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20. Oktober - 24. November 2002
DIETMAR BRIXY | REINHARD FRITZ | UWE LOEBENS

Einführungsrede zur Ausstellung
Dietmar Brixy
Ein Studium der Malerei kommt ohne Grundbegriffe der Bildhauerei (und auch der Architektur) nicht aus. Form und Farbe schaffen Räume, wie aufgezogene Wände Räume generieren.
Das bildhauerische Prinzip von Außenraum und Binnenraum in die Malerei übertragen bedeutet dann das Wechselspiel von Aufbau eines Raumes, also skulpturaler Formgebung (in die Tiefe hineinarbeiten, herausschälen) - im Sinne eines Reliefs – und Licht, das dem Raum zugehört, das hineinfällt, das herausstrahlt, aber auch das, das sich beim Betrachten des Blickwinkels plötzlich weggestohlen hat, wie auch jenes Licht, das verloren gegangen ist, nur der Anschein ist noch da, und das ist ja auch wieder ein Licht.
Uwe Loebens
Wir haben im Vorfeld der Ausstellung intensiv darüber beraten, ob ich jetzt sagen darf, dass diese Arbeiten Malerei sind.
Sie sind gemalt mit der Maus anstelle eines Pinsels. Und der Farbraum, in dem diese Arbeiten entstanden sind, ist der Farbraum, den die Grafikkarte eines Computers generiert.
Um sie als Gemälde, als Malerei auf Leinwand zur Welt zu bringen, war der digitale Print auf das Trägermaterial notwendig.
Heute betrachte ich dies als einen von mehreren Arbeitsschritten, nicht als Eingriff, der das Kunstwerk qualitativ und normierend beeinflusst.
Was sich aber auch ergeben hat, ist, dass wir hier typische Arbeiten von Uwe Loebens sehen, die aber dennoch ganz ganz anders sind, nämlich viel deutlicher das Humoristische in seinem Werk, das aus seiner beständigen Selbstironie erwächst, sichtbar werden lassen.
Reinhard Fritz
Hat sich mit fernöstlicher Philosophie und Mystik (Zen, Tao etc.) beschäftigt. Daraus resultiert der durchaus ins Auge fallende Versuch auf FORMALISIERUNG, d.h. in seinem Fall die multiple Anordnung von figürlichen Elementen, die dadurch Zeichencharakter bekommen.
FORMALISIERUNG: Gegenstände, der Wirklichkeit entnommen, werden aufgelöst, ent-weltlicht, reduziert, um sie transparent zu machen.
Was die fernöstliche Auffassung des Menschen angeht, so ist sie - meiner subjektiven Meinung nach - geprägt vom Anspruch an die prinzipielle Zulänglichkeit des Menschen:
Jeder Mensch hat die Fähigkeit und implizite Pflicht, sich zu vervollkommnen, weshalb auch der Weg das Ziel ist, der Rest ist quasi eine Selbstverständlichkeit.
Die abendländische Philosophie geht von der umgekehrten Voraussetzung aus, nämlich dass die Unzulänglichkeit des Mensch eine Größe ist.
Die Lebendigkeit seiner Arbeiten im Fortschreiten des Lebens spiegeln zunehmend weniger die Vitalität des Künstlers wider, sondern der Arbeitsprozess wird begreifbar als eine Art dauerhaftes Strömen von Energie.
Die Behandlung des Lichtes, meine sehr verehrten Damen und Herren, das Finden und Behaupten der eigenen Position in der Welt als Mensch und Künstler durch selbstironische Distanz zu sich und allem anderen, was zum Ich gehört, die Entdeckung der Energie, die den kreativen Geist erst ermöglicht, und das Erlernen, diese Energie zu lenken, sind sicherlich drei Aspekte, die auf alle drei Künstler gleichermaßen anzuwenden wären.
Dietmar Brixy und Reinhard Fritz würden Sie, meine Lieben, jetzt liebenswürdigst einladen, die Ausstellung zu besichtigen. Uwe Loebens ist da bissiger in Permanenz.
Meine sehr verheerten Damen und Herren, das Büffet (Armbewegung umfasst die gesamte Ausstellung) ist eröffnet.
Mathias Beck | Oktober 2002
in situ






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Dietmar
Brixy
Malerei | Öl auf Leinwand
geb 1961 in Mannheim
1985 – 1991 Studium Malerei Bildhauerei an der Staatl Akademie d Bildenden Künste Karlsruhe
lebt in Mannheim
Reinhard
Fritz
Malerei | Acryl auf Leinwand und
Aquarell auf Papier

geb. 1946 in Spornitz/Mecklenburg
1953-66 Schulzeit in Tuttlingen an der Donau
1966 bzw. 67-68 Beginn einer Ausbildung zum Steinbildhauer und Studium Freie Kunstschule Stuttgart
dann 68-74 Akademie der Bildenden Künste München (Diplom und abschließend durchgezogenes Staatsexamen)
kurze Zeit verbeamteter Lehrer, dann Antrag auf Entlassung aus dem Schuldienst und Existenzsicherung auf der Grundlage des freischaffenden Bildenden Künstlers mit Ausstellungstätigkeit
lebt in München
2002 Seerosenpreis der Stadt München
Uwe
Loebens
Malerei | Computerprint auf Leinwand

1958 geb. in Völklingen, Saar
1982-88 Studium Grafik-Design an der Fachhochschule des Saarlandes, Saarbrücken
1990 Förderstipendium der Landeshauptstadt Saarbrücken
seit 1992 Mitglied der Redaktion der Kulturzeitschrift "Saarbrücker Hefte"
1991-93 Studium Malerei an der HBK Saar, Saarbrücken
1993/94 einer von drei Preisträger im Wettbewerb Kunst im öffentlichen Raum für die Frauen- und Kinderklinik an den Universitätskliniken in Homburg (Dokumentation), realisiert 1995/1996
1993 Arbeitsstipendium Casa Baldi in Olevano (Italien)
1993-98 Lehrbeauftragter der HBK Saar
seit 1997 gelegentlich freier Mitarbeiter des Saarländischen Rundfunk
zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Buchpublikationen


Einzelausstellungen
1988
Galerie Weinand-Bessoth, Saarbrücken
1990
Galerie Weinand-Bessoth, Saarbrücken (zusammen mit Johannes Fox)
1993
La Cumbre, Argentinien im Rahmen eines Deutsch-argentinischen Kulturaustausches
1994
Projekt "Passion" in Zusammenarbeit mit der Johanneskirche in Saarbrücken, (Dokumentation)
1995
Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik (IBFI), Schloss Dagstuhl, Wadern
1998
Galerie Schubert, Neunkirchen
2002
"Zeichnungen aus meinem Bleistiftgebiet", Saarländisches Künstler haus, Studiogalerie
Gruppenausstellungen
1986
Galerie Weinand-Bessoth, Saarbrücken
1988
Eisenturm, Mainz Tuchfabrik, Trier
1989
Landeskunstausstellung "Kunstszene Saar", Bürgerhaus Neunkirchen, (Katalog)
Haus am Dom, Mainz
1990
Rheinlandpfälzisches Landesmuseum, Trier
1991
Landeskunstausstellung "Kunstszene Saar", Moderne Galerie, Saarbrücken (Katalog)
Robert Schuman Preis, Tuchfabrik, Trier (Katalog)
Kunsthaus, Wiesbaden Jahresausstellung des BBK
Landesgalerie Saarbrücken (Katalog)
1993
Projekt "Pfingstrot", Johanneskirche, Saarbrücken (Dokumentation)
1997
Landeskunstausstellung "Kunstszene Saar", Albert Weissgerber Museum, St. Ingbert (Katalog)
1998
Gruppe 21.12 in Neunkirchen, Galerie Schubert, Neunkirchen
Edition des Saarländischen Künstlerbundes, Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken
1999
"Kunst im Kasten", Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken (Katalog)
"Mappenwerke", Finanzministerium Saarbrücken
"Der gefärbte Blick", Gruppe 21.12 in Venedig, Deutsch-Italienische Kulturgesellschaft, Palazzo Albrizzi, Venedig (Katalog)
2000
"Mappenwerke", Deutsch-Italienische Kulturgesellschaft, Palazzo Albrizzi, Venedig (Katalog, diese Ausstellung wurde auch in Neu-Ulm gezeigt)
"Positionen der Zeichnung im Saarland", Stiftung Demokratie Saarland, Saarbrücken (Katalog)
"Kunstszene Saar, Visionen 2000", Albert Weissgerber Museum, St. Ingbert (Katalog)
"Sichtweisen", Völklingen (Katalog)
"Arbeiten auf Papier", Galerie Beck und Priess, Berlin
2001
"Art" Frankfurt, präsentiert von der Galerie Monika Beck, Homburg/Schwarzenacker
2002
Galerie Monika Beck in Homburg/Schwarzenacker


Schneewittchen im Zombieland
Digitalprints des saarländischen Künstlers Uwe Loebens in der Galerie Monika Beck
Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin, die küsste eines Tages einen glibberigen Frosch. Oder war es umgekehrt? Märchen sind zwar schon seit Urzeiten überliefert, geben der Phantasie aber auch heute noch freien Raum. Warum sollte also nicht ein wunderschöner Frosch eine glibberige Prinzessin küssen? Fragen, die sich offensichtlich auch der Künstler Uwe Loebens gestellt hat. In 30 unbetitelten Digitalprints enthüllt er dem Besucher der Homburger Galerie Beck derzeit einen Einblick in ebenso märchenhafte wie erschreckende Phantasien.
Durch eine rege künstlerische Tätigkeit und zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland ist der 1958 in Völklingen geborene Uwe Loebens nicht nur regional ein Begriff. Nach dem Studium im Fach Grafik-Design an der Fachhochschule des Saarlandes in Saarbrücken arbeitete er zwischen 1988 und 1990 als freier Künstler und Grafiker. Einem Förderstipendium der Stadt Saarbrücken folgte ein zweijähriges Studium der Malerei an der HBKsaar mit anschließendem Arbeitsstipendium im Casa Baldi, Olevano. Neben der bildenden Kunst beschäftigt sich Loebens auch mit der Kunst der Worte. Seit 1992 arbeitet er bei der Kulturzeitschrift Saarbrücker Hefte mit. Seit 1997 geht er einer freien Tätigkeit beim Saarländischen Rundfunks nach, im Rahmen derer er als Mitglied eines Feature-Teams Preisträger des Deutsch-Französischen Journalistenpreises, Hauptpreis Hörfunk wurde. Uwe Loebens lebt und arbeitet als freier Künstler in Völklingen.
Bekannt geworden ist Loebens bislang durch seine Bleistiftzeichnungen und Ölmalereien. In Homburg geht er jetzt neue Wege. Nicht mehr der Pinsel ist das Werkzeug der Malerei, sondern die Computermaus. "Wir haben im Vorfeld der Ausstellung intensiv beraten, ob ich sagen darf, dass diese Arbeiten Malerei sind." erklärte Galerist Mathias Beck. Doch dann kam er zu der Ansicht, dass der digitale Druck auf Leinwand nur einer von mehreren Arbeitsschritten ist und nicht als Eingriff das Kunstwerk normierend beeinflusst.
Trotz der ungewohnten Technik ist in jedem der ausgestellten kleinformatigen Bilder ein typischer Loebens zu erkennen. Bedrohlich wirken sie und gefährlich, die Fabelwesen auf der Leinwand. Surreale Horrorvisionen sind da zu sehen, Monster, abgeschlagene Köpfe oder seltsame Tier-Mensch-Hybriden. So kräftig und eindeutig wie die Farbgebung polarisiert der Künstler auch seine Aussage. Die Wesen sind bedroht oder bedrohlich, verletzend oder verletzt. Eine goldene Mitte zu suchen, wäre vergebliche Liebesmüh. Trotzdem hat Uwe Loebens in seinen Schreckensszenarien ein gehöriges Maß an ebenso hintergründigem wie schwarzem Humor eingebaut. So steht der Betrachter am Ende der 30 Bilder mit Monstern und Tiermenschen quasi auf Du und Du.
Stefan Folz | Die Rheinpfalz






Abbildungen
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Eröffnung am 20.10.2002






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| Ausstellungshinweis
| Pfälzischer Merkur | 17.10.2002
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| Ausstellungskritik | Saarbrücker
Zeitung | Dr Sabine Graf | 21.10.2002 | 1.
Abschnitt | 2.
Abschnitt
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| Pfälzischer
Merkur | Künstlerportrait Uwe Loebens zum Tag der Bildenden Kunst |
26.10.2002
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| Ausstellungsbesprechung | Pfälzischer
Merkur | Fromann | 28.10.2002 | 1.
Abschnitt | 2.
Abschnitt
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