Galerie Monika Beck
Mathias Beck. Kulturmanagement GmbH
Schwedenhof | Am Roemermuseum | 66424 Homburg/Saar | Germany
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8. Dezember 2002 - 19. Januar 2003

WALDEMAR BACHMEIER | SABINE FREUDENBERGER

 

    

 

Nichts bleibt dem Sinnlichen verborgen
Sabine Freudenberger und Waldemar Bachmeier stellen Fotografie und Bildhauerei in der Galerie Monika Beck vor

Das Ideal der Welt gleicht immer mehr dem Bild einer perfekt funktionierenden Maschinerie. Alles, was den reibungslosen Prozess von Produktion und Gewinnoptimierung stört, soll gnadenlos ausgemerzt werden. Das sinnliche Empfinden und damit auch der Blick auf verborgene Wahrheiten gehört zu diesen Störfaktoren. Zum Glück gibt es Künstler wie Sabine Freudenberger und Waldemar Bachmeier, die tüchtig Sand ins Getriebe der schönen neuen Welt streuen. Wie sie das machen, zeigt eine Ausstellung, die derzeit in den Räumen der Homburger Galerie Monika Beck zu sehen ist.
Die Fotografin Sabine Freudenberger ist dabei erstmals in der Galerie vertreten. Die 1969 in Nürnberg geborene Künstlerin absolvierte zunächst eine Ausbildung als Werbefotografin, um danach ihre Studien in der Hamburger Akademie für Fotographie fortzusetzen. Für ihre bemerkenswerten Arbeiten wurde sie mit dem renommierten Reinhart-Wolf-Preis ausgezeichnet, der in Hamburg für das beste Einzelfoto oder die beste Foto-Serie aus einer Diplomarbeit zum Thema Architektur, Food oder Still-Life verliehen wird. Waldemar Bachmeier, 1956 in Höchstadt/Aisch geboren, ist in Homburg ein alter Bekannter. Bereits vor sechs Jahren stellte er seine Arbeiten bei Galerist Mathias Beck vor. Von 1978 bis 1980 besuchte der Künstler, der wie Sabine Freudenberger in Nürnberg lebt, er die Fachoberschule für Gestaltung in Nürnberg. Die nächsten Jahre waren dem Studium an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg gewidmet, das er als Meisterschüler der Klasse für Textilkunst und Flächendesign 1987 abschloss. Seit 1986 geht Waldemar Bachmeier einer regelmäßigen Ausstellungstätigkeit nach. 1994 erhielt er den zweiten Preis des Wettbewerbs Kunst am Bau der Landesfinanzschule Ansbach.
Obwohl konzeptionell und formal völlig unterschiedlich, beleuchten beide Künstler ein und dasselbe Thema. Der Besucher der Homburger Ausstellung erlebt eine Entdeckungsreise in die auf den ersten Blick verborgene Wahrheit der alltäglichen Umgebung. Waldemar Bachmeier benutzt hierzu die Polarität von Materialien, philosophiert über das Verhältnis von unterschiedlicher Materialqualitäten, sieht Stoffbeschaffenheiten im Verhältnis zur Quantität und setzt das alles in Bezug auf Oberfläche und Volumen. So findet er eine neue Dynamik, setzt den altehrwürdigen Gesetzen der Architektur Bögen, Segmente und geometrische Teilstücke entgegen, schafft eine neue Möglichkeit, den Raum wahrzunehmen.
Sabine Freudenberger fotografiert seit rund vier Jahren „Wasser“ in den unterschiedlichsten Formen seines elementaren Auftretens. Vom schlichten Wasserglas bis hin zum Wellenspiel des Meeres, ja sogar bis zum Nebel, der die Wolken formt, stellt die Künstlerin Aufnahmen mit höchster Intensität her. Flüchtige Augenblicke werden hier für die Ewigkeit festgehalten, scheinen das Medium der Fotografie zu verlassen, indem sie beinahe die Illusion von Malerei schaffen. Dies bewerkstelligt Sabine Freudenberger nicht etwa durch digitale Bearbeitung, sondern einzig durch geschickt inszenierte Lichtführung und einen intuitiv gewählten Blickwinkel. So werden trotz des vertrauten Motivs Sehgewohnheiten verändert und neue Qualitäten entdeckt. Eben Sand im Getriebe der perfekten Funktionalität und Motor für die Entfaltung der Fantasie.

Stefan Folz | Die Rheinpfalz

 

 Waldemar Bachmeier 

Objekte | Wandobjekte | Wandstücke

 

         

    

    

 

1956 in Höchstadt a. d. Aisch geboren
1980 - 1987
Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
Meisterschüler von Prof. Stefan Eusemann
1993 / 94
Arbeitsstipendium des Freistaates Bayern 
und der Region Midi-Pyrenees
lebt in Nürnberg 

Ausstellungsauswahl
2001
Kunsthaus Nürnberg -G-
Kunstraum Franken 2001
Galerie Klose, Würzburg -G-
Galerie Lindner, Herzogenaurach -E-
2002
Galerie Monika Beck, Homburg/Saar -E-
Galerie Klose, Würzburg -G-
2003
Kunstverein Passau PURPUR -G-
Galerie Hornung, Höchstadt PURPUR -G-

 

    

    

    

    

 

Waldemar Bachmeier
Teil und Einheit – für eine Sprache der (Sinne) Körper 

Tagtäglich gehen wir durch ungezählte Räume. All diese Räume sind durch bestimmte Funktionen mehrfach definiert. Erlauben Sie sich eine Phantasiereise durch die letzten von ihnen begangenen Räume. Denken Sie sich alle Möblierung und Ausschmückung weg und versuchen Sie dies mit dem Ziel den nackten Raum mit all seinen Begrenzungen in Erfahrung zu bringen. Bedenken Sie dann die besonderen Proportionen, den Raumzuschnitt, die farbliche Gestaltung, die Lichtführungen bzw. Verschattungen. 
Welche Empfindungen stellen sich ein? Welche Gedanken kommen Ihnen dabei. Mehr und mehr interessiert uns wie gebauter Raum auf unseren Körper auf unsere Leiblichkeit wirkt. 

All dies fällt mir ein, wenn ich die neuesten Arbeiten Waldemar Bachmeiers betrachte.

In Bachmeiers raumbezogenen Arbeiten ist schon nach wenigen Augenblicken erkennbar, dass es sich hier um einen Künstler handelt, der sehr präzise und mit einem hohen Einfühlungsvermögen zum jeweiligen Raum arbeitet. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den vorgegebenen räumlichen Bedingungen, findet er zu einer konsequenten Formentwicklung seiner Werke. Im Formenvokabular entwickelt er eine puristische Sprache, die den Betrachter auf Wesentliches, ja Elementares lenkt. Mit erfahrenem Blick erkennt er die Grundzüge der Architektursprache seiner raumformenden Kollegen und antwortet als Bildhauer mit einfach aufgebauten Formelementen. Er meidet das Überbordende, Überladene und stellt Spannungsbögen her. 
Der Betrachter seiner Werke ist in diesen kreativen Prozess zwischen Spiel und Kalkül einbezogen und gerade dies macht den Reiz seiner Wandarbeiten und Rauminstallationen aus. 

Bachmeiers Sequenz der Postiv -Negativarbeiten werden erst dann in ihrer formalen Kraft verständlich, wenn man sich den angebrachten Teilstücken reflexiv nähert. Was auf den ersten Blick wie die Montage von beliebig zusammengestellten Verschnitt- und Reststücken wirken könnte, stellt sich als eine Arbeit gewissenhafter Konstruktion heraus. Ganz besonders deutlich wird das in seinen Arbeiten, wo er mit Kreis- und Ringelementen arbeitet. Von hohem Reiz sind seine jüngsten Arbeiten, in welchen bis zu vier elliptische Bahnen ein Rechteck in ein komplexes Feld von zueinander verwandten Stücken teilen. Segmentbögen, die Teile der Wandarbeiten sind, evozieren im Auge des Betrachters den Willen zur Komplettierung. Das Ergänzungshandeln, um zur vollkommenen Gestalt zu kommen geschieht imaginär und ist bei uns als wahrnehmungspsychologischer Drang längst bekannt. Bachmeier nutzt diesen permanenten menschlichen Gestaltungsdrang seiner Betrachter in seinen Arbeiten. Aus Wahrnehmungsresten wie Kurven, Segmenten, geometrischen Teilstücken bilden wir reflexiv Kreisumfang, Kreisscheibe und Ringkontinuum. Das heisst in der Konsequenz: wir sehen mehr als materiell vorhanden ist. Durch die raffinierte Versetzung, rhythmische Umsetzung von Kreisumfassungsflächen entsteht ein neues Gebilde. Teile stoßen an imaginären Linie aneinander. Der Betrachter erspürt diese Linien und erkennt sein Gespür für feinere Zusammenhänge, unaufdringlich komponierte Proportionsgaben. Das Spiel zwischen Begrenzungslinien und Flächen zu oszillieren nährt Bachmeier zuweilen durch das Auftragen von Reflexfarben auf den zur Wandseite zugekehrten und dort montierten Flächen. Allein der natürliche Lichteinfall sorgt dann dafür, dass eine Wandarbeit vor der Trägerfläche zu schweben scheint und markiert somit die Begrenzungslinien der Wandarbeit auf subtile, zurückhaltende Weise. Neben dem Hervorleuchten der Arbeit, die auf das Körperhafte der ansonsten flächig wirkenden Arbeit verweist und ihr eine zweiten Natur verleiht, wird damit der Arbeit auch eine Leichtigkeit angediehen, die erst durch diesen farblichen Aspekt hervorgeheben wird. Und noch ein Drittes bewirkt diese Reflexbetonung. Der Betrachter wird zu einem Pendeln seines Betrachterstandpunkts vor dem Werk veranlasst. Die Wandskulptur will aus unterschiedlichen Perspektiven erlebbar und erfahrbar werden und so die Breite ihrer ästhetischen Kraft übermitteln. 
Die Messpunkte und Koordinaten, die ihm die konkrete architektonische Situation bietet, können beispielsweise Zentren für Radien werden. Das Austarieren, Balancieren zwischen Raumkörper und Negativraum ist ein elementares Element seiner Arbeit geworden. 

Bachmeier beherrscht diese Herausarbeiten von „spannenden Raumbezügen“ auf hervorragende Weise. So spielt er konstruktiv und strukturell auf die jeweiligen Raumdimensionen, Koordinaten und gefühlstragende Momente von Räumen an. Sein Spiel mit unsichtbaren Linien, erahnbaren Kraftlinien, die sich aus seinen Werken ableiten und mit dem Vorstellungswillen des Betrachters arbeiten, führen über in einen imaginären Raum. Im einen aller möglichen Fälle treffen sich die Gedanken des Betrachters mit den Konstruktionsplänen von Architekt und Bildhauer. In diesem durch Kraftlinien durchformten plastischen Raum begegnet der Betrachter sowohl den Setzungen seiner Lebenswelt wie dem kreativen Potential einer möglichen „anders gearteten Welt“. Bachmeiers Arbeiten zeigen mit wenigen, aber dafür sehr ausgeklügelten Mitteln eine räumliche Öffnung, die uns im gehetzten Nutzen von Räumen verborgen blieben. So fordert seine Kunst auch ein Sicheinlassen auf Form und Raumsprache. Der Gewinn, den wir aus diesen Vermittlungen und Herausbildungen einer neuen Raumsicht gewinnen kann nicht hoch genug angesiedelt werden. Bachmeiers Arbeiten lassen Augen und Sinne öffnen. 

Georg Graf von Matuschka 
Leiter des Kultur und Freizeitamts der Stadt Erlangen April 2002

 

    

 

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 Sabine Freudenberger 

Fotografie

 

 

1969 geboren in Nürnberg
1988 bis 1991
Ausbildung als Fotografin
1994
Akademie für Photographie Hamburg
1997
Auszeichnung Reinhart-Wolf-Preis, Hamburg
lebt und arbeitet in Nürnberg

 

    

    

    

 

Bewegung und Veränderung - Verweilen und Hingabe

Seit nunmehr vier Jahren fotografiert Sabine Freudenberger >Wasser<. 
Zwar verschiebt sie die Akzente ihrer Aufmerksamkeit, angefangen beim Wasserglas über das breite, wogende Meer bis hin zum wolkenformierenden Dunst, aber in der Beschränkung auf dieses eine Medium gelingt es ihr jedes Mal einen hohen Grad an Intensität zu erreichen. Sei es die ruhende Menge, die gefilterte Portion Wasser im Trinkglas oder der unendliche tosende Ozean mit seinen facettenreichen Gestaltungsformen, immer berühren uns Freudenbergers Bilder und verbinden uns mit der Mannigfaltigkeit ihres Erfahrungsspektrums auf eigentümliche Weise. 
Schon nach wenigen Betrachtungen sticht ein durchgehendes Merkmal ihrer Produktionsweise hervor: In ihren Aufnahmen transportiert sie ein Höchstmaß an Ästhetik und dynamischer darstellerischer Brillanz. Ihrer auf Reduktion zugewandten Haltung kommt ein weiteres Produktionsverfahren zugute, welches in diesem Zusammenhang nicht erstaunt: alle Werke sind Ergebnis analoger Fotografie. Dies Wesensmerkmal ihrer Arbeiten erscheint mir bedeutungsvoll für den gesamten Prozess unseres weiteren Betrachtens. Keines ihrer Bilder wird digital nachbearbeitet oder in aufwendige Softwareprogramme eingespeist. Der Wirklichkeit der Bilder gesellt sie die Ehrlichkeit der Aufnahmesituation bei. Sei es die präzise Lichtführung im Studio oder die flüchtige Skizze einer Meereslandschaft aus dem Handgelenk - immer legt Freudenberger höchste Maßstäbe an die Wirkkraft ihrer Bilder. Perfektion und makellose Präsentation sind ihr unverrückbare Maßstäbe des Arbeitens.
Mit diesem Arbeitsethos wird zugleich eine handwerkliche Werktreue Freudenbergers deutlich. Die Mischung aus kalkulierter Aufnahmesituation und zufälligem Beeinflussen des bildnerischen Moments evoziert eine Bildqualität ganz eigener Güte. 
Wir fühlen uns unmerklich an Malerei erinnert. Und natürlich sind hier und dort motivische Anklänge dessen zu erkennen, was wir mit dem Sentiment des Romantischen innerhalb der Malerei des 19. Jh. einerseits, dem glasklaren Blick des Fotorealismus des 20. Jh. andererseits verbinden. Neben diesem kunsthistorischen Kontext steht aber Sabine Freudenbergers Werk völlig singulär. Die Verwandtschaft bleibt rudimentär und ist für die weitere Betrachtung bedeutungslos.
Jenseits der verdinglichten Werbeästhetik und alltäglich klischeehaft vorgestellten Naturromantik, öffnet sie unsere Augen für neue Erfahrungsdimensionen. 
Die Großzahl der Betrachter ihrer Werke spüren diese ästhetisch bindende Kraft unmittelbar und fühlen sich von dieser auf merkliche Weise berührt und in Bann gezogen. 

In der Wahl ihrer Sujets ist Freudenberger eine Puristin höchster Güte. Ihr reicht ein kleiner Ausschnitt, ein einzelner Gegenstand, ein Seestück, eine Meereslandschaft ohne geographische Markierung, eine harsche Küstenszenerie, eine Wolkenkonstellation, die ohne Wiederkehr sein wird. 
Einzelwerke und Werksequenzen eröffnen eine Schaulust ohne gleichen, der Drang mehr von diesen unverklärten Momenten zu sehen wächst von Motiv zu Motiv. 
Es mag zunächst als schwer erscheinen, sich diesem Faszinosum begrifflich zu nähern. Doch begeben wir uns auf die Suche nach subjektiven Reflexen.
Was von manchen einfach nur als „schön“ benannt wird, ist für andere der Bereich des Unaussprechlichen. Sie fühlen sich in der Nähe dieser Werke wie befreit und genießen deren stimulierende Wirkung auf ihre seelische Befindlichkeit. Der Betrachter wird in eine Welt hineingezogen, die ihm vertraut, wie fremd zugleich erscheint. In diesem Zwischenreich kommt dem Zeitlichen eine besondere Bedeutung zu. 
In ihren Meeresstudien der Werkreihe „Northshore“ vertraut Freudenberger ganz auf die Eigendynamik des Meeres, die Rhythmen von Hebung und Senkung des Wellengangs, die erzeugten bildnerischen Zäsuren durch Gischt, Strudel und Lichtreflexionen breitet sie mit einer großen Geste vor den Augen des Betrachters aus. Die großzügig, breit angelegten Formate und ihre präzise wie akkurat ausgeführte fotomechanische Präsentation erlauben ihr etwas von jener Kraft wiederzugeben, die sie in der Kraft und Gewalt des Meeres selbst erlebt hat.

Dynamik – Auflösung 

Der Eigendynamik des Meeres gesellt sie in etlichen Aufnahmen eine wie willkürlich wirkende Eigenbewegung zu, die dem Motiv eine Unschärfe verleiht. Die punktgetreue Wiedergabe eines Moments wird der Bindung an die Zeitlichkeit der Eigenbewegung aufgeopfert. Mit dem Entschluss die Verschlusszeit auf eine kurzen Moment auszudehnen und das Dargestellte dem Dahintreiben des Objektivs zu überlassen ist mindestens zweierlei dimensioniert: die „Aufhebung des Augenblicks“ und die „Auflösung des Motivs“. Im Ergebnis bleibt eine Überlagerung und Annäherung von Bewegungen: dort das bewegte Meer (als Naturgesetz) – hier die eigene selbstgesteuerte Körperdynamik (als sequenzierte Selbstverpflichtung zur Körpergeste). In diesen minimalistischen Figurationen speist sich das so geartete Bild als Summe einer Ereigniskette, die im Bild nicht mehr als zeitliche Dehnung, sondern als graphisches Mittel das Bildganze komponiert. So gesehen kann man von fotografischen Zeichnungen sprechen, deren malerisches Element an den geografischen Ort, an Witterung und Seefärbung gebunden ist.
Mit der Auflösung des Motivs kehrt sich Freudenberger vom zweckbestimmenden Charakter ihres Werkzeugs ab. Der Fotoapparat als dokumentarisches Mittel einer objektiven Naturspiegelung hat an dieser Stelle keine Relevanz. Kameraführung und belichtbarer Filmstreifen bilden das Vehikel für eine Bildschöpfung außerhalb des menschlichen Auges und außerhalb des steuernden rationalen Bewusstseins. Der emotive Gehalt dieser neuen Sichtweisen kann lediglich - auch hier nur partiell - im Nachgang von Entwicklung, Sichtung, Ausschnittbegrenzung und Formatbestimmung gesteuert werden
Zugleich ist durch die Auflösung des Motivs noch nicht die Aufgabe des Zeichenhaften gegeben. So gesehen, arbeitet Freudenberger an Transformationen der Enträumlichung. Diese Beobachtung bezieht sich nicht allein auf jene von Landschaften inspirierten Werke. Auch bei ihren Wasserglasbildern, löst sie auf spannungsvolle Weise Raumebenen auf, um höchst subtile Momente einzufangen.

Georg Graf von Matuschka
Leiter des Kultur- und Freizeitamtes der Stadt Erlangen

 

              

 

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