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10. September - 12. Oktober 2006
Ursula
Bauer
Meditationen | Zeichnungen


1951 – 1979 Geboren und aufgewachsen im Saarland
Kaufm. Ausbildung Industriekauffrau
Studium Betriebswirtschaft W.A. Schwerpunkt Marketing
1980 – 1997 Leitende Tätigkeit bei einem international tätigen
Finanzkonzern
Zeitgleich:
Autodidaktische Beschäftigung mit Malerei und Textildruck
Teilnahme an div. Kunstausstellungen in Deutschland und Frankreich
1998 Ausstieg aus dem bisherigen Beruf
1998 – 2002 Beginn der freiberuflichen künstlerischen Tätigkeit
Intensivstudium für Malerei und kontinuierliche
Weiterbildung an der Europ. Kunstakademie in Trier (u.a. bei Rolf Viva,
Renate Schmitt, Joe Allen, Volker Altrichter, Claude Mancini)
Eröffnung Atelier und Ausstellung in Perl
Durchführung von Workshops „Zeichnen“ für Erwachsene und Jugendliche im
Atelier
Regelmäßige Ausstellungstätigkeit
Arbeitsschwerpunkte
Malerei: Industrie-Landschaften, überwiegend Themen aus Bergbau und
Stahlindustrie
Impressionen aus dem Dreiländereck, Flusstäler und Weinbau
Akt
abstrahiert figurative Darstellung meist Acryl auf Leinwand
Zeichnung: Gleiche Themen
Tusche, Kreide, Graphit, Kohle, Bleistift, Pastell, Mischtechniken auf
Papier,
Karton, Vlies
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Einzelausstellungen
2002 Sparkasse Merzig/Wadern Zwst.Perl (Impressionen aus dem
Dreiländereck
2004 Galerie des Rathauses Neunkirchen/Saar (Industrielandschaften)
2004 Augustinshaus Schwebsingen/Luxemburg (Kontraste – Musik und Wein)
2004 Galerie des Rathauses Perl (Impressionen aus dem Dreiländereck II)


Einführungsrede
Ursula Bauer: Meditationen und Industriebilder
Zwei so gegensätzliche Ausstellungen auf einen Schlag
vermag die Künstlerin Ursula Bauer aufgrund ihres stupenden oder
überraschenden Schaffensdrangs zu füllen.
Zeichnungen und großformatige Leinwände - sprich: Meditationen und
Industriebilder - zwei völlig verschiedenen Techniken und zwei völlig
verschiedene Sujets.
Sind dies sich ausschließende Gegensätze oder doch zwei Seiten einer
Medaille?
Die saarländischen Industrielandschaften in ihrer Gesamtheit, Massen aus
Stahl und Eisen, offenbaren durch ihre Hand Formen und Rhythmik.
Ungewohnte Ausschnitte und neue Perspektiven bestimmen die Sicht. Die
Geometrie und die Farben verdeutlichen die Kraft der Struktur, nehmen
aber zugleich die Schwere und Kälte ihrer ursprünglichen Erscheinung.
Die "gefährlichen, Flammen speienden Monster" aus der Kindheit der
Künstlerin sind stille "Zeugen der Erinnerung" geworden und stehen fast
mythisch für Zeitlichkeit und Endlichkeit. Gleichzeitig aber werden die
Identitätsträger der Saarregion gefeiert und ihre Faszination wird
greifbar gemacht.
In den Zeichnungen von Frau Bauer erregen natürliche Fundstücke -
Treibholz, verdorrte Blätter, verwelkte Blüten - ihre Aufmerksamkeit.
Sie vergehen, verwelken, verrotten - und hinterlassen durch die
Imagination der Künstlerin bleibende, allgemeingültige Spuren auf dem
Papier. Stets das Modell vor Augen entwickelt dessen Analyse eine
Eigendynamik. Jede neue Perspektive eröffnet einen neuen Mikrokosmos,
der sich als solcher nicht zu erkennen gibt, sondern durch das große
Format und den geschärften Blick der Künstlerin, sich zu einem neuen
Ganzen findet. Organische Formen werden zu biomorphen Gebilden oder
sogar abstrakten Strukturen, die nur ihren eigenen inneren Prinzipien zu
folgen scheinen. Kleine, einfache Alltagsdinge offenbaren plötzlich in
ihren Strukturen und Formen eine eigene Welt. Sie erheben plötzlich
Anspruch auf Allgemeingültigkeit, auf einen eigenen Wert.
Innerlichkeit und Äußerlichkeit ist das Leitthema der Ausstellungen, die
Sie heute sehen. Und Ursula Bauer ist mit ihren beiden gegensätzlichen
Ausstellungen der zentrale Protagonist.
Bestimmt also in Bauers Industriemalerei das Motiv, also der
Bildgegenstand das Bild - so bedeutet dies, dass der Malprozess von
außen nach innen verläuft.
Bei den Zeichnungen verhält sich die Angelegenheit diametral umgekehrt:
der Gedanke führt zum Motiv und die Zeichnung entsteht von innen nach
außen.
Einmal die Künstlerin, die angesichts der großartigen Industriewerke
ihrer Ergriffenheit und Begeisterung nachgibt, zum die anderen die
Künstlerin, die Gedanken und Einsichten und Stimmungen zur Zeichnung,
zur Welt bringt.
Eva Müller


Gemeinschaftsausstellungen
2003 Salon-Concours Intrernaltional A.E.A. der Acadèmie Européenne des
Arts Hesperange/Luxemburg
2003 Römische Villa Borg
2003 Internationale Kunstausstellung im Salle du Casino Thionville/F
2004 Internationale Kunstausstellung Losheim am See
2004 Internationale Kunstausstellung im Salle du Casino Thionville/F

Zeichnungen
Sujet:
Illusionen - Vergänglichkeit - Was bleibt.
Was bleibt - wenn
• die Schönheit vergeht
• Jugend altert
• Grünes verdorrt
• Schnee schmilzt
• Feuer erlischt
• Kostbares zerbricht
• Schöpfung zerstört wird
• Zeit vergeht
• Unter der Oberfläche der Kern durchscheint
• Makellose Fassade abblättert
Ausdrucksstarke Zeichnungen öffnen den Blick auf in unserem Alltag oft
Verborgenes oder Verdrängtes:
• Dürres,
• Verknittertes,
• Zerrissenes ,
• Zerstörtes
• Weggeworfenes ,
• Vergessenes,
• Peinliches,
• Rostiges,
• Vergammeltes
• Abgebröckeltes
• Übersehenes
• Verstecktes
• Verleugnetes
• Verlorenes
• Erinnerungen
Weggeschwemmtes! oder Angeschwemmtes?
Strandgut
Neues entsteht
• neue Formen und Bedeutungen
• neue Werte
• neue Erfahrungen
• neues Leben
• neue Hoffnung
Material und Technik
Monochrome Zeichnungen mit Graphit, Kreide, Kohle auf Papier, (teilweise
auf selbstgeschöpftem Papier auf der Grundlage von Altpapier)
Die größtenteils ungegenständliche Formensprache bewahrt auch bei
starker Abstraktion die Erinnerung an Organisches.
Motivation
Freude
• am Experiment
• am Spiel mit Formen und Strukturen
• monochromer Bildgestaltung
• am Entdecken und fokussieren von Verborgenem und Nebensächlichem
content\Ansichten-einer-Schriftstellerin.pdf

Zwei Aspekte bestimmen ihre bildnerische Arbeit: Der
eine ist ihre strikte Arbeitsdisziplin, mit der sie es zu einer
umfassenden bildnerischen Produktion gebracht hat, was ihr dann wiederum
ermöglichte jenen anderen wesentlichen Aspekt ihrer Malerei zu
entfalten, das Experimentieren.
Sie zeigt bei Ihren Ausstellungen einen rasanten Mix an Stilen und
Techniken. Auffallend ist der Wechsel zwischen figurativer und
abstrakter Darstellungsweise und ihr Spiel mit verschiedenen Materialien
und Techniken.
Die im Saarland geborene Künstlerin beschäftigt sich schwerpunktmäßig
mit dem Thema „Industrielandschaften“, welches sie in klarer und
überzeugender Weise umsetzt.
Aber auch ihre figürlichen Darstellungen sowie ihre
Landschaftsimpressionen zeichnen sich sowohl durch kompositorische
Sicherheit als auch durch koloristische Sensibilität aus. Ihre Arbeiten
mehrfach ausgezeichnet bei internationalen Kunstausstellungen
Sehr beliebt und fast immer ausgebucht sind ihre Workshops „Zeichnen“,
die sie periodisch in ihrem Atelier anbietet.


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Neue Zeichnungen | 19.6.2006



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Presseauszüge
Perler Geschichte(n).
„.Die Künstlerin hat markante Punkte in der Gemeinde, aber auch so
manchen stillen Winkel auf Papier und Leinwand verewigt“
(Saarbrücker Zeitung 5/02)
Zahlreiche Kunstinteressierte ....
„... nutzten die Gelegenheit im Rahmen Ihres Tages des Offenen Ateliers
der Perler Malerein Ursula Bauer einen Besuch abzustatten.
Neben Aktzeichnungen und Landschaftsimpressionen fanden vor allem Ihre
Industrielandschaften besondere Beachtung..“
(Saarbrücker Zeitung 9/03)
Ein Leckerbissen der Industriekultur
„..Ursula Bauer hat ihr Thema „Industrielandschaften“ in sehr klarer und
überzeugender Weise umgesetzt. Ihre Arbeiten zeichnen sich sowohl durch
kompositorische als auch durch koloristische Sensibilität aus“
(Saar-Echo 5/04)
Ein Stück saarländischer Zeitgeschichte
„..dabei gelang es Ihr in sehr klarer und überzeugender Weise, den
konzeptionellen Ursprung und Zusammenhang ihrer Arbeiten zu
verdeutlichen“ (Saarbrücker Zeitung 5/04)
Kontraste – von Ursula Bauer
„Ursula Bauer zeigte im Augustinshaus“ gewollte und sehr gekonnte
Kontraste... Besonderes Interesse fanden die erstmals gezeigten Arbeiten
aus ihrem Zyklus: Historische Gerätschaften aus dem Weinbau“
Luxemburger Tageblatt 9/04
Kunst und Wein
„In farbstarken Acrylbildern, zarten Aquarellen und prägnanten
Zeichnungen zeigt die Malerin erhebende Impressionen von der Luxemburger
Weinstraße.“
(Luxemburger Wort 9/04)
Impressionen aus dem Dreiländereck
„In den ausgestellten Bildern spiegelt sich die ganze Palette unser
schönen Heimat, von kompletten Landschaften bis zu einzelnen
Fragmenten.“ (Mosella 10/05)
Den Zauber der Mosellandschaft auf Papier gebannt
„..auffallend ist der Wechsel zwischen gegenständlicher und
abstrahierter Darstellung sowie Ihr Spiel mit verschiednen Materialien
und Techniken, der viel Raum lässt für die Fantasie des Betrachters.“
(Saarbrücker Zeitung 10/04)
Akte, Landschaft, Industrie
„...zwei Aspekte bestimmen ihre künstlerische Arbeit:
Zum einen ist es ihre strikte Arbeitsdisziplin, mit der sie es zu einer
umfassenden bildnerischen Produktion gebracht hat, zum anderen ist sie
ausgesprochen vielseitig und experimentierfreudig“
(Saarbrücker Zeitung 5/05)
Eröffnung am 16.9.2006


























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Aufbau der Ausstellung am 10.9.2006



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Pressemitteilungen zur Ausstellung
Parallelausstellung “Innensicht - Außensicht 1” |
Arbeiten von Sigrid Hutter und Ursula Bauer
10. September bis 12. Oktober 2006, galerie m beck,
Homburg-Schwarzenacker
Entlang des Leitmotivs “Innnensicht - Außensicht” präsentiert die
galerie m beck im September zwei diametrale Ausstellungsfolgen mit
Arbeiten von insgesamt drei Künstlerinnen. Als Auftakt hierzu begegnen
die “Weibsbilder” der österreichischen Malerin Sigrid Hutter den
parallel dazu gezeigten “Meditationen” der Saarländerin Ursula Bauer.
Dabei offenbart sich das Leitmotiv “Innensicht - Außensicht” in den
Arbeiten Sigrid Hutters gerade in der Gegenüberstellung von Akten
zeitgenössischer Modelle und den Portraits berühmter “Ahninnen”.
Zwischen impulsiver Erotik und feiner, nicht minder lebendiger
Innerlichkeit erschließt sich somit gleichsam das sehr persönliche und
überaus einfühlsame Menschenbild der 1968 in Bregenz geborenen Malerin:
ein Menschenbild übrigens, das sich gerade in ihren vorwiegend in Acryl
auf Leinwand oder Acrylmischtechniken auf Papier festgehaltenen
“Weibsbildern” ausdrückt.
Was aber bewegt eine Künstlerin wie Sigrid Hutter, sich zu Beginn des
21. Jahrhunderts dem klassischen Aktbild verpflichtet zu fühlen? “Vor
allem”, wie sie selbst sagt, “ist es die immer wieder neue
Herausforderung, sich mit der Herausarbeitung eines Körpers auseinander
zu setzen”. Dieser Körper indes muss nach ihren Worten nicht immer
perfekt im aktuellen Schönheitssinn sein. Vielmehr setzt sie in ihren
zwischen Realität und Ideal angesiedelten Gemälden allerlei gängigen
Klischees Frauenbilder entgegen, die durch barocke Figürlichkeit
bestechen - “Ihr Auftritt, Madame - Sphinx”, wie Hutter hierzu
augenzwinkernd-entlarvend bemerkt -, wobei sich in den Darstellungen
dieser “klassisch-schönen” Körper zugleich ihre Kritik an
Beauty-Diktaten, Schlankheitswahn und Körperkult manifestiert.
Initialzündung für ihre nachdrückliche Beschäftigung mit “Weibsbildern”
war nach eigenen Worten die intensive Auseinandersetzung mit
Frauenbiografien, die mit einer eigenen Werkserie für die 2005 in Wien
gezeigte “geheimsache.leben”-Ausstellung weitergeführt wurde. Vor diesem
Hintergrund verwendete sie neben Archivfotos Vorlagen aus dem Internet,
aus Büchern und weiteren Quellen, wobei für Sigrid Hutter von Anfang an
eines klar war: nämlich dass eine intensive Auseinandersetzung mit den
von ihr portraitierten Charakteren nur im Sinne einer malerischen
Umsetzung möglich sein würde. Dies umso mehr, da sie diese betontermaßen
Biografien nicht neu interpretieren wollte. Ein Jahr später schließlich
begann sie damit, Frauen aus ihrem engsten Lebensumfeld zu portraitieren
(“Doris I + II”, “Lily I + II”), die ihr in Fotositzungen und real
Modell standen. In diesen wiederum geht der Blick durch den persönlichen
Bezug tiefer - sind daher immer auch Doppelportraits entstanden, in
denen sie versucht, die verschiedenen Facetten der jeweiligen Person mit
den ihr eigenen Stilmitteln zu beleuchten.
Innensichten ganz anderer Art präsentiert dagegen die 1951 geborene und
in Perl lebende Künstlerin Ursula Bauer entlang ihrer bewusst
zurückgenommenen Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Aus einem disziplinierten
Experimentieren und dem Spiel mit verschiedenen Materialien und
Techniken heraus entstanden, bilden sich darin aus dem Wechsel zwischen
figurativer und abstrakter Darstellungsweise in sich geschlossene und
dennoch auf den Betrachter übergreifende Bildwelten. Dabei lenkt - und
öffnet - die Künstlerin mit ihren Monografien ganz bewusst den Blick auf
im Alltag oft Verborgenes oder Verdrängtes, auf Übersehenes,
Verstecktes, Weggeworfenes, Erinnerungen - und somit auf all das, was
allzuoft und abschätzig als “alt” klassifiziert wird. “Strandgut” -
oder, wie sie selbst es umschreibt - “Weggeschwemmtes! oder
Angeschwemmtes?” - mit künstlerischen Mitteln Form und Bedeutung zu
verleihen und damit zugleich in “neue Werte, neues Leben und neue
Hoffnung” zu überführen ist demnach auch das zentrale Anliegen Ursula
Bauers in den nun in Schwarzenacker gezeigten Arbeiten. Den ihnen
innewohnenden, sich gegenseitig bedingenden Transformationsprozess
unterstreicht sie dabei auch formal mittels Graphit, Kreide und Kohle
auf Papier, das teilweise auf der Grundlage von Altpapier selbst
geschöpft wurde. So erweist sich ihre - scheinbar - ungegenständliche
Formensprache als Reminiszenz an organische Urformen, lässt sich in
Ursula Bauers Meditationen nicht zuletzt auch das Wesen der Welt
zwischen Sein und Schein, Werden und Vergehen erahnen.
Die Parallelpräsentation “Weibsbilder” - Malerei von Sigrid Hutter - und
“Meditationen” - Zeichnungen von Ursula Bauer - ist im Rahmen der
Gemeinschaftsausstellung “Innensicht - Außensicht” vom 10. September bis
einschließlich 12. Oktober 2006 in der galerie m beck, Historischer
Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, zu folgenden
Öffnungszeiten zu sehen: mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr,
sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger
Vereinbarung; geschlossen bleibt die Ausstellung am 3. sowie am 8.
Oktober. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen hierzu gibt es
unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter
www.galerie-monika-beck.de.
Parallelausstellung “Innensicht - Außensicht 2” |
Arbeiten von Ursula Bauer und Irmgard Heckner
17. September bis 18. Oktober 2006, galerie m beck,
Homburg-Schwarzenacker
Entlang des Leitmotivs “Innnensicht - Außensicht” präsentiert die
galerie m beck im September zwei diametrale, auf verschiedenen Ebenen
verteilte Ausstellungsfolgen mit Arbeiten von insgesamt drei
Künstlerinnen. Dabei bilden vom 17. September an ausgewählte
“Industriebilder” der saarländischen Malerin Ursula Bauer und Keramiken
der aus Nordrhein-Westfalen stammenden Künstlerin Irmgard Heckner einen
- im wahrsten Sinne - auf Wechselwirkung angelegten Spannungsraum.
Gerade in der Gegenüberstellung von Ursula Bauers Malerei und ihren
parallel dazu gezeigten Zeichnungen erschließt sich besonders
eindringlich das die Ausstellung prägende Kernthema. Gleichzeitig
offenbart sich in der diametralen Auseinandersetzung mit ihren
farbbetonten, dem Betrachter zugewandten Industriebildern - Bauer selbst
spricht in diesem Zusammenhang von “bildnerischer Produktion” - und den
eher in sich gekehrten, Schwarz-Weiß-Grafiken die stilistisch-technische
Vielseitigkeit der 1951 geborenen und in Perl lebenden Künstlerin.
Während sie bis 2003 überwiegend die äußere Form saarländischer
Industrielandschaften in Acryl und Mischtechniken auf ganz
unterschiedlichen Trägermaterialien festhielt, wandte sie sich von 2004
an verstärkt deren Innerem zu. So konzentrierte sie sich zunehmend auf
Details, gewann dadurch neue Blickwinkel und Kompositionsmöglichkeiten –
und hielt die von ihr erfassten Elemente unter Verarbeitung von
Rostpartikeln, Sand und Schlacke schließlich in ungewöhnlichen
Bildformaten fest. Ein ebenso ergiebiges wie
inspirierend-vielschichtiges Sujet fand sie dabei vor allem im
Weltkulturerbe Völklinger Hütte, dessen markante Silhouetten und
Bestandteile sich nun in den transformierten Strukturen, Formen und
Farben von Ursula Bauers Industriebildern neu erfahren lassen. Nicht
zuletzt daher sind diese stets auch Antworten auf die Frage nach der
Illusionen und Flüchtigkeit von Mythen – und zeigen auf ungewöhnliche
Weise auf, was bleibt, wenn das Feuer erlischt und unter der makellosen
Fassade das vergängliche Wesen der Dinge durchscheint.
Das Wesen der Dinge in den keramischen Akten Irmgard Heckners hingegen
ist ein – zumindest auf den ersten Blick – ganz anderes: Betont lasziv
und in ihrer Offenheit herausfordernd, sollen ihre Figuren einerseits
schockieren, andererseits aber durch eben jenes Durchbrechen gewohnter
Wahrnehmungsmuster dazu anregen, sich über die “Verletzlichkeit der
Schönheit” Gedanken zu machen. “Mit meinen Skulpturen”, erklärt Irmgard
Heckner hierzu, “möchte ich Anlass geben, einmal ohne Scham über die
schönste (Neben)sache der Welt zu sprechen - und dabei vielleicht auch
einmal über eigene Erfahrungen und Wünsche nachzudenken”. Das ihre
Keramiken unter dem Titel “Nu” – nackt – zu sehen sind, ist dabei Teil
von Heckners Werkansatz. So hat die 1952 in Borken geborene Künstlerin
von klein auf die Erfahrung gemacht, dass “Sexualität und Erotik zwei
Themen sind, über die oft gar nicht, oder wenn, dann zotig gesprochen
wird. Dabei gehören beide zu den Grundbedürfnissen der Menschen”. Dies
ist für die heute in Korschenbroich (Niederrhein) lebende
Keramikbildnerin umso unverständlicher, als Sexualität und Erotik ihrer
Meinung nach “immer damit zu tun haben, die eigenen Erfahrungen
auszuweiten und auch einmal sogenannte Grenzerfahrungen zu erleben,
auszubrechen aus dem Gefängnis der eigenen Prägung und Erziehung. Dabei
hat für mich jeder Körper, ob vollschlank oder magersüchtig, etwas
Erotisches: Es liegt allein am Betrachter, diese Erotik zu sehen oder zu
empfinden”.
Die Parallelpräsentation “Industriebilder” - Malerei von Ursula Bauer -
und “Nu” - Keramik von Irmgard Heckner - ist im Rahmen der
Gemeinschaftsausstellung “Innensicht - Außensicht” vom 17. September bis
einschließlich 18. Oktober 2006 in der galerie m beck, Historischer
Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, zu folgenden
Öffnungszeiten zu sehen: mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr,
sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger
Vereinbarung; geschlossen bleibt die Ausstellung am 3. sowie am 8.
Oktober. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen hierzu gibt es
unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter
www.galerie-monika-beck.de. Darüber hinaus sind im Rahmen der
Gemeinschaftsausstellung “Innensicht - Außensicht” bis 12. Oktober in
der galerie m beck “Weibsbilder” - Malerei von Sigrid Hutter - und
“Meditationen” - Zeichnungen von Ursula Bauer - zu sehen.

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Technische Informationen zur Ausstellung
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