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17. Juni - 11. Juli 2007
Abdulhamid
Abdalla
Die Musik der Dinge | Malerei


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Abdulhamid Abdalla | Die Musik der Dinge
Abdulhamid Abdalla ist ein Künstler aus Syrien, der seit 3 Jahren in
Hamburg lebt.
Er ist aufgewachsen auf dem Land in einer Bauernfamilie mit vielen
Geschwistern, mit der Natur und dem Rhythmus der Jahreszeiten.
Die Religion seiner Familie ist der Islam, aber mit vielfältigem
religiösem Familienhin-tergrund. Sein Großvater väterlicherseits kam als
armenisches Waisenkind zur Zeit der Massaker an den christlichen
Armeniern nach Syrien, die Großmutter, ebenfalls eine Waise, kam aus
einer jüdischen Familie. Beide wurden von moslemischen Fa-milien
angenommen. Hamids Mutter ist syrische Kurdin.
Es gab also in seiner Familie stets Geschichten von Vertreibung und
Unterdrückung und von anderen Religionen.
Bei Hamid zeigte sich schon früh das künstlerische Talent. Aber anders
als hier bei uns war es im ländlichen Syrien nicht üblich, dass kleine
Kinder Farbe, Stifte und Papier haben. Die erste Zeichnung, an die er
sich erinnert, war ein Gesicht, das er beim Pinkeln mit seinem Urin in
den Sand malte. Danach zeichnete er dann mit Stei-nen und gefundenen
Kohlestückchen auf die Lehmwände der Häuser in seinem Dorf.
In der Schule erkannte später ein Lehrer Hamids künstlerische
Fähigkeiten und sprach schließlich darüber mit dem Vater. Hamid war
zwölf Jahre alt, als sein Vater daraufhin zum ersten Mal echte
Malutensilien für ihn kaufte.
Seine Kindheit im Dorf in der wüstenähnlichen Landschaft hat seine
Malerei geprägt. In seinen Bildern sieht man die Farben des reifen
Getreides, der Lehmwände oder der trockenen Erde. Er hat auch als Kind
immer wieder fasziniert die Insekten beo-bachtet, die Linien und Muster,
die sie im Sand machten. Auch das findet sich in sei-nen Bildern wieder.
Als Hamid klein war, war seine Familie sehr arm. Seine ersten Portraits
waren auf kindliche Art gezeichnete weinende Gesichter von Vater und
Mutter.
Weil er gut in der Schule war und seine Familie ihm mehr Bildung
ermöglichen woll-te, musste er ab der 7.Klasse allein in der nächsten
Stadt, Al Hasaka, leben. Die Dorfschule ging nur bis zur 6. Klasse. Er
musste so schon als 13jähriger sein tägli-ches Leben allein meistern. Zu
der Zeit schon hatte Hamid das Gefühl, nur durch seine Malerei alles
schaffen zu können. Seine Bilder haben ihn stark genug gemacht, sie
nahmen ihm die Angst vor dem Alleinsein und gaben ihm Kraft.
Hier in Alhasaka fing er durch Schulfreunde an, in Kirchen zu gehen und
sich für an-dere Religionen zu interessieren. Zu dieser Zeit kamen
christliche Symbole in seine Kunst.
Mit ca. 15 Jahren begann er, da er durch seine Mutter ein halber Kurde
ist, sich für die Kultur der Kurden in Syrien und anderswo zu
interessieren. Seit dieser Zeit finden sich kurdische Elemente und
Symbole in seine Malerei.
Mit 17 Jahren hatte er seine erste Freundin, und so kam ein weiteres
Element in sei-ne Kunst – der weibliche Körper.
Mit 18 Jahren gab es für Hamid wieder einen Aufbruch und Neuanfang,
nämlich als Kunststudent in Damaskus. Für einen Jungen vom Lande, der
bisher nur die Stadt Alhasaka kannte, begann nun in der Millionenstadt
Damaskus ein völlig neues Le-ben. Er studierte Bildende Kunst an der
Kunsthochschule in Damaskus und hat wäh-rend des Studiums in Syrien
bereits als freischaffender Künstler sowie als Ausstatter von Theater
und Fernsehen gearbeitet.


Im Jahr 2003 kam Abdulhamid nach Deutschland, wo er bei Null anfangen
musste. Obwohl er hier zuerst nicht einmal ein eigenes Zimmer hatte,
hörte er nie auf zu ma-len. Es sind bisher in Deutschland ca. 60 Bilder
und auch einige Skulpturen entstan-den.
Abdulhamid malt seine Bilder zumeist auf Leinwand und benutzt
überwiegend Acryl-farben und Tinte. Oft strukturiert er die Bilder oder
Holzreliefs mit Leim und setzt mit Blattgold besondere Akzente.
Einige seiner Werke sind überwiegend mit natürlichen Materialien wie
Erde, Sand oder Stroh gestaltet. Wenn er mit Naturmaterialien arbeitet,
will er damit ganz beson-ders die Seele der Dinge hervorlocken, sichtbar
machen und uns Menschen die Na-tur wieder näher bringen.
Außerdem ist es ihm, seitdem er hier ist, ein besonderes Anliegen, in
seinen Bildern die orientalischen mit den westlichen Einflüssen auf
seine ganz eigene Art zu verbin-den. Seit er hier in Deutschland in
Hamburg lebt, sind die Einflüsse einer westlichen Großstadt in einigen
Bildern deutlich zu erkennen. So benutzt er z. B. Graffity, die teils in
arabisch, teils in deutsch oder englisch geschrieben ist.
Im Gegensatz zur künstlerischen Technik, die Abdulhamid sehr bewusst
einsetzt, sind die Inhalte seiner Bilder jedoch niemals geplant, sondern
stets das Ergebnis eines unbewussten inneren Prozesses. Seine
künstlerische Arbeit basiert weniger auf Theorien, vielmehr ist sie das
Ergebnis individueller Erfahrungen. Er drückt in seinen Bildern das aus,
was er nur schwer in Worte fassen kann. So will er mit seiner Kunst auch
den Betrachtenden ermöglichen, Gefühle und Stimmungen zu empfin-den, die
wir Menschen nicht so leicht in Worte fassen können.

Mit den Worten von Abdulhamid Abdalla:
„Wenn ich mit dem Malen beginne, dann ist es, als würde ein Gatter
geöffnet und die darin eingepferchten Pferde galoppierten hinaus in die
Freiheit. Die Bilder fließen aus mir und bringen meine Hand zum Malen.
Ich versuche vor allem, die Musik der Dinge zu malen. Oft erinnere ich
mich beim Malen an den Klang und die Melodie der Bilder, die in mir
darauf warten, gemalt zu werden.“
Marina Bettinger



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Opening Reception am 15.6.2007
















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Aufbau der Ausstellung und
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Information für die Medien
“Intuition und Kalkulation” - Eine Parallelausstellung mit Werken von
Maarten Thiel, Veit Philippi, Ralph Mayer und Abdulhamid Abdalla
17. Juni bis 11. Juli 2007, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker
Ist die Kunst eine Wissenschaft? Bildet sie Realitäten ab - oder
schafft sie selbst eine neue Wirklichkeit, indem sie bewusst gegen
Regeln verstößt? Und wie kalkulierbar sind bei all dem “Geistesblitze”?
Mit diesen Fragen und dem Leitmotiv “Intuition und Kalkulation” setzen
sich zur Zeit vier Künstler in der galerie m beck auseinander. Dabei
laden sie entlang ihrer Arbeiten zugleich dazu ein, ganz eigene Momente
der Wirklichkeit zu erfahren.
So eröffnet Maarten Thiel in seinen Arbeiten auf Leinwand und Papier
beispielsweise konzentriert gesetzte Wahrnehmungsebenen zwischen Linie
und Form, Leerraum und Fülle. Aus diesem in sich ruhenden Spannungsfeld
heraus lässt der 1945 in Amsterdam geborene und heute in Kassel wirkende
Künstler wiederum Bildwelten entstehen, deren punktuelle Spuren zugleich
den dahinter stehenden Dialoggedanken erahnen lassen. Um dieses
“geistige Grundgerüst” herum gelingt es Thiel - der übrigens Zeichner
und Maler in einem ist - Linie für Linie, Punkt für Punkt, Pinselstrich
um Pinselstrich jene irritierend-harmonischen Meisterwerke zu schaffen,
die in seltener Dichte innere Bilder mit zeitlos erscheinenden Form- und
Farbkompositionen vereinen. “Alle Elemente, ob gegenständlicher Natur
oder geometrischer Herkunft sind herausgelöst, zu Zeichen abstrahiert”,
wie Dirk Schwarze es vor wenigen Monaten anlässlich einer Präsentation
dieser Werke in Wien beschrieb. “Diese Zeichen jedoch bildet Maarten
Thiel mit einer solchen Genauigkeit und Wahrhaftigkeit ab, dass er in
den Bildern eine eigene Realität herstellt. Sie verweist auf die Welt
und hat doch nichts mit ihr zu tun.”
Die Suche nach der “Wahrheit der Form” hingegen prägt die Plastiken des
saarländischen Künstlers Veit Philippi. Während er das Material, aus dem
er sie erarbeitet, mit großem Ernst und voller Respekt behandelt, deutet
sich hinter seinen Arbeiten eine nicht minder große Ironie an. So wie er
als Schriftsteller eher der wendigen Sprache als den sie umschreibenden
Verhältnissen vertraut, spekuliert er nun in der “Inventur” betitelten
Gegenüberstellung seiner Kunstwerke konsequent auf die Kraft des
Kognitiven. Bei all dem steht nicht das unerwartete Neue, das um jeden
Preis Spektakuläre im Mittelpunkt seines Schaffens, sondern vielmehr die
unermüdliche “Rekombination des Vorhandenen”. Damit ist der in
Merchweiler lebende Künstler ein typischer Vertreter der Postmoderne,
überträgt auch er das - zumindest augenscheinlich - Vertraute in die ihm
eigene Formsprache. Das lustvolle Bearbeiten von Metallen und Steinen
und die Weiterführung dieser an sich leblosen Ausgangsmaterialien in
assoziative Objekte lässt Veit Philippi beiläufig die Rolle eines
Artisten einnehmen, der entlang seines Stilkanons listig hinter seinem
Werk zurücktritt - und dennoch stets die Erwartungshaltung des
Betrachters fest im Blick hat.
“Kunst durch … Freiheit der Sinne … schafft Kunst!”, definiert hingegen
Ralph Mayer den schöpferischen Impetus, der sich als konsequent
verstandener Leitfaden durch sein gesamtes Schaffen zieht. Dass der
vielseitig engagierte Künstler - Mayer ist unter anderem Gründungs- und
Vorstandsmitglied der Initiative “atelierstrasse” - sich vom kreativen
Prozess bis hin zum fertigen Kunstwerk eben jener “Freiheit der Sinne”
verschrieben hat, ist für ihn naheliegend: “Nur so”, sagt er selbst,
“ist es mir möglich, Dinge und Sachverhalte aus völlig neuartigen
Perspektiven zu erkennen und optisch einzufangen. Akustische Reize,
unsichtbare Schwingungen oder Gefühle malerisch darzustellen ist nur
realisierbar, indem man sich unvoreingenommen zurück zur Basis wagt und
keinen Status Quo akzeptiert”. Auf dieser konzeptionellen Grundlage
überführt der 1962 in Saarbrücken geborene, zur Zeit in der Nähe von
Idar-Oberstein lebende Maler seine visuellen Impulse in farb- und
formbetonte, teil surreal anmutende Traumwelten, die der Realität viel
näher sind als es auf den ersten Blick erscheinen mag.
Eine ganz andere Art der künstlerischen Wirklichkeit offenbart sich
indes in den Werken des aus Syrien stammenden Abdulhamid Abdalla. “Wenn
ich mit dem Malen beginne, dann ist es, als würde ein Gatter geöffnet
und die darin eingepferchten Pferde galoppierten hinaus in die Freiheit.
Die Bilder fließen aus mir und bringen meine Hand zum Malen.” So
beschreibt der derzeit in Hamburg lebende Künstler selbst den mit dem
Entstehen seiner Werke einhergehenden Schaffensprozess. “Ich versuche
vor allem, die Musik der Dinge zu malen. Oft erinnere ich mich beim
Malen an den Klang und die Melodie der Bilder, die in mir darauf warten,
gemalt zu werden.” Diese die Zeiten und Kulturen überwindende - und
gerade dadurch in beidem verwurzelte - Position Abdallas drückt sich nun
auch in seinen erstmals im Saarland gezeigten Arbeiten aus. Mit betonten
Strukturen und dominiert von einer der Natur und dem Menschsein
entliehenen Formen- und Farbensprache scheinen in diesen stets auch sein
Werdegang und die aus der eigenen Biografie erwachsenen Impulse durch:
Auf diese Weise kommen Abdulhamid Abdallas poetisch-kraftvolle Gemälde
einer Einladung gleich, sich abseits einer “kalkulierten Realität” der
Kunst der Intuition zu nähern.
Die zeitgleich präsentierten Ausstellungssequenzen “Maarten Thiel |
Arbeiten auf Leinwand und Papier”, “Veith Philippi | Inventur”, “Ralph
Mayer | Inter View” und “Abdulhamid Abdalla | Die Musik der Dinge” sind
vom 17. Juni bis einschließlich 11. Juli 2007 in der galerie m beck,
Historischer Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker,
jeweils mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags
von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung zu sehen.
Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0 68
48) 7 21 52 sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de. Im
Rahmen der Parallelausstellung “Intuition und Kalkulation” wird zudem
das neue Künstlerbuch von Maarten Thiel vorgestellt, das auf 164 Seiten
ausgewählte Malerei und Grafiken aus den Jahren 1995 bis 2007 vereint.

..\07\content\2007-kunstquartal-3.pdf

..\06\content\2007-06-19-sz-www-abdalla.pdf

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Öffnungszeiten und andere Informationen zur Ausstellung
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