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10. September - 10. Oktober 2004
Oliver
Kern
Die Zone | Fotografien

Einladungskarte
als pdf

1965 in Saarbrücken geboren, studierte Fotografie bei Arno Fischer an der Fachhochschule Dortmund. Er lebt als freier Fotograf in Berlin, arbeitet als Porträtfotograf für die Presse, aber auch seit Jahren an Projekten, die in Büchern und Ausstellungen veröffentlicht werden.
Er war regelmäßig an Ausstellungen der Hertener Fototage beteiligt. "Die Zone" wurde
ua. im Rheinischen Industriemuseum Oberhausen gezeigt.
Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen mit den Serien "Erinnerungen" (1991), "Die Zone" (1995) und "Das Land dazwischen" (1999)
Einführungsrede zur Ausstellung | Oliver Kern | Die
Zone (1995)
1965 in Saarbrücken geboren, studierte Fotografie bei Arno Fischer an
der Fachhochschule Dortmund. Er lebt als freier Fotograf in Berlin,
arbeitet als Porträtfotograf für die Presse, aber auch seit Jahren an
Projekten, die in Büchern und Ausstellungen veröffentlicht werden.
Er war regelmäßig an Ausstellungen der Hertener Fototage beteiligt. "Die
Zone" (1995) wurde ua. im Rheinischen Industriemuseum Oberhausen
gezeigt.
Oliver Kern lebt in Berlin.
Ich habe Oliver Kern im vergangenen Jahr kennen gelernt, als er seinen
Zyklus „Die vorläufige Stadt“ im Februar März im Saarländischen
Künstlerhaus Saarbrücken gezeigt hat.
Auch unter den Fotografen gibt es – wie in jeder anderen Kunst – die
Wilden und die Nachdenklichen, die Affirmativen und die Skeptischen, die
Frohsinnigen und die Larmoyanten, die Haudraufs und die, die ihr Medium
wie ein Skalpell benutzen.
Oliver Kerns Bilder begegnen uns nachdenklich, skeptisch, zuweilen auch
larmoyant bis leidend.
In ihrer Absicht aber sind sie Instrumente, mit denen der Fotograf etwas
anderes aufscheinen lassen möchte, als das, was uns die Wirklichkeit
entdecken lassen will.
So wie in der vorläufigen Stadt das sich Unfertige und ständig sich
Verwandelnde der Stadt Berlin offenbarte, so offenbart sich in diesen
Bildern einer Landschaft, dass die Wirklichkeit an den Rändern
ausfranst.
Der erfolgreichste Autor der Gegenwart Stephen King:
Das Land mit den Verwerfungen, das, was King „Grenzgebiet“ nennt.
Das ist dort, wo man etwas fixiert, und es sieht ganz normal aus.
Beängstigend ist nur, dass sich gleichzeitig etwas tut, was nur in den
Augenwinkeln wahrzunehmen ist.
Die Zone zeigt, nach Lesart von Oliver Kern, vor allem aber von Michaela
Heissenberger, dass der Mensch die Natur und damit die Welt gefährdet.
Irgendwann gibt es keine Natur mehr, nur noch Natur danach. Eine blasse
Sonne schimmert durch die Blätter, oder vielleicht ist die Atmosphäre
danach so sauber, daß sie mehr sticht und brennt als heute, die Sonne.
Wir werden dafür eine Lösung finden. Das ist der große Fortschritt, den
wir gemacht haben: daß wir für alles eine Lösung finden. Wenn wir es
gelöst haben, interessiert uns ein Problem nicht mehr. Manchmal
hinterlassen unsere Lösungen Spuren, die nach neuen Lösungen verlangen.
Bis jetzt haben wir noch jedes Mal auch diese in den Griff gekriegt.
Schlussendlich ist die Umwelt heute sauberer als vor hundert Jahren. Das
liegt daran, daß unsere Lösungen sauberer geworden sind. Wir sind heute
in der Lage zu differenzieren; wir fördern und verhindern. Dadurch gibt
es fast keine Nebenwirkungen mehr. Sollte es tatsächlich noch
irgendwelche Spuren geben, so sind diese minimal. Man könnte höchstens
merken, daß etwas fehlt. Aber auch das nicht wirklich, denn was man
nicht kennt, das kann einem nicht fehlen, oder? Wenn uns einmal doch
irgend etwas fehlen sollte - die Sünden der Vergangenheit! - dann machen
wir es halt wieder hin. Wir haben ja so viele Möglichkeiten heute.
Natürlich ist das teuer, und dann muss man eben sehen, ob sich das
rentiert. Ich muss ja wirklich nicht jedes Unkraut wiederhaben. Und
außerdem: die Natur deckt alles zu.
(Heissenberger)
Diese Worte, die auch sehr stark das Denken von Oliver Kern
transportieren sollen, halte ich für genauso grundlegend falsch, wie das
Gegenteil.
Eine Zone, diese Zone ist inmitten, sie ist begriffen...
Und andererseits zeigen diese Fotografien, dass ein Kunstwerk mehr ist,
mehr denkt, mehr bedeutet, als das, was der – zugegeben auch hier –
larmoyante Künstler gewesen ist, gemeint hat, beabsichtigte, als er
diesen Zyklus gearbeitet hatte.
Die Zone ist als Fotozyklus und als Bericht – buchstäblich objektiv oder
durch das Objektiv gesehen, die Abrechnung mit der Fähigkeit des
Menschen, die Welt zu erobern.
Sie ist – als Fotozyklus in Bildern statt in Worten – auch die
buchstäblich objektive Bilanz, dass die Natur alles überwindet, weil sie
wächst.
Sie fragt nicht, sie denkt nicht, sie agiert nicht, sie ist. Und so ist
auch der Mensch als Gattung.
Und gleichzeitig will die Zone der Zyklus sein, der darauf abzielt, zu
fragen, ob der Mensch im Konkurrenzkampf zur Natur steht.
Das weise ich aber zurück. Natur und Mensch SIND einfach nur.
Das ist Oliver Kerns Leiden an der Welt.
Das ist aber nicht das, was die Zone uns erzählt.
Die Zone – diese 18 von 22 Fotografien hier – zeigt uns, dass, dass der
Schrecken Zauber in sich birgt, dass das Verderben auch Entstehen
zeitigt. Die Zone zeigt uns, dass das Entstehen Verzücken zeitigen kann,
aber auch gleichermaßen Wunder.
Es kommt darauf an, wo wir stehen.
Finden Sie Ihren Standpunkt. Werden Sie froh oder unglücklich, frohgemut
oder larmoyant.
Die Kunst ist immer wahrhaftiger als ein Mensch, der sie schuf.
In der Kunst liegt Segen. In uns Menschen – manchmal.
Mathias Beck | September 2004
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Die Zone
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Die Zone (1995)
"Dies ist die Zone. Sie besteht aus den Ruinen der Gewohnheiten."
Aus dem Film Orphée von Jean Cocteau (1950)
Irgendwann gibt es keine Natur mehr, nur noch Natur danach. Eine blasse
Sonne schimmert durch die Blätter, oder vielleicht ist die Atmosphäre
danach so sauber, daß sie mehr sticht und brennt als heute, die Sonne.
Wir werden dafür eine Lösung finden. Das ist der große Fortschritt, den
wir gemacht haben: daß wir für alles eine Lösung finden. Wenn wir es
gelöst haben, interessiert uns ein Problem nicht mehr. Manchmal
hinterlassen unsere Lösungen Spuren, die nach neuen Lösungen verlangen.
Bis jetzt haben wir noch jedes Mal auch diese in den Griff gekriegt.
Schlussendlich ist die Umwelt heute sauberer als vor hundert Jahren. Das
liegt daran, daß unsere Lösungen sauberer geworden sind. Wir sind heute
in der Lage zu differenzieren; wir fördern und verhindern. Dadurch gibt
es fast keine Nebenwirkungen mehr. Sollte es tatsächlich noch
irgendwelche Spuren geben, so sind diese minimal. Man könnte höchstens
merken, daß etwas fehlt. Aber auch das nicht wirklich, denn was man
nicht kennt, das kann einem nicht fehlen, oder? Wenn uns einmal doch
irgend etwas fehlen sollte - die Sünden der Vergangenheit! - dann machen
wir es halt wieder hin. Wir haben ja so viele Möglichkeiten heute.
Natürlich ist das teuer, und dann muss man eben sehen, ob sich das
rentiert. Ich muss ja wirklich nicht jedes Unkraut wiederhaben. Und
außerdem: die Natur deckt alles zu.
Michaela Heissenberger

Die Zone umfasst 25 Fotografien im Format 50x70 cm.
"Die Zone" war 1995 bei den Hertener Fototagen,
1999 im Rahmen der Ausstellung Schön ist es auch anderswo... im
Rheinischen Industriemuseum Oberhausen zu sehen;
2000 wurde die Ausstellung Schön ist es auch anderswo ...in Cottbus und
Barcelona gezeigt.
2000 als Teil der Werkschau "Die Zone und andere Landschaften" in der
Galerie Le Manège.

Pressetext zur Ausstellung
“Die Zone” – Fotografien von Oliver Kern
11. September bis 10. Oktober 2004, Städtische Galerie Blieskastel
Orangerie
“Dies ist die Zone. Sie besteht aus den Ruinen der Gewohnheiten.” (aus
dem Film Orphée von Jean Cocteau, 1950)
Aus der Begegnung mit einer ebenso vertrauten wie befremdlichen Natur
entstand 1995 Oliver Kerns Fotozyklus “Die Zone”. Mit dieser 25 Bilder
umfassenden Werkserie erschließt der 1965 in Saarbrücken geborene, heute
in Berlin lebende Fotograf das Bild einer imaginären Natur hinter der
zunächst sichtbaren. So erweisen sich Kerns Naturaufnahmen bei näherem
Hinsehen als Sinnbilder einer von Menschen geprägten
Zivilisationslandschaft, finden sich darin Relikte menschlicher
Existenz, die allmählich von der Natur “aufgefressen” werden. Damit
gelingt ihm die konzeptionelle Weiterführung - und Umkehrung - der
Landschaftsmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts, die die “Natur” zwar in
den Mittelpunkt stellte, aber nie alleine gelten ließ: Demnach mussten
sich selbst in den idealsten Landschaften stets auch Spuren menschlichen
Lebens finden – ein Stilmittel, dessen sich Oliver Kern in den
atmosphärisch dichten Bildwelten seines “Zone”-Zyklus” bedient.
Nachdem “Die Zone” bereits im Rheinischen Industriemuseum Oberhausen und
im Rahmen der Fototage Herten gezeigt wurde, sind die 50 mal 70
Zentimeter großen Fototableaus nun in der Städtischen Galerie
Blieskastel Orangerie zu sehen. Wie zuvor im Ruhrgebiet betritt auch in
der Orangerie der Betrachter über die Fotografien Oliver Kerns eine
“Zone”, die ihrer Staffage nach “natürlich” erscheint – gleichzeitig
jedoch als “unnatürlich” wahrgenommen wird. So laden Kerns
schlaglichtartige Landschaftswelten nicht nur zu einer bewussteren
Wahrnehmung der eigenen Umgebung ein, sondern nehmen zugleich das
ästhetische Erscheinungsbild einer immer stärker vom Menschen geprägten
Umwelt vorweg.
“Irgendwann gibt es keine Natur mehr, nur noch Natur danach. Eine blasse
Sonne schimmert durch die Blätter, oder vielleicht ist die Atmosphäre
danach so sauber, daß sie mehr sticht und brennt als heute, die Sonne.
Wir werden dafür eine Lösung finden. Das ist der große Fortschritt, den
wir gemacht haben: daß wir für alles eine Lösung finden.”, so Michaela
Heissenberger in einem Text, den sie den Fotografien ihres
Lebensgefährten Oliver Kern zur Seite gestellt hat.

Die Ausstellung “Die Zone” mit Fotografien von Oliver Kern ist vom
11. September bis einschließlich 10. Oktober in der Städtischen Galerie
Blieskastel Orangerie zu folgenden Öffnungszeiten zu sehen: jeweils
Freitag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger
telefonischer Vereinbarung. Der Eintritt ist frei!
Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 10. September 2004, 19 Uhr,
ist die Bevölkerung herzlich eingeladen. Oliver Kern ist an diesem Abend
anwesend.
Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0 68 42) 926 142 sowie im
Internet unter www.orangerie-blieskastel.de.
Oliver Kern – Biographisches:
geboren 1965 in Saarbrücken, studierte er an der Fachhochschule Dortmund
Fotografie bei Arno Fischer. Oliver Kern lebt heute als freier Fotograf
in Berlin. Neben seiner Tätigkeit als Porträt- und Pressefotograf für
die Presse widmet sich Kern bevorzugt Fotoprojekten, die regelmäßig in
Büchern und Ausstellungen vorgestellt werden. Den meisten Fotoprojekten
zur Seite gestellt sind Texte der 1968 in Wien geborenen, heute
ebenfalls in Berlin lebenden Michaela Heissenberger.

MICHAELA HEISSENBERGER
1968 in Wien geboren, in Südtirol aufgewachsen, in
Italien erwachsen, schreibt Reportagen und Kurzprosa und übersetzt aus dem
Italienischen.
Sie ist Mitgründerin der Autorinnengruppe cafésatz, die im Jahr 2002
erste Gemeinschaftslesungen veranstaltete.
Kontext-Recherchestipendium für junge Journalisten 2002, Stipendium der
Übersetzerwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin 2002. "Die
vorläufige Stadt" wird ihre erste Buchveröffentlichung.
Vorbereitungen zur Ausstellung am 7.9.2004


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Aufbau der Ausstellung am 8. und 10.9.2004





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Eröffnung der Ausstellung am 10.9.2004







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Ausstellungsvorbericht | Saarbrücker Zeitung | 30.8.2004

Ausstellungshinweis Saarbrücker Zeitung Treff Regional
September 2004

Ausstellungsbesprechung |
Pfälzischer Merkur | 1.10.2004

Ausstellungsbesprechung | Saarbrücker Zeitung |
1.10.2004

Ausstellungshinweis | Saarbrücker Zeitung | September 2004

Ausstellungskritik |
Die Rheinpfalz | Stefan Folz | 12.9.2004
Informationsblatt zur
Ausstellung
Technische Informationen
zur Ausstellung
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