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23. Januar - 22. Februar 2004
Nikola
Dimitrov
Immanenz und Transzendenz | Malerei Mischtechnik Collage

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Mathias
Beck | Rede zur Ausstellung
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Presseinformation zur Ausstellung
“Immanenz und Transzendenz”: Gemälde und Collagen von Nikola Dimitrov in der Städtischen Galerie Blieskastel – Orangerie
Blieskastel. Am Freitag, 23. Januar 2004, eröffnet Bürgermeister Dr. Werner Moschel die erste Kunstausstellung dieses Jahres in der Orangerie. Mit dieser Werkschau geht die Stadt Blieskastel zugleich neue Wege in der Kulturkooperation: Als Auftakt einer langfristig angelegten Ausstellungsreihe in konzeptioneller Zusammenarbeit mit der Homburger Galerie Monika Beck werden unter dem Titel “Immanenz und Transzendenz” zunächst Gemälde und Collagen von Nikola Dimitrov gezeigt. Einen besonderen Reiz bezieht “Immanenz und Transzendenz” aus der bewussten Wechselwirkung mit dem Orangeriegebäude – als einer der bedeutendsten Renaissancebauten Südwestdeutschlands und ehemalige Wandelhalle der Grafen von der Leyen zugleich einer der faszinierendsten Ausstellungsorte des Saarlandes.
Eigens auf diesen besonderen Raum abgestimmt, werden in der Städtischen Galerie Blieskastel - Orangerie - zwei thematisch wie formal sehr unterschiedliche Bilderzyklen von Nikola Dimitrov gezeigt, mit diesen zugleich zwei Werkansätze des Künstlers zu einer spannenden Inszenierung verdichtet. So stehen dessen in kraftvollen Farben gehaltenen Planetenbildern schwarz-weiss-graue Collagen auf Papier gegenüber. Dabei entfalten die Arbeiten Nikola Dimitrovs gerade in der elegant-zurückhaltenden Atmosphäre des “Langen Baus” ihre ganze Dynamik. Gleichzeitig erschließt sich im Nebeneinander von Groß und Klein, Farbe und Schwarzweiß nachhaltig der besondere “Spiritus Loci” der Orangerie.
Zwischen 1999 und 2002 entstanden die großformatigen, nun in Blieskastel gezeigten “Planetenbilder”: In ihnen interpretiert Nikola Dimitrov mit Acryl und Tusche die Planeten Mars, Pluto, Saturn, Neptun und Uranus. In zahlreichen Bildsequenzen verwob Dimitrov dabei wissenschaftliche, esoterische und mythologische Deutungen der Planeten zu vielschichtigen, farbbetonten Bildwelten voller Symbolik und psychischer Energien.
Damit stehen sie in gewolltem Kontrast zu der thematisch und formal völlig unterschiedlichen Serie von Schwarz-Weiß-Collagen, die Nikola Dimitrov im vergangenen Jahr schuf. Feine Farbnuancen, der klare Kontrast des Papiers und die Text-/Bildelemente dieser Collagen fügen sich hier zu einem Bild gewordenen Werkprozess zusammen. Ausgangsmaterial dieser - wie der Künstler selber sie nennt - “zehn sehr spontanen Arbeiten auf Bütten” sind Überreste graphisch dominierter Schwarz-Weiß-Collagen: Folien, Zeitungsartikel, Schlagzeilen, Porträts, die Dimitrov zusammen mit Leim und stumpfer, tiefschwarzer Farbe zu intuitiven Kompositionen zusammenfügte.
Die Ausstellung “Immanenz und Transzendenz – Malerei und Collagen von Nikola Dimitrov” ist vom 24. Januar bis einschließlich 22. Februar 2004, jeweils freitags bis sonntags von 15.00 bis 18.00 Uhr, in der In der Städtischen Galerie Blieskastel - Orangerie, Schlossbergstraße, zu sehen. Der Eintritt ist frei! Ausführliche Informationen finden sich auch unter www.orangerie-blieskastel.de.
Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 23. Januar 2004, ist die Bevölkerung um 19.00 Uhr sehr herzlich in die Orangerie eingeladen.
Nikola Dimitrov: Biographisches
1961 in Mettlach geboren, hat sich Nikola Dimitrov parallel zu seinem Musikstudium in Saarbrücken seit 1980 intensiv mit Malerei beschäftigt. Die Ergebnisse seines künstlerischen Schaffens hat er schon in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt.
Die Orangerie – ein einzigartiger Ausstellungsraum
An der Schlossbergstraße, über dem Stadtkern von Blieskastel, steht eines der eindrucksvollsten Renaissancebauwerk Südwestdeutschlands: der Lange Bau. Das 1670 vollendete, im Volksmund “Orangerie” genannte Gebäude ist der wichtigste erhaltene Rest der einst weitläufigen Schlossanlage der späteren Grafen von der Leyen. Seine elegante Schönheit erhielt der Lange Bau durch den Entschluss des Baumeisters, ganz gegen den damaligen Zeitgeschmack die Proportionen des Hauptgesimses allein auf die Höhe des Obergeschosses mit den schlanken toskanischen Halbsäulen zu beziehen. Angelehnt an einen Teil der mittelalterlichen Burgmauer, bildete der Lange Bau den nördlichen Abschluss des “oberen Lustgartens” der barocken Schlossanlage. Von dem ursprünglich zwölf Achsen langen Gebäude haben sich nur die östlichen fünf Achsen erhalten. Durch die unsichere politische Lage um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert mussten die Arbeiten an diesem einzigartigen Bau immer wieder unterbrochen werden. 1721 wurden Reparaturen am provisorischen Westwalm des Daches durchgeführt und dieser dauerhaft hergerichtet. Das Obergeschoss - in ihm sollte eine Ahnengalerie für die Bauherren und deren Familien eingerichtet werden - ging vermutlich nicht über die heutigen fünf Achsen hinaus. Zur Gartenseite hin rahmen im Erdgeschoss mächtige, schwach gekurvte und nach oben sich verjüngende Quaderlisenen die breiten Korbbogenarkaden ein. Heute sind die Arkaden verglast, ursprünglich waren sie aber offen. Obwohl es in einer Häuseraufnahme des Jahres 1792 als “das Orangerie Gebäud” bezeichnet wird, kann das Erdgeschoss also nicht zum Winteraufenthalt von Orangenbäumen oder anderen Südfrüchten gedient haben. Vielmehr diente das Erdgeschoss des Langen Baues den Leyenschen Familienmitgliedern und ihren Gästen wohl als Wandelhalle. Heute wird die Orangerie für Vorträge, Ausstellungen und Konzerte im Rahmen der Reihe “Kultur in historischen Gebäuden” genutzt und gilt nicht zuletzt dank ihres historischen Kontexts als einer der interessantesten Ausstellungsräume Südwestdeutschlands.

geboren 1961 in Mettlach
1979 -1988 Studium an der Musikhochschule des Saarlandes
1984 Examen als Musikerzieher
1988 Konzertreifeprüfung im Fach Klavier
seit 1980 intensive Beschäftigung mit Malerei
seit 1989 freie künstlerische Tätigkeit als Konzertpianist und Maler
1995 Gründung des Duos Sounds Good mit Gernot Wirbel:
1996/1997 Dozent an der Schule für Kreatives Gestalten, Püttlingen
1997 intensive malerische Beschäftigung mit dem Thema Kosmos und Mensch
seit 1997 Projekt Worte in Stein und Klang: Zusammenarbeit des Duos Sounds Good mit
der Lyrikerin Felicitas Frischmuth und dem Bildhauer Leo Kornbrust
1999 Mitglied im Saarländischen Künstlerhaus, Saarbrücken
Studienaufenthalt in Kroatien
2003 Mitglied im BBK, Saar

Ausstellungen und Beteiligungen / Auswahl
1996 Galerie Marlies Hanstein, Saarbrücken (E) (K)
1997 Galerie Rosa Ventosa, Barcelona
Kunstzentrum Bosener Mühle, Landkreis St. Wendel (E)
Saar Bank, Filiale Bellevue, Saarbrücken (E)
1998 Galerie Glaskuck, Eschweiler (E)
Galerie Hanstein, Saarbrücken
Galerie Gollong, St. Paul de Vence, Frankreich
Produzenten-Galerie 42, Gießen (E)
Galerie ARKE, Dortmund
1999 Sonne und Finsternis, Galerie Hanstein
2000 commun: 2. Bild-Wort-Projekt im Saarländischen Künstlerhaus (K)
Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater
DRK-Krankenhaus, Saarlouis
Kunstzentrum Bosener Mühle, Landkreis St. Wendel
Kunst-Szene Saar, Visionen 2000, St. Wendel (K)
2000 – 2003 Völklinger Plätze Kunst: künstlerische Auseinandersetzung mit der Stadt und ihren Menschen (E)
Seit 2000 Klangbilder-Bildklänge: Projekte mit dem Pianisten Bernd Mathias
2001 Bilder für 3000: Galerie Russo, Prora / Insel Rügen
Klangbilder-Bildklänge: Performance im Museum Illingen (E)
2002 Klangbilder-Bildklänge: Ausstellung und Performance, Zadar, Kroatien (E)
Klangbilder-Bildklänge: Ausstellung und Performance, Salzbrunnenhaus Sulzbach, Saar (E)
Völklinger Plätze Kunst: Völklingen (E)
Ausstellungsbeteiligungen: Sofia, Wien, Zagreb
2003 Landtag des Saarlandes, Saarbrücken (E)
Studio II, Weimar (E)
DIN Art 1, Saarländisches Künstlerhaus
Konzeption der Ausstellung 3 und 30 Jahre Musik im 20. Jahrhundert im Auftrag der Freunde des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken e.V. (SR), Stadtgalerie Saarbrücken (E)
Schloss Reinbek
Galerie im Hof, Sankt Wendel
Pierrot Lunaire: Ausstellung und Buchvorstellung, Galerie Monika Beck, Homburg / Saar (E) (K)
Dialoge: Galerie Altes Rathaus, Völklingen
Distanzen: Bauwerkstatt Sulzbach
Art Open, Eschweiler

Immanenz und Transzendenz:
Begegnungen zwischen Symbol und Psyche
Vom 23. Januar bis 22. Februar 2004 präsentiert Städtische Galerie
Blieskastel zwei thematisch wie formal sehr unterschiedliche Bilderzyklen von Nikola Dimitrov: Die durchkomponierten, großformatigen Planetenmeditationen in Acryl und Tusche und eine Serie sehr spontan entstandener Schwarz-Weiß-Collagen auf Bütten geben in
spannungsvollem Kontrast Einblick in den künstlerischen Umgang mit symbolischen Artefakten.
Die Planetenmeditationen - sechs 1999 bzw. 2000 entstandene malerische Interpretationen der Planeten Mars, Pluto, Saturn, Neptun und
Uranus - schließen eine sich über mehrere Jahre erstreckende
Auseinandersetzung mit dem Thema Kosmos und Mensch ab. In zahlreichen
Bildsequenzen verwob Dimitrov wissenschaftliche, esoterische und
mythologische Deutungen der Planeten zu einer vielschichtigen Symbolik
psychischer Energien. Dieser konzentrierte Gestaltungsprozess war begleitet von einer intensiven Erkundung von Material- und Farbverhalten und der Entwicklung einer eigenständigen Formensprache, die ihre Komponenten in einer archaischen Symbolik findet.
Insbesondere das Malen von Kreisen und Spiralen, ihre räumliche
Verdichtung zu Kugeln, die sich überlagern, verdoppeln, verschmelzen, aber auch die Gestaltung des Raums aus der Fläche gehören zu den
elementaren Themen der malerischen Arbeit von Dimitrov. In den vier 2,20 x 2,00 Meter großen Visualisierungen der Planeten Saturn, Neptun, Uranus und Pluto und in den 2,70 x 2,70 Meter großen Porträts von Mars und Pluto ging Dimitrov dabei an eine Grenze im Malen abstrakter
Kreiskörper, die in die Tiefe wachsen und in rhythmischer und rotierender
Bewegung den Raum erobern.
Schon die Größe der Bilder bedingte eine ganz konkrete psychische und körperliche Erfahrung beim Malen: Der Künstler war direkt in den Kreis hineingestellt. Der Radius der Arme bestimmte die Form. Der eigene Körper wurde zum Maß, zum begrenzenden Element. Es gab keine
innere und keine räumliche Distanz mehr zum Bild. Der Maler wurde zum Teil des Entstehungsprozesses selbst.
Es war ein Malen an der Grenze auch des technisch Machbaren. Liegend auf einem selbst gebauten Gestell wurden die riesigen Formate des Mars und des Pluto bewältigt und die Dynamik der Kreisform in Segmenten geschaffen. Form und Tiefenstruktur entstanden dabei allein durch die Farbe, den rhythmischen Auftrag, die Schichtung immer neuer Lagen flüssigen Acryls und Tusche, durch die gezielte Beeinflussung der
Dynamik des Zerfließens.
Dieses Arbeiten an der Kreisform beinhaltet für den Künstler wie den Betrachter
eine magische Komponente. Ein Aspekt ist das Hineinziehen in die Tiefe, ein Sich-Verlieren in den Linien der Spirale, die ohne Anfang und
Schlusspunkt Unendlichkeit erfahrbar machen. Ein anderer das Betreten eines geschlossenen Systems, das eine durch die Kraft des Kreises geschützte Innenwelt von einer Außenwelt abgrenzt und ein in sich
ruhendes Ganzes schafft, erhaben, unberührt, zeitlos.
Der Kreis als Symbol für das geistige Prinzip wird durch den Rahmen in ein Quadrat gestellt, das Symbol der Materie, der Erdung, der Endlichkeit. Der Malende wie der Betrachter bewegt sich zwischen diesen Welten.
Diese letzten großen Planetenporträts sind daher meditative Werke unter dem Aspekt ihrer Entstehung wie ihrer Rezeption. Als
Schluss- und Höhepunkt in der malerischen Auseinandersetzung mit dem Bedeutungskreis der Planeten gelangen Interpretationen von großer suggestiver
Ausstrahlung und subtiler Energie, die Raum lassen für die vieldeutigen psychischen
und symbolischen Inhalte der porträtierten Planeten :
· die harte, klare Struktur und Erdhaftigkeit des Saturn, der mit Grenzen, Einschränkungen, Angst assoziiert wird sowie mit Disziplin,
Gesetz und Maß, aber auch mit den Möglichkeiten an diesen Begrenzungen zu wachsen,
· das Lichte, Zukunftsoffene des Uranus, der Freiheit und Individualität verkörpert und die Kraft sich loszulösen, Neues zu schaffen, indem er die Strukturen des Überkommenen sprengt,
· das Zerfließende, Nebelhafte des Neptun, der grenzen- und formlos alle Konturen aufweicht und aus einem dunklen, chaotischen Urgrund vielfältige kreative Formen wachsen
lässt, pflanzenhaft, ahnend,
· des in die Tiefe gehenden Pluto, der Wandlung schafft durch Tod und Opfer, der transformiert durch Prozesse des Stirb-und-Werde, der in die Abgründe der Macht, der Psyche, der kollektiven Notwendigkeiten führt
· des kämpferischen Mars, der Kraft gibt zur Durchsetzung, zur Selbstbehauptung, der das Prinzip der Männlichkeit, der Aggression
versinnbildlicht, das Krieg und Zerstörung bringt, aber auch die Tatkraft und Energie zu Aufbau und Neuschöpfung.

Die Serie der Schwarz-Weiß-Arbeiten entstand als Replik auf eine mehrmonatige intensive Beschäftigung des Künstlers mit der Ausstellung des SR „ 3 und 30 Jahre Musik im 20. Jahrhundert“, gezeigt im Mai/Juni 2003 in der Stadtgalerie Saarbrücken. Im Auftrag des SR realisierte
Dimitrov das Ausstellungskonzept mit Klang- und Bildräumen. Unter anderem
entstanden 33 Collagen, in denen die großen Musikereignisse, die Entwicklungen und die Diskussionen des SR-Festivals für
zeitgenössische Musik thematisiert wurden.
Die zehn sehr spontanen Arbeiten auf Bütten setzen einen persönlichen Schlusspunkt
unter diese Auftragsarbeit. Ausgangsmaterial sind Überreste der graphisch dominierten Schwarz-Weiß-Collagen: Folien,
Zeitungsartikel, Schlagzeilen, Porträts, die Dimitrov zusammen mit Leim und sehr stumpfer, tiefschwarzer Farbe in rascher, intuitiver Komposition, zum Teil direkt mit den Händen zusammenfügte.
In freiem, kraftvollem Handeln kam die Farbe in Berührung mit dem klaren Kontrast des Papiers und den Text-/Bildelementen der Collagen. In weiten Teilen ist es ein Überdecken, ein Auslöschen, aber auch ein
Pointieren durch den Kontrast zu der Schwärze und den entstehenden Formen, bisweilen endend in einem erneuten Aufdecken durch das
Abwaschen der Tusche.
Dieser intuitive Kontakt mit dem Arbeitsmaterial wurde zu einem symbolischen
Akt der Verarbeitung: Ein Absinken-Lassen ins Dunkel des weniger Bewussten
und zugleich ein Festhalten von Erfahrungen und einer persönlichen Entwicklung. Eine Transformation, die gleichzeitig Aneignung und Befreiung zum Ziel hatte.
Stefanie Risch | Dezember 2003

Experimentelle Begegnungen mit Material- und Motivwelten
Dimitrovs jüngste Malereien zeigen die Hinwendung zu neuen Themen, zu einer neuen Arbeitsweise und zu einer neuen emotionalen Qualität. Dimitrov hat zu einer kraftvollen, spontanen Arbeitsweise gefunden, die mit wachsender Sicherheit und Freiheit das eigene Formen- und Chiffrenrepertoire zu immer vielseitigeren Kompositionen verbindet.
Schon beim ersten Betrachten fällt auf: Es gibt sehr viel mehr Licht, sehr viel mehr Helligkeit und viel mehr Farbe in den Bildern. In diesem für ihn ungewohnten Ausschöpfen der ganzen Farbpalette gewinnt seine lasierende, schichtende Technik eine faszinierende Ausdrucksbreite und gestalterische Tiefe, ohne daß symbolische Dichte und formale Klarheit darunter leiden. Im sublimen Spiel mit den Farben ergründet er größere Seelenräume und entwickelt dabei eine nuancenreichere Bildersprache, die in ihrer Sensibilität den Betrachter in seiner eigenen Innerlichkeit berührt.
Beim experimentellen Ausloten verschiedenster Materialien kommen Farbmischungen aus Acryl, Öl in wechselnder Konsistenz zum Einsatz, aber auch Pigmente und Holzleim. Es ist ein Materialmix, der beim Trocknen und Ineinanderfließen einen Wechsel von matten und glänzenden, von fließenden und porösen Strukturen bewirkt und sehr inspirierende Bildräume schafft.
Die Malerei ist dabei zunehmend plastisch: Sie wächst immer stärker aus der Fläche heraus, bildet Reliefs und
Aufkrustungen, öffnet sich zu transparent-hintergründigen Landschaften. Die Plastizität der Malerei wird unterstützt durch den Einbau aller Arten von Abfallmaterial: Papier und Sackleinen, Staub und Kehricht, Flechtwerk, Pflanzliches. Im kreativen Ausprobieren wird die Bildentstehung zum Recycling.

Auch in anderer Hinsicht ist das Malen ein Prozess der Wiederverwertung: Indem Bildvorlagen aller Art, Skizzen, ältere Bilder, fertige wie unvollendete, zum Ausgangspunkt neuer Arbeiten werden, macht Dimitrov das Malen zu einem Dialog mit visuellen Produkten: Zeitungsausschnitten, Fotos, Bildern, den Ergebnissen des eigenen Schaffens.
Nikola Dimitrov entwickelt dabei einen eigenen Collagestil. Bildelemente werden eingescannt, am Computer bearbeitet, verfremdet, aufgebläht, in Teile zerlegt und seziert, schließlich zur malerischen Verarbeitung gedruckt. Das Ausgangsmotiv, das mehr oder weniger sichtbar Teil des fertigen Werkes bleibt, ist Thema und Contrapart; es wird malend interpretiert, gedeutet, verändert. Es ist wie ein Stichwort, das provoziert, sich zu einer Aussage verdichtet, Ausgangspunkt von Geschichten und Gedankenreisen wird.
In beharrlicher und systematischer Probierlust, sich der Herausforderung von Themen stellend, entstanden so mehrere ausgedehnte Bilderserien, unter anderem die Zyklen „Cantharis“, „Paradies“, „Tarot“ und die „Seele der Tiere“.
Mit größerer Passion wendet Dimitrov sich auch der menschlichen Gestalt zu. Mit den Mitteln seiner abstrakten Malerei versucht er, das Wesen einer Gestalt zu ergründen, ihre Körperlichkeit zu transzendieren. Er erfasst innere Seinszustände, Seelenqualitäten, die im Farbauftrag zu einer Aura verschmelzen. Er zeigt Verkapselungen, eingesponnene Kokons, organische Strukturen aus einem Zwischenreich beseelter Natur und sich zur Körperlichkeit formender Energien.
Große Formate wechseln mit kleinen Untergründen. Dimitrov malt immer an mehreren Bildern gleichzeitig, was den kreativen Prozeß intensiviert und ihn sich in mehrere Richtungen entwickeln lässt. Er liefert sich nicht nur dem unberechenbaren Verhalten der Farbe aus, sondern er blendet bewusst jede Erfahrung im Umgang mit den Materialien aus, um jedem Bild seine einzigartige Ausstrahlung zu geben. Es entsteht ganz aus der Intuition, in seiner eigenen Zeit und seinem eigenen Raum.
Stefanie Risch | November 2003

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22.1.2004 | Aufbau der Ausstellung








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23.1.2004 | Eröffnung der Ausstellung







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25.1.2004
| Saarländischer Rundfunk | Fragen an den Autor | Bilder ansehen
Pressetext
Ausstellung mit Werken von Nikola Dimitrov in der Orangerie
Blieskastel. Am Freitag, 23. Januar 2004, eröffnet Bürgermeister Dr. Werner
Moschel die erste Kunstausstellung dieses Jahres in der Städtischen Galerie
Blieskastel, in der Orangerie. Unter dem Titel "Immanenz und Transzendenz"
zeigt Nikola Dimitrov Malerei, Mischtechnik und Collagen.
Nikola Dimitrov, 1961 in Mettlach geboren, hat sich parallel zu seinem
Musikstudium in Saarbrücken seit 1980 intensiv mit Malerei beschäftigt. Die
Ergebnisse seines künstlerischen Schaffens hat er schon in zahlreichen
Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt. In der
Städtischen Galerie Blieskastel - Orangerie - sind nun zwei thematisch wie
formal sehr unterschiedliche Bilderzyklen von Nikola Dimitrov zu sehen:
Seine malerische Interpretation verschiedener Planeten in Acryl und Tusche,
1999 und 2000 entstanden, sowie eine Serie von Schwarz-Weiß-Collagen auf
Bütten aus dem vergangenen Jahr.
Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Galerie Beck stattfindet, ist
vom 24. Januar - 22. Februar 2004 bei freiem Eintritt in der Orangerie
freitags bis sonntags von 15.00 - 18.00 Uhr geöffnet.
Am Freitag, 23. Januar 2004, ist die Bevölkerung zur Ausstellungseröffnung
um 19.00 Uhr sehr herzlich in die Orangerie eingeladen. Ausführliche
Informationen finden sich auch unter: www.orangerie-blieskastel.de
Ausstellungshinweis
| Saarbrücker Zeitung | Januar bis Februar 2004
Ausstellungshinweis
| Blieskasteler Nachrichten | 21.1.2004
Ausstellungsbesprechung
| Wochenspiegel | 22.1.2004
Ausstellungshinweis
| Saarbrücker Zeitung | Abbildung | 26.1.2004
Saarbrücker
Zeitung | Dr Sabine Graf | Aus Zweier Not eine Tugend | 27.1.2004
Ausstellungshinweis
| Pfälzischer Merkur | Januar - Februar 2004
Ausstellungshinweis
| bonjour saarland | Januar - Februar 2004
Ausstellungshinweis
| Saarbrücker Zeitung | 28.1.2004
Ausstellungsbericht
| WSV | 21.1.2004
Ausstellungskritik
| Die Rheinpfalz | Stefan Folz | 14.2.2004
Ausstellungskritik
| Die Rheinpfalz | Stefan Folz | 14.2.2004 | Text
Technische
Informationen zur Ausstellung
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