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30. März - 25. Juni 2004
Rainer
Geerdes
Ebenmaß | Mixed Media Malerei

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Einführungsrede zur Ausstellung
Die wenigsten denken beim Stichwort Kunst daran, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass die älteste Gattung künstlerischen Arbeitens die Architektur ist, und bezogen auf diese Situation heute ausdrücklich: noch vor aller Malerei.
In der Vergangenheit ließen sich zwischen Architekten und Bildhauern immer leichter Gemeinsamkeiten entdecken als zB zwischen Architektur und Malerei. Schließlich zielen beide, Architekt und Bildhauer, auf die Behandlung von Außen- und Binnenraum ab.
Dies hat sich – wie vieles anderes auch – durch die Möglichkeiten der sogenannten Neuen Medien deutlich geändert. Ein Beispiel hierfür ist der 1973 in Weener (Ostfriesland) geborene und nach Studium von 1997 – 2003 erlernte Architekt und Künstler Rainer Geerdes, der im vergangenen Jahr im Saarland durchaus bekannter geworden ist durch das Projekt „Handlungsraum“ in der und für die Stadt Völklingen.
Perspektive ist das erste Mittel der Malerei, um im zweidimensionalen Bildraum Tiefe zu erzeugen.
Und Geerdes sagt: Mein Thema in der Malerei ist Tiefe, Proportion, Form, Farbe.
Beim Entwurf dieser kleinen Rede habe ich hier lange überlegt, wie der Schnittbegriff lautet, der diese vier Begriffe: Tiefe, Proportion, Form, Farbe vereint. Es gibt in der Malerei zwei Schnittbegriffe hierzu:
Perspektive und Struktur.
Dass Geerdes nicht perspektivisch sehen will, sondern die Struktur sucht, liegt an seinem Blick für den Raum (im Sinne von Binnenraum und Außenraum zB eines Bauwerkes), liegt daran, dass er auch Architekt ist.
Gibt es einen Binnenraum eines Bildes? Unzweifelhaft ja. Dieser entsteht durch oben schon angesprochene Perspektivische Darstellung oder im Falle Geerdes durch Aufbau einer Struktur im Bild durch Hinterschneidung und Überlagerung von Farbstreifen oder -balken.
Rainer Geerdes geht hier wie ein Architekt an seine Malerei: Erörterung der Problemstellung und Entwicklung von Lösungsansätzen stehen vor jeder Arbeit.
Welche Funktion hat ein Bauwerk, welche Parameter ergeben sich daraus, denen die Baukonstruktion genügen
muss?
Wenn Räume in der Malerei durch die Bilderzeugung nur entstehen können (heißt hier: der malerische Prozess selbst – ist ganz einfach, klingt aber schön kompliziert), und wenn der malerische Prozess nur in der Fläche, nicht in der Tiefe stattfinden kann, aber einen Raum erzeugen soll, was
muss ich tun?
Die von ihm angebotene Lösung besteht in einem Kunstgriff. Geerdes variiert und kopiert ein Verfahren, das eigentlich nur dort funktioniert, wo man mit Daten, also digitalem Material, das jeder Stofflichkeit entbehrt, dadurch beliebig übereinander kopierbar ist. – Nämlich in der Verwendung des Prinzips von Computerprogrammen, grafischen Anwendungen oder Bildbearbeitungsprogrammen.
Er überlagert, verstärkt Umrisslinien so lange, bis der Körper in den Hintergrund getreten oder ganz verschwunden ist, simuliert zB das Prinzip von Kopieren und Einfügen (aus den angesprochenen Computerprogrammen) und und und.
Dieser langen Antwort zugrunde lag die Frage: Gibt es einen Binnenraum?
Aber gibt es auch einen Außenraum eines Bildes?
Den gibt es nicht.
Aber Rainer Geerdes suggeriert ihn. Irgendwie scheinen die Bilder größer zu sein, als sie sind, sich in den Raum fortzusetzen, eine Außenwand zu haben. Seine Bilder strukturieren und teilen die Galerieräume.
Ich möchte zum Schluss aber nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass man diese spannenden und im besten Sinne schönen Bilder auch ganz befreit von jeglichem intellektuellen Ballast betrachten kann.
Das, was ich Ihnen zu erklären suchte, diente dazu, dass Sie diese Bilder mit Augen auch durchstreifen können sollen - wie die Räume hier.
Mathias Beck | März 2004

Biographie
Rainer Geerdes

Pressemitteilung zur Ausstellung
Rainer Geerdes | ebenmaß | Mixed Media Malerei
30. März bis 25. Juni 2004, Ateliergalerie Ganster und Beck, Saarbrücken-Altenkessel
Unter dem Titel “ebenmaß” präsentiert die Ateliergalerie Ganster und Beck vom 30. März an “Mixed Media Malerei” von Rainer Geerdes. Geboren 1973 in Ostfriesland, studierte Geerdes nach seiner Mauererlehre zunächst Architektur in Kaiserslautern, um sich hier intensiv mit Raum- und Formenwirkung vertraut zu machen. So fasst der heute in Berlin lebende Künstler auch seine Bildräume stets mit dem schöpferischen Blick des Baumeisters auf. Aus seinem intuitiv in Malerei umgesetzten Interesse an Akzentuierungen, Strukturen, Raumtiefe und –weite ergeben sich dabei mit breitem Pinsel geführte, von Streifen überlagerte Bildwelten aus Acryl, Leinen und Holz. So ergreift Geerdes mit der Schichtung und dem Rhythmus seiner Malerei gleichsam Besitz vom Raum.
Die Ausstellung “Rainer Geerdes – ebenmaß” ist bis einschließlich 25. Juni 2004 in der Ateliergalerie Ganster und Beck, Alleestraße 6, Saarbrücken-Altenkessel, zu deren Öffnungszeiten zu sehen: Montag bis Mittwoch von 10 bis 12 Uhr und Freitag von 15 - 18 Uhr sowie jederzeit nach vorheriger Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.
Zur Vernissage am Dienstag, 30. März, lädt die Galerie ab 19 Uhr Kunstfreunde und Interessenten herzlich ein. Rainer Geerdes ist anwesend.

Katalog 2001
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Malerei
und Installation
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Ausstellung in Berlin 2002

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Eröffnung am 30.3.2004












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Ausstellungshinweis
| Altenkesseler Anzeiger | Juni 2004

Ausstellungshinweis
| Saarbrücker Zeitung | Ausgabe Saarlouis | April 2004
Technische
Informationen zur Ausstellung
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