das eigene Ich sei wirklich und alle anderen Individuen lediglich Bewusstseinsinhalte ohne eigene Existenz.
In unserer heutigen Zeit liegt die Leistung eines Künstlers gerade in seiner kommunikativen Kreativität um Uns, den Betrachtern, etwas mitteilen zu können.
Denn nur durch den Eindruck des Betrachters wird der angestrebte Ausdruck des Künstlers vollständig.
Kommunikation versteht sich allgemein als Einheit aus Form (dem Symbol) und Inhalt (der Bedeutung) und stellt für Uns den Wirklichkeitsbezug zu einem Kunstwerk her.
Will der Künstler mit seiner Kunst unterhalten, muss er mit vertrauten Verschlüsselungen jonglieren.
Anstelle der entrückten erwarten Wir Heute also alltägliche Befindlichkeiten von den Künstlern, die jeder Mensch zu entschlüsseln vermag und die auf einen breiten Konsens stoßen.
?Kunst als höchste Form der Kommunikation hat den Auftrag eine möglichst breite Masse zu erreichen. Der 1957 geborene Wahlberliner Kiddy Citny realisiert diesen seinen Leitsatz als Musiker und bildender Künstler.
Internationale Bekanntheit erlangte er - zusammen mit Thierry Noir - unter anderem durch bemalen eines 100 Meter langen Frieses der Berliner Mauer 1985.
Kiddy Citny thematisiert alltägliche Gelüste und Wünsche, Gefühle und Hoffnungen, durch für Uns einfach zu entschlüsselnde Metaphern.
So wird zum Beispiel Liebe und Gemeinsamkeit als eine den Erdball umarmende, nackte Frau dargestellt die auch für Frieden und Freiheit steht, während Sensibilität und Zärtlichkeit durch zwei sich berührende Herzgesichter symbolisiert wird.
Die für ihn typische Körper- und Formensprache steigert Kiddy Citny noch durch das einfügen einzelner Wörter oder Sätze in die Bildebenen.
Diese winden sich um die stets in seinem Oeuvre präsenten, stilisierten Menschen und Köpfe als wären es deren Empfindungen, deren Gedanken, darauf aus bei den Betrachtern ein Wohlbefinden hervor zu rufen.
Während die Piktogramme durch vereinfachte grafische Darstellung der Informationen eine sprechende Motivik erzeugen, erreichen die Epigramme zusätzlich durch Wörter eine optische Verbalisierung seiner Bilder.
Beide Ausdrucksformen erreichen jene Einheit von Kommunikation, die zuvor mit Form und Inhalt beschrieben wurde.
Sie erfüllen die Intention des Künstlers die Welt zu verbessern oder zumindest zu einer Verbesserung anzuregen.
Aus dem Quell des wirklichen, alltäglichen Lebens strömen Kiddy Citnys Verlangen nach Liebe und optimistische Hoffnungen auf die Leinwand.
Das Resultat ist die blaue Stunde - Lheure bleue.
Wenn Tag und Nacht, Sonne und Mond, wenn Realität und Traum, Sehnsüchte und Gelüste sich gegenseitig umarmen.

Ich bin von den Galeristen gebeten worden, darauf hinzuweisen, dass Sie an dieser Stelle bitte nicht beginnen sollen, Ihre "Sehnsüchte und Gelüste" sofort auszuleben.
Schließlich ist das hier fast wie Öffentlichkeit.
Aber Sie dürfen gerne dazwischen heimlich Ihre Liebsten kurz drücken, oder auch den Künstler umarmen, solange er sich nicht wehrt. Nur die Frau des Galeristen ist sakrosankt, sagt der Mann der Galeristin.
 

Marc Bonner

 

              

 

Liebe und Gemeinsamkeit, Frieden und Freiheit, Sensibilität und Zärtlichkeit, Wille und Verantwortung… Kiddy Citny kommuniziert komplexe Themen mit einfachen Metaphern: „Herzgesichter", „Welt im Arm", „Königskinder"… Seine Bildwelt ist parabelhaft wie die Welt des „Kleinen Prinzen". Wenn Antoine de Saint-Exupéry in seine Bücher hineingezeichnet hat, so schreibt Kiddy Citny in seine Bilder: „You lucky star", „feel fine", „imagine & set", „response@responsibility", „2night", „dream / reality", „courage", „p@ssion", „firewire", „JPEG", „set colours pure and free", „move on up", „EQ – IQ", „What time is love?", „einz sein", „lust – last – liebe", „L'amour toujours", „qui baisse qui"…

Hieroglyphenartige Pikto- und Epigrammzeilen mäandern um Körper und Köpfe. Der Bildduktus von sprechendem Hauptmotiv und kommentierender Kulisse entspricht dem ganzheitlichen Ansatz seiner Botschaften. Der Bogen zwischen sprechender Motivik und anschaulicher Verbalisierung ist das Spannende in seinen Bildern.

Peter Fabian

 

    

 

         

 

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Opening Reception und Fete am 13.10.2007

         

              

              

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

              

         

         

         

         

                   

    

 

         

         

         

         

         

         

         

         

              

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

    

 

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos HP Mürz

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos M Schmieger

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos G Ralle

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 01

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 02

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 03

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 04

Bilder der Opening Reception und Fete am 13.10.2007 | Fotos N Dimitrov 05

Bilder der Webcam von Opening Reception und Fete am 13.10.2007

 

Aufbau und Aufbauabendessen am 11. u 12.10.2007

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

    

 

Bilder vom Aufbau am 11. u 12.10.2007

Bilder vom Aufbau am 12.10.2007 | Fotos Nikola Dimitrov

Bilder vom Aufbauabendessen am 12.10.2007 | Fotos Nikola Dimitrov

Bilder der Webcam vom Aufbau am 11. u 12.10.2007

 

"Die Vielfalt des Unprogrammatischen"

Eine Parallelausstellung mit Werken von Kiddy Citny, Christian H. Cordes, Maria Best und Dieter Kränzlein
14. Oktober bis 7. November 2007, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker

Im Oktober 1967 – vor 40 Jahren – wurden Galerie und Edition Monika Beck in Zweibrücken gegründet. Auch wenn sich der Name der Galerie auf ein Initial-M verkürzt hat, war dieses Jubiläum Anlass für die sozusagen miteinander verheirateten galerie m beck und die edition s beck (Susanna als Fortführung auch der notwendigen weiblichen Handschrift) ein Programm aufzulegen, das zu unterschiedlichsten Begegnungen mit aktuellen künstlerischen Positionen einlädt, ohne sich dabei allzu sehr in den Vorlieben der Betreiber zu verlieren, sondern übergeordnete Themen zu verfolgen. Den Schwerpunkt des Jubiläumsmonats bildet eine Quart mit Arbeiten von Kiddy Citny, Christian H. Cordes, Maria Best und Dieter Kränzlein.

"Mein Schwerpunkt liegt immer da, wo ich gerade bin.", so lautet das Credo von Kiddy Citny. 1957 in Stuttgart geboren, wurde der Maler, der unter anderem in Holland und Großbritannien, der Schweiz und den USA gelebt hat, vor allem mit seinen Bildern auf der Berliner Mauer weltberühmt: So steht beispielsweise ein Fragment des zuvor zwei Welten trennenden, durch Citny zum Kunstwerk transformierten Betonwalls vor dem UNO-Gebäude in New York. Unter dem Titel "L’heure bleue" – zu deutsch: "Die blaue Stunde" – stellt der vielseitige Künstler in Schwarzenacker ausgewählte Arbeiten vor, in denen er mit Hilfe seiner "emotionale Piktogramme" komplexe Themen in bildliche Metaphern zwischen Tag und Nacht, Träumen und Wachen, Werden und Vergehen überträgt.

"Was mache ich als Künstler? Wofür ist es gut und was bewirkt es?" sind hingegen die Fragen, die sich der 1967 in Bremen geborene Christian Cordes stellt. Die Antworten auf diese Elementarbetrachtungen gibt er nun entlang seiner in der galerie m beck gezeigten "Ausstellung über mich". In ihr interpretiert er dieses "Ich" abseits gewohnter Begrifflichkeiten als zur Kunst erhobene Mischung aus Materiellem und Transzendenz, personifizierter "Leitkultur" und einem in ständigem Wandel begriffenen "Über-Menschen". Zugleich verdichtet der heute in Berlin lebende Cordes, der an der Hochschule der Bildenden Künste Saar bei Jochen Gerz, Andreas Brandolini und Ulrike Rosenbach studierte, in diesen Werken seine Sicht des Universums als metaphysischen Prozess. "Je nach Aufbau, im Atelier oder in einer Ausstellung verändert sich die Ausage", beschreibt er selbst die Wirkungskraft seiner Arbeiten und erklärt deren inneres Prinzip wie folgt: "Einmal zeigt es mir, woran ich arbeite oder wie die Konsequenzen dieses Tuns sind. Ein anderes Mal kommentiert es andere künstlerische Positionen und hinterfragt diese". Und manchmal, so Christian Cordes, "lässt es Betrachter innehalten und sich Gedanken über das eigene Dasein machen".

"Als wüsste ich wie man leben muss", lautet dagegen der Titel von Maria Bests Ausstellungssequenz. In ihr greift sie ein Zitat aus Anton Tschechows 1901 entstandenem Meisterwerk "Drei Schwestern" auf, um es - zumindest scheinbar - aus dem ursprünglichen literarischen Kontext zu lösen und mit Hilfe ihrer Malerei und Fotoübermalungen in die unmittelbare Gegenwart weiterzuführen. Während sich in Tschechows Theaterstück die drei Schwestern Irina, Mascha und Olga, die der Beruf des Vaters in die Provinz verschlagen hat, zurück in das von ihnen idealisierte Moskau sehnen - die einzige Stadt, die ihre Lebenswünsche vermeintlich zu erfüllen vermag - geht Maria Best der Frage nach, was "Sehnsucht" heute bedeutet. Dabei kommt die 1964 in Koblenz geborene Künstlerin zu dem Schluss, dass die Glückssuche anhält, da Sehnsucht ihrer Ansicht nach einen großen Teil des Lebens ausmacht. "Möglichkeiten gibt es viele und die Wahl fällt oft schwer, ischließt doch jede Wahl eine andere - vielleicht genauso reizvolle - aus." Auch Maria Bests Arbeit als Künstlerin entspringt einer solchen Sehnsucht - einer, wie sie selbst sagt, "Sehnsucht, Dinge zu erzeugen, die es noch nicht gibt, gespeist von der Faszination durch die Werke anderer - und die Welt. Und gelegentlich gibt es Momente, in denen ich zu wissen glaube, wie ich leben und arbeiten muss, zumindest solange, bis die Sicherheit des einen Gedankens von der Noch-Unsicherheit des nächsten abgelöst wird."

Das Kunst-Werk als - vorläufigen - Schlusspunkt eines mentalen Prozesses wiederum prägt das Oeuvre des Steinbildhauers Dieter Kränzlein. In ihm lässt er hinter dem Formalen weitere Bildebenen spürbar werden, die das Kantige seiner zu Stein gewordenen Visionen einerseits nicht verleugnen, um andererseits nach Vollendung über die äußere Form hinaus zu streben. Muschelkalk als Werkstoff und Ausdrucksmittel, als Kontrapart und Seelenspiegel: Bei Kränzlein ist der Weg das Ziel, laden seine Skulpturen folglich stets auch zu einer Spurensuche entlang der dahinter stehenden Geisteswelten ein. Ganz unabhängig von allen Deutungs- und Erklärungsmöglichkeiten, die man hierbei verfolgen kann, um sich der Bildhauerei des 1962 in Stuttgart geborenen Schülers von Franz Dàkay zu nähern: Gewiss ist, dass es in der europäischen Kunst keine Bildhauerei gibt, die der seinen gleicht.

Die Ausstellungssequenzen "Kiddy Citny | L’heure bleue", "Christian H. Cordes | Ausstellung über mich", "Maria Best | Als wüsste ich wie man leben muss" und "Dieter Kränzlein | Die Unzugehörigkeit des Kunstwerks" sind vom 14. Oktober bis einschließlich 7. November 2007 in der galerie m beck, Historischer Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, jeweils mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung zu sehen. Geschlossen bleibt die Ausstellung am 1. November. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de.

 

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Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung