galerie m beck
comebeck ltd .ca | Deutsche Niederlassung
Schwedenhof | Am Roemermuseum | 66424 Homburg/Saar | Germany
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17. September - 18. Oktober 2006

 

 Ursula Bauer 

Industriebilder | Malerei

 

 

 

1951 – 1979 Geboren und aufgewachsen im Saarland
Kaufm. Ausbildung Industriekauffrau
Studium Betriebswirtschaft W.A. Schwerpunkt Marketing
1980 – 1997 Leitende Tätigkeit bei einem international tätigen Finanzkonzern

Zeitgleich:
Autodidaktische Beschäftigung mit Malerei und Textildruck
Teilnahme an div. Kunstausstellungen in Deutschland und Frankreich
1998 Ausstieg aus dem bisherigen Beruf
1998 – 2002 Beginn der freiberuflichen künstlerischen Tätigkeit
Intensivstudium für Malerei und kontinuierliche
Weiterbildung an der Europ. Kunstakademie in Trier (u.a. bei Rolf Viva, Renate Schmitt, Joe Allen, Volker Altrichter, Claude Mancini)
Eröffnung Atelier und Ausstellung in Perl
Durchführung von Workshops „Zeichnen“ für Erwachsene und Jugendliche im Atelier
Regelmäßige Ausstellungstätigkeit

Arbeitsschwerpunkte
Malerei: Industrie-Landschaften, überwiegend Themen aus Bergbau und Stahlindustrie
Impressionen aus dem Dreiländereck, Flusstäler und Weinbau
Akt
abstrahiert figurative Darstellung meist Acryl auf Leinwand

Zeichnung: Gleiche Themen
Tusche, Kreide, Graphit, Kohle, Bleistift, Pastell, Mischtechniken auf Papier,
Karton, Vlies

 

in situ

         

         

         

         

         

         

         

 

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Einzelausstellungen
2002 Sparkasse Merzig/Wadern Zwst.Perl (Impressionen aus dem Dreiländereck
2004 Galerie des Rathauses Neunkirchen/Saar (Industrielandschaften)
2004 Augustinshaus Schwebsingen/Luxemburg (Kontraste – Musik und Wein)
2004 Galerie des Rathauses Perl (Impressionen aus dem Dreiländereck II)

Gemeinschaftsausstellungen
2003 Salon-Concours Intrernaltional A.E.A. der Acadèmie Européenne des Arts Hesperange/Luxemburg
2003 Römische Villa Borg
2003 Internationale Kunstausstellung im Salle du Casino Thionville/F
2004 Internationale Kunstausstellung Losheim am See
2004 Internationale Kunstausstellung im Salle du Casino Thionville/F

 

                             

 

Einführungsrede
Ursula Bauer: Meditationen und Industriebilder

Zwei so gegensätzliche Ausstellungen auf einen Schlag vermag die Künstlerin Ursula Bauer aufgrund ihres stupenden oder überraschenden Schaffensdrangs zu füllen.
Zeichnungen und großformatige Leinwände - sprich: Meditationen und Industriebilder - zwei völlig verschiedenen Techniken und zwei völlig verschiedene Sujets.
Sind dies sich ausschließende Gegensätze oder doch zwei Seiten einer Medaille?

Die saarländischen Industrielandschaften in ihrer Gesamtheit, Massen aus Stahl und Eisen, offenbaren durch ihre Hand Formen und Rhythmik. Ungewohnte Ausschnitte und neue Perspektiven bestimmen die Sicht. Die Geometrie und die Farben verdeutlichen die Kraft der Struktur, nehmen aber zugleich die Schwere und Kälte ihrer ursprünglichen Erscheinung. Die "gefährlichen, Flammen speienden Monster" aus der Kindheit der Künstlerin sind stille "Zeugen der Erinnerung" geworden und stehen fast mythisch für Zeitlichkeit und Endlichkeit. Gleichzeitig aber werden die Identitätsträger der Saarregion gefeiert und ihre Faszination wird greifbar gemacht.

In den Zeichnungen von Frau Bauer erregen natürliche Fundstücke - Treibholz, verdorrte Blätter, verwelkte Blüten - ihre Aufmerksamkeit. Sie vergehen, verwelken, verrotten - und hinterlassen durch die Imagination der Künstlerin bleibende, allgemeingültige Spuren auf dem Papier. Stets das Modell vor Augen entwickelt dessen Analyse eine Eigendynamik. Jede neue Perspektive eröffnet einen neuen Mikrokosmos, der sich als solcher nicht zu erkennen gibt, sondern durch das große Format und den geschärften Blick der Künstlerin, sich zu einem neuen Ganzen findet. Organische Formen werden zu biomorphen Gebilden oder sogar abstrakten Strukturen, die nur ihren eigenen inneren Prinzipien zu folgen scheinen. Kleine, einfache Alltagsdinge offenbaren plötzlich in ihren Strukturen und Formen eine eigene Welt. Sie erheben plötzlich Anspruch auf Allgemeingültigkeit, auf einen eigenen Wert.
Innerlichkeit und Äußerlichkeit ist das Leitthema der Ausstellungen, die Sie heute sehen. Und Ursula Bauer ist mit ihren beiden gegensätzlichen Ausstellungen der zentrale Protagonist.
Bestimmt also in Bauers Industriemalerei das Motiv, also der Bildgegenstand das Bild - so bedeutet dies, dass der Malprozess von außen nach innen verläuft.
Bei den Zeichnungen verhält sich die Angelegenheit diametral umgekehrt:
der Gedanke führt zum Motiv und die Zeichnung entsteht von innen nach außen.
Einmal die Künstlerin, die angesichts der großartigen Industriewerke ihrer Ergriffenheit und Begeisterung nachgibt, zum die anderen die Künstlerin, die Gedanken und Einsichten und Stimmungen zur Zeichnung, zur Welt bringt.

Eva Müller

 

              

 

Industrielandschaften
Sujet
Saarländische Industrielandschaften

Bis 2003 überwiegend Außenansichten
Acryl und Mischtechniken auf Leinwand, Karton und Vlies und Hartfaserplatten
Ab 2004 überwiegend Innenansichten - meist aus dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Fokussierung von Details durch neue Ansichten und Kompositionen unter Einbeziehung der vorhandenen Strukturen, Formen und Farben

Acryl auf Leinen oder Baumwolle
Neue, ungewöhnliche Leinwandformate. ( 250 x 50 , 210 x 70, 180 x 30)
Verarbeitung natürlicher Materialien, wie Rostpartikel, Sand, Schlacke etc.

 

         

              

 

content\Anmerkung-zu-meinen-Industrielandschaften.pdf

 

                             

 

content\Stahlkoloss.pdf

 

         

 

Zwei Aspekte bestimmen ihre bildnerische Arbeit: Der eine ist ihre strikte Arbeitsdisziplin, mit der sie es zu einer umfassenden bildnerischen Produktion gebracht hat, was ihr dann wiederum ermöglichte jenen anderen wesentlichen Aspekt ihrer Malerei zu entfalten, das Experimentieren.
Sie zeigt bei Ihren Ausstellungen einen rasanten Mix an Stilen und Techniken. Auffallend ist der Wechsel zwischen figurativer und abstrakter Darstellungsweise und ihr Spiel mit verschiedenen Materialien und Techniken.
Die im Saarland geborene Künstlerin beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Industrielandschaften“, welches sie in klarer und überzeugender Weise umsetzt.
Aber auch ihre figürlichen Darstellungen sowie ihre Landschaftsimpressionen zeichnen sich sowohl durch kompositorische Sicherheit als auch durch koloristische Sensibilität aus. Ihre Arbeiten mehrfach ausgezeichnet bei internationalen Kunstausstellungen
Sehr beliebt und fast immer ausgebucht sind ihre Workshops „Zeichnen“, die sie periodisch in ihrem Atelier anbietet.

 

              

                   

 

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Neue Industriebilder | 19.6.2006

              

              

              

              

 

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Besuchergruppe am 15.10.2006

         

         

         

         

         

         

         

    

 

Bilder vom 15.10.2006 ansehen

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Eröffnung am 16.9.2006

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

 

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Aufbau am 15.9.2006

         

         

         

         

         

         

         

         

         

 

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Bilder der Webcam am 14. und 15.9.2006

 

Presseauszüge

Perler Geschichte(n).
„.Die Künstlerin hat markante Punkte in der Gemeinde, aber auch so manchen stillen Winkel auf Papier und Leinwand verewigt“
(Saarbrücker Zeitung 5/02)
Zahlreiche Kunstinteressierte ....
„... nutzten die Gelegenheit im Rahmen Ihres Tages des Offenen Ateliers der Perler Malerein Ursula Bauer einen Besuch abzustatten.
Neben Aktzeichnungen und Landschaftsimpressionen fanden vor allem Ihre Industrielandschaften besondere Beachtung..“
(Saarbrücker Zeitung 9/03)


Ein Leckerbissen der Industriekultur
„..Ursula Bauer hat ihr Thema „Industrielandschaften“ in sehr klarer und überzeugender Weise umgesetzt. Ihre Arbeiten zeichnen sich sowohl durch kompositorische als auch durch koloristische Sensibilität aus“
(Saar-Echo 5/04)
Ein Stück saarländischer Zeitgeschichte
„..dabei gelang es Ihr in sehr klarer und überzeugender Weise, den konzeptionellen Ursprung und Zusammenhang ihrer Arbeiten zu verdeutlichen“ (Saarbrücker Zeitung 5/04)
Kontraste – von Ursula Bauer
„Ursula Bauer zeigte im Augustinshaus“ gewollte und sehr gekonnte Kontraste... Besonderes Interesse fanden die erstmals gezeigten Arbeiten aus ihrem Zyklus: Historische Gerätschaften aus dem Weinbau“
Luxemburger Tageblatt 9/04
Kunst und Wein
„In farbstarken Acrylbildern, zarten Aquarellen und prägnanten Zeichnungen zeigt die Malerin erhebende Impressionen von der Luxemburger Weinstraße.“
(Luxemburger Wort 9/04)

Impressionen aus dem Dreiländereck
„In den ausgestellten Bildern spiegelt sich die ganze Palette unser schönen Heimat, von kompletten Landschaften bis zu einzelnen Fragmenten.“ (Mosella 10/05)


Den Zauber der Mosellandschaft auf Papier gebannt
„..auffallend ist der Wechsel zwischen gegenständlicher und abstrahierter Darstellung sowie Ihr Spiel mit verschiednen Materialien und Techniken, der viel Raum lässt für die Fantasie des Betrachters.“
(Saarbrücker Zeitung 10/04)


Akte, Landschaft, Industrie
„...zwei Aspekte bestimmen ihre künstlerische Arbeit:
Zum einen ist es ihre strikte Arbeitsdisziplin, mit der sie es zu einer umfassenden bildnerischen Produktion gebracht hat, zum anderen ist sie ausgesprochen vielseitig und experimentierfreudig“
(Saarbrücker Zeitung 5/05)

 

Bilder aus dem Atelier

                   

                        

         

 

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Pressemitteilungen zur Ausstellung

Parallelausstellung “Innensicht - Außensicht 1” | Arbeiten von Sigrid Hutter und Ursula Bauer
10. September bis 12. Oktober 2006, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker


Entlang des Leitmotivs “Innnensicht - Außensicht” präsentiert die galerie m beck im September zwei diametrale Ausstellungsfolgen mit Arbeiten von insgesamt drei Künstlerinnen. Als Auftakt hierzu begegnen die “Weibsbilder” der österreichischen Malerin Sigrid Hutter den parallel dazu gezeigten “Meditationen” der Saarländerin Ursula Bauer.

Dabei offenbart sich das Leitmotiv “Innensicht - Außensicht” in den Arbeiten Sigrid Hutters gerade in der Gegenüberstellung von Akten zeitgenössischer Modelle und den Portraits berühmter “Ahninnen”. Zwischen impulsiver Erotik und feiner, nicht minder lebendiger Innerlichkeit erschließt sich somit gleichsam das sehr persönliche und überaus einfühlsame Menschenbild der 1968 in Bregenz geborenen Malerin: ein Menschenbild übrigens, das sich gerade in ihren vorwiegend in Acryl auf Leinwand oder Acrylmischtechniken auf Papier festgehaltenen “Weibsbildern” ausdrückt.

Was aber bewegt eine Künstlerin wie Sigrid Hutter, sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts dem klassischen Aktbild verpflichtet zu fühlen? “Vor allem”, wie sie selbst sagt, “ist es die immer wieder neue Herausforderung, sich mit der Herausarbeitung eines Körpers auseinander zu setzen”. Dieser Körper indes muss nach ihren Worten nicht immer perfekt im aktuellen Schönheitssinn sein. Vielmehr setzt sie in ihren zwischen Realität und Ideal angesiedelten Gemälden allerlei gängigen Klischees Frauenbilder entgegen, die durch barocke Figürlichkeit bestechen - “Ihr Auftritt, Madame - Sphinx”, wie Hutter hierzu augenzwinkernd-entlarvend bemerkt -, wobei sich in den Darstellungen dieser “klassisch-schönen” Körper zugleich ihre Kritik an Beauty-Diktaten, Schlankheitswahn und Körperkult manifestiert. Initialzündung für ihre nachdrückliche Beschäftigung mit “Weibsbildern” war nach eigenen Worten die intensive Auseinandersetzung mit Frauenbiografien, die mit einer eigenen Werkserie für die 2005 in Wien gezeigte “geheimsache.leben”-Ausstellung weitergeführt wurde. Vor diesem Hintergrund verwendete sie neben Archivfotos Vorlagen aus dem Internet, aus Büchern und weiteren Quellen, wobei für Sigrid Hutter von Anfang an eines klar war: nämlich dass eine intensive Auseinandersetzung mit den von ihr portraitierten Charakteren nur im Sinne einer malerischen Umsetzung möglich sein würde. Dies umso mehr, da sie diese betontermaßen Biografien nicht neu interpretieren wollte. Ein Jahr später schließlich begann sie damit, Frauen aus ihrem engsten Lebensumfeld zu portraitieren (“Doris I + II”, “Lily I + II”), die ihr in Fotositzungen und real Modell standen. In diesen wiederum geht der Blick durch den persönlichen Bezug tiefer - sind daher immer auch Doppelportraits entstanden, in denen sie versucht, die verschiedenen Facetten der jeweiligen Person mit den ihr eigenen Stilmitteln zu beleuchten.

Innensichten ganz anderer Art präsentiert dagegen die 1951 geborene und in Perl lebende Künstlerin Ursula Bauer entlang ihrer bewusst zurückgenommenen Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Aus einem disziplinierten Experimentieren und dem Spiel mit verschiedenen Materialien und Techniken heraus entstanden, bilden sich darin aus dem Wechsel zwischen figurativer und abstrakter Darstellungsweise in sich geschlossene und dennoch auf den Betrachter übergreifende Bildwelten. Dabei lenkt - und öffnet - die Künstlerin mit ihren Monografien ganz bewusst den Blick auf im Alltag oft Verborgenes oder Verdrängtes, auf Übersehenes, Verstecktes, Weggeworfenes, Erinnerungen - und somit auf all das, was allzuoft und abschätzig als “alt” klassifiziert wird. “Strandgut” - oder, wie sie selbst es umschreibt - “Weggeschwemmtes! oder Angeschwemmtes?” - mit künstlerischen Mitteln Form und Bedeutung zu verleihen und damit zugleich in “neue Werte, neues Leben und neue Hoffnung” zu überführen ist demnach auch das zentrale Anliegen Ursula Bauers in den nun in Schwarzenacker gezeigten Arbeiten. Den ihnen innewohnenden, sich gegenseitig bedingenden Transformationsprozess unterstreicht sie dabei auch formal mittels Graphit, Kreide und Kohle auf Papier, das teilweise auf der Grundlage von Altpapier selbst geschöpft wurde. So erweist sich ihre - scheinbar - ungegenständliche Formensprache als Reminiszenz an organische Urformen, lässt sich in Ursula Bauers Meditationen nicht zuletzt auch das Wesen der Welt zwischen Sein und Schein, Werden und Vergehen erahnen.

Die Parallelpräsentation “Weibsbilder” - Malerei von Sigrid Hutter - und “Meditationen” - Zeichnungen von Ursula Bauer - ist im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung “Innensicht - Außensicht” vom 10. September bis einschließlich 12. Oktober 2006 in der galerie m beck, Historischer Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, zu folgenden Öffnungszeiten zu sehen: mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung; geschlossen bleibt die Ausstellung am 3. sowie am 8. Oktober. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen hierzu gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de.

 

Parallelausstellung “Innensicht - Außensicht 2” | Arbeiten von Ursula Bauer und Irmgard Heckner
17. September bis 18. Oktober 2006, galerie m beck, Homburg-Schwarzenacker


Entlang des Leitmotivs “Innnensicht - Außensicht” präsentiert die galerie m beck im September zwei diametrale, auf verschiedenen Ebenen verteilte Ausstellungsfolgen mit Arbeiten von insgesamt drei Künstlerinnen. Dabei bilden vom 17. September an ausgewählte “Industriebilder” der saarländischen Malerin Ursula Bauer und Keramiken der aus Nordrhein-Westfalen stammenden Künstlerin Irmgard Heckner einen - im wahrsten Sinne - auf Wechselwirkung angelegten Spannungsraum.

Gerade in der Gegenüberstellung von Ursula Bauers Malerei und ihren parallel dazu gezeigten Zeichnungen erschließt sich besonders eindringlich das die Ausstellung prägende Kernthema. Gleichzeitig offenbart sich in der diametralen Auseinandersetzung mit ihren farbbetonten, dem Betrachter zugewandten Industriebildern - Bauer selbst spricht in diesem Zusammenhang von “bildnerischer Produktion” - und den eher in sich gekehrten, Schwarz-Weiß-Grafiken die stilistisch-technische Vielseitigkeit der 1951 geborenen und in Perl lebenden Künstlerin.

Während sie bis 2003 überwiegend die äußere Form saarländischer Industrielandschaften in Acryl und Mischtechniken auf ganz unterschiedlichen Trägermaterialien festhielt, wandte sie sich von 2004 an verstärkt deren Innerem zu. So konzentrierte sie sich zunehmend auf Details, gewann dadurch neue Blickwinkel und Kompositionsmöglichkeiten – und hielt die von ihr erfassten Elemente unter Verarbeitung von Rostpartikeln, Sand und Schlacke schließlich in ungewöhnlichen Bildformaten fest. Ein ebenso ergiebiges wie inspirierend-vielschichtiges Sujet fand sie dabei vor allem im Weltkulturerbe Völklinger Hütte, dessen markante Silhouetten und Bestandteile sich nun in den transformierten Strukturen, Formen und Farben von Ursula Bauers Industriebildern neu erfahren lassen. Nicht zuletzt daher sind diese stets auch Antworten auf die Frage nach der Illusionen und Flüchtigkeit von Mythen – und zeigen auf ungewöhnliche Weise auf, was bleibt, wenn das Feuer erlischt und unter der makellosen Fassade das vergängliche Wesen der Dinge durchscheint.

Das Wesen der Dinge in den keramischen Akten Irmgard Heckners hingegen ist ein – zumindest auf den ersten Blick – ganz anderes: Betont lasziv und in ihrer Offenheit herausfordernd, sollen ihre Figuren einerseits schockieren, andererseits aber durch eben jenes Durchbrechen gewohnter Wahrnehmungsmuster dazu anregen, sich über die “Verletzlichkeit der Schönheit” Gedanken zu machen. “Mit meinen Skulpturen”, erklärt Irmgard Heckner hierzu, “möchte ich Anlass geben, einmal ohne Scham über die schönste (Neben)sache der Welt zu sprechen - und dabei vielleicht auch einmal über eigene Erfahrungen und Wünsche nachzudenken”. Das ihre Keramiken unter dem Titel “Nu” – nackt – zu sehen sind, ist dabei Teil von Heckners Werkansatz. So hat die 1952 in Borken geborene Künstlerin von klein auf die Erfahrung gemacht, dass “Sexualität und Erotik zwei Themen sind, über die oft gar nicht, oder wenn, dann zotig gesprochen wird. Dabei gehören beide zu den Grundbedürfnissen der Menschen”. Dies ist für die heute in Korschenbroich (Niederrhein) lebende Keramikbildnerin umso unverständlicher, als Sexualität und Erotik ihrer Meinung nach “immer damit zu tun haben, die eigenen Erfahrungen auszuweiten und auch einmal sogenannte Grenzerfahrungen zu erleben, auszubrechen aus dem Gefängnis der eigenen Prägung und Erziehung. Dabei hat für mich jeder Körper, ob vollschlank oder magersüchtig, etwas Erotisches: Es liegt allein am Betrachter, diese Erotik zu sehen oder zu empfinden”.

Die Parallelpräsentation “Industriebilder” - Malerei von Ursula Bauer - und “Nu” - Keramik von Irmgard Heckner - ist im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung “Innensicht - Außensicht” vom 17. September bis einschließlich 18. Oktober 2006 in der galerie m beck, Historischer Schwedenhof (am Römermuseum), Homburg-Schwarzenacker, zu folgenden Öffnungszeiten zu sehen: mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 16 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung; geschlossen bleibt die Ausstellung am 3. sowie am 8. Oktober. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen hierzu gibt es unter Telefon (0 68 48) 7 21 52 sowie im Internet unter www.galerie-monika-beck.de. Darüber hinaus sind im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung “Innensicht - Außensicht” bis 12. Oktober in der galerie m beck “Weibsbilder” - Malerei von Sigrid Hutter - und “Meditationen” - Zeichnungen von Ursula Bauer - zu sehen.

 

..\10\content\Portal-Kunstgeschichte.htm | Verena Paul

 

..\09\content\2006-09-09-sz-merzig\2006-09-09-sz-mzg-titel.pdf

 

    

..\09\content\2006-09-09-sz-merzig\2006-09-09-sz-mzg-artikel.pdf

 

content\2004-10-18-sz.pdf

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Technische Informationen zur Ausstellung