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Galerie im Forum
Kreisverwaltung des Saarpfalz-Kreises

 

Öffnungszeiten Montag - Freitag 8.00 - 18.00 Uhr

 

20. Oktober - 18. November 2005

 

 Manuela Rauber  

Symbol
im Rahmen der Aktion "Rettet die Schlosskirche" in Blieskastel

 

 

    

 

Einladungskarte als pdf

 

Manuela Rauber
Ursymbole - Zeichen der Natur
 

„Die Dinge lassen sich deshalb als Symbol verwenden, weil die Natur ein Symbol ist, im Ganzen und in jedem ihrer Teile“
Emerson

Natur als Symbol zu erfassen heißt, auf den Zeichencharakter von Natürlichem zurückzugreifen. Das Symbol wendet sich an den ganzen Menschen, die symbolische Wahrnehmung ist die Wahrnehmung einer Ganzheit.
Ob es aber eine Ganzheit oder nur ein Zusammenhang ist, auf die ein Symbol verweist, hängt von seiner Sinnverdichtung ab.

Es gibt Symbole unterschiedlichen Verdichtungsgrades, wie es auch Symbole gibt, die in verschiedenen Kulturen eine bis zur Widersprüchlichkeit unterschiedliche Bedeutung haben oder zu haben scheinen.

Natursymbole des höchsten Verdichtungsgrades, Ganzheitssymbole, deren Abbildung nicht immer augenfällig ist, weil die Verdichtung durch eine höhere Abstraktion erkauft wurde, signalisieren Einheit. Sie können das Ganze der Natur besser ausdrücken.

 



Zur Annäherung an diese Sinnverdichtung sind 7 Ganzheitssymbole ausgewählt, die mit unterschiedlichen Medien, grafischen und malerischen Ansatzpunkten, immer wieder nachempfunden, erarbeitet werden.

Ei Ursprung – Schöpfung – Verwandlung
Lotos Reinheit – Heilung – Wiedergeburt
Hagal Lebensbaum - Weltbaum – Heilsbaum
Kreuz Gemeinschaft - Begegnung – Verwandlung
Spirale Schutz – Wachstum – Dynamik
YinYang Absolute Polarität – Kosmos – Eros
Kreis Transparenz – Totalität – Gleichgewicht

 

Schlosskirche Blieskastel - 3 Farbradierungen

Da die Schlosskirche in ihrer Ganzheit wegen Renovierungsarbeiten nicht zu erfassen war, richtete sich der Blick ins Innere der Kirche, galt es Ganzheit im Detail zu suchen. Gibt es Ganzheitssymbole, wenn ja, welche?

 

 



Sowohl in der Architektur, in der Ausstattung wie in der Ausgestaltung finden sich Darstellungen von Ursymbolen. Die Häufigkeit der Spirale des Barock, des Kreuzes der Kirche und des Kreises der Heiligkeit liegt in Religion und Kulturepoche selbst, ist tief verwurzelt.

 

 

 

Zur Darstellung ausgewählt, nicht in letzter Linie wegen ihrer Unaugenfälligkeit, wurden das seitliche Rankendekor einer Kirchenbank, ein Fensterkreuz und ein Holzrelief.

 


Die grafisch reduzierten Bildmotive sind mittels Aquatinta Technik in die Kupferplatte geätzt und bilden den Schwarzdruck.

Die Farbplatten zeigen die jeweilige Symbolerfassung in der Fläche, die sich zwar formal am Bildmotiv orientiert, diese aber in Licht und Schatten, in der Raumdimension nicht unterstützt.

 

 

Die Farbwahl bleibt wiederum im Realen, das Ocker des Holzes, das helle Türkis des Himmels und das Rot der Bemalung.




 



Die Spirale, raumfüllendes Symbol der Kelten, taucht in vielen Kulturepochen wieder auf. Im Barock ist sie stark verbreitet in der Darstellung von üppig rankenden Pflanzen, als Zeichen des Wachstums und Schutz des Lebens.


 



Das Kreuz, König-Symbol unserer durch das Christentum geprägten Kultur, ist ein anspruchsvolles Symbol. Es ist nicht nur Symbol einer Ganzheit, es bewirkt diese Ganzheit zugleich. Das Kreuz gehört zu den ältesten Heilszeichen, es taucht als lebensspendendes Sonnensymbol schon in der babylonischen Kultur auf.


 



Der Kreis, das Zeichen der Totalität, beschreibt mit seiner unaufhörlichen aus dem Anfangspunkt hervorgehenden Linie die fortwährende Wiederkehr des Gleichen: die Ewigkeit, die Unendlichkeit. Er ist in Jahrtausende alten mit ihm übereinstimmenden Kulturen das Signum des Heiligen und des Schönen.

 

Manuela Rauber | Symbol

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

dies ist nach Friedrich, Gramer und Steigner die vierte Grafikserie, die zur Aktion „Rettet die Schlosskirche“ zu Blieskastel angeboten wird. Der Erlös aus dem Verkauf wird fifty-fifty zwischen der Künstlerin und dem Verein geteilt.

(Evt Klaus Friedrich f Initiative danken!)

Wir haben Manuela Rauber im vergangenen Jahr gefragt, ob sie bereit sei, eine Grafik oder – wie hier zu sehen – eine Grafikserie zur Schlosskirche zu erarbeiten, weil sie als Künstlerin durchaus konzeptionell arbeitet, mit Bedacht und Gedanken an ein solches Vorhaben herangeht.

Dass ihrer Arbeit ein intellektuell dichtes Konzept unterliegt, kann man beim Betrachten der Bilder getrost übersehen. Mich persönlich sprechen Kunstwerke oder Reihen, die einem roten Faden folgen, der in ein Thema geknüpft ist, sehr stark an. Und deshalb finde ich diese Ausstellung klasse. Sie bietet nicht bloß Augenfutter, sondern gibt uns auch zu denken.


M Rauber:

Natur als Symbol zu erfassen heißt, auf den Zeichencharakter von Natürlichem zurückzugreifen. Das Symbol wendet sich an den ganzen Menschen, die symbolische Wahrnehmung ist die Wahrnehmung einer Ganzheit.
Ob es aber eine Ganzheit oder nur ein Zusammenhang ist, auf die ein Symbol verweist, hängt von seiner Sinnverdichtung ab.

Es gibt Symbole unterschiedlichen Verdichtungsgrades, wie es auch Symbole gibt, die in verschiedenen Kulturen eine bis zur Widersprüchlichkeit unterschiedliche Bedeutung haben oder zu haben scheinen.

Natursymbole des höchsten Verdichtungsgrades, Ganzheitssymbole, deren Abbildung nicht immer augenfällig ist, weil die Verdichtung durch eine höhere Abstraktion erkauft wurde, signalisieren Einheit. Sie können das Ganze der Natur besser ausdrücken.

Zur Annäherung an diese Sinnverdichtung sind 7 Ganzheitssymbole ausgewählt, die mit unterschiedlichen Medien, grafischen und malerischen Ansatzpunkten, immer wieder nachempfunden, erarbeitet werden.

(Hierfür hat sich Manuela Rauber auf 3 Symbole konzentriert)

Kreuz Gemeinschaft - Begegnung – Verwandlung
Spirale Schutz – Wachstum – Dynamik
Kreis Transparenz – Totalität – Gleichgewicht


Da die Schlosskirche in ihrer Ganzheit wegen Renovierungsarbeiten nicht zu erfassen war, richtete sich der Blick ins Innere der Kirche, galt es Ganzheit im Detail zu suchen. Gibt es Ganzheitssymbole, wenn ja, welche?

Sowohl in der Architektur, in der Ausstattung wie in der Ausgestaltung finden sich Darstellungen von Ursymbolen. Die Häufigkeit der Spirale des Barock, des Kreuzes der Kirche und des Kreises der Heiligkeit liegt in Religion und Kulturepoche selbst, ist tief verwurzelt.

Zur Darstellung ausgewählt, nicht in letzter Linie wegen ihrer Unaugenfälligkeit, wurden das seitliche Rankendekor einer Kirchenbank, ein Fensterkreuz und ein Holzrelief.
Die grafisch reduzierten Bildmotive sind mittels Aquatinta Technik in die Kupferplatte geätzt und bilden den Schwarzdruck.
Die Farbplatten zeigen die jeweilige Symbolerfassung in der Fläche, die sich zwar formal am Bildmotiv orientiert, diese aber in Licht und Schatten, in der Raumdimension nicht unterstützt.

Die Farbwahl bleibt wiederum im Realen, das Ocker des Holzes, das helle Türkis des Himmels und das Rot der Bemalung.

Die Spirale, raumfüllendes Symbol der Kelten, taucht in vielen Kulturepochen wieder auf. Im Barock ist sie stark verbreitet in der Darstellung von üppig rankenden Pflanzen, als Zeichen des Wachstums und Schutz des Lebens.

Das Kreuz, König-Symbol unserer durch das Christentum geprägten Kultur, ist ein anspruchsvolles Symbol. Es ist nicht nur Symbol einer Ganzheit, es bewirkt diese Ganzheit zugleich. Das Kreuz gehört zu den ältesten Heilszeichen, es taucht als lebensspendendes Sonnensymbol schon in der babylonischen Kultur auf.

Der Kreis, das Zeichen der Totalität, beschreibt mit seiner unaufhörlichen aus dem Anfangspunkt hervorgehenden Linie die fortwährende Wiederkehr des Gleichen: die Ewigkeit, die Unendlichkeit. Er ist in Jahrtausende alten mit ihm übereinstimmenden Kulturen das Signum des Heiligen und des Schönen.“

Manuela Rauber ist 1959 im St Wendeler Land geboren. Sie studierte von 1977 – 1982 Visuelle Kommunikation an der FH Trier und schloß mit Diplom als Kommunikationsdesignerin ab. Sie lebt in Freisen.

Häufig kann man beobachten, dass es gerade für Grafik- oder Kommunikationsdesigner sehr schwer ist, in der Freien Kunst ihre eigene formale Position zu finden. Dies liegt wohl daran, dass die Zweckbindung kreativer künstlerischer Leistungen auch zu einem Korsett werden kann, aus dem schwer herauszukommen ist.
Der leichte Strich in der Werbung kann sich bleischwer auf die künstlerische Handschrift legen. Im unglücklichsten Fall wird dann ein Bild, das frei gemeint ist, doch immer wieder nur zur Illustration oder zur Werbegrafik.

Sicherlich gibt es aber auch ganz unterschiedliche Methoden, diesen Spagat gelingen zu lassen, und ausgezeichnete Leistungen als Grafikdesigner wie auch als Bildender Künstler zu erbringen.
Eine Möglichkeit ist zB die Lust am Experiment, das freie Schweifen und Forschen nach Themen und Techniken, die entdeckt und erfunden und dann sukzessive erarbeitet werden.

Und Manuela Rauber ist ein gutes Beispiel dafür, dass diese Methode, mühsam wie sie ist, funktioniert.

Manuela Rauber ist eine vorzügliche Grafikerin, und ich behaupte, dass auch Ihre Malerei in der Auffassung der Bildstruktur grafisch gesehen ist. So zB beim Gegenüberstellen von Hell-Dunkel-Kontrasten oder bei der heimlichen Strukturierung der Bilder durch Linien.

Und das ist auch die Grundlage für alle Arbeiten, die ich von Manuela Rauber kenne, nämlich der instinktive Ansatz auf uns als Betrachter. Uns zur Partei machen, ins Bild mit hinein nehmen, uns beteiligt machen.

Und, meine sehr verehrten Damen und Herren, das macht aus einer Anzahl von Bildern, einer Zusammenstellung, einer Ausstellung auch eine Aussage: Ihr als Betrachter seid mir nicht egal. Die Welt ist wie sie ist, und so ist sie wichtig. Und so sind wir Menschen uns Menschen wichtig.
Ein Glücksfall dazu, dass Manuela Rauber nicht nur mit Emphatie arbeitet, mit Zuneigung sogar zu Ihrem Publikum, sondern auch noch so gut.

Mathias Beck | Oktober 2005

 

Eröffnung der Ausstellung am 20.10.2005

              

              

              

    

 

Bilder der Eröffnung ansehen

 

Aufbau der Ausstellung am 17.10.2005

               

         

 

Bilder vom Aufbau ansehen

 

Ausstellungsvorankündigung | Saarbrücker Zeitung | 19.10.2005

Ausstellungsbesprechung | Saarbrücker Zeitung | 4.11.2005

Pressemitteilung Saarpfalzkreis | 17.10.2005

Ausstellungsbesprechung | Wochenspiegel | 9.11.2005

 

Informationen zur Ausstellung