klaus friedrich

Kein Zweifel: Junge Kunst ist „in“! Beigetragen zu dieser erfreulichen Entwicklung hat dabei vor allem die überzeugende Mischung aus ungewöhnlichen Arbeiten, hohem Anspruch und - noch - günstigen Preisen. Und so verzeichnen Galerien und Kunstmessen in aller Welt schon seit Längerem einen regelrechten „Run“ auf Werke zeitgenössischer junger Künster.

Dabei erfreuen sich vor allem Multiples - Original-Kunstwerke in Serie also - wieder größter Beliebtheit: „Vehikel zur Verbreitung von Ideen“, wie Beuys sie einmal treffend charakterisierte, sind sie nicht nur preiswerter Einstieg für die immer größer werdende Zahl junger Sammler, sondern versprechen über den künstlerisch-ästhethischen Aspekt hinaus auch überdurchschnittliche Wertsteigerungen. Eines der zur Zeit spannendsten Multiple-Projekte kommt dabei ausgerechnet aus dem Saarland: die Bildserie „1939“ des St.Ingberter Künstlers Klaus Friedrich. Der 31-jährige, der seit seiner Aufsehen erregenden Teilnahme an der ART Frankfurt als international anerkannter Künstler gilt, ist dabei einer der wenigen Künstler in Deutschland, der sich in seinen Arbeiten konsequent mit den faszinierenden Möglichkeiten digitaler Reproduktionsmedien auseinandersetzt. Als Ergebnis kreiert er dabei mit Hilfe „elektronischer Werkzeuge“ eindrucksvolle Unikate, in denen sich fotografische Vorlagen, Malerei, Collage und klassische Drucktechniken zu einer eigenen Bildsprache mit unverwechselbarer Ästhethik verbinden. Als Würdigung seiner künstlerischen Tätigkeit war ihm bereits auf der 10. ART Frankfurt als einzigem Saarländer eine eigene One-Man-Show gewidmet. Dabei ließ er die spontane Begegnung mit seiner dort erstmals vorgestellte Multiple-Installation „1939“ für viele der 20.000 Besucher aus aller Welt zu einem nachhaltigen Erlebnis werden.

In der Folge wurde Klaus Friedrich und seiner Arbeit nun gleich zweimal eine besondere Ehre zuteil: Kein Geringerer als der saarländische Ministerpräsident Peter Müller nämlich hatte sich bereit erklärt, ein kommentierendes Vorwort zu der auf 39 Boxen limitierten Sonderedition von „1939“ zu verfassen. „Kunst muss erneuern“, lautete dabei eine der Forderungen Peter Müllers in seinem ebenso engagierten wie beachtenswerten Begleitwort, „Kunst muss aber auch erinnern, muss Vergangenheit und Zukunft verbinden und den Blick schärfen“, so der Ministerpräsident weiter. Allein schon deshalb würdigte er die ungewöhnlichen Arbeiten des jungen St.Ingberters als „bedeutenden künstlerischen Beitrag gegen Gewalt, Extremismus und Krieg“. Fast zur gleichen Zeit wählte auch das bundesweit erscheinende IG-Medien-Magazin „Kunst & Kultur“ eines der Bildmotive von Klaus Friedrich als Titelbild seiner aktuellen Ausgabe und stellte zudem Konzept und Hintergründe dieser Werkserie ausführlich vor. Vor allem die subtile, gerade in „1939“ so fesselnde Mischung aus scheinbar Alltäglichem und verhaltener Symbolik sorgt dabei für jene atmosphärisch-dichten Bildwelten, die auch sonst die Arbeiten Klaus Friedrichs prägen. Wie all seine Einzelwerke ist so sein aus 24 Bildtafeln bestehender, vor kurzem erstmals in Homburg ausgestellter Zyklus „Die Argonauten“ ebenfalls eine kompakte Komposition aus vielschichtigen Bestandteilen. In Form einer - im wahrsten Sinne - sagenhaften Multimedia-Inszenierung aus Bild, Ton und Text wird darin der uralte Heldenepos um Jason und die Jagd nach dem Goldenen Vlies mit den künstlerischen Mitteln des 21. Jahrhunderts neu interpretiert. Mit offensichtlichem Erfolg! Nachdem nämlich das gemeinsam mit dem Bassisten Christian Konrad und dem Saarbrücker Nachwuchsliteraten Falk Enderle konzipierte Gesamtkunstwerk in der renommierten Galerie Beck sogar Besuchergruppen aus den USA und Skandinavien begeisterte, werden „Die Argonauten“ demnächst auch in Berlin zu sehen sein. Dabei soll dieses im Saarland konzipierte Gesamtkunstwerk in kurzen Zeitabständen gleich an zwei Ausstellungsorten der Hauptstadt präsentiert werden. In der Zwischenzeit erarbeitet Klaus Friedrich ein richtungsweisendes Modellkonzept, das Kunst und Unternehmen zu integrierten Erfahrungsräumen verwandeln soll: Anfang 2002 soll das Konzept in Saarlouis der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Daneben ist eine weitere Präsentation der Multiple-Installation „1939“ im öffentlichen Rahmen geplant. Vor allem aber widmet sich Klaus Friedrich auch weiterhin der experimentellen Weiterentwicklung seiner Copy-Art oder, wie er sagt, „der Kunst, Unikate mit Hilfe des Kopierers herzustellen“.