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13. Oktober - 19. Dezember 2003
Anni
Kenn-Fontaine
Auf Holz | Malerei
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von Mecki Ganster zur Eröffnung der Ausstellung und der Galerie

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Biographie

Anni Kenn-Fontaine wurde 1950 in Saarlouis geboren.
lebt und arbeitet in Berviller en Moselle/F
seit 1980 Studien der Keramik und des Zeichnens
1988 - 1989 Funkkolleg Moderne Kunst
1988 - 1997 Gaststudium Kunsterziehung/Kunstgeschichte
Universität des Saarlandes, Saarbrücken u. a. Prof. Jo Enzweiler
seit 1990 eigenes Atelier in Berviller en Moselle/F, Workshops und Ausstellungen

Einzelausstellungen
1994 Galerie Esther Dier, Schaffhausen/D
1995 Domaine de Paraillon, Carces en Provence/F
1996 Galerie Rathaus Bous/D
1997 Atelierausstellung "Rendez-Vous" im Rahmen der Aktion "Zeitgleich", Berviller/F
1997 Aktion: interaktive, biometrische Eindrücke
1999 Museum Illingen
1999 KSK Saarlouis
2000 Museum Haus Ludwig, Saarlouis
2002 IBFI Schloß Dagstuhl, Wadern
2003 Landtag des Saarlandes
2003 Ganster und Beck, Sb-Altenkessel
Ausstellungsbeteiligungen / Gruppenausstellungen
1993 Museum Haus Ludwig, Saarlouis/D
1993 Centre d'Action Culturelle, Forbach/F
1994 Museum Haus Ludwig, Saarlouis/D
1995 Museum Haus Ludwig, Saarlouis/D
1996 Concours d'arts plastiques
Maison des Cultures Frontieres, Freyming-Merlebach/F
1996 Museum Haus Ludwig, Saarlouis/D
1997 BBK Zeitgleich, Künstlerhaus Saarbrücken/D
1997 Museum Haus Ludwig, Saarlouis/D
1997 Künstlerbuch BBK Saarland
1998 Evangelische und katholische Kirchengemeinden, Saarlouis/D
"Passion - Kreuzwege", Künstlergruppe Untere Saar
1998 Galerie Arpège, Sarreguemines
1999 KreuzWege, Illingen
2000 WortBild, Künstlerhaus Saarbrücken
2001 Fellenbergmühle Merzig
2001 Galerie Leismann, St. Ingbert
2001 Gegenort-the virtual mine, Neunkirchen
2002 Schlößchen Püttlingen
2002 Land Art im Saarkohlenwald
Kunst im öffentlichen Raum
1998 Stele Fa. Kerim, Saarwellingen.
2002 VIS à VIS, grenzüberschreitendes Kunstprojekt
2003 "Die Hochzeit zu Kana", Kath. Pfarrheim, Illingen
2003 Brücken bauen - créer une passerelle
grenzüberschreitendes Kunstprojekt
Erweiterte Realschule Überherrn-Collège Francois Rabelais, L' Hopital


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Vor zwei Jahren wurde in meinem Garten ein Kirschbaum gefällt. Wie sich an den Jahresringen erkennen ließ, war er 100 Jahre alt. Diese Jahresringe inspirierten mich zu diesen Arbeiten. Ich konzentrierte mich auf das Material Holz und die ihm innewohnenden Möglichkeiten.
Das Material der Bilder ist ein Industrieprodukt, ein standardisiertes Material. Es zeigt jedoch durch den Eingriff der Natur, durch das Wachsen unterschiedliche Spuren. Diese Zeit-Spuren hebe ich durch den Gebrauch der Farbe besonders hervor. Die Linienverläufe und Strukturen des Materials rufen beim Betrachter den Begriff Landschaft hervor. Die Felder können als landschaftliche Ein- und Ausblicke gesehen werden. Durch die Variationen der Farbe geben sie die Atmosphäre und Ausstrahlung eines Ortes wieder. Sie tragen Elemente des Erinnerns an das Gesehene in sich. So entsteht ein Zusammenklang von Sinnesempfindungen mit dem Gebrauch des Materials
Die Bilder sind kein Abbild einer Landschaft, sondern das Bild selbst ist Landschaft, es sind Zeitspuren einer Landschaft, die durch Wachsen
entstanden sind.
Anni Kenn-Fontaine


Einführung in die Ausstellung
„Vor zwei Jahren“, schreibt AKF, „ wurde in meinem Garten ein Kirschbaum gefällt. Wie sich an den Jahresringen erkennen ließ, war er 100 Jahre alt. Diese Jahresringe inspirierten mich zu diesen Arbeiten. Ich konzentrierte mich auf das Material Holz und die ihm innewohnenden Möglichkeiten.
Es zeigt jedoch durch den Eingriff der Natur, durch das Wachsen unterschiedliche Spuren. Diese Zeit-Spuren hebe ich durch den Gebrauch der Farbe besonders hervor.“
2 Ansätze möchte ich Ihnen vortragen:
Zuerst den maltheoretischen:
Maarten Thiel, ein holländischer Maler, hat gesagt:
„Ich brauche Abstand von den Dingen, die mein spontanes Interesse wecken. Die Arbeit am Ort dieser Dinge verführt dazu, sich auf das Offenkundige zu konzentrieren, und mich interessiert eher das verborgene Wesen der Dinge. Das heißt, (...) das Sichtbarmachen meiner subjektiven Empfindung.“
Dies bedeutet, dass es in gewisser Weise eine Virtualisierung des Bildraumes geht, um ihn erst wirklich verfügbar zu machen, wobei Virtualisierung den Vorgang bezeichnet, aus einer sozusagen leeren Fläche (die da ist) einen gedachten Farbraum entstehen zu lassen (der noch nicht da ist), aber schon funktioniert, und zwar durch die Maserung des Holzes.
Und um am Ende einen neuen Raum geschaffen zu haben, die Virtualisierung wieder durch die Materialisierung von etwas Neuem abzulösen.
Das Neue ist das fertige Bild, das für sich steht, nicht für etwas anderes.
Der 2. Ansatz bezieht sich auf das künstlerische Temperaments AKFs.
Zur Eröffnung vor 3 Jahren habe ich über die Schriftzeichen von AKF, das dem später fertigen Bild zugrunde liegt, gesagt, dass es Sinn stiftet im Bild (aber nicht mehr als lesbares Zeichen) und gleichzeitig den formalen Aufbau des Bildes leistet,
ich sprach damals von der Armierung der Bildkonstruktion.
Diesen Ausgangspunkt hat sie in ganz anderer Hinsicht erneut bezogen, nämlich in der Entdeckung, dass die Jahrsringe der Bäume im Brett – also als Malgrund – plötzlich selbst wieder Landschaft werden.
Das intellektuell Interessante daran ist, die Erkenntnis, dass im kleinsten Teil der Natur die gesamte Natur zu finden ist. Man
muss sie nur finden.
In den Bildern AKFs ist die Welt also nicht gesehen durch ein Temperament, sondern die Welt als Vorstellungsraum, als (im wissenschaftlichen Sinne) ideale Umgebung.
Und obwohl in sich dynamisch – auf Grund der Landschaftsanklänge, wo immer gerade etwas passiert – ist die Wirkung der Bilder – und damit auch die Stimmung dieser Ausstellung ganz sicher eine meditative, eine Art heitere gedankliche Versenkung in die Natur.
Unser Verstand folgt den Gefühlen, weil er Assoziationen folgt, und unsere Leidenschaften sind umgekehrt vernünftig.
Mathias Beck | Oktober 2003



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Anzeiger | Ausgabe Januar 2004 | Ausstellungshinweis
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